Nach dem starken 14-2-Jahr 2024 folgte 2025 die Ernüchterung. J.J. McCarthy erfüllte die Erwartungen nicht, die Offense stagnierte und es reichte trotz solider Defense nur zu einer Saison ohne Playoffs. Neuer General Manager ist Nolan Teasley, der von den Seahawks kommt und mehrere wichtige Vertragsentscheidungen vor sich hat. Kevin O’Connell bleibt Head Coach, Brian Flores weiterhin Defensive Coordinator.
Offense:
Kyler Murray hat sich klar gegen McCarthy durchgesetzt und führt nun die Offense. Er bringt Erfahrung und die Fähigkeit mit, das gesamte Feld zu bespielen – auch wenn er kein idealer Fit für O’Connells System ist.
Die Waffen stimmen: Justin Jefferson bleibt elitär, Jordan Addison ein starker WR2, Jauan Jennings eine solide Nummer 3. T.J. Hockenson ist verlässlich. Im Backfield teilen sich Aaron Jones und Jordan Mason die Arbeit. Die Offensive Line bleibt das Fragezeichen – besonders innen und bei der Gesundheit von Christian Darrisaw.
Defense:
Flores’ Defense war auch 2025 wieder besser als die Summe ihrer Teile. Die Front ist ausgedünnt und setzt auf die Entwicklung von Dallas Turner sowie Rookie Caleb Banks. Positiv ist die Rückkehr von Harrison Smith: Sportlich reicht es nicht mehr ganz zum absoluten Top-Niveau, doch als Locker-Room-Leader und Identifikationsfigur bleibt er unglaublich wichtig. Zusammen mit Josh Metellus sorgt er weiterhin für Erfahrung und Stabilität in der Secondary.
Ansonsten gibt es bei den Linebackern und Cornerbacks solide, aber wenig spektakuläre Namen. Ein Absturz ist unwahrscheinlich, das Top-Niveau der Vorjahre aber schwer zu halten.
Ausblick:
Die Vikings starten mit einem soliden Kader in eine harte NFC North. Murray bringt Kompetenz, die Waffen sind da und die Defense bleibt unter Flores ein Faktor. Der Schedule ist machbar. Playoffs wären ein klarer Erfolg – bei konstant guter Quarterback-Leistung ist auch mehr möglich. Bei einer weiteren Saison im Mittelmaß könnte allerdings auch Kevin O’Connell zunehmend in Frage gestellt werden.
Prognose: 10-7, Playoffs-Football
Chicago Bears
(2025: 11-6) by fredix
"From Zero to Hero" trifft den Nagel auf den Kopf! Mit dem neuen HC Ben Johnson ging es schneller als von mir erwartet vom letzten Platz in der Division auf den ersten und damit in die Playoffs.
Ob die Bears ihre Spitzenposition heuer verteidigen können? Letzte Saison gewannen sie nicht weniger als sieben Spiele, in denen sie zwei Minuten vor Ende in Rückstand waren und die Defense führte die Liga mit 33 Turnovers an.
Wird Caleb Williams heuer ähnliche Comeback-Qualitäten unter Beweis stellen (müssen), oder gelingt ihm im zweiten Jahr der Zusammenarbeit mit Ben Johnson der endgültige Durchbruch und können sie Partien frühzeitig für sich entscheiden? Wird die Defense ähnliche Zahlen liefern können? Die Bears sind heuer nicht mehr der Verfolger, sondern der große Gejagte in einer Division, in der weiterhin alle vier Teams knapp beisammen liegen sollten.
Offense:
Die Investments in die O-Line vergangene Saison haben sich gelohnt und die Bears mussten in der Offseason nur nachbessern, nachdem Center Drew Dalman seine Karriere beendet hat. Als Ersatz wurde Garret Bradburry (Trade von den Patriots) verpflichtet. Der Rest der O-Line sollte eingespielt sein und wurde im Fall von Right Tackle Darnell Wright mit einem neuen Vertrag belohnt (4 Jahre, 116 Mio., 93 Mio. garantiert).
Einziger weiterer nennenswerter Abgang in der Offense war Wide Receiver DJ Moore (Trade zu den Bills), aber mit WR Rome Odunze und Luther Burden III sowie Tight End Colston Loveland und Cole Kmet sollten genügend Anspielstationen zur Verfügung stehen, um Caleb Williams zum 1. QB in der Geschichte der Bears mit über 4.000 Passing Yards in einer Saison zu machen.
