Fivers mit Hiobsbotschaft gegen Übermacht

Fivers mit Hiobsbotschaft gegen Übermacht Foto: © GEPA
 

Schon der Einzug in die Gruppenphase der EHF European League war für die Fivers WAT Margareten nach zehnjähriger internationaler Absenz ein großer Erfolg.

Der Aufstieg ins Achtelfinale wurde umso frenetischer gefeiert, nun wartet mit den Füchsen Berlin im Heim-Hinspiel am Dienstag (20:45 Uhr) das vielleicht größte Spiel der Klub-Geschichte. Und just da fällt Aushängeschild Lukas Hutecek aus.

Österreichs Nationalteamspieler zog sich am Wochenende beim 35:32-Sieg im Cup-Viertelfinale gegen Krems im Finish einen Bruch des kleinen Fingers an der Wurfhand zu und muss operiert werden. Die Ausfalldauer könnte bis zu fünf Wochen betragen.

"Ohne ihn wird es schwierig, er ist unser Um und Auf", gesteht Manager Thomas Menzl.

Auch mit Hutecek riesiger Außenseiter

Die Partie wäre aber auch mit dem künftigen Lemgo-Legionär (ab Sommer) eine äußerst große Herausforderung geworden. Zwar verloren die in Deutschlands Liga viertplatzierten Füchse das Topduell mit Magdeburg am Sonntag auswärts 24:29. Ihre Bilanz in der EL-Gruppenphase kann sich aber sehen lassen.

6 Siege, 2 Unentschieden und 2 Niederlagen, letztere wegen coronabedingter Absagen, brachten Platz eins in Gruppe 2 vor u.a. Nimes, Kristianstad aus Schweden und Sporting Lissabon. Die Deutschen gehen jedenfalls als klarer Favorit in die Begegnung.

"Wir haben dieses Jahr schon überraschen dürfen. Wir wollen es noch einmal wissen", erklärt Eckl. Auch der langjährige Erfolgscoach der Fivers war sich der Größe der Aufgabe bewusst. "Es ist ein Spiel, vor dem man vielleicht auch ein wenig Bammel hat. Da müssen wir alles zusammennehmen, um dagegenzuhalten. Wir wollen sie ärgern und ein geiles Spiel machen", betont der Wiener.

An die Leistung von 1985, als man im Halbfinale des EHF-Cups an Baia Mara aus Rumänien scheiterte, wird man diesmal wohl nicht herankommen.

Kein Geld zu verdienen

Finanziell hat sich das "Abenteuer" bisher jedenfalls nicht ausgezahlt, immerhin werde man "pari aussteigen", wie Manager Thomas Menzl erklärt. Man habe "sehr viele Sponsoren dazu motivieren können, Beiträge zu leisten", um die Kosten zwischen 100.000 und 120.000 Euro stemmen zu können.

Auch im Achtelfinale sei vom europäischen Verband (EHF) nicht viel zu erwarten. Immerhin erhalte man zu den Kosten von rund 20.000 Euro einen 9.000-Euro-Zuschuss.

Dennoch habe man "Lust bekommen. Ich denke, es war die richtige Entscheidung, und wir werden vermutlich auch in der kommenden Saison wieder für den Europacup nennen", sagt Menzl. "Auch wenn die Spieler dann noch schneller weg sind."

Neben den bereits fix abgehenden Hutecek und Nikola Stefanovic (Balingen-Weilstetten) könnte mit Tobias Wagner ein weiterer ÖHB-Teamakteur die Fivers nach dem Sommer verlassen.

Das ist der Gegner

Die Füchse sind ein vergleichsweise junger Verein und - abgesehen von den Jahren 1981 bis 1986 - erst seit 2007 im Oberhaus vertreten.

Zum Fix-Inventar gehörte zwischen 2006 und 2011 auch der nunmehrige West-Wien-Manager Konrad Wilczynski, der sich dabei einmal zum Torschützenkönig in der wohl besten Liga der Welt krönte.

Meistertitel haben die Berliner zwar noch keinen am Konto, sie sind allerdings Champions-League-erprobt und haben bereits zweimal den EL-Vorgänger EHF-Cup gewonnen (2015, 2018).

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