Die größten Sport-Betrüger der Geschichte - Teil 2

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Bitte nicht wieder wegklicken! Versprochen: Es geht hier nicht um Doping!

Betrug im Sport geht auch ohne Pulverlschlucken, Spritzen oder Blut-Transfusionen.

Und ganz ehrlich: Diese Geschichten sind deutlich spannender und unterhaltsamer als die medizinisch-dröge aufbereiteten Doping-Skandale, die maximal bei den kläglich-kuriosen Ausreden der Athleten für den einen oder anderen Schmunzler sorgen.

An dieser Stelle präsentieren wir euch hingegen die Top 10 der größten Sport-Betrügereien aller Zeiten, die NICHT mit Doping sondern erheblich kreativeren Ansätzen zu Werke gingen. Viel Spaß beim Lesen (hier geht's zu Teil 1>>>):

Pferde im Nebel

Besonders klug wollte Jockey Sylvester Carmouche bei einem Pferderennen in Louisiana im Jahr 1990 sein. Als er an einem bitterkalten Dezember-Tag Nebel aufkommen sah, versuchte er zunächst, den Start etwas hinauszuzögern. Als das Rennen endlich starten konnte, ließ sich Carmouche im Nebel immer weiter zurückfallen, bis ihn seine Kontrahenten bei der zweiten Runde beinahe wieder eingeholt hatten.

Dann erst gab er seinem Pferd wieder die Sporen, um am Ende souverän den Sieg einzufahren. Allerdings ein bisschen zu viel: Carmouche gewann mit einem gewaltigen Vorsprung von etwa 60 Metern und verpasste den Streckenrekord trotz extrem schwieriger Bedingungen um nur 1,2 Sekunden.

Dementsprechend schnell wurden Zweifel am Wunderlauf laut. Der Schwindel flog auf und Carmouche wurde mit einer zehnjährigen Sperre belegt, die später um zwei Jahre reduziert wurde.

Von Hexen und Brechstangen

Die "Eishexe" Tonya Harding
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Als „Eis-Hexe“ ging die Eiskunstläuferin Tony Harding in den 90er Jahren in die Sportgeschichte ein. Um im Prestige-Kampf gegen US-Landsfrau Nancy Kerrigan die Oberhand zu behalten, packte sie bzw. ihr Mann die Brech- bzw. Eisenstange aus. Hardings Götter-Gatte beauftragte einen Attentäter, der Kerrigan das Knie demolierte, sodass sie nicht mehr an den amerikanischen Meisterschaften teilnehmen konnte.

Harding gewann diese in Folge, der Titel wurde ihr jedoch aberkannt, nachdem die Geschichte von den Behörden aufgedeckt werden konnte. Die „Eis-Hexe“ kam noch glimpflich mit drei Jahren auf Bewährung und 500 Stunden gemeinnütziger Arbeit davon. Allerdings wurde sie lebenslang gesperrt.

Das Leben von Harding, die den einzigen öffentlichen Höhepunkt ihres restlichen Lebens bei einem Sex-Tape-Video ihrer Hochzeitnacht hatte, wurde übrigens von Hollywood im Film „I, Tonya“ mit Margot Robbie in der Hauptrolle verfilmt.

Gottes Hand

Bekannt ist die Geschichte wohl jedem Fußball-Fan: Sie ist allerdings zu gut, um sie nicht auch in dieser Liste anzuführen. Zudem ist sie die einzige in dieser Aufzählung, an deren Ende der Betrüger als Sieger dastand. Bei der Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko feierte Argentinien im Viertelfinale einen 2:0-Heimsieg.

Einziger Schönheitsfehler: Das Führungstor von Diego Maradona erzielte der extrovertierte Superstar eindeutig mit der Hand und nicht mit dem Kopf. „Es war der Kopf Maradonas und die Hand Gottes“ hieß es später in der Berichterstattung. Als Wiedergutmachung legte Maradona im selben Spiel mit seinem sensationellen Alleingang über 60 Meter das „WM-Tor des Jahrhunderts“ drauf.

Er selbst meinte in seiner Autobiographie, dass er das irreguläre Tor dem anderen vorziehe. „Manchmal denke ich, dass ich das Tor, das ich mit der Hand gemacht habe, dem anderen vorziehe … es war in etwa so, als würde ich den Engländern die Brieftasche klauen“, so Maradona, der im selben Buch auch verriet, dass das Duell gegen England aufgrund des wenige Jahre zuvor ausgetragenen Falkland-Krieges ein ganz besonderes war.

Marathon laufen leicht gemacht

42,195 Kilometer ist ein Marathon lang. Das ist lang. Richtig lang. Es gibt wohl keinen Läufer der Welt, der sich da nicht manchmal einen kleinen Abstecher gewünscht hätte. Während es bei den meisten beim Wunsch bleibt oder zum Abbruch kommt, nahm Rosie Ruiz das Schicksal kurzerhand selbst in die eigene Hand.

Beim Boston Marathon im Jahr 1980 stieg die gute Dame nach 10 Kilometer kurzerhand in die U-Bahn und erst eine halbe Meile vor der Ziellinie wieder ins Rennen ein. Ruiz erzielte die schnellste Frauen-Laufzeit beim Boston Marathon und die damals drittschnellste Marathon-Zeit überhaupt bei den Damen.

Schon dieser Umstand sorgte für einige hochgezogene Augenbrauchen, schließlich lag ihre neue Bestmarke satte 25 Minuten unter ihrer bisherigen. Zudem war ihr – nicht sonderlich athletischer – Körper kaum von Schweiß bedeckt. Nach einer Untersuchung wurde der Schwindel aufgedeckt und Ruiz disqualifiziert. Der schiefen Bahn blieb sie noch einige Zeit treu: In den folgenden Jahren musste sie wegen Veruntreuung und Kokain-Handel ins Gefängnis. 2019 starb sie an einer Krebserkrankung.

Toi, Toi, Toi, Toyota

Ein Luftmengenbegrenzer soll bei einem Verbrennungsmotor die Luftmenge so reduzieren, um die Leistung auf ein vom Reglement vorgegebenes Limit zu reduzieren.

Die Ingenieure bei Toyota hielten sich für besonders schlau, als sie Mitte der 90er Jahre in ihrem WRC-Toyota einen illegalen Luftmengenbegrenzer einbauten, der sowohl einen Bypassmechanismus als auch ein Federkraftbauteil beinhaltete, um ihn vor den technischen Kommissaren zu verbergen.

Blöderweise flog die ganze Geschichte auf und Toyota, damals das dominierende Rallye-Team, wurde für zwei Jahre aus der Weltmeisterschaft ausgeschlossen. Bei dieser Entscheidung blieb wohl einigen Verantwortlichen des japanischen Automobil-Herstellers gänzlich die Luft weg.

1999 zog sich Toyota aus der WRC zurück, um 2017 wieder die Königsklasse zurückzukehren. Mit Erfolg: 2018 holte man den WM-Marken-Titel, 2019 gewann der Este Ott Tänak die Fahrer-Wertung - ganz regulär!

Textquelle: © LAOLA1.at

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