NFL-Playoffs: Baltimore-Aufholjagd zu spät

Aufmacherbild Foto: © getty
 

Defense wins Championships - aber für die beste Defense der Regular Season sind die NFL-Playoffs nach dem Wildcard-Wochenende wieder vorbei.

Die Baltimore Ravens (Seed-Nr. 4 der AFC) unterliegen den Los Angeles Chargers (5) 17:23.

Und dabei entwickelt sich das Spiel längste Zeit tatsächlich zur Defensiv-Schlacht, allerdings mit dem klar besseren Bild für die Chargers. Das Ergebnis ist letztlich knapper als der Spielverlauf.

Rookie-Quarterback Lamar Jackson bekommt lange überhaupt keinen Fuß auf den Boden und läuft zur Halbzeit nach 2/8 komplettierten Pässen, nur 17 Yards und einer Interception sogar Gefahr, für Joe Flacco auf der Bank zu landen.

Kein einziger Spielzug in der gegnerischen Hälfte wird von den Ravens bis dahin gespielt, sie werden auch zwei Mal per Turnover vom Ball getrennt.

Die LA-Offense rund um Philip Rivers funktioniert auch nur mäßig, erarbeitet sich durch vier Field Goals aber zumindest eine 12:0-Führung.

Erst im letzten Viertel legen die Offenses zu und bringen auch Touchdowns auf das Board, eng macht es Baltimore aber erst zwei Minuten vor Schluss - zu spät, weil die Chargers nichts mehr anbrennen lassen. Ein Fumble von Jackson beendet auch die letzte Hoffnung auf eine Wende 20 Sekunden vor dem Ende.

Die Los Angeles Chargers fahren am kommenden Divisional-Wochenende zu den New England Patriots (AFC-Nr. 2).

BALTIMORE RAVENS (4) vs. LOS ANGELES CHARGERS (5) 17:23

SCORING:

Q1:

0:3: Michael Badgley - 21-Yard-Field-Goal (6:59 Minuten)

0:6: Michael Badgley - 59-Yard-Field-Goal (1:08 Minuten)

Q2:

0:9: Michael Badgley - 40-Yard-Field-Goal (3:22 Minuten)

0:12: Michael Badgley - 34-Yard-Field-Goal (0:00 Minuten)

Q3:

3:12: Justin Tucker - 31-Yard-Field-Goal (8:30 Minuten)

Q4:

3:20: Melvin Gordon - 1-Yard-Touchdown-Run (14:44 Minuten, Two-Point-Conversion-Pass auf Mike Williams erfolgreich)

3:23: Michael Badgley - 47-Yard-Field-Goal (9:09 Minuten)

10:23: Michael Crabtree - 31-Yard-Touchdown-Pass von Lamar Jackson (6:33 Minuten, Extrapunkt durch Justin Tucker)

17:23: Michael Crabtree - 7-Yard-Touchdown-Pass von Lamar Jackson (1:59 Minuten, Extrapunkt durch Justin Tucker)

Baltimore beginnt sehr nervös

Erst am vorletzten Wochenende der Regular Season begegneten sich die beiden Teams zuletzt. Und da wie dort wurden die Lehren aus dem 22:10-Auswärtssieg der Ravens in Los Angeles gezogen, was zu Beginn vor allem eins bedeutet: Kein Raum für die Offenses.

Dazu kommt ein fehleranfälliger Auftritt der Baltimore-Offense, die in ihren beiden ersten Drives gleich drei Fumbles produziert, der dritte gehört auch tatsächlich dem Gegner.

Diese Nervosität der mit Rookies gespickten Offensivabteilung schenkt den Chargers eine gute Ausgangsposition, die aus kurzer Distanz aber nur zu einem Field Goal genutzt werden kann. Kurz muss man auch um Melvin Gordon bangen, der auf dem Weg vor die Endzone eine leichte Knieverletzung erleidet, später aber zurückkehrt.

Auch der dritte Ballbesitz der Ravens ist nach einem First Down schnell wieder Geschichte. Ein guter Punt Return bringt die Chargers zurück in die gegnerische Hälfte, die starke Baltimore-Defense ist aber am Posten.

Aus 59 Yards macht Kicker Michael Badgley das zweite Field Goal, so führen die Chargers nach einem Viertel mit 6:0.

