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Super Bowl LX: Was für welches Team spricht

Die Seattle Seahawks und die New England Patriots können mit einem Super-Bowl-Sieg beide ihre ganz eigene Geschichte schreiben. Das zeichnet die beiden Teams aus.

Super Bowl LX: Was für welches Team spricht Foto: © GETTY

Am 9. Februar (00:30 Uhr, MEZ) ist es endlich soweit! Die NFL hat ihr Grande Finale: Die Seattle Seahawks bekommen es in Super Bowl LX mit den New England Patriots zu tun.

Und damit auch zwei Teams, die man im Vorlauf der Saison sowas von überhaupt nicht auf der Rechnung hatte.

Um euch bestens auf das große Spiel vorzubereiten, haben sich die LAOLA1-User DM79 und Snoob in dieser Spezial-Ausgabe der User-Endzone Zeit genommen, um euch die beiden Super-Bowl-Vertreter näher vorzustellen.

SEATTLE SEAHAWKS:

von DM79

Ich freue mich, heute meinen ersten aktiven Beitrag zu dieser tollen Community zu leisten. Der respektvolle Umgang und der super Meinungsaustausch waren auch die Gründe für mich, aktiv etwas beitragen zu wollen.

Wie es mein Forum Nickname schon hergibt, bin ich 46 Jahre alt und komme aus Wien, die Super-Bowl-Siege meiner Dolphins habe ich also knapp verpasst. Generell bin ich sehr sportinteressiert und verfolge neben der NFL auch die NHL, die NBA und natürlich die europäischen Fußball-Ligen. 

Mein erster NFL-Kontakt war über eine Juniortüte von McDonald’s - keine Ahnung, wie alt ich damals war, das Schicksal hat mir die Miami Dolphins als Kapperl zugelost und ich bin dabei geblieben.

Wirklich begonnen die NFL zu verfolgen, habe ich dann in den 2000er-Jahren und das wurde dann durch Freunde und Kollegen immer mehr. Jetzt fiebere ich Woche für Woche mit und hoffe, dass ich im Februar auch irgendwann meine Dolphins zu sehen bekomme. 

Super Bowl! …oder was die Seahawks tun können, um sich für 2015 zu revanchieren

Das Endspiel der #1 aus der NFC gegen die #2 aus der AFC (ja, wenn man die Raiders in Runde eins geschlagen hätte, dann wäre es #1 gegen #1) weckt Erinnerungen und je nachdem welchem Lager man angehört, sind das Träume an vergangene Tage oder eben Albträume.

Auf jeden Fall war vor der Saison mit einem solchen Endspiel nicht unbedingt zu rechnen. Einige Analysten hatten die Hawks zum Beispiel auf Platz eins der NFC West, andere auf Platz vier. Das zeigt schon wie auch Experten gewisse Schwierigkeiten hatten, die heurige Saison und die Erwartungshaltung gegenüber dem Team einzuschätzen.

Am Ende wurden die Zweifler eines Besseren belehrt und man steht mit einem 16-3-Rekord aus Regular und Postseason in der Super Bowl. Schauen wir uns nun an, worauf es ankommen wird, auch den letzten Schritt zu gehen.

Offense

Gleich vom Start weg gab es einige Bewegung bei den Hawks. In der Offense wurden die langjährigen Wide Receiver DK Metcalf an die Steelers und Tyler Lockett an die Titans abgegeben. Auf der Quarterback-Position hat man Geno Smith gegen Sam Darnold getauscht und ich denke, nicht wenige haben sich gefragt, ob die Saison von Darnold bei den Vikings ein Ausreißer nach oben war und ob er daran anschließen wird können.

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Mit Sam Darnold hat man einen Glückstreffer gelandet
Foto: ©GETTY

Davon überzeugt war jedenfalls der General Manager der Seahawks, John Schneider, der für 100,5 Millionen US-Dollar für drei Jahre zugeschlagen hat und damit einen Jackpot gelandet hat (für den GM der Vikings ging es dann nicht so gut aus, aber das ist eine andere Geschichte). Jedenfalls hatte man nun mit Sam Darnold und Jaxon Smith-Njigba (ab hier nur mehr JSN) ein neues dynamisches Duo, welches man durch die langjährige Erfahrung des von L.A. releasten Cooper Kupp ergänzt hat.

