Ö-Tour-Titelverteidiger ist Glocknerkönig 2019

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Ben Hermans - Titelverteidiger der Österreich-Rundfahrt - ist der Glocknerkönig 2019. Der 33-jährige Belgier zeigt bei dem über 13 km langen Anstieg von Salzburger Seite zum Fuscher Törl seine Klasse.

Hermans sichert sich im Ziel auf 2.431 Meter Seehöhe erstmals den prestigeträchtigen Titel vor dem starken Australier Ben O'Connor (Team Dimension Data). Damit ist Hermans der Nachfolger des Niederländers Pieter Weening, der sich 2017 und 2018 den Titel des Glocknerkönigs sicherte.

Nach seinem eindrucksvollen Sieg gilt der Profi des Teams Israel Cycling Academy am Freitag beim Schlussanstieg auf das Alpenhaus am Kitzbüheler Horn auch bei der 71. Auflage der Rundfahrt als großer Favorit.

Riccardo Zoidl belegt den 6. Rang

Riccardo Zoidl (Team CCC) kommt als bester Österreicher als Sechster zum Fuscher Törl und ist auch bester Österreicher in der Gesamtwertung.

Der Oberösterreicher - Ö-Tour-Gesamtsieger von 2013 - verliert im Schlussanstieg 61 Sekunden auf den neuen Glocknerkönig und weist als Sechster der Gesamtwertung Sechster 1:10 Minuten Rückstand auf den neuen Leader Ben Hermans auf.

Der Belgier erklärt nach seinem Triumph: "Ich habe mich heuer beim Fleche Wallone verletzt und konnte einige Zeit nicht trainieren. Dafür lief es heute wirklich gut. Unglaublich stark fuhren die Movistar-Jungs am Großglockner. Ich glaube, das wird am letzten Tag der Tour auf dem Kitzbüheler Horn noch eine richtige Schlacht um den Toursieg."

Ben Hermans um neun Sekunden am Streckenrekord vorbei

Mit seiner Auffahrtszeit von 46:01,34 Minuten verpasst Hermans den Strecken-Rekord von Alexander Foliforov aus dem Vorjahr um neun Sekunden.

Glocknersieger Ben Hermans aus Belgien
Foto: © GEPA

Die Glockner-Etappe ist Jahr für Jahr das unbestrittene Highlight für Fans und Fahrer. So viele Fans wie kaum zuvor kamen auf die Großglockner Hochalpenstraße. Zum bereits 65. Mal stand der Großglockner auf dem Etappenplan der Österreich-Rundfahrt und zum 32. Mal wurde er von der Salzburger Seite aus befahren.

Die 4. Etappe führte über kurze, aber knackige 103,5 Kilometer mit insgesamt 3.293 Höhenmetern auf das Fuscher Törl.

Nach dem Start in Radstadt konnte sich eine erste Spitzengruppe mit Kenny Molly, Thibault Guernalec, Laurent Pichon, Alexis Guerin, Edoardo Zardini, Johannes Schinnagel und dem Bergpreis-Führenden Georg Zimmermann vom Tirol Team absetzen. Bis zur zweiten Sprintwertung in Gries wuchs ihr Vorsprung auf knapp über zwei Minuten, im Feld hatte CCC um den "Flyeralarm"-Gesamtführenden Jonas Koch alles unter Kontrolle.

Winner Anacona dreht auf

Der Großglockner rückte näher und bei der Anfahrt zur Mautstelle Ferleiten attackierte Zardini (Neri Sottoli Selle Italia KTM). Das Feld verkleinerte sich auf rund 25 Fahrer, mit dabei waren alle Top-Favoriten.

Nur einen Kilometer später war es um die Spitzengruppe geschehen. Danach drehte ein Mann so richtig auf: Movistar-Profi Winner Anacona - 2014 bereits Etappensieger bei der Vuelta - setzte sich mit einer unwiderstehlichen Attacke von seinen Konkurrenten ab. Doch fünf Fahrer (Ben O'Connor, der russische Meister Aleksandr Vlasov, Ruben Fernandez, Vorjahres-Sieger Ben Hermans und Riccardo Zoidl) schafften den Anschluss an Anacona, damit waren mit ihm und Fernandez zwei Movistar-Profis in der Spitze.

