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Tischtennis-Bundesligisten fordern Rücktritt der Verbandsspitze

Nach schweren Vorwürfen gegen einen Jugendtrainer setzen sich Klubvertreter für eine "unabhängige und transparente Neuaufstellung des Verbandes" ein.

Tischtennis-Bundesligisten fordern Rücktritt der Verbandsspitze Foto: © getty

Als Reaktion auf die schweren Vorwürfe gegen einen ehemaligen Jugendtrainer fordern nun Vertreter der österreichischen Tischtennis-Bundesliga den Rücktritt der Verbandsspitze.

ÖTTV-Präsident Wolfgang Gotschke und Vizepräsident Conrad Miller werden in einem offenen Brief aufgefordert, ihre Funktionen zur Verfügung zu stellen, um "eine unabhängige und transparente Neuaufstellung des Verbandes freizumachen".

"Wichtiges Signal"

"Dieser Schritt wäre ein wichtiges Signal an Spielerinnen und Spieler, Eltern, Vereine, Partner und die Öffentlichkeit, dass der österreichische Tischtennissport bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und die notwendigen Lehren aus der aktuellen Situation zu ziehen", hieß es in dem von sieben der acht Bundesligisten (Oberes Play-off) unterzeichneten und der APA vorliegenden Brief.

Der österreichische Tischtennissport brauche jetzt volle Transparenz, glaubwürdige Aufarbeitung und einen klaren Neuanfang, das Vertrauen in die derzeitige Führung sei "nachhaltig erschüttert".

Vorwürfe sollen ÖTTV schon länger bekannt sein

Es geht um schwere Vorwürfe gegen einen Tischtennis-Jugendtrainer. Der Verband trennte sich von dem Nachwuchscoach, in seinem Verein durfte er jedoch weiterarbeiten. Die Zusammenarbeit wurde erst am Dienstag ab sofort ruhend gestellt, der betroffene Trainer wird bis zur endgültigen Aufklärung der Sachlage keine Funktion im Verein ausüben. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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In der Causa meldete sich am Donnerstag auch die Kärntner Landestrainerin Branka Pasalic zu Wort. Sie gab gegenüber dem ORF an, den ÖTTV schon vor knapp zwei Jahren über die Vorwürfe informiert zu haben.

Ihr hätten sich am Rande von Staatsmeisterschaften Nachwuchsspielerinnen aus anderen Bundesländern anvertraut. Diese hätten demnach von sexuellen Übergriffen erzählt, die schon länger angedauert hätten.

Förderstopp verhängt

Das Sportministerium hat gegen den ÖTTV zu Wochenbeginn einen Förderstopp verhängt. Dieser bleibe aufrecht, "bis der Tischtennis-Verband umfassend zur Klärung der erhobenen Vorwürfe beigetragen und ein funktionierendes Präventions- und Integritätsmanagement umgesetzt" hat, hieß es.

Der ÖTTV kündigte am Donnerstag die Gründung eines "Health and Care"-Ausschusses mit verbandsunabhängigen Personen an. Als erste Tätigkeit werde dieser das einem Trainer vorgeworfene Verhalten gemäß den vorliegenden Unterlagen prüfen, hieß es in einer Mitteilung.

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