ÖEHV: Wer überzeugt bei "Beat-Covid-19"-Turnier?

ÖEHV: Wer überzeugt bei Foto: © GEPA
 

Nach einem verpatzten Start des ersatzgeschwächten ÖEHV-Teams ins "Beat-Covid-19"-Turnier in Ljubljana, gelang der Truppe von Roger Bader in den letzten beiden Spielen in der Öffentlichkeit Schadensbegrenzung.

Nun legt das Ersatz-Turnier für die B-WM eine Pause ein, das ÖEHV-Team hat noch zwei Spiele vor der Brust. LAOLA1-Scout Bernd Freimüller sieht ein Turnier mit überraschend vielen knappen Ergebnissen und beleuchtet in seinem Zwischenfazit, wer Teamchef Bader überzeugen konnte.

Keine Überraschungen

1:3 gegen Slowenien, 3:2 gegen Polen und ein 9:3 gegen die Ukraine – von den Resultaten her keine großen Überraschungen. Gegen die Slowenen war das Spiel nach einem reichlich schwachen Startdrittel (und zwei durch Goalie David Kickert vermeidbaren Gegentreffern) bald verloren. Gegen Polen war das Team von Teamchef Roger Bader zwar über das ganze Spiel überlegen, brauchte aber einen Shorthander von Mario Huber kurz vor Schluss, um die drei Punkte einzufahren.

Die Ukrainer, die allerdings ihr drittes Spiel innerhalb von 72 Stunden bestritten, bestätigten sich als schwächstes Team des Turniers und sprengten sich durch eine Unzahl von Strafen selbst in die Luft. Österreich agierte gefühlt das halbe Spiel hindurch in Überzahl, das zunächst stotternde Powerplay bestrafte das erst ab dem zweiten Drittel mit drei Überzahltoren.

Wäre dieses Turnier der Ernstfall einer B-WM, würde das letzte Spiel am Freitag gegen Frankreich über den zweiten Aufstiegsplatz hinter Slowenien entscheiden. So geht es rein darum, welches Team sich von den (Ex-)C-Nationen Polen, Rumänien und Ungarn absetzen kann. Slowenien, das auf mehr als zwei starke Sturmlinien verzichten muss, setzte sich auch gegen Frankreich im bisher besten Turnerspiel mit 3:2 durch und wird wohl keine Punkte mehr liegen lassen.

Youngster zeigen auf

Besonders freuen konnte sich Bader über die Performance einiger Youngster, vor allem Lucas Thaler. Ihn lobte der Teamchef schon vor dessen Hattrick gegen die Ukraine (überhaupt seine ersten Teamtreffer), zog ihn deshalb im Lineup auch nach vorne: "Er hat seine Chance sicher genützt, ist im Laufe der letzten Wochen immer besser geworden." Auch Tim Harnisch, mit 20 ein Jahr älter als Thaler, erzielte gegen Polen seinen ersten Nationalteamtreffer, genauso wie Bernd Wolf und Marco Richter, die allerdings mit 24 und 25 nicht mehr unter dem Juniorenlevel segeln.

Österreichs B-Team (aufgrund der zahlreichen Absenzen sicher keine despektierliche Bezeichnung) ließ wenigstens gegen die schwächeren Teams bisher nichts anbrennen, vergnügungssteuerpflichtig ist die ganze Sache natürlich trotzdem nicht. Neben den Youngsters sind aber auch die wenigen verbliebenen Routiniers wichtig: Manuel Ganahl absolvierte gegen die Ukraine sein 100. Länderspiel und traf auch, an seiner Seite überragte Lukas Haudum, der wie Thaler einen Hattrick erzielte. Benjamin Baumgartner, der eigentlich auch als Offensivbringer vorgesehen war, verletzte sich im Slowenien-Spiel und trat mit einer Rippenprellung die Heimreise an.

Umgekehrt kam Verteidiger Thimo Nickl erst später an, spielte gegen die Ukraine sein erstes A-Länderspiel. Auch wenn er natürlich nach einer langen Spielpause noch etwas Rost angesetzt hat, sollte seine Pucksicherheit dem Team weiterhelfen, noch dazu, wo die gesamte Defender-Crew in ihren spielerischen Mitteln überschaubar agiert.

Härtetest steht bevor

Gegen Frankreich steht wieder Bernhard Starkbaum im ÖEHV-Kasten. Die Franzosen verfügen mit Bertrand, Fleury und Perret über einige starke Angreifer, taten sich gegen Polen (1:0) aber ebenso schwer wie Österreich. Hat das rot-weiß-rote Team gegen die Ukraine den offensiven Bock umgestoßen oder war der Gegner nur so desolat? Die neun Treffer waren um einer mehr als in den acht Spielen (Vorbereitung und Turnier) zuvor zusammen.

Es bleibt abzuwarten, ob Bader auch gegen Frankreich wieder auf drei PP-Formationen setzt – eine nicht nur aufgrund des ohnehin schon ausgedünnten Kaders zu hinterfragende Maßnahme. Sowohl Slowenien als auch Frankreich setzen im Überzahlspiel auf ihre stärksten Kräfte. Powerplays, wo Spieler wie Baumgartner oder Benjamin Nissner die vollen zwei Minuten lang Defensivverteidiger Dominic Hackl dabei zusehen müssen, wie dieser sich vor dem gegnerischen Tor abmüht, sind eher die Eishockey-Version von Experimentaltheater.

Noch haben einige Cracks zwei Spiele Zeit, sich für das Olympia-Qualifikationsturnier im August aufzudrängen. Neben den gesetzten Ganahl und Haudum und eben Überraschung Thaler taten dies Nissner, Huber, Wolf und mit Abstrichen auch Hackl und Harnisch. Dringend die Sommerpause benötigen offenbar Peter Schneider (sehr verkrampft) und auch Alexander Rauchenwald, der arg kraftlos wirkt.

Auch wenn dieses Turnier, zu dem seit Montag wieder Zuschauer zugelassen sind, kein Heuler ist: Mit zwei Siegen (gegen Rumänien am Donnerstag auf jeden Fall zu erwarten) könnte das ÖEHV-Team doch mit einem guten Gefühl in den Urlaub gehen…

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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