Tampa Bay vs. Kansas City: Darauf wird es ankommen

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Wenn sich die NFL vor Beginn dieser aus bekannten Gründen nicht ganz einfachen Saison eine Super-Bowl-Paarung wünschen hätte können, Tampa Bay Buccaneers gegen Kansas City Chiefs wäre wohl im Favoritenkreis gewesen.

Die Haupt-Storyline des Duells von Super-Bowl-Stammgast Tom Brady (diesmal in anderer Uniform) gegen seinen potenziellen "Nachfolger" als Anführer einer Dynasty, Patrick Mahomes, ist einfach zu reizvoll.

Aber dieses Matchup hat natürlich viel mehr zu bieten als das Kräftemessen zweier Spielmacher-Generationen.

Das wissen nauch unsere User "MatB" und "TheLucky", die sich in ihrer Preview intensiv den vielen Stärken und paar Schwächen der beiden Kontrahenten widmen.

TAMPA BAY BUCCANEERS:

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by TheLucky

Früh im Jahr 2020 versetzte eine Meldung eine ganze Sportwelt in Aufregung – Tom Brady verlässt die New England Patriots und heuert bei den Tampa Bay Bucceneers an.

Die Debatten gingen los: Kann Tom Brady eine Franchise, die seit Jahren nichts gewonnen hat, aber einen durchaus talentierten Kader besitzt, nochmals stärker machen? War Bill Belichick der Vater des Erfolgs und Tom Brady nur beim richtigen Team unter Vertrag? Kann Tom Brady in diesem Alter überhaupt noch eine Leistung abrufen, um ein Team tief in die Playoffs führen?

Die meisten Fragen beantwortet der Altmeister mit einer Saison, die zwar nicht immer komplett souverän und grandios verlief, aber trotz allem in einer Super Bowl Teilnahme (übrigens die erste für ein Heimteam) gipfelte.

Nun aber die entscheidende und in diesen Zeiten wichtigsten Frage: Kann Tom Brady mit seinen Bucs dieser Offensive der Kansas City Chiefs um Mahomes, Hill, Kelce und Co. gefährlich werden und sich somit seinen SIEBENTEN Ring an die Finger stecken?

Vieles spricht für die Kansas City Chiefs, die eines der offensiv besten Teams aller Zeiten aufs Feld schicken, doch wer dabei denkt, dass die Tampa Bay Buccaneers keine Chancen haben werden – der wird sich meiner Meinung nach irren.

Zum einen haben die Bucs mit Tom Brady einen Altmeister in ihren Reihen, der jede Menge Erfahrung mit sich bringt. Mit seinen stolzen 43 Jahren hat er nicht nur unzählige Spiele in der NFL absolviert, nein er steht auch bereits in seiner ZEHNTEN Super Bowl – damit sollte er seine Mitspieler ideal auf dieses Spiel einstellen können.

Zum anderen sind die Buccaneers die Turnovermaschine der Playoffs, sagenhafte 41 Punkte hat Brady mit seiner Offense nach einem Turnover aufs Board gezaubert (Es fehlen übrigens nur noch 7 Punkte, um den Alltime-Rekord der Packers zu knacken.)

Und um genau diese Turnover zu erzwingen, ist eines notwendig – nämlich eine gute und funktionierende Defense. Bereits in Week 12 standen sich die beiden Teams gegenüber, vor allem das erste Quarter wird sich Defensive Coordinator Todd Bowles nochmals genau ansehen, denn dort schenkten die Chiefs den Buccaneers 28 Punkte ein. Und genau daran wird Bowles mit seinen Mannen gearbeitet haben, um so etwas nicht mehr zuzulassen, die Defense wird stabiler auftreten und versuchen die Big Plays der Chiefs Offense zu verhindern & selbst Big Plays wie Turnover zu kreieren.

Und genau hier geht es gleich weiter zum nächsten Aspekt, der für die Franchise aus Florida spricht. Die Defense wird versuchen die Line of Scrimmage zu dominieren, wo bei den Chiefs bis auf Center Austin Reiter alle Starter der O-Line verletzt ausfallen. Durch die starke D-Line rund um die Sackmonster Shaquil Barrett und Jason Pierre-Paul wird Mahomes zum Zaubern gezwungen werden, denn auch gegen den Lauf stehen mit Suh, Vita Vea und den beiden Linbackern Devin White und Lavonte David gute Spieler zur Verfügung.