Dazu kommt ein extrem solides Laufspiel, das allen voran von Kenneth Walker III und Zach Charbonnet (der nun leider verletzungsbedingt fehlt) in deren vierten bzw. dritten Saison befeuert wurde. Zusammen kommen sie auf knapp 1.750 Yards, aber beeindruckender finde ich, dass sie auch auf nur einen Fumble kommen. Das wird auch einer der Schlüssel für die Super Bowl sein.

Wenn es den Seahawks gelingt, das Laufspiel zu etablieren und keine Turnover (Pass und Run Game) zu produzieren, dann wird es für die ebenfalls sehr starke Defense der Pats sehr schwer werden, sie dauerhaft in Schach zu halten. 

Defense

Die Defense hat sich punktuell gut durch DeMarcus Lawrence, der von den Cowboys dazugekommen ist und Nick Emmanwori aus dem Draft verstärkt. Der Letztgenannte wurde auch gleich für den "Defensive Rookie of the Year" nominiert.

War die Defense der Hawks in der Saison 24/25 noch die #11 in Points allowed und die #14 in Yards allowed so haben sie in dieser Saison mit durchschnittlich 17,2 Punkten pro Spiel die wenigsten in der NFL kassiert und sind damit auf Platz eins dieser Wertung. Zudem liegen sie auf Platz sechs in Yards allowed und ebenfalls an sechster Stelle in Defensive Takeaways.

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Mike Macdonald hat der Defense neues Leben eingehaucht
Foto: ©GETTY

Über die gesamte Saison konnten nur die Bucs und die Rams mehr als 24 Punkte gegen die Hawks erzielen, während alle anderen Teams max. 24 Punkte erreichten und auch deutlich weniger (Looking at you Vikings).  

Da könnte man fast meinen, wann auch immer eine Seattle-Defense einen Spitznamen bekommt, dann geht es auch Richtung Super Bowl. War es in den 2010er-Jahren die legendäre "Legion of Boom", so stehen die Gegner nun der "Dark Side" gegenüber und für einige Offenses ging hier auch wirklich das Licht aus.

Wenn die Dark Side es schafft, die Leistung der bisherigen Saison auch in der Super Bowl zu bringen, dann wird es sehr schwer für Drake Maye werden, die Offense der Pats am Feld zu halten. Was nicht passieren darf, ist, so viele Punkte wie gegen die Rams zuzulassen. Der Super Bowl wird zeigen, ob die Nummer-2-Offense in Points per Saison ähnlich gut gegen die Hawks funktioniert wie die Nummer-1-Offense der Rams. 

Special Teams

Als eine der größeren Baustellen galt zu Beginn der Ära von Mike McDonald 2024 der Bereich der Special Teams und hier vor allem das Return Game - da hatte man damals einige Probleme, produzierte etliche Turnover und war eines der Schlusslichter der NFL in Starting-Field-Position.

Daher war auch eine der ersten Veränderungen die Einstellung von Jay Harbaugh als Special-Teams-Coordinator. Unter seiner Regie hat sich das Return Game zu jener Waffe entwickelt, die heuer sowohl den Rams zu Ende der Regular Season einen sicher geglaubten Sieg noch in eine Niederlage nach Overtime verwandelte, wie auch den 49ers gleich zu Beginn der Divisional Round einen 0:7-Start beschert hat.

Die Ergänzung von Rashid Shaheed war auf dem Spielfeld ein wesentlicher Faktor für diesen Turnaround. Mit Jason Myers hat man einen sehr erfahrenen Kicker, der in der Saison 41 seiner 48 Field Goals verwandelt hat und in der Postseason bisher bei 100% steht. Die Special Teams können der entscheidende Faktor, das Quäntchen an der Waage werden, wenn man hier an die bisherigen Leistungen anschließen kann.

Super Bowl aus der Sicht der Hawks

Wenn man die Vergangenheit heranzieht, um die Zukunft vorauszusagen, dann würde ich zwei Behauptungen und eine (wirklich) große Bitte aussprechen.

Behauptung #1: Die stärkere Defense (ja, auch die der Pats müssen sich nicht verstecken) hat schon oft den Ausschlag gegeben und auch wenn die Rams den Hawks 479 total Yards, 8,3 Yards/Play und drei Touchdowns eingeschenkt haben, so ist die Offense der Patriots meiner Meinung nach nicht so stark wie die Offense der Rams.

