Thiem: "Semifinale ein Superergebnis"

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Nach der verletzungsbedingen Absage von Gael Monfils steht Dominic Thiem im Halbfinale des ATP-1000-Turniers in Indian Wells - und das noch ohne Satzverlust.

"Ich habe hier sehr gut trainiert und die Trainingsleistungen immer besser ins Match umgesetzt. Ein Semifinale in Indian Wells ist ein Superergebnis. Das ist fast wie ein Grand-Slam-Turnier", freut sich der Weltranglisten-Achte, der sich freilich gerne mit Monfils duelliert hätte. "Es wäre auf jeden Fall ein super Match geworden, schade für uns und die Fans."

Doch Thiem hat noch nicht genug. Mit Milos Raonic wartet am Samstag (nicht vor 18 Uhr im LIVE-Ticker) aber ein starker Gegner. "Ich fühle mich körperlich sehr gut, werde noch eine gute Trainingssession einlegen und dann hoffentlich gegen Raonic den ersten Sieg einfahren und alles dafür geben", sagt Thiem.

Raonic: "Ein junger Karlovic"

Sein bisher zwei Matches gegen Raonic hatte er jeweils in zwei Sätzen und jeweils 2016 auf Hartplatz (in Cincinnati und beim Masters in London) verloren. Thiem weiß, was ihn erwartet.

"Er ist sicher einer der besten drei Aufschläger, die es gibt, da wird es sehr schwer, dass ich bei seinem Aufschlag Chancen bekomme", sagt der elffache Turniersieger, der auf seinen ersten Titel auf Masters-1000-Niveau noch wartet. "Auch von hinten bewegt er sich nicht schlecht, und spielt eine sehr gute Vorhand."

Doch Thiem hatte es bereits im Turnierverlauf mit so einem Spielertyp zu tun, als er im Achtelfinale gegen Ivo Karlovic 6:4, 6:3 gewonnen hatte. "Ich werde es ähnlich angehen und werde mich auf meine Aufschlag-Games konzentrieren, versuchen die durchzubringen und dann hoffentlich ergibt sich einmal im Satz eine Chance zum Break."

Dass Raonic ein unangenehmer Gegner wird, glaubt auch Thiem-Coach Günter Bresnik. "Das ist halt ein junger Karlovic, der sich von der Grundlinie besser bewegt. Er wird wohl einen sehr guten Kick auf Rückhand von Domi servieren wird."

Möglicherweise fehle seinem Schützling der Härtetest gegen Monfils, aber wenn sich Thiem noch etwas steigere sei alles möglich. "Ich sage schon seit über zwei Jahren, dass ein Dominic in guter Verfassung gegen jeden Spieler gute Gewinnchancen hat."

Finale gegen Federer oder Nadal winkt

Für Thiem ist es sein insgesamt fünftes Halbfinale in der zweithöchsten Turnierkategorie nach den Grand Slams. Nun möchte er zum dritten Mal nach zweimal Madrid (2017, 2018) in ein 1000er-Endspiel vordringen. Und dort könnte es zum Duell mit einem der Superstars Roger Federer oder Rafael Nadal kommen, der Schweizer und der Spanier müssen zuvor aber am Freitag erst selbst ihre Viertelfinali gewinnen.

Im ersten ATP-Masters-1000-Halbfinale außerhalb Europas geht es für Thiem freilich auch um fette Punkte und viel Preisgeld: Er hat bisher 360 ATP-Zähler sowie 354.000 Dollar (313.413,02 Euro) Preisgeld brutto sicher. Gewinnt Thiem, dann erhöht er sein Punktekonto um 600 und als Finalist winken ihm 686.000 Dollar. Mit einem Finaleinzug wäre er ab Montag auch fix Nummer 6 der Welt.

Sicher ist schon jetzt, dass seine Saison, die bis vor dieser Woche nach Erkrankungen in der Vorbereitung und bei den Australian Open durchwachsen war, gerade rechtzeitig einen Turnaround erfahren hat. Das wird sich auch im ATP Race to London, das für die Masters-Qualifikation für Top 8 des Jahres ausschlaggebend ist, auswirken: Der French-Open-Finalist des Vorjahres war ja mit nur drei Saisonsiegen bei vier Niederlagen nach Kalifornien gekommen. Nun springt Thiem vom 90. Platz auf zumindest den 18. Rang.

"Manchmal hat man auch ein Glück, da darf man sich diesmal wirklich nicht beschweren. Auch wenn kein Mensch das will, dass man ein Semifinale dann mit einem w.o. erreicht", erklärt Bresnik gegenüber der APA. "Für mich sind halt die Punkte momentan vorrangig, Dominic wäre es sicherlich lieber gewesen ein Match zu spielen", gibt Bresnik zu.

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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