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Silber! Polleres: "Ein unglaubliches Gefühl"

Foto: © GEPA

Nicht Gold verloren, sondern Silber gewonnen: Das kann man im Fall von Michaela Polleres getrost behaupten. 

Die Niederösterreicherin liefert bei den Olympischen Spielen in der Klasse bis 70 kg eine bärenstarke Leistung ab und muss sich erst im Finale der Japanerin Chizuru Arai geschlagen geben. Für Österreich ist es nach Bronze durch Shamil Borchashvili die zweite Judo-Medaille in Tokio. 

"Ich kann es nicht glauben im Moment, weiß nicht wie ich es in Worte fassen soll. Es ist ein unglaubliches Gefühl", sagte Polleres in einer ersten Reaktion im ORF-Interview. "Am Anfang war ich sehr nervös, das hat sich im Laufe des Tages gelegt. Beim Einzug ins Finale war ich auch nervös, aber ich habe mich richtig aufs Kämpfen gefreut."

Ihre Bronze-Medaille bei der WM habe ihr gezeigt, "dass ich vorne mitkämpfen kann, dass ich jeden schlagen kann. Das hat mir richtig viel Selbstvertrauen gegeben".

Mit Ruhe ins Finale

Polleres setzte sich im Halbfinale im Duell der beiden WM-Dritten gegen die Niederländerin Sanne van Dijke mit einer Waza-Ari-Wertung durch. "Die Holländerin ist eine sehr harte Gegnerin, ich habe da die Ruhe bewahrt", meinte die 24-Jährige. Die drei Jahre ältere Arai hatte mit der Russin Madina Taimasowa in der Vorschlussrunde deutlich länger zu kämpfen, siegte nach einem Marathon-Duell erst im Golden Score nach 12:41 Minuten.

Im Finalkampf mobilisierte die Weltmeisterin von 2017 und 2018 noch einmal alle Kräfte, brachte Polleres nach etwas mehr als einer Minute auf den Boden und sich selbst die letztlich entscheidende Waza-Ari-Wertung ein. Polleres blieb aktiv, Arai brachte den Festhaltegriff aber über die Zeit. 

Mit acht Jahren mit Judo begonnen

Polleres begann mit acht Jahren mit dem Judosport. "Mit Judo konnte nichts konkurrieren, ich habe ein paarmal versucht, Tennis zu spielen. Bei einer Judovorführung in der Schule dachte ich mir, das schaut cool aus, das probiere ich." Der Start verlief aber etwas holprig, denn Polleres war immer schon eher zurückhaltend. "Ohne meine Eltern wäre nichts gegangen. Mama hat mich regelmäßig hingebracht zum Training. Ich habe einen kleinen Schubs gebraucht, weil ich so schüchtern war. Dann habe ich neue Freunde kennengelernt. Es hat so viel Spaß gemacht, dass ich dabeigeblieben bin."

Ihr Vereinstrainer ist seit vielen Jahren Adi Zeltner. Anfang Jänner wurde der Kreis mit der deutschen 2014-Olympiasiegerin Bönisch erweitert. "Es ist ihre Ruhe, die mich manchmal aus der Ruhe bringt", sagte die ÖJV-Nationaltrainerin über Polleres. Doch diese Ruhe würde ihren Schützling auch auszeichnen. Die Nerven nicht wegzuschmeißen sei sicher kein Nachteil in einem Olympiaturnier, meinte Bönisch. Das zeigte Polleres im altehrwürdigen Budokan von Tokio eindrucksvoll.

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Textquelle: © LAOLA1.at/APA
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