Die größten Sport-Betrüger der Geschichte - Teil 1

Aufmacherbild Foto: © getty
 

Bitte nicht wieder wegklicken! Versprochen: Es geht hier nicht um Doping!

Betrug im Sport geht auch ohne Pulverschlucken, Spritzen oder Blut-Transfusionen.

Und ganz ehrlich: Diese Geschichten sind deutlich spannender und unterhaltsamer als die medizinisch-dröge aufbereiteten Doping-Skandale, die maximal bei den kläglich-kuriosen Ausreden der Athleten für den einen oder anderen Schmunzler sorgen.

An dieser Stelle präsentieren wir euch hingegen die Top 10 der größten Sport-Betrügereien aller Zeiten, die NICHT mit Doping sondern erheblich kreativeren Ansätzen zu Werke gingen. Viel Spaß beim Lesen (hier geht's zu Teil 2>>>):

Die Zähne zusammengebissen

Neue Sportarten und Wettbewerbe haben immer mit ein paar Kinderkrankheiten zu kämpfen: So war es bei der erstmals im Jahr 1903 ausgetragenen Tour de France durchaus nicht unüblich, seine Konkurrenten mit auf die Strecke geworfenen Nägeln und zerbrochenen Glasflaschen auszubremsen. Hätte es damals schon Live-Übertragungen gegeben, wären die TV-Quoten bei so einem Spektakel wohl durch die Decke geschossen.

Eher unauffällig versuchte sich hingegen ein gewisser Hippolyte Acouturier einen nicht unwesentlichen Vorteil zu verschaffen: Er verbiss sich mit seinen Zähnen an einem Draht, der von einem vor ihm fahrenden Auto gezogen wurde. Habt ihr das Bild vor Augen? Jedem Zahnarzt stellt es bei diesem Gedanken wahrscheinlich die Nackenhaare auf, Acouturier gewann mit seinem Drahtesel dadurch aber immerhin vier von insgesamt sechs Etappen.

In der Gesamtwertung reichte es zwar nur für Platz zwei, da aber die Top 4 wegen verschiedener Schummeleien disqualifiziert wurden – viel hat sich im Radsport in den letzten 100 Jahren eigentlich nicht verändert – durfte sich der fünftplatzierte Henri Cornet über den Gesamtsieg freuen. Mit seinen damals 20 Jahren ist er übrigens auch heute noch jüngster Tour-de-France-Sieger aller Zeiten.

Geistig voll auf der Höhe

Moralisch schwer verwerflich agierte das spanische Basketball-Nationalteam bei den Paralympics im Jahr 2000 in Sydney. Eigentlich dürfen bei diesem Bewerb nur geistig Behinderte teilnehmen.

Einige Monate nach dem Gewinn der Goldmedaille deckte Undercover-Journalist Carlos Ribagorda allerdings auf, dass gleich zehn (!) der zwölf Teammitglieder keinerlei Beeinträchtigungen vorweisen konnten. Die Medaillen mussten die Spieler daraufhin zurückgeben. Der dafür verantwortliche Fernando Martin Vicente, Präsident des spanischen Behindertensportverbands, wurde erst 13 Jahre später dafür verurteilt.

Aufgrund der Vorkommnisse in Barcelona durften Menschen mit geistiger Behinderung 2004 und 2008 nicht mehr an der Paralympics teilnehmen. Erst seit 2012 sind sie wieder zugelassen.

Burning Hands

Muhammad Ali gegen Sonny Liston
Foto: © getty

Der Mike Tyson der 60er Jahre war Sonny Liston. Der Schwergewichts-Boxer ließ auch abseits des Rings gerne mal die Fäuste sprechen, verbrachte einige Zeit im Gefängnis und wurde auch immer wieder mit dem organisierten Verbrechen in Verbindung gebracht. Als amtierender WBA- und WBC-Weltmeister musste er sich im Jahr 1964 in Miami dem aufstrebenden Jung-Boxer Muhammad Ali entgegenstellen.

Nachdem er in den ersten drei Runden kein Land gegen den übermächtigen Youngster sah, ließ er sich von seinen Betreuern Wundsalbe auf die Box-Handschuhe schmieren („Burn the gloves!“), damit er seinem Kontrahenten das brennende Mittel in die Augen boxen konnte.

Ali bekam auch einiges ab, wollte den Kampf sogar abbrechen – doch sein Betreuer-Team schubste ihn zurück in den Ring und „The Greatest“ fuhr in Folge einen seiner legendärsten Siege ein. Für Liston war es der Anfang vom Ende: Sechs Jahre später starb er an einer Überdosis Heroin.

Die Technik ist ein Luder

Zuviel Technik verfälscht den Sport? Mit diesem Problem hatten wir schon vor über 40 Jahren zu kämpfen. Bei den Olympischen Spielen 1976 erlag mit Boris Onishchenko ausgerechnet einer der besten Fechter seiner Zeit der Versuchung, dem Schicksal mit Hilfe der Technik etwas auf die Sprünge zu helfen.

Er manipulierte seine Waffe so, dass er selbst den elektronischen Sensor auslösen konnte, der einen Punktgewinn für ihn bedeutete. Die ganze Geschichte flog auf, als Onishchenko den Sensor bei einem Angriff auslöste, obwohl sein Gegner, der Brite Jim Fox, fast einen halben Meter von ihm entfernt war. Nach einer Überprüfung wurde der Betrug aufgedeckt, die Sowjets disqualifiziert und die Briten durften am Ende sogar über Olympia-Gold jubeln. Touche!

Manderl oder Weiberl?

Dora Ratjen war in den 30er Jahren ein echtes Ausnahme-Talent. Mit 18 Jahren gehörte die Hochspringerin bei den Olympischen Spielen in Berlin 1936 zu den großen Medaillen-Hoffnungen. Am Ende reicht es für die junge Deutsche zwar nur zu Platz vier, zwei Jahre später wurde sie den Erwartungen aber gerecht, als sie nicht nur Europameisterin wurde, sondern mit 1,70 Meter auch gleich einen neuen Frauen-Weltrekord aufstellen konnte.

Der einzige Schönheitsfehler an dieser ganzen Geschichte kam wenige Tage später zwar nicht wirklich an die Öffentlichkeit (dafür sorgte das NS-Regime), aber doch zumindest in die Archive des internationalen Leichtathletik-Verbands: Dora war aufgrund ihrer äußerlich nicht sichtbaren Geschlechtsorgane bei der Geburt fälschlicherweise als Frau identifiziert worden, war in Wirklichkeit ein Mann, der sich in Folge auf Heinrich umbenannte.

Doppelt blöd: Heinrich wurden nicht nur sämtlichen Erfolge aberkannt, er musste ein Jahr später auch noch als deutscher Soldat in den 2. Weltkrieg einrücken. Diesen überstand er glücklicherweise unbeschadet. Später führte er die von seinen Eltern übernommene Gastwirtschaft in Bremen, ehe er 2008 im rüstigen Alter von 89 Jahren verstarb. Als Mann.

Textquelle: © LAOLA1.at

TSV Hartberg verlost Klopapier - und Freikarten

Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

COMMENT_COUNT Kommentare