Thiem: "Wollte das Match unbedingt gewinnen"

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Der Gruppensieg war Dominic Thiem schon vor dem letzten Gruppenspiel gegen Andrey Rublev nicht mehr zu nehmen. Trotzdem wollte sich der Niederösterreicher nach der relativ glatten Zwei-Satz-Niederlage gegen den Russen nicht nachsagen lassen, dass er das Match nicht gewinnen hätte wollen.

"Das war überhaupt nicht meine Denkweise. Ich wollte das Match unbedingt gewinnen, aber ehrlich gesagt, diese ganze Intensität und wie ich am Platz sein muss, um diese Gegner da zu schlagen, die kommt irgendwie automatisch", erklärte Thiem in seiner Video-Pressekonferenz. Diese Intensität sei einfach nicht da gewesen.

"Ich wollte die 200 Punkte auch haben, aber andererseits tut die Niederlage auch nicht wirklich weh, so ehrlich bin ich auch", gestand der US-Open-Sieger. Würden nur ein paar Kleinigkeiten nicht passen, wären die Gegner in London einfach zu stark. "Dann passiert so eine Zwei-Satz-Niederlage."

Seinen Halbfinal-Gegner wird Thiem erst am späteren Freitagnachmittag kennen: Er trifft auf den Gruppenzweiten im Pool "Tokio 1970". Dieser zweite Platz im Halbfinale neben dem zweiten Pool-Sieger Daniil Medvedev (RUS) wird am Freitag zwischen Djokovic und Zverev ermittelt (ab 15 Uhr im LIVE-Ticker oder auf Sky).

Thiem in der Zuschauer-Rolle

Dieses Match wollte sich Thiem am Freitag in aller Ruhe in der O2-Arena anschauen, auch das Doppel mit Jürgen Melzer wollte er live beobachten. Dass er nun als Gruppensieger gegen den möglichen Gruppenzweiten Djokovic schon im Halbfinale drankommen könnte, stört Thiem nicht.

"Jeder Spieler hier ist großartig. Es spielt keine Rolle, gegen wen ich spiele, ich muss wieder so spielen wie in den ersten Gruppenmatches." Auf den Gegner habe er ohnehin keinen Einfluss und auch keine Präferenz, meinte der 17-fache Turniersieger aus Lichtenwörth.

Als Favorit sehe er sich in jedem Fall "überhaupt nicht". "Fast alle Matches bei diesen Finals sind ziemlich offen, der Spieler, der den besseren Tag hat, wird als Sieger rausgehen. Das ist auch für beide Semifinali so." Aus Thiems Sicht gibt es, auch aufgrund der bisherigen Performances, "keinen großen Titel-Favoriten".

Thiem ließ gegen Rublev vor allem im ersten Satz die letzte Konsequenz vermissen. Da lag er nach zwei Aufschlagverlusten und nur 19 Minuten schon mit 1:5 zurück. Satz eins war nach 24 Minuten Geschichte. Im zweiten Durchgang egalisierte der Weltranglisten-Dritte ein zum 1:2 erhaltenes Break zwar noch zum 4:4, doch zum 5:6 verlor er neuerlich sein Service und Finals-Debütant Rublev servierte zu seinem einzigen Sieg in der Gruppe aus.

Nadal bleibt Nummer zwei

Nach dieser Niederlage steht jedenfalls fest, dass Thiem selbst mit einem Turniersieg den zweitplatzierten Nadal im ATP-Ranking nicht mehr überholen kann. Dazu hätte er ohne Niederlage Champion werden und Nadal zudem das Abendmatch am Donnerstag gegen Tsitsipas verlieren müssen.

Thiems 300. Sieg auf der ATP-Tour wurde vertagt, er hofft nur bis Samstag. Österreichs "Sportler des Jahres" wird in jedem Fall als Nummer 3 im ATP-Ranking in die neue Saison starten.

Ein Start, der wegen der Corona-Krise nun vielleicht sogar ohne Vorbereitungsturnier auf die Australian Open in Szene geht. Die Regierung will die Einreise der Spieler möglicherweise doch erst Anfang Jänner erlauben. "Wenn das passiert, dann würde es ähnlich wie vor den US Open sein", erinnerte Thiem darauf angesprochen.

Da habe es davor zwar ein von Cincinnati nach New York verlegtes Event gegeben. "Aber ich habe dort gleich klar verloren", sagte er lachend. "Ich hoffe, dass die Australian Open überhaupt stattfinden. Wenn ohne ein Turnier davor, müssen wir damit leben."

Textquelle: © LAOLA1.at

Nach Niederlage in London: Nadal-Scherz vor Thiem-Training

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