ÖEHV-Team testet in St. Petersburg den Ernstfall

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Langsam wird es ernst für Teamchef Roger Bader und seinen WM-Kader.

Die letzten Tests für Österreichs Eishockey-Nationalmannschaft vor der A-WM in Dänemark (4. bis 20. Mai) stehen auf dem Programm. Beim Alrosa-Cup in der russischen Metropole St. Petersburg sind Weißrussland (Donnerstag), die U25-Auswahl von Norwegen (Freitag) und das russische B-Team (Samstag) die Gegner für die Auswahl des 53-jährigen Schweizers, der auf das erste WM-Match der Österreicher gegen die Schweiz (5.5.) hinarbeitet.

In Kopenhagen geht es für das ÖEHV-Team dann Schlag auf Schlag.

Nach dem Auftakt-Spiel gegen die Schweiz warten die Duelle gegen Russland (6.5.), Slowakei (8.5.), Schweden (9.5.), Frankreich (11.5.), Weißrussland (12.5.) und Tschechien (14.5.).

LAOLA1-Scout Bernd Freimüller analysiert vor der den letzten Tests den Bader-Kader und nennt Österreichs Problemzonen nach den Ausfällen am Ende einer langen Saison.

Höneckl - Herzog
Pallestrang - Duller
Lindner - Brunner
Thomas Raffl - Herburger - Bischofberger
Kristler - Brucker - Rotter
Richter - Fischer - Hartl
Ulmer - Wukovits - Leiler

Das sind nicht etwa einige Linien für das Turnier in St. Petersburg, sondern die bisherigen Absagen und Ausfälle für die A-WM, wobei ich die ohnehin nie realistischen NHL-Legionäre Michael Grabner und Thomas Vanek gar nicht angeführt habe.

Konkurrenzkampf stark reduziert

Natürlich sind nicht alle diese Spieler echte WM-Kandidaten, doch speziell im Angriff hat sich der erwartete Konkurrenzkampf stark reduziert. Und noch stehen einige Cracks im Einsatz und sind daher kein Thema für den Test: Nachdem schon das EBEL-Finale bis ins siebte Spiel ging, steht auch Verteidiger Stefan Ulmer, der gestern Mittwoch mit Lugano im sechsten Finale gegen die ZSC Lions 3:2 gewann, noch in der Schweiz auf dem Eis.

Angreifer Patrick Obrist verlor gestern das siebte Relegationsspiel mit Kloten 1:2 gegen die Rapperswil-Jona Lakers und beendete damit die Saison bei den Eidgenossen als Absteiger. Obrist – eigentlich auch kein Fixstarter – könnte noch nach St. Petersburg nachfliegen, nach dem Ausfall von Raphael Herburger (Fingerbruch im letzten Finalspiel) fehlt ohnehin ein Center im potentiellen WM-Aufgebot.

Baders Erwartungen für den Alrosa-Cup? "Linien finden, das System weiter einstudieren und Spielpraxis sammeln."

Die Testspiele sieben bis neun für die am 4. Mai beginnende A-WM finden auch ohne Flyers-Legionär Michael Raffl statt, der noch einige persönliche Dinge abzuklären hat und nicht ohne seine Familie nach Europa zurückfliegen will. In St. Petersburg zwar dabei, aber an der Hüfte etwas angeschlagen ist Konstantin Komarek. Peter Schneider meldete sich wieder zurück, bleibt nur zu hoffen, dass sein Kopf nach Wochen wieder völlig in Ordnung ist.

32 Spieler rittern um 25 WM-Plätze

Bader nimmt drei Goalies, zehn Defender und 16 Stürmer mit zu diesem Turnier, das macht mehr als fünf ganze Blöcke. 29 Spieler also, dazu noch Ulmer, Obrist und Michael Raffl – das sind 32 mögliche Spieler für 25 zu vergebende Plätzefür das WM-Aufgebot von Kopenhagen.

Die offenen Fragen:

Komarek (wenn es fit ist) und Rauchenwald (nach allerdings sehr schwachen Playoffs) sollten als Center gesetzt sein. Wer spielt dann noch in der Mitte? Michael Raffl wohl sicher, so er nach Dänemark kommt, Obrist hat wie gesagt gute Chancen. Kann Daniel Oberkofler, der die komplette Vorbereitung mitmachte und in dementsprechend guter Form ist, auf dieser Position oder als Flügel eine Alternative sein? Oder rückt der polyvalente Lukas Haudum in die Mitte?

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Wer passt am besten zu Flyers-Legionär Raffl, den Bader erstmals als Headcoach im Kader stehen hat? Ließe ein Pärchen Thomas Hundertpfund/Brian Lebler nicht etwas zu viel an Footspeed vermissen? Kann Peter Schneider seine gute Performance vom Februar in St. Petersburg wiederholen – sein letztes Spiel liegt aber bereits Wochen zurück? Wie sehr kann Dominic Zwerger wie in Ambri seine flinken Hände rund ums Tor herum einsetzen?

Schafft Mario Altmann – mit Goalie Bernhard Starkbaum als einzige 32-Jährige bereits die Team-Senioren – den Sprung ins WM-Aufgebot? Die Chancen stehen gut für ihn, bringt er doch Reichweite in eine klein geratene Defensive.

Wer spielt im Powerplay?

Wer spielt im Powerplay? Dominique Heinrich und Stefan Ulmer (so er gesund bleibt) sind sicher gesetzt, Clemens Unterweger hat sich auch gut entwickelt. Layne Viveiros könnte hier der vierte Mann sein, Bader setzt eigentlich meist auf zwei gelernte Defender im Überzahlspiel.

Wieviele reine Defensiv-Verteidiger wie Altmann, Steven Strong und Patrick Peter können sich neben eher spielerischen Defendern wie Heinrich, Ulmer, Unterweger oder Viveiros in den Kader spielen? Wer von den beiden Youngsters Erik Kirchschläger und Bernd Wolf schafft die Aufnahme in den endgültigen WM-Kader?

Eine Frage, die man sich nach den vielen Verletzungen in den letzten Wochen leider stellen muss: Überstehen alle Cracks die drei Spiele in drei Tagen in Russland ohne Blessuren?

Alrosa findet Diamanten, Bader sucht "Edelsteine"...

Eine Frage kann jedenfalls schon vor dem Turnier geklärt werden: Bei Alrosa handelt es sich nicht um ein Hustenzuckerl, sondern um eine russische Diamantenförderungs-Gesellschaft. Bleibt nur zu hoffen, dass auch Bader in den letzten Tagen der Vorbereitung noch einige Edelsteine in seinem stark reduzierten Kader finden kann...

Textquelle: © LAOLA1.at

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