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Abenteuer Utah: So stehen Bibers Chancen auf einen AHL-Fixplatz

Für den 20-Jährigen beginnt in Amerika ein neuer Karriereabschnitt. Was ihn dort erwartet, analysiert Bernd Freimüller:

Abenteuer Utah: So stehen Bibers Chancen auf einen AHL-Fixplatz Foto: © IMAGO / Geisser

Für Gregor Biber beginnt in Kürze die nächste Phase seiner Karriere: Am 31. August steigt er in den Flieger nach Utah, um dort seinen Drei-Jahres-Vertrag bei den Mammoth anzutreten. Eine Vorschau darauf, was ihn erwartet und wie seine Chancen auf einen AHL-Fixplatz stehen...

Im Gegensatz zu anderen österreichischen NHL-Prospects segelt der 20-Jährige schon seit langem unter dem Radar, dabei ist sein Werdegang beeindruckend: Aus Krustetten über den KAC in die SHL zu Rögle – davon würden schon viele hiesige Cracks träumen.

Dazu kamen bereits zwei A-WM-Teilnahmen. Sein Schaffen verlagert sich jetzt aber nach Übersee: Die Utah Mammoth, die ihn 2024 in der vierten Runde drafteten, statteten ihn mit einem Entry-Level-Deal aus, wodurch er die nächsten drei Jahre unter Vertrag steht. Rögle ist vorbei, die Zukunft heißt Nordamerika.

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Einen Vorgeschmack erhielt Biber schon mit drei Development Camps in Utah, das letzte in einer brandneuen Anlage. Biber: "Das war noch einmal ein Schritt nach vorne, was Besseres kann es kaum geben." Dort standen wie immer Gruppen- und Einzeltrainings auf dem Programm, die Arbeit am Eis war eher individuell als wettkampfähnlich - “Es geht da immer darum, was wir in Zukunft tun oder bleiben lassen sollen und wo wir uns jeweils verbessern können.” Bei derzeit immerhin 1, 92 Metern und 95 kg soll er etwa noch etwas Gewicht draufpacken.

Das Rookie Camp beginnt heuer am 11. September, schon vorher geht es individuell aufs Eis. Danach folgt nahtlos das Main Camp, wo überzählige Spieler nach und nach zu ihren jeweiligen Teams geschickt werden, nur die NHL-Cracks dürfen bis zum Ende bleiben.

Wie sieht das realistische Szenario für Biber aus? Ein Blick auf die Depth Chart der Utah Mammoth:

NHL-Defender

Sieben Cracks scheinen hier gesetzt:

Stardefender Mikhail Sergachev, der noch bis 2031 unter Vertrag steht. Der Mann für alle Fälle und Spiele (versäumte bisher nur fünf in Utah) wird wohl wieder mit MacKenzie Weegar gepaart. Im PP werden die beiden aufgeteilt.

Ebenfalls wohl als Pairing gegeben: Der 35-jährige Nate Schmidt (verlässlich und kaum verletzt) und John Marino, danach wird es interessanter: Mit Andrew Peeke kam ein ebenfalls sehr belastbarer Mann aus Boston, er sollte sich im dritten Pairing einfinden.

Um den sechsten Platz dürften sich mehrere Cracks streiten: der 31-jährige Nick DeSimone (40 Spiele in der Vorsaison) sowie die beiden Youngsters Dmitri Simashev (21) und Maveric Lamoureux (22). Sowohl Simashev als auch Lamoureux sind Erstrunden-Picks, sollten sich daher bald festkrallen können. Einer muss auf die Tribüne, einer ins Farmteam.

Aus dem Vorjahr nicht mehr dabei: Sean Durzi, der im Deal gegen Vincent Trocheck an die Rangers abgegeben werden musste und Ian Cole, der alle 82 Spiele bestritt und sich am ersten Tag der Free Agency für die Chicago Blackhawks entschied. Olli Määttä wurde zur Trade Deadline nach Calgary abgegeben.

AHL-Defender

Die Tucson Roadrunners können nicht gerade auf große Erfolge zurückschauen (letzte Saison nicht in den Playoffs, davor dreimal in der ersten Runde gescheitert), die Talenttiefe ist aber imposant. Kein Wunder, dass etwa der deutsche Nationalverteidiger Maksymilian Szuber sich dem Konkurrenzkampf nicht mehr stellen wollte und in die Montreal-Organisation weiterzog.

So könnte sich die Depth Chart darstellen:

Fixstarter

Der achte Defender von oben, am ehesten wohl Lamoureux.

Zac Jones – der 25-Jährige kam aus der Buffalo-Organisation. Nach 115 NHL-Spielen für die Rangers kam er letzte Saison zwar nur in der AHL zum Einsatz, sollte aber im Powerplay gesetzt sein.

Artem Duda: Fiel letzte Saison nach einer Operation aus und kam nur auf 27 Spiele, gilt als starker Eisläufer mit wenig Panik in seinem Spiel.

Die Veteranen

Montana Onyebuchi (26) gehört eigentlich auch zum Fixstamm, spielt im Gegensatz zum 33-jährigen Robbie Russo auch mit einem NHL-Vertrag.

Russo bestritt letzte Saison noch 59 Spiele, könnte heuer aber den eigenen Nachrückern öfters Platz machen.

Der Rückkehrer

Terrell Goldsmith hätte letztes Jahr seine erste AHL-Saison bestreiten sollen, nach drei Spielen war für den 21-Jährigen aber mit einem Handbruch schon Ende.

Das macht schon sechs Cracks, bevor die Debütanten kommen

Neben Biber unter NHL-Verträgen: Der Tscheche Max Psenicka (19) und Tomas Lavoie (20). Psenicka dürfte als 07er aber noch ein Jahr CHL vor sich haben.

Das wären dann schon acht bis neun Defender. Dazu kommen noch zwei College-Abgänger, die aber nur unter AHL-Verträgen stehen: Brandon Holt (25, zum Ende der letzten Saison mit fünf Einsätzen) sowie der 23-jährige Cal Thomas. Holt weist hier weit mehr spielerisches Potential auf, eine Abschiebung in die ECHL würde überraschen.

Es wird eine interessante Nordamerika-Debütsaison für Biber, der sich in all seinen Stationen jedoch innerhalb kürzester Zeit mit der Konkurrenz gesteigert hat. Im Gegensatz zu Lavoie etwa hat er schon Jahre gegen Erwachsene gespielt, dafür kennt er das kleine Eis nur aus den Camps (“Sollte mir aber entgegenkommen”, so Biber).

Sollte er sich gegenüber seinen Mitstreitern durchsetzen und einen Großteil der AHL-Spiele bestreiten, wäre das ein weiterer Schritt in Richtung NHL-Laufbahn, ein früher Recall sowieso ein Riesen-Coup...

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