Gastgeber bleiben fehleranfällig

Auf eine Trendwende wartet man im zweiten Viertel vergebens. Die Ravens produzieren ein Three-and-Out, die Chargers machen es nach einem First Down nur unwesentlich besser - immerhin sieht man den ersten längeren Pass des Spiels von Rivers auf Allen. Ein vergleichsweise leichtes 3rd-and-2 endet aber mit einem leichten Drop, damit auch der Drive.

DAZN zeigt alle Spiele der NFL-Playoffs LIVE. Hol dir jetzt dein Gratismonat!

Doch die Gastgeber bleiben mit dem Ball fehleranfällig. Moore kann einen Jackson-Pass nicht fangen, Phillips geht dazwischen und verbucht nach der Fumble Recovery auch eine Interception.

Die Chargers arbeiten sich fast in die Redzone vor, scheitern aber am Touchdown und müssen sich mit dem dritten Field Goal des Spiels begnügen.

Der 0:9-Rückstand zu diesem Zeitpunkt ist der größte, den Jackson seit seiner Übernahme als Starting-QB der Ravens sieben Spiele vor Ende der Regular Season zu verkraften hatte. Und anfangs wirkt es nicht so, als brächte der 21-Jährige sein Team ins Spiel zurück.

Sechs Incompletions in Folge, der nächste Drive wieder schnell am Ende, bis dahin ein Passer-Rating von 0,0 - so souverän Jackson zum Start seiner Karriere mit sechs Siegen aus sieben Partien schien, zu diesem Zeitpunkt wirkt er hilflos und fast fehl am Platz.

LA bedankt sich, wenn auch nicht mit Touchdown: In den letzten zwei Minuten der Halbzeit arbeiten sich die Chargers mit gutem Zeitmanagement nach vorn, Badgley kickt auch ein viertes Field Goal zum 12:0-Halbzeitstand.

Mit 99 Yards spielt Rivers unauffällig, aber fehlerfrei, während Jackson nur mit 31 Rushing Yards halbwegs aufzeigen kann. Die Ravens spielen in den ersten 30 Minuten kein einziges Play in des Gegners Hälfte - Joe Flacco wärmt sich vorsichtshalber auf, soll aber nicht zum Einsatz kommen.

Baltimore-Defense mit Big Plays

12 Punkte Unterschied zu Beginn der zweiten Halbzeit: Das Geschehen auf dem Spielfeld spricht zwar eine eindeutige Sprache, der Score tut es aber nicht.

BALTIMORE RAVENS:

Name

Passing Yards Rushing Yards Receiving Yards
Lamar Jackson 194 (2 TD, 1 INT) 54
Kenneth Dixon 53
Willie Snead IV 50
Michael Crabtree 38 (2 TD)
Mark Andrews 31
Gus Edwards 23
Kenneth Dixon 13
John Brown 14
Maxx Williams 8

Zu Beginn des dritten Quarters scheint es aber zuerst so, als könnten die Gäste die Partie endgültig auf ihre Seite ziehen. King eröffnet den zweiten Durchgang mit einem 72-Yard-Return, fast in die gegnerische Redzone.

Nach nur drei weiteren Yards Raumgewinn tritt Badgley zum fünften FG-Versuch an, doch es gibt das erste Big Play der Ravens: Ein Block, der Ausbau der Führung misslingt den Chargers.

Zwar findet Jackson im ersten Drive nach der Pause immer noch nicht ins Spiel, dafür ist die Baltimore-Defense voll da. Sie erzwingt einen Fumble tief in der gegnerischen Hälfte und setzt so die ersten Spielzüge im Territorium der Chargers für ihre Offense auf.

Das Ergebnis? Nicht überragend, aber mit einem Field Goal immerhin die ersten Punkte für das Heimteam.

Und kurz scheint es so, als würde das Momentum kippen. Weil die Ravens-Defense ihre Aufgabe wieder erfüllt, die Chargers schnell gestoppt werden und der erzwungene Punt sogar geblockt wird! Wieder geht es mit aussichtsreicher Position für Jackson und Co. los.

Und weil es in der Luft weiterhin so gar nicht klappen will, geht Jackson selbst an die LA17 - wird allerdings durch einen Holding-Call zurückgepfiffen. Wieder muss Kicker Tucker zum Field Goal antreten, aber er vergibt. Erst das zweite Mal in seiner langen Postseason-Karriere (insgesamt 30/32).