Behauptung #2: Wenn es hier gelingt, die Turnover in Zaum zu halten, dann haben die Hawks heuer sehr gute Karten. Gerade Sam Darnold, der sich trotz all den Interceptions, die er immer wieder mal einstreut, als absoluter Enabler für JSN darstellt, was ihm den Single-Season-Receiving-Rekord für einen Hawks-Spieler eingebracht hat.

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Malcolm Butlers Goal-Line-Interception verfolgt Seattle noch heute
Foto: ©GETTY

Bitte #1 (wirklich last but not least): Sollte man 0:27-Sekunden vor dem Ende des vierten Viertels bei 2nd & Goal an der Goalline der Pats stehen und einen Touchdown brauchen, dann sollte man diesmal bitte keine Interception werfen. Ja, Kenneth Walker III ist vielleicht nicht Marshawn Lynch, aber bitte nicht mehr so ein Ende wie 2015.

Und nun zum Abschluss noch aus der Seele eines Dolphins-Fans – Go Hawks!!!

NEW ENGLAND PATRIOTS:

von Snoob:

Hätte man mir am Anfang der Saison gesagt, dass die Patriots heuer in der Super Bowl stehen würden, hätte ich gelacht und gesagt: "Wäre super, glaube aber nicht daran". Und das sage ich als eingefleischter Patriots-Fan.

Viel zu schlecht waren die letzten beiden Jahre, die man jeweils mit nur vier Siegen abschloss. Viel zu viel Turnaround wurde in der vergangenen Preseason getätigt, als dass dieses Team heuer um den Titel spielen hätte können. Allein schon das Erreichen der Playoffs war für viele Fans und Experten eigentlich sehr unrealistisch.

Ein paar Monate später in der Season und die Patriots stehen tatsächlich - wieder einmal - im wichtigsten Spiel des Jahres. Und da ich MatB versprochen hatte, im Falle einer Super-Bowl-Teilnahme der Patriots mich diese Saison hier noch einmal blicken zu lassen, möchte ich diesem Versprechen nun nachkommen und auf die New England Patriots schauen. Welche Faktoren waren diese Saison ausschlaggebend? Und wie es dieses Team tatsächlich schaffen könnte, das fast Unmögliche zu schaffen und den Ring zu holen.

Offense

In der Offense der Patriots bestimmt Drake Maye sämtliche Schlagzeilen. Der noch junge Quarterback hat sich in seinem zweiten Jahr in der NFL so gut entwickelt, dass er zurecht als einer der MVP-Kandidaten gilt. Nach einer hervorragenden Saison gingen seine Leistungen und auch Statistiken in den Playoffs jedoch runter. Dies mag daran gelegen haben, dass die Patriots drei Top-5-Defenses auf dem Weg zur Super Bowl gespielt haben.

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Drake Maye hat sich als einer der stärksten Quarterbacks der Liga etabliert
Foto: ©GETTY

Jedoch bin ich der Meinung, dass die Offense als Gesamtes nicht wirklich gut war. Umso wichtiger und beeindruckender war es zu sehen, dass Maye in solchen Spielen, in denen es nicht läuft, nicht komplett untergeht und die "Must Have"-Plays immer noch liefert. Beispiele von Quarterbacks, die in solchen Fällen die Nerven komplett weggeschmissen haben, gibt es zuhauf, man siehe das Playoff-Spiel der Texans vor ein paar Wochen in dem C.J. Stroud komplett untergegangen ist.

Maye ist allerdings nicht der einzige Lichtblick in dieser Offense. Die Wide Receiver der Patriots haben in dieser Saison kollektiv mehr gezeigt als was man ihnen vor der Saison zugetraut hat. Allen voran Stefon Diggs, der nach einer schweren Knieverletzung zurückgekommen war, hat gezeigt, dass er mit fast 33 Jahre immer noch ein sehr wichtiger Spieler sein kann. Kayshon Boutte hat sich in seinem dritten Jahr bei den Patriots zu einem sehr guten "Deep-Threat" entwickelt.

