Trennung Thiem/Muster sorgt für Schlagzeilen

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Das plötzliche Ende der Zusammenarbeit zwischen Dominic Thiem und Thomas Muster sorgte am Samstag auch aus internationaler Sicht für große Aufregung bei den Australian Open.

Nachdem aber schon Thiem nach dem Drittrunden-Sieg über Taylor Fritz den Ball flach hielt, ist auch Thomas Muster um eine Beruhigung bemüht.

„Ich bin nicht böse und nicht frustriert“, erklärte der Steirer in der „Krone“. „Dafür war die Zeit zu kurz, nach ein paar Wochen kann man ja nicht einmal Bilanz ziehen.“

Muster trennte sich laut eigener Aussage keinesfalls im Bösen vom Weltranglisten-Fünften: „Ich wünsche ihm weiter alles Gute und werde seinen Weg beobachten. Wir haben verschiedene Herangehensweisen, das muss man akzeptieren.“

„Völlig verschiedene Charaktere“

So begründete Thiem die Trennung vor allem damit, dass die beiden als Charaktere einfach „völlig verschieden“ wären. „Als Top-5-Spieler muss bei mir das Gefühl bei so einer Zusammenarbeit zu 100 Prozent passen und das war nicht so bei mir.“

Besonders sichtbar wurden die Unterschiede in der zweiten Runde, als Thiem den australischen Wild-Card-Mann Alex Bolt erst in fünf Sätzen in die Knie zwang.

Muster konnte seine Emotionen während der Partie in der Spielerbox kaum zügeln und Thiem bekam in Folge prompt vom Stuhl-Schiedsrichter eine Verwarnung wegen unerlaubten Coachings. Der Niederösterreicher forderte Muster in Folge mit einer „Pscht-Geste“ zur Ruhe auf.

Straka sieht Fehler im Zeitpunkt des Engagements

„Tom war voll motiviert. Vielleicht war er sogar zu viel motiviert“, sagte der Manager der beiden, Herwig Straka im ORF-Interview.

Der Steirer sieht möglicherweise eher im Zeitpunkt des Engagements einen Fehler: “Vielleicht wäre es besser gewesen, die Zusammenarbeit step by step zu machen, also eher bei kleineren Turnieren zu beginnen, damit es sich besser entwickeln kann. So ist es gleich mit einem Grand-Slam-Turnier losgegangen.“

Die Verpflichtung des ehemaligen Weltranglisten-Ersten und French-Open-Gewinners von 1995 sorgte schließlich auch international für einige Schlagzeilen. Vor allem bei der Pressekonferenz nach seinem Erstrunden-Sieg über Adrian Mannarino wurde Thiem mit vielen Fragen zum Engagement des Leibnitzers bombardiert. Ein zusätzlicher Medien-Rummel, der bei einem so wichtigen Turnier nicht gerade wünschenswert ist.

"Nicht 100 Prozent richtig für mich"

„Ein Grand-Slam-Turnier ist etwas ganz Besonderes für mich, da herrscht eine ganz andere Drucksituation“, gibt Thiem im „ORF“ Einblick in seine Gefühlswelt. „Und da hatte ich eben nicht das Gefühl, dass das zu 100 Prozent richtig für mich ist.“

„Deshalb ist es für mich auch besser, das früher als später zu beenden“, erklärte der Lichtenwörther die ungewöhnliche Entscheidung für einen Tennis-Spieler, sich während eines großen Turniers von einem Trainer zu trennen.

Straka befürwortet den schnellen Entschluss: “Es bringt nichts, das hinauszuzögern. Wenn’s nicht passt, passt’s nicht.“

Auch für Muster, der am Sonntag ein Legenden-Match in Melbourne absolvierte, sei Thiems Entscheidung kein Problem: „Er nimmt das ganz normal“, so Straka.

Becker spekuliert über Trennung

Nicht ganz nachvollziehbar ist die Vorgangsweise hingegen für Boris Becker, der derzeit als TV-Experte für Eurosport in Melbourne vor Ort weilt.

„Es ist ungewöhnlich, dass man sich mitten im Turnier trennt. Da muss etwas vorgefallen sein, was wir nicht wissen“, spekuliert die deutsche Tennis-Legende, die eine langjährige Rivalität mit Muster verbindet. Was für ein Vorfall es gewesen sein könnte, konnte jedenfalls auch Becker nicht deuten: „Von außen passte viel, aber was genau war, werden wir wohl nie erfahren.“

In einem von Becker geführten Interview zwischen den beiden formulierte der Steirer allerdings folgende Metapher: "Es gibt halt Häuser mit schönen Fassaden, ganz wunderbare Fassaden, aber man weiß halt sehr selten, wer drinnen wohnt", sagte der ehemalige Weltranglisten-Erste. Muster beschrieb Thiem als "Jungen, der sehr lernfähig ist, natürlich aber auch seine Mankos hat, die er ausbessern muss, will er ganz nach vorne".

Der Weltranglisten-Fünfte aus Lichtenwörth habe sich zwar in vielen Bereichen schon sehr verbessert, Muster sieht aber bei vielen Details noch Aufholbedarf. "Im technischen Bereich nach wie vor, im körperlichen Bereich, aber vor allem im mentalen Bereich", so der 52-jährige Steirer, der die genauen Gründe über das Aus nicht kommentieren wollte.

Einen möglichen Disput mit Trainer Nicolas Massu bestritt Muster in der "Krone": "Absoluter Blödsinn! Wir haben uns super verstanden und uns gut ergänzt. Da hat alles gepasst."

Textquelle: © LAOLA1.at

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