Vor WM-Bronze: Landertinger dachte an Karriereende

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Dominik Landertinger ist und bleibt ein Mann für Großereignisse.

Nach einer bisher miserablen Saison überrascht der Tiroler bei der Biathlon-WM in Antholz mit Bronze im Einzelbewerb - seine neunte Medaille bei einem Großereignis.

Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass Landertinger aufgrund von muskulären Problemen als Spätfolge einer Bandscheibenoperation ans Karriereende dachte.

"Im Dezember bin ich heimgefahren aus Frankreich und habe gedacht, das war es mit dem Sport. Jetzt stehe ich mit der Bronzemedaille da, das ist schon ein Wahnsinn", sagt der in Tränen aufgelöste Landertinger im ORF-Interview.

Landertinger: "Habe eine nach der anderen in die Fresse bekommen"

Die lange Suche nach dem Grund für seine Probleme im Laufen sei ausgesprochen schwierig gewesen. "Das war so eine harte Zeit. Da jetzt die Medaille zu machen, das gibt mir so viel. Ich habe eine nach der anderen in die Fresse bekommen, dann trifft man es wieder auf den Punkt, das ist unvorstellbar schön."

Sein erster Dank galt den Betreuern und Ärzten, mit deren Hilfe er schließlich die Ursache und eine Lösung für die muskulären Probleme gefunden habe. Die Bronzemedaille, seine dritte in WM-Einzelbewerben nach Gold 2009 im Massenstart und Silber 2016 über 20 km, bedeute ihm noch mehr als die ebenfalls unerwartete Bronzene vor zwei Jahren bei Olympia.

"Das war noch einmal zäher, weil ich seit eineinhalb Jahren dermaßen weit weg war und wir nicht draufgekommen sind, woran es liegt." Noch vor drei Tagen war er in der WM-Verfolgung nach vier Strafrunden nur 40. geworden und hatte danach gemeint: "Ich habe geschossen wie in Volksschüler und bin gelaufen wie ein Rentner."

Landertingers perfektes Rennen

Davon war im 20-km-Rennen nichts mehr zu sehen. Am Schießstand verfehlte er wie Fourcade nur eine der 20 Scheiben, bei ihm ging der letzte Schuss daneben. Und auch in der Loipe zeigte sich Landertinger in deutlich besserer Verfassung als zuletzt und überholte mit einer starken Schlussrunde noch den ebenfalls um Bronze laufenden Slowenen Jakov Fak.

Seinem einzigen Fehlschuss trauerte er nicht nach. "Das war das perfekte Rennen an dem Tag, an dem ich es gebraucht habe." Auf Fourcade - er holte seinen zwölften WM-Titel, den vierten in dieser Disziplin - fehlten ihm fast eineinhalb Minuten. Weltcup-Dominator Bö sicherte sich trotz zwei Schießfehlern rund eine halbe Minute vor Landertinger Silber. Fak wurde acht Sekunden hinter ihm Vierter.

Auch ÖSV-Cheftrainer Ricco Groß freute sich über das ersehnte Edelmetall. "Jetzt haben wir die Medaille, auf die wir hingearbeitet haben. Der Fehler ist bitter, aber mit einem Fehler oder besser gesagt 19 Treffern war es ein super Rennen. Es war für ihn eine sehr schwierige Zeit, aber im Endeffekt ist es aufgegangen", meinte Groß.

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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