Zudem haben die Patriots mit Hunter Henry und auch Austin Hooper zwei sehr zuverlässige Tight Ends, die in jedem Spiel zu einem wichtigen Faktor werden können. Dazu gesellt sich ein gutes Backfield mit Stevenson und Henderson um eine solide, wenn auch nicht überragend gute, Offense auf die Beine zu stellen.

Wenn man nach einer Schwäche in der Offense der Patriots sucht, dann wird man auf der linken Seite der Offensive Line fündig. Dort spielen mit Will Campbell und Jared Wilson zwei Rookies, die in diesem Jahr öfters schon Formschwankungen hingelegt haben. Der Rest der O-Line spielt die gesamte Saison über grundsolide. Sollte es die Gruppe schaffen, Drake Maye genug Zeit in der Pocket zu verschaffen, dann steht einem großen Spiel von Maye nichts im Wege. Allerdings, wenn man sich die Defense der Seahawks ansieht, wird es alles andere als einfach werden.

Defense

Der eigentliche Star dieses Teams ist jedoch die Defense von Mike Vrabel. Die Verpflichtungen von Milton Williams, Carlton Davis III oder auch Robert Spillane erwiesen sich als goldrichtig. Dazu wussten die restlichen Defensive Backs rund um Christian Gonzalez, Marcus Jones (zu ihm später mehr), Jaylin Hawkins und Rookie Craig Woodson sehr zu überzeugen.

Bis zur Verletzung von Williams in der Mitte der Saison hatten die Patriots die beste Run-Defense der Liga, nachdem sie danach etwas nachließen, zeigten sie in den Playoff-Games wieder ihr wahres Gesicht und ließen in allen drei Spielen kein wirkliches Run-Game zu.

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Milton Williams gewann im Vorjahr mit den Philadelphia Eagles die Super Bowl
Foto: ©GETTY

Dies zeigt die folgende Statistik: In allen drei Playoff-Spielen zusammen, ließen die Patriots keinen Rush-TD und nur 71,3 Yards per Game der Gegner zu. Ein großer Faktor in dieser Super Bowl wird also sein, wie gut die Patriots-Run-Defense gegen Kenneth Walker III spielen wird. Es ist kein Nachteil, dass mit Zach Charbonnet die etatmäßige Nummer zwei bei den Seahawks ausfällt.

Ein wesentlicher Faktor wir aber auch sein, wie die Pass-Defense der Patriots gegen die sehr gute Pass-Offense der Seahawks performen wird. Christian Gonzalez, einer der Top-Cornerbacks in der Liga, bekommt es wahrscheinlich über das gesamte Spiel über mit dem aktuell besten Wide Receiver der Liga, Jaxon Smith-Njigba, zu tun. Auf dieses Matchup freue ich mich persönlich sehr, da JSN heuer einfach nur spektakulär war.

Der Schlüssel für die Patriots wird es aber sein, neben einer guten Run-Defense, genug Pressure auf Sam Darnold auszuüben. Wenn man Darnold wenig Zeit lässt, dann ist er anfällig dafür, schlechte Spiele zu liefern. Dies hat man heuer vereinzelt auch in der Regular Season gesehen. Wenn diese Offense der Seahawks irgendwo eine kleine Schwäche hat, dann ist das die linke Seite ihrer Offensive Line. Kann man seitens der Patriots diese auch nutzen, dann ist es durchaus möglich, Darnold wieder Geister sehen zu lassen. ;-)

Special Teams

Die Special Teams der Patriots waren in dieser Saison, nachdem sie in der letzten Saison miserabel waren, wieder sehr gut. Vor allem der zuvor erwähnte Marcus Jones hat heuer wieder einmal eindrucksvoll bewiesen, wieso er aktuell einer der besten Punt-Returner ist.

Er hält nach der 2025-Saison mit 13,6 Yards den Rekord für den höchsten Karriere-Durchschnitt bei mindestens 75 Punt-Returns all-time. Dazu gesellen sich zwei Touchdown-Returns, wovon einer über 94 Yards ging. Bei gegnerischen Punts ist also immer mit einem guten Return von Jones zu rechnen.

Aber auch die restlichen Special Teams machten durch die Saison hinweg "play after play". So auch im wichtigen AFC Championship Game gegen die Denver Broncos, als die Special Teams den letzten Field-Goal-Versuch der Broncos blockten und verhinderten, dass das Spiel ausgeglichen wird.

