Davis Cup: Thiem hat sich entschieden

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Spielt er oder spielt er nicht? Das war die große Frage im Vorfeld des am Wochenende in St. Pölten stattfindenden Davis-Cup-Länderkampfs gegen Weißrussland.

Die Rede ist von Dominic Thiem. Österreichs Nummer eins ließ sich bis zuletzt offen, ob er dem ÖTV-Team zur Verfügung steht. Nun hat der Niederösterreicher eine Entscheidung getroffen.

"Wir haben im Training gesehen, dass ich fit und frisch genug bin, um am Wochenende Davis Cup spielen zu können", teilt Thiem am Dienstagabend auf Facebook mit.

Thiem schreibt weiter: "Günter (Bresnik, Trainer, Anm.) hat zwar seine Bedenken, die kann ich auch verstehen, aber ich wollte unbedingt spielen, vor allem, weil ich mich endlich auch einmal meinen Fans in Niederösterreich zeigen möchte. Ich hoffe, ihr unterstützt unser Team am Freitag und Samstag und freue mich auf ein volles Haus und echte Daviscup-Atmosphäre in St. Pölten."

Koubek zeigt Verständnis

Nach seinem Achtelfinal-Aus bei den Australian Open gegen US-Überraschungsmann Tennys Sandgren in fünf Sätzen kehrte Thiem vor wenigen Tagen wieder aus Down Under in die Heimat zurück, um wieder Kraft für die kommenden Aufgaben zu tanken.

„Dominic ist natürlich müde. Er war in Doha krank, hat jetzt nach seiner Rückkehr aus Australien wieder einen Jetlag und ist sicher auch ein bisschen down, weil er weiß, dass er in Melbourne weiter kommen hätte können“, zeigt ÖTV-Kapitän Stefan Koubek Verständnis für die Überlegungen des 24-jährigen Lichtenwörthers.

Von Verbandsseite hat man im Vorfeld alles unternommen, um den Weltranglisten-Sechsten zu einem Antreten in St. Pölten zu bewegen. „Vom Termin her gibt es grundsätzlich keine Ausreden: Wir spielen auf Sand und zuhause. Wir haben versucht, alle seine Wünsche zu erfüllen.“

Thiem als Davis-Cup-Pendler?

Koubek hätte auch kein Problem damit, wenn Thiem zum Davis-Cup-Pendler mutieren und von seiner Wohnung in Mödling täglich nach St. Pölten fahren würde.

„Optionen gibt es viele, er hat auch alle Rechte. Er muss aber auf jeden Fall am Donnerstag bei der Auslosung dabei sein, sonst darf er nicht spielen. Wenn er lieber jeden Tag hin und her fährt, dann soll er das machen. Ich habe selber mal bei einem Davis Cup in einem anderen Hotel gewohnt. Tennis-Spieler sind Alpha-Tiere und Egoisten – das ist auch gut so, weil es ein Einzelsport ist.“

Wichtig wäre Koubek nur eines: „ Er soll am Freitag, wenn er spielt, da sein und den Punkt holen. Schöner wäre es natürlich, wenn er beim Team ist und wir alle zusammen mit ihm eine Gaudi haben. Bis jetzt war Dominic auch immer mit dabei und hatte seinen Spaß mit uns. Er macht den Unterschied im Team aus und dementsprechend versuchen wir auch, ihm alles rechtzumachen.“

In der Favoriten-Stellung

Thiems Zusage ändert für Koubek auch nichts an der Ausgangslage des ÖTV-Teams. „Wir sind Favorit. Wir spielen zuhause auf Sand – das ist unsere Stärke. Die Spieler sind gut drauf und wir haben das Publikum hinter uns."

Im Vorjahr setzte es in Minsk auf einem schnellen Hartplatz eine 1:3-Niederlage gegen Weißrussland. Ein ähnlicher Überraschungscoup von Ilya Ivashka (ATP 190), Dzimitry Zhyrmont (ATP 389) und Yaraslav Shyla (ATP 426) erscheint in St. Pölten ziemlich unwahrscheinlich.

Der weißrussische Kapitän Vladimir Voltchkov nimmt widerspruchslos die Rolle des Underdogs ein und weiß um Österreichs Stärken abgesehen von Thiem. "Sebastian Ofner spielte im vergangenen Jahr in Kitzbühel tolles Tennis und Dennis Novak spielte zuletzt in Australien sehr stark. Die wissen schon, wie man Tennis spielt. Es wird ganz schwierig für uns werden."

Rückkehr in die Weltgruppe?

Gewinnt das Team von Kapitän Stefan Koubek gegen Weißrussland, würde man auf dem Weg in die Weltgruppe im April auswärts gegen die Russen antreten. Misslingt das Unterfangen, gibt es zwei Varianten, um im September den Klassenerhalt zu fixieren.

Gewinnt Weißrussland in Runde 2 gegen Russland, sind die Russen in Moskau der Gegner. Verliert Weißrussland gegen Russland, bekommen es die Österreicher mit dem Verlierer der Partie Bosnien – Slowakei zu tun. Gegen Bosnien würde das Los über das Heimrecht entscheiden, gegen die Slowaken dürfte man daheim antreten.

Textquelle: © LAOLA1.at

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