Aber auch wenn die Defense nicht den hohen Erwartungen gerecht wird, sollte die Offensivabteilung rund um Quarterback Tom Brady einen Shootout mitgehen können, die benötigten Waffen dafür haben sie auf alle Fälle. Mit Evans, Godwin und dem pfeilschnellen Miller stehen mindestens drei starke Receiver zur Verfügung – denen in der Heim-Super-Bowl wohl nicht mehr derart viele Bälle durch die Finger gleiten werden wie in den restlichen Playoff Spielen.

Brown bleibt hier das einzige Fragezeichen, ob er spielen wird oder eben nicht, aber auch ohne ihn kommen mit Brate und Gronkowski zwei weitere Allzweckwaffen hinzu. Wobei Gronkowski in den letzten Spielen mit seinen grandiosen Blocking Skills eher im Laufspiel eingesetzt wurde – auch hier zeigte sich Tampa Bay in den Spielen gegen die Saints und Packers deutlich stärker als davor. Das lag vor allem an den wiedererstarkten Running Back Leonard Fournette, der immer noch in der Lage ist, den Ball in die gegnerische Endzone zu bugsieren.

Auf der Gegenseite wartet eine Defense, die zwar im Spiel gegen die Buffalo Bills aufgezeigt hat, vor der sich aber weder Tom Brady noch seine Offensivkollegen fürchten müssen – Platz 20 in der Regular Season.

Analysen, Ranglisten, Prognosen hin oder her, in der Nacht von Sonntag auf Montag findet das Endspiel der National Football League statt, mit dem jeweils besten Team ihrer Conference. Es wird drauf angekommen, welches Team die bessere Tagesverfassung hat, welches Team weniger Fehler macht, welches Team den besseren Gameplan hat und vor allem welches Team das benötigte Quäntchen Glück auf seiner Seite hat.

Aber was man auf alle Fälle bereits jetzt sagen kann, vor allem in Zeiten wie diesen, endlich wieder ein bisschen Normalität. Auf ein spannendes Spiel.

KANSAS CITY CHIEFS:

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by MatB

Leider hatte unser Chiefs-Fan marver711 keine Zeit, daher darf ich als Fan der Verlierermannschaft im AFC-Championship-Game das Wie und Warum schreiben, das Mahomes und die Chiefs zum Super Bowl Triumph und somit zur erfolgreichen Titelverteidigung führt.

Der Letzte, der dies schaffte – ja richtig der Gegner in dieser Super Bowl – "Alt"meister Tom "G.O.A.T." Brady.

Da unser Brady- und Bucs-Fan TheLucky die Vorschau zu den Bucs schreibt, ist diese Super-Bowl-Preview fest in Waldviertler Hand, da wir beide daher stammen.

Aber genug dem Vorgeplänkel, davon gibt's bis zum Ankick am Sonntag noch genug.

Nach dem Championship Game gegen die Bills stellt sich für mich die Frage: Wer soll diese Chiefs stoppen? Ich habe die Saison über immer wieder den Satz fallen lassen, sie springen nur so hoch sie müssen. Gegen die Bills war das schon eine andere Hausnummer. Ich hatte nie das Gefühl, dass da was zu holen ist.

Sicherlich man kann jetzt den Grund bei Allen und seinem schlechten 3. Quarter suchen, oder bei der Defense der Bills, oder dem Gameplan, den ich mehr als falsch empfand.

Man kann aber auch, so wie ich es auch mache bzw. gemacht habe, den Sieg bei den starken Chiefs suchen. Mahomes hatte seine Freude mit wenig Druck und seinem fast immer offenen TE Kelce, dazu noch Big Plays mit Hill, da braucht es gar kein starkes Laufspiel.

Aber kommen wir im speziellen zur Offense. Mahomes zeigte sich gegen die Bills in keinster Weise beeinträchtigt, weder durch die Gehirnerschütterung noch durch die große Zehe der "Chiefsnation". Jetzt 2 Wochen später sollte es keine Probleme mehr bereiten und Mahomes in Vollbesitz seiner Kräfte sein.

Rookie RB Clyde Edwards-Helaire, von dem wir in den Playoffs noch nicht wirklich etwas gesehen haben, ist auch wieder im Vollbesitz seiner Kräfte und mit ihm werden die Chiefs ein anderes Laufspiel aufziehen können, was wieder mehr Freiraum für das Passen bedeutet. Für das Fangen dieser Pässe kann auch wieder Sammy Watkins sorgen, der die letzten Spiele verletzt aussetzen musste, jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit gegen die Bucs spielen kann.

