Wie gefährlich ist Fehervar diesmal?

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Die EBEL-Saison 2019/20 naht! Ab Freitag (Runde 1 ab 19:15 Uhr im LIVE-Ticker) rittern elf Teams um die Karl-Nedwed-Trophy.

LAOLA1-Experte Bernd Freimüller wirft einen detaillierten Blick auf die Saison-Aussichten jedes Klubs. Welche Aspekte lassen hoffen, wo befinden sich die Baustellen, wo gibt es Fragezeichen?

Fehervar AV19 gehört nicht mehr zu den Nachzüglern der Liga, sondern hat sich ins Mittelfeld hoch gearbeitet und war durchaus ein lästiger Playoff-Erstrunden-Gegner für Salzburg. 2019/20 geht es für die Truppe von Hannu Järvenpää darum, daraus einen beständigen Trend zu machen. Die größte Änderung gibt es wohl im Tor, wo Mac Carruth durch Michael Ouzas ersetzt wurde. Die Zahl an Legionären ist hoch, die Qualität aber nicht schlecht - reicht das insgesamt für den nächsten Schritt nach vorn?

Das sollte klappen

Von der Erfolgstruppe der Vorsaison, die selbst Salzburg im Viertelfinale hart zusetzte, ist der Großteil des Kaders geblieben. Bei den Neuzugängen setzte Coach Hannu Järvenpää großteils auf liga-erfahrene Kräfte (Mike Ouzas, Tim Campbell, Mikko Lehtonen, Andrew Yogan und Scott Timmins), deren Potenzial doch einigermaßen abzuschätzen sein sollte.

Die Zeiten, als Fehervar auf eigene Kräfte setzte bzw. setzen wollte, sind größtenteils vorbei. Anstatt in ein Wettbieten mit den MAC Budapest und Miskolc (beide in der slowakischen Extraliga) zu gehen, schöpft man die Legionär-Obergrenze voll aus und das keineswegs mit Auffüllern (von Timotej Sille einmal abgesehen). Die einheimischen Kräfte sind routiniert und schon seit einigen Jahren dabei.

Mit Timmins, Yogan, Lehtonen, Anze Kuralt, Daniel Koger und Andrew Sarauer stehen zumindest sechs potenzielle Scorer parat, dazu kommt noch Offensive von der blauen Linie durch Campbell und Bence Stipsicz.

Apropos Stipsicz: Der laufstarke und mit guten Puck-Skills ausgestattete Defender machte letzte Saison einen gewaltigen Leistungssprung. Wenn er heuer sein Defensivverhalten noch verbessert (driftet ab und zu auf der Suche nach seinen Aufgaben herum), könnte er im nächsten Sommer Janos Hari in eine bessere Liga folgen. Sein Verteidigerkollege Daniel Szabo ist weniger talentiert, aber ein williger Prellbock vor dem Tor im Powerplay.

Das könnte in beide Richtungen gehen

Das Offensivpotenzial von Andrew Yogan ist unbestritten, in der offensiven Zone gehört er zu den besseren EBEL-Spielern. Aber färbt sein Unwille, bei der Scheibeneroberung mitzuarbeiten, auch auf seine Mitspieler ab?

Mikko Lehtonen verletzte sich letzte Saison im ersten Spiel an der Schulter und fiel die ganze Saison aus, verbrachte danach seine Zeit in Zagreb damit, seiner Bezahlung nachzujagen. Schon in den Jahren zuvor wurde seine Offensive immer weniger. Kann der 32-Jährige – eigentlich mit Größe und guter Reichweite gesegnet – Fehervar noch helfen?

Das dürfte Probleme bereiten

Der Anteil von Mac Carruth am letztjährigen Erfolg der Ungarn wurde oft unterschätzt: Nicht nur, dass er gut, sondern auch rund um die Uhr spielte. Sein Nachfolger ist nun Mike Ouzas, der in Linz über die Jahre zwar gut, aber alles andere als konstant spielte. Ist gerade er der geeignete Nachfolger für einen Marathonmann wie Carruth? Ich habe da meine Zweifel...

Mit Jonas Hari fehlt nun ein Center, der vor allem in Überzahl mit sanften Händen und Übersicht agierte und von dessen Vorlagen etwa Kuralt oftmals profitierte. Einen Nachfolger für einen Playmaker wie ihn finde ich im Kader keinen.

Schon im Vorjahr ein Problem: Bei Ausfällen – vor allem in der Offensive – wird trotz eines Farmteams die Luft schnell dünn, ein Drei-Linien-Spiel würde dann wieder anstehen. Und Verletzungen einheimischer Kräfte können nicht mehr mit zusätzlichen Legionären kompensiert werden.

Aussicht

Wer Fehervar (nochmals) unterschätzt, ist selber schuld, aber eine Top-fünf-Platzierung traue ich ihnen bei aller Vorsicht nicht zu. Die Ungarn sollten zu den Teams gehören, die um die restlichen drei Playoff-Plätze kämpfen.

Textquelle: © LAOLA1.at

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