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CHL: Worauf die ICE-Klubs besonders aufpassen müssen

Die Graz99ers, der KAC und Salzburg starten in die neue Saison der Champions Hockey League. Das musst du über die Gegner wissen:

CHL: Worauf die ICE-Klubs besonders aufpassen müssen Foto: © GEPA / KI
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Die Champions Hockey League startet in die neue Saison!

Mit den Graz99ers, dem KAC und EC Red Bull Salzburg treten heuer drei österreichische Teams in der CHL an.

Das sind die Champions-League-Termine von Graz, KAC und Salzburg >>>

Deshalb hat LAOLA1-Scout Bernd Freimüller die acht CHL-Gegner der ICE-Klubs im September unter die Lupe genommen.

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Fribourg-Gotteron

Game Day 1 bei Graz99ers, Game Day 2 beim KAC

Der erste Meistertitel überhaupt – nach Servette Genf drei Saisons zuvor durchbrach Fribourg die Phalanx der NL-Champions aus der deutschsprachigen Schweiz.

Nicht nur aufgrund der Verletzungsmisere in Graz geht das Team unter dem schwedischen Coach Roger Rönnberg natürlich als klarer Favorit in den CHL-Auftakt.

Interessante Spieler

Nicht jeder Legionär in der NL muss ein Punktemacher sein. Der Schwede Patrik Nemeth (34) gilt seit Jahren als körperlich starker und grundsolider Defensiv-Defender. Nach zwei Jahren in Bern verkörperte Nemeth, der auf über 500 NHL-Einsätze zurückblicken kann, vor allem in den Playoffs die physische Präsenz des Teams.

Bis auf drei Jahre in der Minnesota-Organisation seit Jahren ein Punktesammler in der NL und dem Nationalteam: Forward Christoph Bertschy hat mit 32 noch einige gute Jahre vor sich. Der spielintelligente Rechtsschütze brachte es in den letzten acht Saisons immer auf mindestens 50 Grunddurchgangseinsätze – Verletzungen scheint er nicht zu kennen.

Auch ein Österreicher steht neuerdings im Gotteron-Kader: Jonas Taibel übersiedelte vor der Saison von Rapperswil nach Fribourg. Der 22-jährige Forward, der dank seiner Eltern über zwei Pässe verfügt, entschied sich aber schon im Juniorenbereich für die Schweiz.


Bordeaux

Game Day 1 beim KAC, Game Day 2 bei Graz99ers

Auch der KAC bekommt es zum CHL-Auftakt mit einem frischgebackenen Champion zu tun: Bordeaux gehört erst seit elf Jahren zur Ligue Magnus, gewann nach dem vierten Grunddurchgangsrang zum ersten Mal die Liga.

Wie etwa Ajoie in der Schweiz vertraut man vor allem auf Franko-Kanadier auf den neun Legionärspositionen.

Interessante Spieler

Defender Jules Boscq kann mit 24 Jahren schon auf eine interessante Vita zurückblicken: Nach zwei Jahren in der ECHL in Iowa und einer Teilsaison bei HPK Hämeenlinna kehrte er während der letzten Spielzeit zu seinem Stammklub zurück. Er gehört auch zu den “neueren” Cracks in einem lange überalterten Nationalteam.

Winger Tommy Giroux war sowohl im Grunddurchgang als auch in den Playoffs der beste Teamscorer. Mit 34 Jahren geht der kleine Winger bereits in seine neunte Saison in Frankreich, unterbrochen lediglich durch ein Jahr in Aalborg.

Defender Jeremy Beaudry erlebte in der letzten Saison mit insgesamt 20 Treffern einen ungeahnten Scoring-Ausbruch. Bei seinen letzten Stationen in Dänemark, der EIHL, der Slowakei und der DEL2 verhielt sich der 32-jährige Franko-Kanadier punktemäßig wesentlich unauffälliger.


Kölner Haie

Game Day 1 in Salzburg, Game Day 4 gegen KAC

Den Grunddurchgang dominiert, im Semifinale  (wie im Finale ein Jahr zuvor) am späteren Meister aus Berlin gescheitert: Es geht sich immer nicht aus für die Haie, die sich aber in den letzten Jahren finanziell und sportlich konsolidiert haben.

Da die Lanxess-Arena zu den tollsten Veranstaltungsorten Europas gehört, ist sie dementsprechend gut gebucht, was für die Haie vor allem zu Playoff-Zeiten Terminschwierigkeiten bedeutet: Auch das Gastspiel des KAC muss daher in Krefeld stattfinden.