So geht der Ball wieder zu den Chargers, und erstmals in diesem Spiel kann eine Offense so richtig aufzeigen: Ein längerer Pass bringt Rivers und Co. in die Redzone, bis zum Ende des dritten Quarters landet man an der Zwei-Yard-Linie.

Die Schlussphase wird plötzlich wild

Aus dieser Position soll schließlich der erste Touchdown des Spiels gelingen, nicht ohne Konfusion: Gordon verliert den Ball Zentimeter vor der Linie, Baltimore returnt zum vermeintlichen Touchdown.

Die Szene wird noch einmal betrachtet, der Ball bleibt bei den Chargers - und im nächsten Versuch ist Gordon mühelos drin. Weil auch die Two-Point-Conversion sitzt, steht es 20:3 - es scheint zu Beginn des letzten Viertels eine Entscheidung gefallen.

Zumal die Ravens wieder nichts mit dem Ball anfangen können, ihn nach einem Three-and-Out wieder abgeben, und die Bolts wieder Punkte aufs Board bringen. Ein 47-Yard-FG zum 23:3 lässt die Angelegenheit noch deutlicher erscheinen.

LOS ANGELES CHARGERS:

Name

Passing Yards Rushing Yards Receiving Yards
Philip Rivers 160 (22/32, 0 TD, 0 INT) 15
Melvin Gordon 40 (1 TD) 3
Mike Williams 42
Keenan Allen 37
Austin Ekeler 29 14
Antonio Gates 35
Travis Benjamin 11
Tyrell Williams 9
Virgil Green 8

Doch mit dem Mute der Verzweiflung wacht Jackson auf einmal auf. Einige kurze Pässe bringen die Gastgeber in Position, auf einmal der 31-Yard-Pass auf Crabtree in die Endzone - man lebt noch!

Fast noch der Turnaround

Und Los Angeles lässt sich kurz beeindrucken. Schnell muss man den Ball abgeben, wieder holt die Offense des AFC-North-Champions das Maximum heraus. Mit kurzen Spielzügen arbeitet man sich nach vorn, dann findet Jackson Dixon, der sich an die 11-Yard-Linie der Chargers vorarbeitet.

Wenige Spielzüge später ist erneut Crabtree gefunden, der aus zwei Receptions zwei Touchdowns beisteuert. Zwei Minuten auf der Uhr, sechs Punkte Rückstand: Das größte 4th-Quarter-Comeback der Postseason-Geschichte scheint auf einmal machbar.

Denn die Gäste können nur etwas mehr als eine Minute von der Uhr nehmen, aber keinen großen Raumgewinn erzielen. Der Ball wandert wieder zu den Ravens, 45 Sekunden bleiben Jackson und seinen Kollegen.

Aber die Hoffnung erlischt: Ein unaufmerksamer Moment des Quarterbacks, ein Fumble, der Ball bei den Chargers - die damit ihren Aufstieg in die Divisional-Runde fixieren. Ihr achter Sieg im neunten Auswärtsspiel der Saison - einen solchen werden sie auch nächste Woche brauchen, wenn es zu den New England Patriots (AFC-Seed Nummer 2) und damit wieder an die Ostküste geht.

Lamar Jackson beendet seine Rookie-Saison mit sieben Siegen aus neun Niederlagen. Und auch, wenn der jüngste Starting-QB eines Playoff-Spiels aller Zeiten gegen die Chargers sein Können nicht wirklich unter Beweis stellen konnte, wird ihm die Zukunft in Baltimore gehören.

Legenden, junge Wilde und einige etablierte Haudegen. Die Playoff-Quarterbacks dieser NFL-Saison bieten ein breites Spektrum. LAOLA1 mit einem Ranking der Spielmacher:

Bild 1 von 26 | © getty

Eines vorneweg: Der Generations-Wechsel unter den NFL-Quarterbacks ist in vollem Gange. Sechs der Playoff-QBs wurden in den letzten drei Jahren gedraftet, mit Carson Wentz muss ein weiterer Jungstar (abermals) passen. Da diese "Jungen Wilden" logischerweise noch nicht über die Lebensläufe eines Brady oder Brees verfügen können, besteht in solch einem Ranking die Gefahr, Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Wir legen daher diesmal eine Spur mehr Wert auf die Aktualität, ohne aber die gerade in der Postseason so wertvolle Erfahrung außer Acht zu lassen.