Mit ihm haben die Chiefs noch eine Waffe mehr, um die eventuell auftretenden Schwächen der angeschlagenen, aber aktiven, Bucs-Safeties Jordan Whitehead und Rookie Antoine Winfield Jr. ausnützen zu können. Genau diese Schwächen gilt es auszunützen, denn die Secondary ohne diese beiden bei 100 Prozent ist nicht die stärkste und Mahomes mit seinen Receivern – TE Kelce, WR Hill, WR Watkins, WR Hardman – wird das unweigerlich ausnutzen. In der Super Bowl gibt’s ja oft Receiver, die vorher nicht so im Rampenlicht gestanden sind, daher würde ich eine Auge auf Byron Pringle haben.

Die größte "Schwachstelle" der Chiefs ist die O-Line. Nicht die O-Line an sich, sondern die vielen Ausfälle. So sind 4 von 5 vorgesehenen Startern in der Super Bowl nicht dabei, einzig 7th Round Center Austin Reiter steht noch zur Verfügung. Mit Eric Fisher fällt nun auch noch einer der besten LT der Liga aus. Die O-Line der Chiefs sind nun vermutlich so aus:

LT Mike Remmers (ersetzte an Spieltag 7 Mitchell Schwartz und kam als undraftet Free Agent 2012 in die Liga)
LG Nick Allegretti (7th Rounder im Draft 2019)
C Austin Reiter (7th Rounder im Draft 2015)
RG Stefen Wisniewski (kam erst im November per Waiver von den Steelers)
RT Andrew Wylie (Undrafted Free Agent 2017)

Ich sehe es eigentlich nicht als so große Schwächung. Sie haben DIE CHANCE ihres Lebens, die Super Bowl zu holen und noch dazu einen großen Beitrag zu leisten. Darüber hinaus bin ich auch von Andy Reid überzeugt, der sie dorthin bringt um eine große Performance abzuliefern.

Kommen wir nun zur Defense - jene Defense, welche die letzten Jahre immer im Schatten der Offense stand. Vor Mahomes, Hill, Kelce und wie sie alle heißen mögen, war eben jene Defense das Prunkstück der Chiefs. Mit den oben genannten Namen hat sich nun einiges geändert. Aber sie ist auch nicht so schwach, wie es immer wieder den Anschein hat. Für mich war die Defense der Grund für den Sieg gegen die Bills von vor 2 Wochen.

In dem Spiel hat sie voll "zugebissen", immer Druck auf Allen ausgeübt und dabei die Receiver nicht vergessen. Genau hier sehe ich den Knackpunkt. Allen brachte nur 4 von 24 Versuchen mit mehr als 20 Yards Raumgewinn an den Mann, es gab nicht wirklich Big Plays bis auf einen 37 Yards Pass. Eben jene Big Plays, die die ganze Saison über die Bills so stark gemacht haben.

Genau diese Spielphilosophie hat auch Bruce Arians, der immer wieder auf Big Plays setzt, statt hier und da mal den kurzen Raumgewinn zu nehmen. Er hat sich auch die ganze Saison über nicht geändert, was sicher auch zu einigen Niederlagen geführt hat. Also warum sollte er diese Philosophie gerade in der Super Bowl ändern?

Die Chiefs werden genauso wie schon in Week 12 versuchen, Druck auf Brady auszuüben, um nach Möglichkeit daraus wieder Interceptions zu kreieren. In Week 12 waren es deren 2.

Genau darauf wird es ankommen: Wer weniger Fehler macht, wird das Spiel gewinnen und da sehe ich bei den Bucs wesentlich mehr Fragezeichen als bei den Chiefs, die für mich als Mannschaft wesentlich gefestigter wirken und besser eingespielt scheinen als die Bucs. Und wenn es ganz eng wird, entscheiden oft die Special Teams, auch hier sehe ich leichte Vorteile bei den Chiefs, sowohl im Returning als auch bei Kicker Harrison Butker.


Also was denkt ihr, wer wird eher das bessere Ende für sich haben und - da wir ja gerne etwas mehr in die Tiefe gehen - warum?

Textquelle: © LAOLA1.at

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