Interessante Spieler

Unter dem neuen Coach Thomas Berglund (Kari Jalonen kehrte nach Finnland zurück) sind schwedische Cracks in Mode gekommen: Neben Forward Markus Ljungh (35) kam auch der 31-jährige Defender Robin Press. Sowohl in Finnland als auch in seinen vier KHL-Jahren bestätigte er seinen Ruf als Schussmonster und PP-Spezialist.

Vier Cracks über 35, einige knapp darunter: Wie der KAC setzen auch die Haie auf viel Routine. Niemand bringt mehr davon mit als Defender Moritz Müller. Der 39-Jährige steht seit der Saison 2003/04 im Kölner Kader und ist natürlich die Gallionsfigur des Vereins. Geht sich für ihn vor dem Karrierende noch der Titel aus, auf den die Haie seit 2002 (!) warten?

Goalie Janne Juvonen stand zu Beginn der letzten Saison noch ohne Job da, hätte wohl auch bei weniger prominenten Organisationen unterschrieben. Von seinem Haie-Debüt an etablierte sich der 31-jährige Finne schnell als einer der Top-Goalies der Liga.


Bili Tygri Liberec

Game Day 2 in Salzburg, Game Day 4 gegen Graz99ers

Die Weißen Tiger (benannt nach der Hauptattraktion des lokalen Zoos) etablierten sich in den letzten Jahren als zumindest solider Mittelständler der tschechischen Extraliga, meistens auch darüber.

Die finanziellen Mittel sind gut, liegen allerdings nicht in der Reichweite von Spitzenteams wie Pardubice, Sparta Prag oder Trinec. Der dritte Grunddurchgangsplatz im Vorjahr war die beste Platzierung seit 2020.

Interessante Spieler

Tomas Galvas fand trotz starker Leistungen in der Extraliga und im Nationalteam erst im dritten Anlauf sein Draftglück: Die Pittsburgh Penguins hatten es diesmal eilig und gaben für den 20-Jährigen sogar einen Zweitrunden-Pick her. Der leichtfüßige Defender wird noch eine Saison in Liberec bleiben.

Radim Simek spielte in der Extraliga nur für Liberec, getrennt von sieben Jahren in der San Jose-Organisation mit knapp 200 NHL-Spielen. Der mittlerweile 33-jährige Defender spielt natürlich in allen Situationen, seine PP-Produktion ging zuletzt aber zurück. Nachdem er bis 2030 unter Vertrag steht, wird er wohl als Vereinsurgestein in Pension gehen.

Winger Radan Lenc erlebte mit 34 Jahren die beste Scorer-Saison (24 Tore) seiner Karriere. Auch im Spätherbst seiner Karriere ist seine Beinarbeit immer noch eine große Stärke. 


Storhamar

Game Day 3 gegen KAC

Drei Meistertitel in Folge, daher der Stammgast in der CHL – Storhamar ist das Maß aller Dinge im norwegischen Klubeishockey.

Trotzdem fiel der Turnover in diesem Sommer ziemlich groß aus: Zehn Spieler verließen die Organisation, darunter die aus der EBEL/ICE bekannten Olle Liss, Colin Campbell und Stefan Espeland, der in den Ruhestand ging. Unter den neun Neuzugängen befinden sich auch wieder hierzulande bewährte Cracks.

Interessante Spieler

Trotz sehr guter Statistiken hatte Tyler Parks vor zwei Jahren in Wien keine Zukunft mehr – eine lange Absenz aufgrund von Rückenbeschwerden machte Sportmanager Christian Dolezal nervös. In Poprad hielt der Zwei-Meter-Mann im Grunddurchgang gut, in den Playoffs weniger. Kann der mittlerweile 34-Jährige eine Saison als klarer Einser durchspielen?

Simon Hjalmarsson wurde vor Jahren in Graz mit großem Pomp empfangen, erwies sich dann aber “nur” als solider Mannschaftsspieler und nicht als Alleinunterhalter. Nach nur drei Liiga-Toren in der Vorsaison und mit mittlerweile 37 Jahren muss der Flügel beweisen, was noch in ihm steckt.

Christian Bull hat mittlerweile die DEL, ICE (Pioneers) und Slowakei durch, geht jetzt in seine zweite Saison bei Storhamar. Der Karrierehöhepunkt des 30-jährigen Defensivdefenders wird wohl auf immer und ewig der Hattrick gegen Österreich bei der WM 2019 in Bratislava bleiben.


Eisbären Berlin

Game Day 3 gegen Graz99ers

Fünf Meistertitel in sechs Jahren, dazwischen die Playoffs einmal gar nicht erreicht – so die beeindruckende, aber auch kuriose Bilanz der Eisbären.

Die Benchmark der DEL hatte aber im Sommer den Abgang von Serge Aubin zu verkraften, der sich zum zweiten Mal in der Schweizer NL versucht. Nachfolger Eric Dubois (nicht überraschend der nächste Franko-Kanadier) kann in den letzten Jahren nur auf Erfahrung als Assistant Coach zurückblicken.