Bild 2 von 26 | © getty

12. LAMAR JACKSON (Baltimore Ravens)

Bild 3 von 26 | © getty

Leider muss es einen Letzten geben. In einem in diesem Jahr sehr sehenswerten Feld an Playoff-Quarterbacks ohne "echten" Notnagel (Nick Foles sollte diesen Status abgelegt haben) trifft es Jackson. Hat dieser das Potenzial, dies als Irrtum zu entlarven? Ja, ja und nochmals ja. Seit der Rookie als Starter übernommen hat, führte er die Ravens zu einer 6-1-Bilanz, auch wenn der Großteil der Siege gegen sehr schlagbare Konkurrenz eingefahren wurde (Ausnahme Chargers). Nun wartet die Liga-Elite. Auch diese wird mit der speziellen Mobilität des "werfenden Running Backs" Probleme haben. Was wir noch zu wenig wissen: Wie tut sich Jackson, wenn er mit seinen Händen einen Rückstand aufholen muss? Sofern die Monster-Defense der Ravens überhaupt einen großen Rückstand zulässt...

Bild 4 von 26 | © getty

11. MITCHELL TRUBISKY (Chicago Bears)

Bild 5 von 26 | © getty

Wie Jackson kann auch Trubisky auf eine hervorragende Defense aufbauen, was immer hilft. Zu je weniger Aufholjagden man verdammt ist, umso besser. Der 24-Jährige, der Nummer-2-Pick des Drafts 2017, hat in seiner zweiten Saison einen großen Sprung nach vorne gemacht. Zu konstanten Heldentaten wie mancher Kollege war er jedoch nicht gezwungen. Zur Seite steht ihm ein starkes Laufspiel, zu dem er durchaus einen Beitrag leisten kann - nicht auf Jackson-Niveau, aber allemal erwähnenswert. Die Playoffs sind für junge QBs oftmals Reifeprüfungen. Trubisky hat das Zeug zum nächsten Schritt.

Bild 6 von 26 | © getty

10. DAK PRESCOTT (Dallas Cowboys)

Bild 7 von 26 | © getty

Prescott ist vielleicht nicht der profilierteste Passer in diesem Playoff-Feld, aber durchaus ein Spielmacher, der weiß, wie man Spiele gewinnt. Im dritten Karriere-Jahr erreichte er mit den Cowboys zum zweiten Mal die Playoffs. Statistisch ist sein überraschendes Rookie-Jahr immer noch sein bestes, aber der 25-Jährige hat sich so weit eingependelt, dass man ungefähr weiß, was man bekommt. Funktioniert das Laufspiel um Ezekiel Elliott, ist er eine gute Ergänzung - sowohl in der Luft als auch am Boden. Dass ihm die Cowboys im Saison-Verlauf mit Amari Cooper einen Einser-Receiver "gecheckt" haben, schadet auch nicht.

Bild 8 von 26 | © getty

9. NICK FOLES (Philadelphia Eagles)

Bild 9 von 26 | © getty

Kleiner Fun Fact und Kritik in eigener Sache: Im Vorjahr haben wir "Notnagel" Foles in diesem Ranking der Playoff-Quarterbacks auf dem 12. und letzten Platz geführt. Die Moral der Geschichte ist bekannt. Der 29-Jährige hat uns und vermutlich so ziemlich jeden, der sich mit der NFL beschäftigt, eines Besseren belehrt und darf sich inzwischen Super-Bowl-MVP nennen. In Philadelphia gibt es mit Frühjahr, Sommer, Herbst, Winter und Foles inzwischen fünf Jahreszeiten. Auch diesmal muss der Routinier für das verletzte Franchise-Gesicht Carson Wentz einspringen und rettete die Eagles zumindest einmal in die Playoffs. Vom eigentlichen Potenzial her ist Foles wohl auch diesmal der schwächste Playoff-QB, aber wir wetten nicht mehr gegen "Saint Nick". Auch wenn er diesmal selbst lädiert ist und alle Spiele auswärts bestreiten muss.