Defense:
Im Gegensatz zur personellen Kontinuität der Offense musste die Defense einige Abgänge auch von Startern verzeichnen: Insbesondere in der Secondary, haben neben den beiden Safeties Kevin Byard III und Jaquan Brisker auch C.J. Gardner-Johnson und Nahshon Wright den Verein in der Free Agency verlassen. LB Tremaine Edmunds wurde ein Opfer des Salary Caps und entlassen, ihn soll Devin Bush ersetzen, der in der Free Agency verpflichtet wurde.
In der Secondary werden Neuverpflichtung Veteran Xavier Woods (zuletzt Titans) und Rookie Dillon Thieneman (1st Round Pick) das neue Safety-Duo bilden, während man weiterhin auf die beiden Cornerbacks Jaylon Johnson und Tyrique Stevenson setzt. In der D-Line, angeführt weiterhin von Pass Rusher Montez Sweat, wurde Grevon Dexter (per Trade an die Falcons) durch Free Agent DT Kentavius Street (zuletzt Falcons) ersetzt.
Prognose: 11-6 und erneute Teilnahme an den Playoffs
Green Bay Packers
(2025: 9-7-1) by fredix
Der ganz große Umbruch blieb in der Offseason aus, die Verträge von GM Brian Gutekunst und Head Coach Matt LaFleur wurden langfristig verlängert. Defensive Coordinator Jeff Hafley ist HC der Dolphins, ihn beerbt der frühere HC der Cardinals und DC der Eagles, Jonathan Gannon.
So mancher Spieler, dessen Rookie-Contract ausgelaufen war, hat anderswo unterschrieben, wie Backup-QB Malik Willis oder WR Romeo Doubs und der eine oder andere wurde per Trade abgegeben, wie Pass Rusher Rashan Gary. Dafür konnte man zwar etliche Middle-Round-Draft-Picks einheimsen, allerdings erst für den Draft 2027, so dass die Personaldecke heuer generell etwas dünner sein dürfte.
Dennoch ist die Erwartungshaltung nach drei Saisonen, in denen man es jeweils als 7th-Seed in die Playoffs geschafft, aber nur ein einziges Playoffspiel gewonnen hat, groß und ein tiefer "Run" in den Playoffs das Ziel.
Offense:
Matt LaFleur baut seine Offense um das Laufspiel auf und hier wird die Sperre von Running Back Josh Jacobs große Probleme bereiten: Back-up MarShawn Lloyd (3rd-Round-Pick 2024) war in den bisherigen beiden Saisonen mehr verletzt als sonst etwas und Chris Brooks' größte Stärken sind Blitz-Pickup und Pass Protection, sodass kurz vor Saisonbeginn noch Kaleb Johnson via Trade von den Steelers geholt wurde.
Wird LaFleur heuer also notgedrungen öfter Jordan Love vertrauen und auf das Passspiel setzen (müssen)? Größter Profiteur könnte WR Matthew Golden (1st-Round-Pick 2025) sein, da sich nach den Abgängen von Romeo Doubs und Dontayvion Wicks das Trio Golden, Christian Watson und Jayden Reed als Starter herauskristallisiert hat - dazu Tight End Tucker Kraft, der nach einem Kreuzbandriss zurückkehrt.
Es steht und fällt aber alles mit der O-Line und darüber könnten die Packers wirklich stolpern: Abgesehen von Right Tackle Zach Bako-Bewele (vormals Tom) steht hinter jedem einzelnen Spieler der O-Line ein Fragezeichen: Left Tackle Jordan Morgan (1st-Round-Pick 2024) konnte sich zwei Jahre lang nicht durchsetzen, war verletzt oder hat als Guard nicht überzeugt, Left Guard Aaron Banks (vormals 49ers) hat den hochdotierten Vertrag, den er letztes Jahr erhalten hat, nicht mit seinen Leistungen rechtfertigen können, Center Sean Rhyan (3rd-Round-Pick 2022) geht erst in seine zweite ganze Saison als Starter und auf Right Guard dürfte Jacob Monk (5th Round 2024) Anthony Belton (2nd Round 2025) den Rang abgelaufen haben.
Defense:
Die größte Frage ist natürlich, wann Superstar Micah Parsons von seinem Kreuzbandriss zurückkehrt und in welcher Form? Zumindest die ersten vier Spiele der Saison wird er verpassen und den Packers fehlt auf vielen Positionen Kadertiefe: In der D-Line bilden Devonte Wyatt und Neuzugang Javon Hargreve, der mit DC Jonathan Gannon aus der gemeinsamen Zeit in Philadelphia bekannt ist, die Starter.
