Melzer: "Tulln ist Chance für junge Spieler"

Melzer: Foto: © GEPA
 

Am Montag startete in Tulln der Hauptbewerb bei den NÖ Open powered by EVN mit einem beeindruckenden Anteil an rot-weiß-roten Spielern.

Noch am Vormittag schaffte es Neil Oberleitner aus der Qualifikation heraus als achter ÖTV-Spieler in das Hauptfeld. Der 22-jährige Wiener schlug im Quali-Finale den Argentinier Gonzalo Villanueva nach Abwehr von vier Satzbällen im ersten Satz noch mit 7:5, 6:2.

Damit kommt jeder vierte Spieler des Hauptfelds aus Österreich – ein Umstand, über den sich auch ÖTV-Sportdirektor Jürgen Melzer im Gespräch mit LAOLA1 mehr als erfreut zeigt.

"Es freut mich, dass wir wieder ein 100er-Turnier in Österreich haben und alle vier Wild Cards an Österreicher gegangen sind. Das war mir ein Anliegen und ich bin sehr froh, dass die Kooperation mit Champ Events so gut funktioniert", verweist der ehemalige Weltranglisten-Achte auf die gute Kooperation mit der Veranstalter-Firma von Ronnie Leitgeb. Sohn Florian Leitgeb fungiert ja als Turnierdirektor.

Heuer ist in Tulln zwar schon das zweite Challenger-Turnier nach Anif, dafür war zuvor zehn Jahre lang kein Tennis-Event dieser Kategorie in Österreich zu finden.

Youngsters im Los-Pech

"Als Niederösterrricher freut es mich natürlich, dass es in NÖ ist, als Sportdirektor aber sowieso. Es ist einfach eine Chance für unsere jungen Spieler wie Lukas Neumayer und Filip Misolic, dass sie sich mit Spielern von einem anderen Kaliber messen können, als jene, gegen die sie sonst spielen. Für die anderen Spieler wie Dennis Novak oder Sebastian Ofner ist es eine tolle Möglichkeit vor eigenem Publikum spielen zu können und für den einen oder anderen vielleicht eine Chance, wieder in die Spur zu finden."

Gerade die beiden Youngsters hatten allerdings Pech bei der Auslosung: Der 20-jährige Steirer Misolic (ATP 539), der heuer schon vier Future-Turniere gewinnen konnte, wurde gegen den topgesetzten Marco Cecchinato gezogen, der 18 Jahre junge Neumayer (ATP 761) muss gegen den an zwei gereihten Tschechen Jiri Vesely ran. "Das ist natürlich extrem schwierig für die beiden. Vielleicht ist aber eine Überraschung drin."

Am Dienstag sind ab 10 Uhr (im LIVE-Ticker) gleich vier Österreicher am Center Court im Einsatz: Sebastian Ofner trifft zum Auftakt auf den deutschen Qualifikanten Benjamin Hassan. Danach folgen die Partien Neumayer-Vesely, Gerald Melzer gegen Felipe Meligeni (BRA) und Dennis Novak gegen Uladzimir Ignatik (UZB). Zudem fordert auf Court 1 Filip Misolic den topgesetzten Cecchinato, auf Court 2 trifft Qualifikant Neil Oberleitner auf Frankreichs Hugo Gaston. Außerdem sind noch drei ÖTV-Doppel im Einsatz.

"Schwierig, wenn Dominic nicht mitspielt"

Rot-weiß-rote Erfolge auf der ATP-Tour wären vor allem angesichts der aktuellen Verletzungspause von Superstar Dominic Thiem Balsam auf die österreichische Tennis-Seele. Bei den US Open stand kein einziger ÖTV-Spieler im Hauptbewerb.

"Das ist natürlich extrem bitter", so Melzer. "Es hilft aber nix. Jurij (Anm.: Rodionov) war in der letzten Quali-Runde und da ist er mit den heißen Bedingungen nicht zurechtgekommen. Dennis (Anm.: Novak) ist Vater geworden. Es ist vieles zusammengekommen, aber natürlich merkt man, dass es schwierig ist, wenn der Dominic nicht mitspielt. Das kann man drehen und wenden wie man will, Fakt ist, dass sonst keiner in den Top 100 spielt."

Wie man in Tulln sehen kann, gäbe es zwar einige Anwärter, "für alle ist es aber noch ein weiter Weg in die Top 100. Hoffentlich können sie diese Woche nützen."

Volles Haus in Tulln?

Eine Chance ist das Challenger-Turnier in Tulln aber nicht nur für die heimischen Spieler, sondern für die heimische Tennis-Landschaft im Allgemeinen.

"Ich hoffe natürlich, dass es angenommen wird und viele Leute nach Tulln kommen, um sich das anzusehen. So viele Turniere haben wir nicht in dieser Klasse in Österreich. Der Topgesetzte (Anm.: Marco Checcinato) war schon einmal im Halbfinale der French Open – das ist nicht irgendwer. Es würde mich freuen, wenn das Haus voll wird." Bis inklusive Mittwoch wird beim NÖ Open übrigens kein Eintritt verlangt.

Letzter Auftritt von Jürgen Melzer auf der ATP-Tour?

Zudem ist es möglicherweise die letzte Gelegenheit, auch Jürgen Melzer selbst auf der ATP-Tour in Action zu sehen. Der 40-Jährige beendete seine aktive Karriere zwar schon mit Ende des Vorjahres, trat heuer aber noch bei einigen ausgewählten Turnieren dank seines Rankings im Doppelbewerb an.

Bei den US Open verlor er mit Partner Polmans nur hauchdünn in der ersten Runde gegen Chardy/Martin. Eine Woche beschloss er, dass er mit seinem Bruder Gerald auch in Tulln an den Start gehen werde. "Die Idee kam uns spontan, als wir gesehen haben, dass wir mit unseren Rankings beide ins Hauptfeld kommen. Für mich ist es unglaublich, dass ich noch einmal mit meinem Bruder spielen kann. Das taugt mir extrem."

In der ersten Runde wartet allerdings schon keine leichte Aufgabe: Die Melzers bekommen es mit der an vier gesetzten Paarung Dustin Brown (GER)/Andrea Vavassori (ITA) zu tun.

Sollte es sich im Ranking mit einem passenden Partner ausgehen, würde Melzer auch noch einen Start in der Wiener Stadthalle bei den Erste Bank Open in Erwägung ziehen. "Das wäre auch noch eine tolle Sache. Wenn es sich nicht ausgeht, geht es sich halt nicht aus. Tulln könnte also die letzte Woche sein und wenn es mit Gerald wäre, wäre das natürlich extrem lässig."

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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