Mit Brenden Schooler haben die Patriots weiters einen der besten Special-Teamer in der Liga. Primär wird er als Gunner bei Punts eingesetzt bzw. als Blocker/Tackler in Kick-Off-Plays. Damit haben die Patriots einen würdigen Nachfolger gefunden, der den in Pension abgewanderten Matthew Slater ersetzten konnte.

In einem Spiel, welches vielleicht nicht durch die Offenses der beiden Teams entschieden wird, könnte es durchaus sein, dass die Special Teams den Ausschlag geben werden. Und in diesem Fall sehe ich die Patriots sehr gut aufgestellt.

Coaches

Eine der interessantesten Fragen wird sein, wie sich das Coaching auf das Spiel auswirken wird. Die Patriots haben auf der Head-Coach-Position einen der aktuell besten Trainer in der Liga. Mike Vrabel zählt in diesem Jahr zurecht zu den Kandidaten für den Coach of the Year. Viele Beobachter sind erstaunt, wie schnell er den Turnaround in New England geschafft hat, viele Fans und Experten haben mit einer Zeitspanne von zwei bis drei Jahren gerechnet.

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Mike Vrabel hat die Patriots in Jahr eins in die Super Bowl geführt
Foto: ©GETTY

Wenn man sich aber ansieht, welche Energie Vrabel in den Lockerroom bringt, dann verwundert es nicht, dass das Level in diesem Team, im Vergleich zum Vorjahr, anstieg. Der wichtigste Aspekt unter Vrabel ist aber die neue Lockerroom-Culture, die er von Anfang an aufgebaut hat. Es ist das Gefühl in das Team zurückgekehrt, dass jeder für jeden den extra Meter gehen will und man nur zusammen etwas Großes schaffen kann. Wenn jemand Genaueres hierzu erfahren möchte, dem würde ich die Dokuserie "Forged in Foxborough" ans Herz legen. Es lohnt sich, reinzusehen.

Ein Schlüssel zum Erfolg könnte auch Offensive Coordinator Josh McDaniels werden. Er gilt als einer der besten Coordinators, die jemals in der NFL gecoacht haben.  Nicht zuletzt seine immense Erfahrung in den Playoffs und auch in Super-Bowl-Spielen könnte den Patriots den entscheidenden Vorteil bringen. Immerhin weiß McDaniels, was es benötigt, um eine erfolgreiche Offense in einer Super Bowl zu callen. Seine drei Super-Bowl-Ringe (als OC) mit den Patriots zeigen dies eindrucksvoll.

Zuletzt muss man hier auch noch anführen, dass die Patriots die gesamte Saison über ohne ihren angedachten Defensive Coordinator spielen müssen. Bei Terrell Williams wurde nach dem ersten Spiel der Saison Prostatakrebs diagnostiziert und er musste sich einer Behandlung unterziehen.

In seiner Abwesenheit übernahm Linebackers-Coach Zak Kuhr das Defensive-Playcalling und viele sind verwundert, wie gut das funktioniert hat. Die Patriots-D ist in den meisten Statistiken eine Top-5-Defense. Pünktlich zum großen Showdown kam nun die großartige Nachricht, dass Williams wieder krebsfrei ist und während der Super Bowl mit dem Team sein wird.

Meine Meinung als Patriots-Fan

Ich möchte hier noch ein paar Zeilen einfügen, um abseits der Betrachtung des Teams ein paar Gedanken loszuwerden.

Als Patriots-Fan war man eine sehr lange Zeit sehr verwöhnt, wenn es um den Erfolg des Teams ging. Allerdings hat dies auch zur Konsequenz gehabt, dass die Erwartungen jedes Jahr, bereits vor dem ersten Spiel der Saison ins Unermessliche gestiegen sind. Dieses Jahr fühlt sich anders an. Man steht als Underdog in der Super Bowl, niemand hätte das Team heuer dort erwartet. Insofern ist die Erwartung eine geringe.

Viele werden sagen, "wenn die Patriots die Super Bowl verlieren, dann war die gesamte Saison ein Misserfolg" oder auch "war ja klar, sie hatten auch Riesenglück, dass sie überhaupt so weit gekommen sind". Und ja, jedem seine Meinung, aber ich denke, und da bin ich davon überzeugt, die Saison der Patriots war, unabhängig des Ausgangs der Super Bowl, ein riesiger Erfolg.

