Zajac/Matz und ihre Leidenschaft für Olympia

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Er ist Österreichs letzter männlicher Medaillen-Gewinner und er ist der einzige Segler der heimischen Olympia-Geschichte, der jemals eine Bronze-Medaille erringen konnte. Steuermann Thomas Zajac gewann 2016 in Rio gemeinsam mit Tanja Frank Bronze in der Nacra-17-Klasse.

Nach den Spielen in Brasilien trennten sich die Wege von Zajac und Frank. Für die Spiele in Tokio haben sich beide als Skipper in getrennten Booten qualifiziert. Der 34-jährige Wiener Zajac mit seiner neuen Vorschoterin Barbara Matz im Nacra-17 (Bild) - allerdings auf gekrümmten Steckschwertern, so genannten Foils. Die 27-jährige Wienerin Frank segelt inzwischen mit Lorena Abicht und ist Steuerfrau in der 49er-FX-Klasse.

Beide sind in ihrer Vorbereitung auf Olympia 2020 auf der Zielgerade jäh gestoppt worden. Ab sofort gilt es sich neu zu orientieren. Zajac erlebt gerade ein Déjà-vu: "Wir haben vor einem Jahr gesagt, jetzt sind es nur noch 365 Tage, die vergehen sehr schnell. Jetzt können wir das wieder sagen."

Seit einem Jahr betreibt das Duo Zajac/Matz einen Video-Blog. "Interessierte können so unseren Weg zu den Olympischen Spielen in Japan auf Candidate Sailing (https://www.candidatesailing.com/) verfolgen", erklärt Zajac. In den einzelnen Episoden berichten wir von unseren Reisen rund um die Welt und den vielen Erlebnissen.

Zajac: "Leidenschaft und Wertschätzung für Olympia sind ungebrochen"

Nach der Verlegung der Spiele auf Sommer 2021 präsentiert das Duo das neueste Video (https://www.youtube.com/watch?v=eo8HUp1H3_U) und meint: " Das ist eine sehr spezielle Episode. Es geht darum, wie wir als Team zusammenarbeiten. Wir zeigen, wie wir unseren Fokus auf die Olympischen Spiele ausrichten."

Zajac ergänzt: "Ich finde, es ist jetzt ein guter Moment, das Video herzuzeigen. Eigentlich wollten wir den Clip später veröffentlichen, aber es ändert nichts an unserer Leidenschaft und Wertschätzung für die Sommerspiele als das Höchste, das ein Sportler in seiner Karriere erreichen kann."

Zajac, der nach seiner überstürzten Abreise aus Mallorca aktuell am Neusiedlersee in Selbst-Isolation lebt, im Kurzinterview:

LAOLA1: Wie gehst du mit der Verschiebung der Spiele auf 2021 um?

Thomas Zajac: Es war unumgänglich, dass die Spiele abgesagt werden. Da kann man niemandem einen Vorwurf machen, das war einfach eine Entscheidung der Vernunft. Es ist auch gut zu sehen, dass die Gesundheit der Menschen über den wirtschaftlichen Interessen steht.

LAOLA1: Schmerzt die Verschiebung? Welche Gefühle begleiten dich?

Zajac: Das sind gemischte Gefühle. Auf der einen Seite ist die Entscheidung hundertprozentig richtig. Es war zuletzt so, dass einige Nationen noch voll trainiert haben und andere Nationen hätten wegen der Absage ihres nationalen Komitees gar nicht mehr nach Japan reisen können. So gesehen wären das ohnehin Wettkämpfe unter sehr besonderen Umständen geworden. Wenn dann eine absolute Segel-Nation wie Australien nicht an den Spielen teilnehmen will, wäre das für immer ein fahler Beigeschmack gewesen. Ich finde es richtig und gut, dass alle Sportler der Welt bei den Spielen zusammenkommen und in Frieden ein riesiges Fest des Sports feiern. Unter den aktuellen Umständen wäre das kein Fest geworden.

LAOLA1: Wie geht ihr als Nacra-17-Team - Vorschoterin Barbara Matz und du – mit der Verlegung um ein Jahr um?

Zajac: Olympia 2021 stellt uns echt vor Herausforderungen. Wir - und auch der österreichische Segelverband - budgetieren so eine Olympia-Kampagne für dreieinhalb bzw. vier Jahre, diese Kampagne wird aber fünf Jahre dauern. Wir werden jetzt im Sommer - wenn es geht und möglich ist - ins Olympia-Revier nach Japan reisen. Dazu werden wir ein Wintertrainingslager abhalten. Das sind alles absolute Mehrkosten. Jetzt halten wir vorerst die Füße still und warten bis die Krise abgeklungen ist. Das hat absolute Priorität, aber danach werden wir uns ordentlich ins Zeug legen und sehr viele Sachen umdenken müssen.

Textquelle: © LAOLA1.at

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