Bild 10 von 26 | © getty

8. JARED GOFF (Los Angeles Rams)

Bild 11 von 26 | © getty

Wir kommen bereits relativ früh in jene Regionen des Rankings, wo man bei fast jedem QB eine bessere oder schlechtere Positionierung argumentieren kann. Letztlich ist es wohl eine Mischung aus Geschmacksfrage und Gefühl. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Goff hat eine starke Saison gespielt und ist Teil einer der besten NFL-Offenses, wenngleich man argumentieren kann, dass RB Todd Gurley deren Herzstück ist. Im Saison-Finish hat der Nummer-1-Pick des Drafts 2016 die eine oder andere schwache Partie eingestreut, mit Cooper Kupp fehlte ihm sein Sicherheitsnetz spürbar. Was ebenso fehlt: Der erste Playoff-Sieg. Im Vorjahr fehlte noch die Erfahrung, jetzt gilt es, auch in der Postseason zu liefern.

Bild 12 von 26 | © getty

7 DESHAUN WATSON (Houston Texans)

Bild 13 von 26 | © getty

In diesen Playoffs messen sich einige Super-Bowl-Champions. Diesbezüglich kann Watson, ähnlich wie Goff, nicht mithalten. Schließlich ist es für ihn das Playoff-Debüt. Nachdem die Premieren-Saison des Erstrunden-Picks 2017 mit einer schweren Knieverletzung viel zu früh endete, kehrte er diese Saison auf hohem Niveau zurück. Watson kann seine Gegner durch die Luft und am Boden besiegen und tat dies in der Regular-Season nach einem 0-3-Horror-Start auch mit beeindruckender Konstanz. Seine letzte Interception warf er Mitte November. Trotzdem wird man das Gefühl nicht los, dass mehr ginge, wenn Houstons O-Line nicht so katastrophal wäre und neben Ausnahmekönner DeAndre Hopkins weitere verlässliche Anspielstationen zur Verfügung stünden. Der 23-Jährige hat das Potenzial, einer der ganz Großen zu werden. Die Playoffs bieten dafür die adäquate Bühne.

Bild 14 von 26 | © getty

6. PHILIP RIVERS (Los Angeles Chargers)

Bild 15 von 26 | © getty

Zählt der letzte Eindruck, wäre Rivers hier überbewertet. Das letzte Saison-Viertel des bald neunfachen Familienvaters war nur bedingt schön anzuschauen, alleine in den letzten drei Partien warf er jeweils zwei Interceptions. Aber: Was Rivers bis dahin aufführte, ginge in manchen Saisonen als MVP-Kandidatur durch. Der 37-Jährige verfügt über jede Menge Erfahrung - und auf genau diese wird es ankommen, will er sich im Spätherbst seiner Karriere doch noch den Traum vom Super-Bowl-Triumph erfüllen. An seinem Können als Passer gibt es wenige Zweifel. Nun muss er es abrufen, wenn es darauf ankommt.

Bild 16 von 26 | © getty

5. ANDREW LUCK (Indianapolis Colts)

Bild 17 von 26 | © getty

Hut ab! Die Comeback-Saison von Andrew Luck nach seiner schweren Schulter-Verletzung war mehr als ansprechend, spätestens nachdem er zu Saison-Beginn den Rost abschüttelte. Nach dem Fehlstart in die Saison war es auch dem Star-QB zuzuschreiben, dass die Colts neun ihrer letzten zehn Spiele gewannen und so noch das Playoff-Ticket lösten - der Totalaussetzer in Jacksonville sei also nur am Rande erwähnt. Seine Tendenz, immer wieder Interceptions einzustreuen, hat Luck nicht abgelegt, sie machte ihm jedoch keinen Strich durch die Rechnung. Der 29-Jährige verfügt über Playoff-Erfahrung, auch wenn es nie zum ganz großen Wurf reichte. Dass mit Frank Reich nun ein QB-Guru sein Head Coach ist, könnte helfen.

