Hirscher: "Felix hat mich bewegt"

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Dass Felix Neureuther ein loses Mundwerk hat und für jeden Spaß zu haben ist, ist hinlänglich bekannt. Am Donnerstag zeigte der Deutsche auch seine emotionale Seite - dann, als er die Laudatio zu Ehren von Österreichs altem und neuem Sportler des Jahres Marcel Hirscher hielt.

Es war einer der bewegendsten Momente der Lotterien Sporthilfe Gala in der Wiener Marx Halle.

"Der Preis geht an einen, der eine ganze Generation besser gemacht hat. Er musste dem Druck eines ganzen Landes standhalten, aber er hat immer abgeliefert. Es ist egal, wie viele Medaillen oder Rennen ich ohne dich gewonnen hätte. Ich kann dir sagen: Ohne dich wäre es nur halb so viel wert gewesen. Ich muss Danke sagen für all diese Momente, für beinharte Duelle. Aber vor allem danke ich dir dafür, dass wir trotz aller Konkurrenz Freunde geworden sind. Das ist in der heutigen Zeit, glaube ich, nicht mehr so leicht möglich", sagte Neureuther in seiner Rede.

Hirscher: "Nicht bewusst, dass ich Felix so weh getan habe"

Bei diesen Worten von seinem langjährigen Konkurrenten, Weggefährten und Freund war Hirscher seine Rührung anzumerken.

"Felix hat gerade sehr viel in mir bewegt", sagte Hirscher in seiner Dankesrede. "Danke für so einen Abschluss. Es war der letzte große Auftritt und die letzte große Auszeichnung. Felix hat dazu beigetragen, dass es sehr emotional war."

Hirscher dankte Neureuther mehrfach für sein Kommen und seine Worte, denn das sei nicht selbstverständlich. "Mir war nie bewusst, dass ich dem Felix so weh getan habe in all den Jahren, in denen wir gemeinsam und gegeneinander gefahren sind", meinte Hirscher mit einem Augenzwinkern, um dann ernst fortzufahren: "Er hätte wirklich viel gewonnen ohne mich. Umso mehr freut es mich, dass Felix als Mensch so ist, wie er ist und vor allem, dass er sich die Mühe gemacht hat, nach Wien zu kommen. Das muss er nicht machen und habe ich sehr cool gefunden."

Aber auch Neureuther ließ es sich letztlich nicht nehmen, noch für Lacher zu sorgen, als er meinte: "Es hat nicht nur eine ganze Nation geweint, auch ich habe geweint, weil ich mich gefragt habe, wieso hatte der Hirscher den Gedanken (zum Rücktritt, Anm.) nicht schon vor zehn Jahren."

Vor diesem Tag hat sich Hirscher "gefürchtet"

Hirscher hatte im Sommer seine einzigartige Ski-Karriere beendet, den Auftakt in die neue Saison in Sölden verfolgte der "Ski-Pensionist" vor dem Fernseher.

"Ich habe mich vor dem Tag echt gefürchtet", gab Hirscher zu. "Ich habe mir gedacht, wie wird das sein? Es war komplett wider Erwarten. Ich bin da gesessen und es hat sich wirklich gut angefühlt."

Wehmut sei bei den Bildern vom traumhaften Weltcup-Auftakt aber keine aufgekommen. "Die kommt erst jetzt so langsam, wenn daheim der erste Schnee fällt. Da denke ich mir, jetzt gehe ich einmal Skifahren. Aber das ist das erste Mal, dass ich dran denke", sagte der im September zurückgetretene achtfache Gesamtweltcupsieger.

Vor dem Weltcup-Auftakt hatte der 30-Jährige aber auch andere Gedanken. "Am Samstag, einen Tag vor Sölden, dachte ich mir: Wie ist es mir in all den Jahren gegangen, an diesem beschissenen Tag, einen Tag vor dem Start? Ich möchte jetzt nicht tauschen", erinnerte er an die Zeit vor dem Saisonstart, wo niemand weiß, wie er im Vergleich mit der Konkurrenz steht.

Hirscher: ORF hat noch Potenzial

Bemerkt hat er als TV-Zuseher, "auch wenn der ORF sich sehr viel Mühe gibt, aber wir haben noch sehr viel Potenzial, das so rüberzubringen, wie es sich in echt anfühlt". Es sei so schwer, zum Beispiel die Steilheit des Hanges in Sölden zu vermitteln.

In der Vergangenheit betrieb Hirscher Videostudium der Konkurrenz, aber auch als Fernseh-Konsument fiel ihm einiges auf: "Klar sieht man vieles, man sieht wahnsinnige Tendenzen, man sieht Materialverschiebungen, man sieht Entwicklungen. Spannend."

Wenn er Zeit habe, werde er auf jeden Fall auch in Zukunft die Skirennen am Fernseher verfolgen. "Aber wenn das Wetter schön ist, gehe ich eine Skitour oder selbst Ski fahren."

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Textquelle: © LAOLA1.at

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