Dahinter tummeln sich aber Spieler mit Rookie-Contract und ohne große Erfahrung. Ebenso bei den Pass Rushern, die abgesehen von Parsons wenig berauschend sind: Luke van Ness (1st-Round-Pick 2023) konnte die in ihn gesetzten Erwartungen bislang nicht ansatzweise erfüllen und neben ihm sind hauptsächlich Rookies und 2nd-Year-Spieler zu finden.
Linebacker Zaire Franklin (Trade von den Colts) soll den in der Free Agency abgewanderten Quay Walker neben Edgerrin Cooper ersetzen. In der Secondary kann man zwar auf die etablierten Safeties McKinney, Williams und Bullard bauen, dass sich bei den Cornerbacks aber Rookie Brandon Cisse (2nd-Round-Pick) anschickt, als Day-1-Starter in die Saison zu gehen, sagt nicht nur etwas über sein Talent aus, sondern spricht Bände über den Rest des Kaders.
Prognose: Die Erwartungshaltung ist (viel) zu hoch und mit einem enttäuschenden 8-9 werden die Playoffs deutlich verpasst.
Detroit Lions
(2025: 9-8) by fredix
"From Hero to Zero" ist wohl zu hart ausgedrückt, aber die Lions sind nach zwei Divisiontiteln in Folge tatsächlich an das Ende der Division gerutscht. Gut, sie hatten einen Winning-Record, waren nur aufgrund des Tie-Breakers Letzter und der Abstand zum Zweiten der Division und letzten Wild-Card-Platz in den Playoffs war hauchdünn.
Auch heuer können die beherrschenden Themen der letzten ein, zwei Saisonen hier erneut stehen: Verletzungspech und Opfer des eigenen Erfolgs. Es war erneut Zahltag für einige, wichtige Spieler der Lions, die bislang mit günstigen Rookie-Verträgen ausgestattet waren. Die Lions haben das Grundgerüst ihrer Mannschaft zwar zusammenhalten können, Cap Space ist aber knapp geworden und nicht jeder Star hat bereits einen neuen Vertrag.
Offense:
Offensive Coordinator John Morton agierte als Nachfolger von Ben Johnson glücklos, wurde noch während der Saison von seinen Aufgaben als Playcaller entbunden und im Jänner entlassen. Neuer OC ist Drew Petzing, zuletzt OC der Arizona Cardinals.
Viel sollte sich an der "typischen" Lions-Offense aber trotzdem nicht ändern. Mit QB Jared Goff, RB Jahmyr Gibbs und den WR Amon-Ra St. Brown und Jameson Williams sowie TE Sam LaPorta werden die bekannten Stars auflaufen, wenn auch letzterer in das letzte Jahr seines Rookie-Contracts ohne neuen Vertrag geht.
Die O-Line, in der jüngeren Vergangenheit das Herzstück der Lions-Offense, wurde kontinuierlich umgebaut und verjüngt. Nach dem Karriereende von LT Taylor Decker wird Superstar Penei Sewell, die letzte verbliebene Konstante der letzten Jahre in dieser Unit, seinen Platz übernehmen. Seinen bisherigen Platz auf der rechten Seite nimmt wahrscheinlich Rookie Blake Miller (1st-Round-Pick) ein.
Da Center Frank Ragnows Rückkehr aus der Spielerpension vergangene Saison schneller vorbei war, als Dan Campbell "Hamstring" sagen konnte, mussten sich die Lions in der Offseason anderweitig nach einem neuen Center umsehen. Dieser wurde in Cade Mays gefunden, jedoch hat er sich im Trainingscamp verletzt, daher starten die Lions mit dem Backup, Juice Scruggs (Trade für RB David Montgomery, wohl auch aus Cap Gründen, von den Texans), in die Saison.
Guard Tate Ratledge (2nd-Round-Pick 2025) sah als Rookie vielversprechend aus, Christian Mahogany (6th-Round-Pick 2024) letzte Saison hingegen weniger. Geht die Entwicklung der jungen Spieler in die richtige Richtung, können die Lions zurück in die Spur und zu alter Stärke finden. Andernfalls jedoch könnte sich Jared Goff mehr Druck als vergangene Saison ausgesetzt sehen.
Defense:
Die Defense wird angeführt von Superstar-Pass-Rusher Aidan Hutchinson, zusammen mit DT Alim McNeill und den Linebackern Derrick Barnes und Jack Campbell bildet er in der Front Seven den Kern aus "Homegrown Talent", also Spielern, die von den Lions gedraftet wurden und inzwischen bereits ihren zweiten, lukrativen Vertrag unterschrieben haben.