Australier Ben O'Connor erst im Finish geschlagen

Rund fünf Kilometer vor dem Ziel setzten sich Winner Anacona, Ben O'Connor und Ben Hermans erneut ab, dahinter fuhren Zoidl mit Vlasov und Amanuel Gebreigzabhier. Die Rennsituation änderte sich auf den letzten drei Kilometern ständig, ehe sich zwei Kilometer vor dem Ziel Ben Hermans (Israel Cycling Academy) und Ben O'Connor von Dimension Data absetzen konnte.

Auf den letzten 200 Metern ließ Hermans seinem Fluchtgefährten keine Chance und siegte fünf Sekunden vor dem Australier.

Zoidl sagt über seinen sechsten Rang: "Es lief schon viel besser als gestern, wo ich am letzten Berg Probleme hatte. Ich denke, Hermans und O'Connor sind ziemlich abgesichert, aber das Podium ist für mich noch in Reichweite!"

Zweitbester Österreicher wird der Vorarlberger Daniel Geismayr (Vorarlberg Santic) auf dem 24. Rang.

Vorletzte Etappe von Bruck an der Großglocknerstraße nach Kitzbühel

Die fünfte Etappe der 71. Österreich-Rundfahrt startet am Donnerstag, um 10:45 Uhr in Bruck an der Großglocknerstraße und führt über die Sprintwertungen Neukirchen (ca 11:50) und Klockerhaus (12:10 Uhr) zur ersten Bergwertung auf die Gerlos (12:20 Uhr).

Nach der dritten und letzten Sprintwertung in Brixlegg (13:50 Uhr) folgen noch zwei Bergwertungen nach Niederau (14:20 Uhr) und in Hopfgarten (14:30 Uhr), ehe es zum Ziel in Kitzbühel geht.

Ergebnisse 4. Etappe (Radstadt - Fuscher Törl über 103,5 km):

1. Ben Hermans (BEL) Israel Cycling Academy 3:01:32 Std.
2. Ben O'Connor (AUS) Dimension Data +0:05 Min.
3. Winner Anacona (COL) Movistar 0:08
4. Eduardo Sepulveda (ARG) Movistar 0:23
5. Stefan de Bod (RSA) Dimension Data 0:38
6. Riccardo Zoidl (AUT) CCC 1:01
7. Victor de la Parte (ESP) CCC 1:18
8. Amanuel Gebreigzabhier (ERI) Dimension Data 1:24
9. Alexander Wlasow (RUS) Gazprom, gleiche Zeit
10. Jose Manuel Diaz (ESP) Vorarlberg Santic 1:38

Weiter:
24. Daniel Geismayr (AUT) Vorarlberg Santic 4:47
29. Sebastian Schönberger (AUT Neri Sottoli 6:35
32. Stephan Rabitsch (AUT) Felbermayr Wels 7:50
37. Hansjörg Leopold (AUT) Maloja Pushbikers 9:32

Gesamtwertung:

1. Hermans 15:32:23 Std.
2. O'Connor +0:08 Min.
3. Anacona 0:13
4. Sepulveda 0:34
5. De Bod 0:47
6. Zoidl 1:10
7. De la Parte 1:33
8. Gebreigzabhier 1:35
9. Wlasow 1:40
10. Diaz 1:56

Weiter:
24. Geismayr 5:06
28. Schönberger 6:41
30. Rabitsch 8:04
35. Leopold 9:45

"Glocknerkönige" der Österreich-Rundfahrt seit 1996:

1996 Tour ohne Glockner
1997 Frank Vandenbroucke (BEL)
1998 Boris Premuzic (SLO)
1999 Tour ohne Glockner
2000 (zwei Mal Glockner) Daniele Nardello (ITA) und Maurizio Vandelli (ITA)
2001 Ivan Basso (ITA)
2002 und 2003 Tour ohne Glockner
2004 Tomas Konecny (CZE)
2005 Juan Miguel Mercado (ESP)
2006 Bernhard Kohl (AUT)
2007 Christian Pfannberger (AUT)
2008 Gerrit Glomser (AUT)
2009 Koos Moerenhout (NED)
2010 Riccardo Ricco (ITA)
2011 Alexandre Geniez (FRA)
2012 Jakob Fuglsang (DEN)
2013 Mathias Frank (SUI)
2014 Gregor Mühlberger (AUT)
2015 Felix Großschartner (AUT)
2016 Jan Hirt (CZE)
2017 Pieter Weening (NED)
2018 Pieter Weening (NED)
2019 Ben Hermans (BEL)

Textquelle: © LAOLA1.at

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