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Thiem: "Sehe keine Entwicklung in meinem Spiel"

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Rasen und Dominic Thiem – wird das noch was?

Im sechsten Anlauf war für den Weltranglisten-Vierten in Wimbledon heuer bereits zum dritten Mal in der 1. Runde Endstation. In den letzten beiden Jahren bestritt der Niederösterreicher nur vier Rasen-Matches - ein einziges davon konnte er gewinnen.

"Ich würde aber trotzdem nicht sagen, dass ich mich auf Rasen nicht wohl fühle", meint Thiem zu seiner bislang eher durchwachsenen Karriere auf dem kurzgeschorenen Gras. "Wenn ich während des ganzen Jahres ein Match spiele und dieses dann verliere, hat es natürlich diesen Anschein." 

Dass Thiem auch auf Rasen überzeugen kann, hat er zu Beginn seiner Karriere bereits bewiesen: 2016 holte er in Stuttgart seinen bislang einzigen Turniersieg auf diesem Untergrund. Vor zwei Jahren erreichte er zudem in Wimbledon sein bislang einziges Achtelfinale.

Thiem: "Sehe keine Entwicklung in meinem Spiel"

Danach geriet der Rasen-Motor allerdings ins Stottern. "Ich sehe keine großartige Entwicklung in meinem Spiel auf Rasen", gibt Thiem offen zu.

"Das ist auch unmöglich, weil ich einfach viel zu wenig auf Rasen spiele. Das beste Rasen-Tennis habe ich wahrscheinlich vor drei Jahren gespielt, als ich Stuttgart gewonnen habe. Die Zeit dafür ist aber zu kurz, um mein Spiel auf Rasen wirklich gut weiter zu entwickeln.“

Sam Querrey gibt Tipps

Eine Einschätzung, die auch Thiem-Bezwinger Sam Querrey nach dessen Auftakt-Sieg in Wimbledon teilte: "Dominic spielt durchaus ganz gut auf Rasen. Er hat ein sehr starkes Service und hat das gegen mich vor allem in den ersten beiden Sätzen bewiesen", meint der US-Amerikaner auf Nachfrage von LAOLA1.

Wobei der ehemalige Wimbledon-Halbfinalist aber auch einige Rasen-Tipps für den Niederösterreicher hat: "Manchmal sollte er den Ball vielleicht einfach ein bisschen gerader spielen. Auch seine Beinarbeit ist auf Rasen wahrscheinlich nicht ideal, weil es einfach ganz anders als auf Sand ist. Er hat seit den French Open kein Match mehr gespielt, deshalb war er wahrscheinlich auch nicht so gut vorbereitet auf Wimbledon, wie er es gewesen hätte sein können."

Mykonos-Urlaub anstelle eines Vorbereitungs-Turniers

Thiem ging heuer erstmals ohne Vorbereitungs-Turnier in Wimbledon an den Start, um nach der anstrengenden Sandplatz-Saison bei einem Kurz-Urlaub auf Mykonos die Batterien wieder aufzuladen.

"Die ganze Sandplatz-Saison ist für mich einfach richtig anstrengend, weil ich sechs Wochen durchspiele. Ich stehe die ganze Zeit unter Vollstrom und da brauche ich einfach danach ein bisschen Zeit, um bei einem Grand-Slam-Turnier alle zwei Tage wieder vier, fünf Stunden volle Intensität fahren zu können. Deshalb wäre es dumm, vor Wimbledon ein, zwei Vorbereitungs-Turniere zu spielen", verteidigt Thiem seine Entscheidung.

Schließlich habe Thiem durch seine Erfolge auf Sand deutlich mehr Matches absolviert, als die meisten anderen Spieler auf der Tour. Nach dem French-Open-Endspiel, das Thiem gegen Rafael Nadal verlor, werden bis Wimbledon nur drei Wochen lang Rasen-Turniere ausgetragen.

Thiem: "Ich bin keine Maschine!"

"Ich hoffe, dass ich bei den French Open immer gut spielen werde. Danach gleich weiterzuspielen, ist für die restliche Saison gefährlich. Ich bin keine Maschine, die ewig auf 100 laufen kann", so Thiem.

"Deshalb war es auch richtig, was ich dieses Jahr gemacht habe, auch wenn es bei diesem Turnier in die Hose gegangen ist. Das ist sehr schade, aber ich hoffe, dass esin Hinblick auf die restliche Saison die richtige Entscheidung war", sagt Thiem, der in den vergangenen Jahren in der zweiten Jahreshälfte immer wieder mit seiner Form zu kämpfen hatte.

Durch die zuletzt vor Wimbledon eingelegte Pause will er in den kommenden Monaten wieder mehr Kraftreserven zur Verfügung haben.

Verzicht auf Hamburg und Kitzbühel?

Die einzige Alternativ-Möglichkeit wäre es, auf die Sandplatz-Turniere nach Wimbledon zu verzichten. "Ich liebe es aber in Hamburg und Kitzbühel zu spielen", kann sich Thiem mit dieser Variante nicht wirklich anfreunden.

Eine Änderung des Turnier-Kalenders fordere er aber trotz der für ihn schwierigen Situation nicht ein. "Es ist so, wie es immer schon war. Außerdem ist es für andere Spieler auch so. Manche Spieler fühlen sich von Grund auf sehr wohl auf diesem Belag. Das ist bei mir nicht so. Deshalb muss ich schauen, dass ich das sobald wie möglich verbessern kann."

An den zur Verfügung stehenden "Werkzeugen" mangele es Thiem laut eigener Einschätzung aber nicht: "Ich habe viele Schläge und Fähigkeiten in meinem Spiel, die auf Rasen wichtig sind. Es fehlt einfach eine gewisse Spielpraxis und gegen Querrey fehlte auch ein bisschen Spielglück. Ich kann nur schauen, dass es nächstes Jahr besser läuft. Es macht mir Spaß, auf Rasen zu spielen und ich hoffe, dass ich nächstes Jahr besser spiele.

Rasen und Dominic Thiem – vielleicht wird’s ja nächstes Jahr was.

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