Europa liegt vor den Einzel-Duellen klar zurück

Europa liegt vor den Einzel-Duellen klar zurück Foto: © getty
 

Nach seinem historischen Ryder-Cup-Debüt hätte Bernd Wiesberger beim Kontinental-Vergleich der zwölf besten Golfer Europas und der USA fast sein erstes Erfolgserlebnis gefeiert. Zusammen mit dem Norweger Viktor Hovland führte der Österreicher am Samstag in Whistling Straits beim "klassischen Vierer" gegen Jordan Spieth und Justin Thomas nach sechs Löchern schon 3:0, verlor aber am Ende mit 2 Auf.

Europas Aufholjagd schlug insgesamt fehl, nach Abschluss der 16 Doppel (2x Vierer, 2x Bestball) führen die USA noch immer klar mit 11:5. Dem US-Team fehlen vor dem Schlusstag noch dreieinhalb Punkte, um die begehrte Trophäe wieder nach Nordamerika zu holen., Europa benötigt neun Siege in den zwölf Einzel-Partien, um den Titel zu verteidigen. Wiesberger spielt im Einzel in der 7. Partie gegen den 31-jährigen und vierfachen Major-Sieger Brooks Koepka.

Beim wegen der Pandemie um ein Jahr verschobenen, 43. Ryder Cup ist Gastgeber USA in Wisconsin klarer Favorit, tritt man doch mit einem Team an, in dem acht der zwölf Spieler in den Top Ten der Weltrangliste aufscheinen. Europa hat mit dem Spanier Jon Rahm zwar den Weltranglisten-Ersten in der Mannschaft, nächstbester ist aber Hovland erst auf dem 14. Platz. Gleich sieben der siegreichen Spieler von Paris 2018 stehen ebenfalls im Team Europa, darunter einige deutlich über 40-Jährige.

Das und die fehlenden Europa-Fans führte dazu, dass die Gäste am durchwachsenen ersten Tag am Lake Michigan mit 2:6 in Rückstand gerieten. Stützen wie Rory McIlroy ließen dabei massiv aus. Der Nordire kam deshalb am Samstag-Vormittag erstmals in seiner Ryder-Cup-Karriere nicht zum Einsatz. Wiesberger erhielt hingegen viel Lob für sein Debüt und deshalb bei den Samstag-Foursomes (Klassischer Vierer) eine weitere Chance, obwohl er am Freitagnachmittag im Bestball an der Seite des 44-jährigen Engländers Paul Casey verloren hatte.

Dass Kapitän Padraig Harrington mit Wiesberger den ersten Österreicher und mit dem 24-jährigen Hovland den ersten Norweger beim Ryder Cup und damit zwei Rookies Samstagfrüh gemeinsam auf die Runde schickte, zeugte von Courage. Die beiden Neulinge spielten mit wärmenden Mützen gegen die routinierten Spieth und Thomas zunächst auch ganz stark, lagen nach drei Löchern zwei und nach sechs Bahnen sogar schon drei Löcher voran.

Auf der Sieben verschob der Österreicher aber den Putt zur Lochteilung und auch auf der Neun und Zehn ging der Lochgewinn an das Team USA, das damit innerhalb von nur vier Spielbahnen ausgleichen konnte. Eine eingebohrte und unspielbare Ball-Lage aufseiten ihrer Gegner auf der Elf brachte Wiesberger und Hovland aber nochmals mit 1 Up in Führung.

Wiesberger und Hovland verlieren gegen Spith Thomas auf der 18

Vier Löcher vor Schluss war diese nach einem gelochten 5-Meter-Putt der Amerikaner aber wieder weg und auf der 15 gingen Spieth/Thomas erstmals in dieser Partie überhaupt in Führung. Mit einem versenkten Eagle-Putt gegen das Birdie von Wiesberger/Hovland sorgte Spieth dann auf der 16 für die vermeintliche 2:0-Vorentscheidung. Eine "geschenkte" 17 nach völlig misslungenem US-Abschlag brachte die beiden Rookies aus Europa zwar nochmals heran, der Ausgleich auf der 18 gelang nach einem verzogenen Drive von Hovland und einem misslungener Alles-oder-Nichts schlag von Wiesberger aber nicht mehr.

Am Vormittag gewannen vor 40.000 Zuschauern nur die Spanier Rahm und Sergio Garcia ihr Match für Europa. Die restlichen drei Partien gingen an die Profis von US-Kapitän Steve Stricker.

Im Bestball am Nachmittag konnten die Europäer die Duelle deutlich ausgeglichener gestalten. Wieder waren es Rahm/Garcia, die einen Punkt gegen Brooks Koepka/Jordan Spieth eroberten. Für den Ryder-Cup-Rekordler Garcia war es der bereits 25. Matchgewinn bei seiner insgesamt zehnten Teilnahme.

Shane Lowry und Tyrrell Hatton holen den fünften Punkt für Europa

Shane Lowry und Tyrrell Hatton holten - gegen Tony Finau/Harris English - ebenfalls einen Sieg. Weiter hinter den Erwartungen zurück blieb hingegen neuerlich McIlroy, der mit Ian Poulter gegen Dustin Johnson/Collin Morikawa ziemlich chancenlos war. Da auch noch Hovland mit Tommy Fleetwood eine Niederlage kassierte, haben die US-Amerikaner vor dem Schlusstag alle Trümpfe in der eigenen Hand. Da stehen noch 12 Einzel auf dem Programm.

Den Herausforderern fehlt nach der guten Performance an den ersten beiden Tagen nicht mehr viel, 14,5 Punkte reichen um die Europäer zu entthronen. "Wir brauchen einen unglaublichen Tag, aber es ist noch etwas möglich, wir werden alles versuchen", dachte Lowry noch nicht ans Aufgeben.

Die zwölf finalen Duelle zwischen USA und Europa im Einzel lauten:

18:04 Uhr: Xander Schauffele - Rory McIlroy
18:15 Uhr: Patrick Cantlay - Shane Lowry
18:26 Uhr Scottie Scheffler - Jon Rahm
18:37 Uhr: Bsyson DeChambeau - Sergio Garcia
18:48 Uhr: Collin Morikawa - Viktor Hovland
18:59 Uhr: Dustin Johnson - Paul Casey
19:10 Uhr: Brooks Koepka - Bernd Wiesberger
19:21 Uhr: Tony Finau - Ian Poulter
19:32 Uhr: Justin Thomas - Tyrrell Hatton
19:43 Uhr: Harris English - Lee Westwood
19:54 Uhr: Jordan Spieth - Tommy Fleetwood
20:05 Uhr: Daniel Berger - Matt Fitzpatrick

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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