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Marco Kasper: "Die WM ist immer ein Thema"

Der rot-weiß-rote NHL-Export äußert sich im Interview zu einer möglichen WM-Teilnahme, der Auszeichnung als "Spieler des Jahres" und seine Höhen und Tiefen.

Marco Kasper: "Die WM ist immer ein Thema" Foto: © GEPA

Marco Kasper ist zum zweiten Mal Österreichs Eishockey-Spieler des Jahres!

Der 21-Jährige holt sich den Titel vor Vinzenz Rohrer und Marco Rossi (mehr dazu >>>).

Im Interview mit dem ÖEHV äußert sich der Youngster von den Detroit Red Wings über die Auszeichnung, seine Höhen und Tiefen, lässt die WM Revue passieren und hat auch wichtige Tipps für alle, die es ihm nachmachen wollen.

Frage: Gratulation Marco! Zum zweiten Mal nach 2022 wird dir dieser Titel zuteil. Fühlt sich dieser Titel anders an als noch vor drei Jahren, zumal du nun in der NHL Fuß gefasst hast und zu einem Leistungsträger im Nationalteam gereift bist?

Marco Kasper: Es ist anders, keine Frage. Seither ist viel passiert. Ich habe eine gesamte Saison in der AHL gespielt, meine erste volle Saison in der NHL absolviert. Die letzte Saison hat großartig aufgehört mit der WM. Das Jahr 2025 selbst dafür etwas schwieriger. Es gibt immer Ups and Downs, aber das Wichtigste ist, immer sein Bestes zu geben und hart zu arbeiten.

Frage: Du sprichst es bereits an: In der laufenden Saison hast du bereits einige Höhen und Tiefen durchlebt. Wie war speziell die Phase, in der du Geduld beweisen musstest, bis du wieder einen Treffer erzielen konntest?

Kasper: Das natürlich schwierig. Ich erwarte von mir selbst sehr viel. Wenn es dann nicht so läuft offensiv, ist es schwierig. Ich habe in dieser Phase versucht, die einfachen Dinge richtig gut zu machen, hart zu arbeiten und zu checken. Es ist nicht so gelaufen, wie ich mir das vorgestellt habe, aber ich habe hart weitergearbeitet, habe immer versucht, dem Team zu helfen, damit wir gewinnen. Das ist bislang ganz gut gelaufen. Wir haben insgesamt recht viele Siege bislang einfahren können und wollen so natürlich weitermachen.

Frage: Hattest du in dieser Zeit auch die passende Unterstützung vom Team und den Coaches?

Kasper: Das Wichtigste ist immer die Familie und die steht immer hinter mir. Man hat einen gewissen Druck, den man sich oft auch selbst macht. Ich hatte in dieser Zeit viele Video-Sessions mit den Coaches und wir haben viel geredet. Die Teammates waren super und das Wichtigste war wie gesagt, dass wir gewonnen haben, auch wenn es für mich persönlich nicht gut lief.

Frage: Hat dich das mental nochmals reifen lassen?

Kasper: Mental war das durchaus eine schwierige Zeit. Man hofft, dass man da stärker rauskommt. Es war zwar nicht das erste Mal, dass ich über eine längere Zeit kein Tor schieße, oder keinen Punkt mache, aber wie gesagt, man muss einfach jeden Tag weiter an sich arbeiten.

Es macht mich stolz, für das Nationalteam spielen. Ich hoffe in erster Linie, dass wir mit Detroit die Playoffs erreichen und dann sehen wir, wie es sich entwickelt.

Kasper über eine mögliche WM-Teilnahme

Frage: Wie weit darf man über Ziele für diese Saison sprechen?

Kasper: Ich denke, das oberste Ziel von allen Teams zu Beginn der Saison ist das Erreichen der Playoffs. Das ist auch unser Ziel. Wir standen schon länger nicht mehr in den Playoffs und sind hungrig. Es ist eine sehr enge Division, da ist es auch schwierig zu sagen, was noch passiert. Wir versuchen weiter so viele Spiele wie möglich zu gewinnen und in die Playoffs zu kommen.

Frage: Sollte man in den Playoffs früh ausscheiden, ist dann die WM ein Thema für dich?

Kasper: Die WM ist immer ein Thema. Es macht richtig Spaß im Nationalteam und für Österreich zu spielen. Man hat auch letztes Jahr gesehen, dass wir eine super Truppe sind, die zusammen Spaß hat und richtig gutes Hockey spielt. Es macht mich stolz, für das Nationalteam spielen. Ich hoffe in erster Linie, dass wir mit Detroit die Playoffs erreichen und dann sehen wir, wie es sich entwickelt.

Frage: Nach dem Erfolg bei der WM 2025 wurde euch der Titel Team des Jahres bei der LOTTERIEN Sporthilfe-Gala zuteil. Wie hast du diese Auszeichnung mitbekommen und was bedeutet sie auch dir persönlich?

Kasper: Zufälligerweise habe ich mir die Gala sogar live angesehen. Das war richtig cool. Und es war wichtig für den Eishockeysport, dass junge Spieler sehen, dass der Sport einen hohen Stellenwert hat in Österreich. Wir werden alles versuchen uns weiterzuentwickeln, uns als A-Nation zu etablieren und weitere Schritte wie den Einzug ins Viertelfinale zu machen.

Frage: Wie sieht es mit Marco Rossi und David Reinbacher aus? Steht ihr untereinander in Kontakt, oder ist bei dem dichten Programm dafür keine Zeit?

Kasper: Gegen Marco habe ich diese Saison leider nicht gespielt, da er zunächst gedraftet wurde und dann verletzt war. Ich hätte gerne wieder gegen ihn gespielt. Letztes Jahr waren wir vor dem Spiel gemeinsam essen und haben geplaudert. Mit David schreibe ich immer wieder, aber bei dem dichten Programm mit aktuell einem Spiel alle zwei Tage, ist da wenig Zeit.

Frage: Du bist eines der größten Vorbilder im österreichischen Eishockey. Welchen Tipp, oder welchen Ratschlag kannst du den nachrückenden Talenten mitgeben?

Kasper: Das Wichtigste ist einfach Spaß haben jeden tag wenn man zum Training geht oder zum Spiel. Dass man eine Gaudi hat und den Kopf nicht hängen lässt, wenn es mal nicht läuft. Eishockey ist beste und großartigste Sportart. Wenn man sich weiterentwickeln will, gilt es hart zu arbeiten. Aber auch das kann und darf Spaß machen.

Frage: Was bleibt dir von 2025 besonders in Erinnerung? Unabhängig ob privat, sportlich oder anderweitig.

Kasper: Ich muss gestehen, die WM war der absolute Höhepunkt für mich. Der Spaß, den wir hatten, wie gut wir gespielt haben, das war einfach insgesamt ein super Erlebnis.

Frage: Apropos privat. Verrate uns ein wenig von dir abseits des Eises. Von welchen Hobbys, Vorlieben oder welchem Lieblingsessen, weiß außerhalb deiner Familie und deines Freundeskreises kaum jemand Bescheid?

Kasper (lacht): Nichts Außergewöhnliches. Wir Sportler haben oft sehr ähnliche Interessen. So ist es bei mir auch. Ich spiele gerne Golf, habe im letzten Jahr sehr viele Bücher gelesen, bin gerne in der Natur und spazieren.

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