Wenn man sich ansieht, dass die Patriots auf vielen wichtigen Positionen bereits jetzt gute, junge Spieler haben, gute Coaches haben und auch genug Kapital, um sich für die kommenden Jahre zu verstärken, dann wird mir in den kommenden Jahren um das Team nicht bange. Zusätzlich konnte man bereits dieses Jahr, das erste Jahr von Coach Vrabel, enorm viel wichtige Playoff-Erfahrung sammeln, die in den kommenden Jahren nur helfen wird.

Zusammenfassend würde ich sagen, dass ich noch nie in eine Super Bowl mit Patriots-Beteiligung gegangen bin, in der ich so entspannt war. Die Erwartung ist, dass die Patriots Underdog sind, aber nicht chancenlos. Insofern würde mich ein Sieg enorm freuen, aber eine Niederlage nicht unendlich frustrieren (ich sage nur Perfect Season …).

Damit sage auch ich für diese NFL-Saison "Tschüss" an alle Leser und hoffe, euch alle in der neuen Saison wieder in unserer User-Endzone begrüßen zu dürfen. Und bis dahin, kommt gut über die NFL-freie Zeit. :-)

Die 15 legendärsten Halftime-Shows der Super-Bowl-Geschichte

Hier noch die Tipps der User:

Die Autorengruppe ist ziemlich ausgeglichen. Fünf Leute tippen auf die Patriots, acht Leute auf den ausgemachten Favoriten Seattle Seahawks. Aber wenn uns eins die letzten Jahren gelehrt hat: Die Patriots muss man in den Playoffs immer am Schirm haben. Einige von uns sind da sicherlich noch sehr vorbelastet, was das betrifft. 

Pro Patriots:

sportfan1990: 24:20, Patriots

Es wird lange ein Defense geprägtes Spiel sein. Aber im vierten Viertel fallen auf beiden Seiten Touchdowns. Am Ende gibt es einen Goal-Line-Stop durch die Defense der Patriots (you remember) - nur die Seahawks laufen dieses Mal und werden gestoppt. (es ist kein Marshawn Lynch mehr im Backfield)

TheLuky: 27:19. Patriots

Snoob: 28:24, Patriots

austrianViking: 21:18, Patriots

MatB: 27:23, Patriots

Die Patriots haben mich in den Playoffs bisher sehr überrascht, wobei sie sicherlich das "Glück" auf ihrer Seite hatten, besonders durch den Ausfall von Bo Nix im Championship Game. Doch was Mike Vrabel und sein Team in dieser Saison auf die Beine gestellt hat, ist aller Ehren wert und in der Super Bowl ist immer alles möglich, vor allen wenn das Team New England Patriots heißt.

Pro Seahawks:

mundafinga: 31:17, Seahawks

Cruehead: 17:9, Seahawks

Patriots führen zur Pause mit drei Field Goals, ansonsten lassen beide Defense reihen nichts zu. Im dritten Viertel schlagen die Seahawks durch einen Rushing Touchdown und einen 54-Yards-Catch-Touchdown retour. Im vierten Quarter erzielen die Seahawks nach einem Fumble der Patriots in der Redzone ein Field Goal. Am Ende wird noch eine Hail Mary von Drake Maye in der Endzone gefangen - doch ein Zeh leider out of Bounds. Also eher ein langweiliges Spiel. ;-)

RP74: 24:11, Seahawks

Beide Defense werden die erste Halbzeit dominieren - ehe sich die Seahawks-Offense nach einer Interception von Darnold doch noch entscheidend absetzen kann.

DM79: 24:13, Seahawks

Die erste Hälfte ist ein Low-Scoring-Game (7:3 oder 10:7 pro Seahawks). In Hälfte zwei erwarte ich mir, dass die klar beste Offense, gegen welche die Pats in den Playoffs antreten musste, Oberwasser bekommt und sich die Seahawks damit am Ende klar durchsetzen werden. 

patrick_R: 21:19, Seahawks

kloisg: 27:17, Seahawks

Die Seahawks laufen, somit wird Superbowl XLIX vergessen gemacht. ;-)

Floreich11: 24:17, Seahawks

Fredix: 28:24, Seahawks

Hahaha, just like Super Bowl XLIX - aber dieses Mal pro Seahawks. 

Kommentare