Bild 18 von 26 | © getty

4. RUSSELL WILSON (Seattle Seahawks)

Bild 19 von 26 | © getty

Der erste von drei Super-Bowl-Siegern in diesen Playoffs. Die ganz große Yardage wird Wilson im Vergleich mit anderen QBs wohl nicht so schnell erwerfen, dafür sind die Seahawks zu lauflastig. Aber das macht nichts: Wenn es auf den entscheidenen Wurf zur richtigen Zeit ankommt, ist der 30-Jährige mit beeindruckender Konstanz zur Stelle. Seine Mobilität und Big-Play-Fahigkeiten sind gefürchtet. Fehler streut er kaum ein (nur 7 Interceptions), vom QB-Rating war dies gar seine beste Saison. Inzwischen verfügt er auch über reichlich Erfahrung, und das macht die Seahawks gefährlich, auch wenn der Roster aktuell vielleicht nicht über die Qualität vergangener Jahre verfügt. Denn Wilson weiß, wie man in den Playoffs gewinnt.

Bild 20 von 26 | © getty

3. TOM BRADY (New England Patriots)

Bild 21 von 26 | © getty

NIE hätten wir gedacht, dass Brady bis 2036 jemals nicht die Nummer eins in diesem Ranking sein würde. Und ja eh, ehrlich gesagt haben wir eh ein wenig Bauchweh - nach oben wie nach unten. Von seinen Verdiensten her wäre es keine Frage, dass der fünfmalige Super-Bowl-Champion die Nummer eins sein müsste. Er ist der beste Playoff-Quarterback aller Zeiten. Punkt. Seine immer noch gute, aber für seine Verhältnisse eher durchschnittliche Saison lässt sich allerdings nicht ganz ignorieren. Zuletzt waren sehr wohl einige Spiele dabei, welche die Frage aufkommen lassen, ob nun doch der Zahn der Zeit am 41-Jährigen nagt. In anderen Rankings ist er deshalb noch weiter nach unten gepurzelt. Wir halten Rang drei für angemessen. Erstens ist es Brady trotz allem jederzeit zuzutrauen, auf den Punkt da zu sein. Zweitens ist dies auch als Lob an die beiden Erstplatzierten zu verstehen.

Bild 22 von 26 | © getty

2. PATRICK MAHOMES (Kansas City Chiefs)

Bild 23 von 26 | © getty

WOW! WOW! WOW! Mahomes hat gleich in seiner ersten vollen Saison wie ein Blitz eingeschlagen. Würde es irgendjemanden wundern, wenn es hierzulande in einigen Jahren viele Kansas-City-Fans gibt? Seahawks- und Patriots-Fans sind in der jüngeren Vergangenheit ja auch wie die Schwammerl aus dem Boden geschossen. Mahomes steht für spektakulären Football fürs Auge, dank seiner überragenden Statistiken (5097 Passing-Yards, 50 TD-Pässe) ist er der Favorit auf die Auszeichnung zum MVP. Angesichts der eher wackligen Chiefs-Defense wird er auch in den Playoffs sein A-Game auspacken müssen. Für das größte Fragezeichen, nämlich seine Erfahrung, kann er wenig. Die Playoff-Bühne hat schon viele QBs nervös werden lassen. Aber dank seiner Qualität wird er wohl noch viel Playoff-Erfahrung sammeln.

Bild 24 von 26 | © getty

1. DREW BREES (New Orleans Saints)

Bild 25 von 26 | © getty

Die Saison von Mahomes war atemberaubend, als Gesamtpaket entscheiden wir uns aber doch für Können, Präzision und vor allem Erfahrung von Brees. Die Yardage und die Zahl der TD-Pässe war 2018 vielleicht nicht in jenen lichten Höhen von einst, aber das musste sie auch nicht. In Sachen Effizienz war es wohl die beste Saison des Altstars, der am 15. Jänner seinen 40er feiert. Er brachte die beinahe schon absurde Zahl von 74,4 Prozent seiner Pässe an den Mann, womit er seinen eigenen NFL-Rekord brach. Das QB-Rating von 115,7 war das beste dieser Saison und auch das beste seiner eindrucksvollen Karriere. Nur 5 Interceptions sprechen für sich. Brees muss auch nicht mehr so viel hasardieren wie in früheren Jahren. Das Laufspiel um Alvin Kamara und Mark Ingram ist mehr als eine wertvolle Stütze. Die lebende Legende darf sich berechtigte Hoffnungen auf einen zweiten Super-Bowl-Ring machen.

Bild 26 von 26 | © getty

Textquelle: © LAOLA1.at

ÖHB-Schock: Alexander Hermann fällt für WM aus

Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

COMMENT_COUNT Kommentare