Interessante Spieler

Jack LaFontaine ist die neue Nr. 1 im Eisbären-Kasten - mit 28 Jahren eigentlich ein Karriere-ECHLer mit nur kurzen AHL-Gastspielen. Manager Stephane Richer verzichtete auf das Engagement eines Torhüters mit großer Vita, vertraut darauf, dass die herausragenden Leistungen von LaFontaine auch auf DEL-Niveau übertragbar sind.

Klein, aber fein: Ty Ronning gehört seit seinem Debüt in Ingolstadt während der Saison 22/23 zu den herausragenden DEL-Angreifern. Der immens bewegliche Winger, der letzte Saison gut aus einer Verletzung zurückkam, hätte vor Jahren auch in Bozen als Einheimischer unterschreiben können, verzichtete aber zugunsten der DEL auf eine mögliche Olympia-Teilnahme.

Er scort und scort und scort: Liam Kirk – keineswegs nur ein Brite per Pass, sondern dort ausgebildet – hat sich sowohl in Litvinov als auch in Berlin als absoluter Torjäger etabliert. Der 26-jährige Winger hat noch einige Jahre in guten europäischen Ligen mit schönen Gehältern vor sich.


Rögle BK

Game Day 3 gegen Salzburg

Nach drei Finalniederlagen in sechs Jahren ist der Titel heuer das deklarierte Ziel für das Team von Dan Tangnes. Nach vier Jahren Absenz kehrt die Mannschaft aus Südschweden auch wieder in die CHL zurück, die sie 21/22 noch gewann.

Österreichische Beteiligung wird es wohl keine mehr geben: Gregor Biber ging über den großen Teich. Johannes Neumann gehört noch zur Organisation, ist aber in der U20 ein Overager und im Erwachsenenbereich hat er viele etablierte Cracks vor sich.

Interessante Spieler

Sieben Legionäre stehen im Rögle-Kader, davon gleich vier Nordamerikaner in der Defensive. Einer von ihnen: der mittlerweile 35-jährige Calvin de Haan, ein in mehr als 700 NHL-Partien erprobter Defensivspezialist.

Im jüngeren Alterssegment: Tinus Luc Koblar. Der 19-jährige Center war bereits ein Schlüsselspieler für das norwegische Nationalteam bei der Bronze-Sensation im Frühjahr. Es sollte seine letzte Saison in Schweden werden – die Maple Leafs, die ihn 2025 gedraftet haben, haben ihn bereits unter Vertrag genommen.

Frederik Olofsson ist zwar bereits 30 Jahre alt, geht aber erst in seine vierte SHL-Saison. Der spielstarke Center spielte bereits in jungen Jahren in Übersee, denen aber nur 85 Spiele in der NHL folgten.


Växjö Lakers

Game Day 4 gegen Salzburg

Vier Titel seit 2015, die Lakers entwickelten sich über die Jahre zu einem SHL-Giganten.

Zuletzt reichte es zwar nur zu Semifinalteilnahmen, ein weiterer Titelgewinn sollte aber wieder in Reichweite liegen. Coach Björn Hellkvist startet in seine zweite Saison – unter ihm fanden die Lakers in der Vorsaison mehr Offensive als gewohnt.

Interessante Spieler

Keegan Lowe spielte in der Saison 21/22 in Bozen, wurde dort aber als bestenfalls durchschnittlicher Defensiv-Defender abgetan. In Växjö wird er mehr geschätzt: Er geht dort bereits in seine fünfte Saison, seine vierte als Assistant Captain. Der Sohn von Edmonton-Legende (mehr als Spieler als als GM) Kevin geht  auch mit 33 Jahren in seiner Rolle auf, nämlich der eines Spielers, der alles für das Team gibt...

Kapitän Joel Persson ist der Spielertyp, den jedes Team gerne hätte: Nämlich ein verlässlicher Punkteproduzent und PP-Spezialist von der blauen Linie. Der 32-Jährige steigerte seine Produktion in der letzten Saison noch einmal auf einen Karriere-Bestwert von 44 Punkten im Grunddurchgang.

Der Slowake Peter Cehlarik blickt nicht gerade auf seine beste Saison zurück (nur fünf Tore in 45 Spielen für Absteiger Leksands), wobei nicht jeder Crack mit den Verhältnissen am kleinsten SHL-Standort zurechtkommt. Der slowakische Winger schaut im Alter von 31 Jahren schon auf einige Jahre in Schweden zurück, in Nordamerika und der Schweiz lief es ihm weniger gut. Er fällt jedoch bis Ende September aus...

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