Das hat aber auch Auswirkungen auf den Rest des Kaders, der Abgang von LB Alex Anzalone kann als "Cap Casualty" aufgefasst werden und während Safety Kerby Jospeh bereits vor einem Jahr einen neuen Vertrag unterschrieben hat, wartet Brian Branch noch auf ein Angebot. Beide werden die Saison jedoch auf der IR beginnen und zumindest vier Spiele verpassen und die Lions werden bei Branch mit einer Vertragsverlängerung wohl abwarten, wann und in welcher Verfassung er von seiner Achillessehnenverletzung zurückkehrt.
Da sich auch bei den Cornerbacks einiges getan hat und der ehemalige 1st-Round-Pick Terrion Arnold entlassen wurde, darf man zumindest zu Beginn der Saison eine runderneuerte Secondary erwarten.
Prognose: 11-6 und die Lions kommen zurück in die Playoffs.
NFC East (by cruehead)
Nach einer doch überragenden Saison 2024 mit einem Division-Championship-Game zwischen den Eagles und Commanders, gipfelnd im Super-Bowl-LIX-Sieg von Philadelphia, verlief die vergangene Saison dann doch eher enttäuschend, insbesondere in Philadelphia und vermutlich auch Dallas hat man sich bestimmt mehr erwartet.
Doch wie sieht es heuer aus? Können die Eagles wieder ernsthafter Super-Bowl-Contender werden, werden die Cowboys ihren Ruf als wertvollste Mannschaftsmarke auch sportlich gerecht, und was machen die Commanders nach ihrer tollen Saison 2024? Giants, weiterhin im steten Umbruch mit positiver Tendenz? Wer wird the Beast in the East diese Saison? Schaffen es mehrere Teams in die Playoffs? Ja, aber nicht übertrieben viele. ;-)
Philadelphia Eagles
(2025: 11-6, Wild Card Round) by cruehead
Offense:
Jahr eins nach dem Weggang von Wide-Receiver-Superstar A.J. Brown stellt für den WR-Corps vermutlich eine Aufgabe dar - je nach Spielanlage wird sich weisen, ob DeVonta Smith, Makai Lemon etc. den Abgang auffangen können oder ob sich das Angriffsspiel hauptsächlich über Rushing Yards definiert.
Mit Saquon Barkley als Running Back ist man da natürlich auch ganz gut aufgestellt. Ein guter Running Back alleine reicht jedoch nicht für die Ziele der Eagles. Das Passspiel, auch über Tight End Dallas Goedert, muss hierfür intensiviert und variabler gestaltet werden, als es noch letztes Jahr war, für meine Eindrücke war das zu durchsichtig in vielen Bereichen.
Die O-Line gehört sicherlich zu den Besseren in der NFL, aber wie gesagt, Ziel von OC Dean Mannion muss unbedingt sein, das Passspiel zu verbessern, sonst ist auch heuer wieder früher Schluss als gewünscht. Anmerkung: wenn sich die Gerüchte um Zach Ertz bewahrheiten, kann das einen kleinen, aber effektiven Boost für die Offense bringen.
Defense:
Defensive Coordinator Vic Fangio kann sich auf eine absolute NFL-Elite-Defensive freuen. Jalen Carter und Jordan Davis werden für eine sicher dominante Defensive Line sorgen. Die Secondary, allen voran Quinyon Mitchell, verfügt nun über genügend Erfahrung und wird sich auch in der Man-Coverage steigern – was von Experten als kleine Schwachstelle erkannt wurde.
Einzig die Position des Safetys ist noch ein kleines Fragezeichen und könnte hier als Schwachpunkt auserkoren werden. Egal, ob Andrew Makuba oder Marcus Epps, es wartet viel Arbeit, wenn die gegnerische Offense die vorderen Defensivreihen überwindet. Wenn das gelingt und man die Laufverteidigung im Vergleich zum Vorjahr verbessert, wird es ein freudiges Jahr für Eagles-Fans.
Ausblick:
Die Eagles gehen nicht mehr als glasklarer Favorit in die Division, werden aber die Playoffs als Division-Sieger dennoch erreichen. Da kann es dann – wie im Vorjahr – schnell vorbei sein oder auch wieder sehr weit gehen. Bis Woche sieben, wo Dallas wartet, hat man mit den Rams nur einen Gegner, der vom Papier her stärker einzuschätzen sein könnte.
Bis dahin hat man mit Washington, Tennessee, Chicago, Jacksonville und Carolina aber sehr machbare Gegner, damit ist ein guter Saisonstart schon fast garantiert und die gewohnt sprunghaften Eagles-Fans können sich aufs positive Stimmung machen beschränken.
Prognose: 11-6 Divisional Champ und Playoff-Football
Dallas Cowboys
(2025: 7-9-1) by cruehead
Offense:
Die Offensive ist sicherlich die stärkere Unit in einem relativ ausgeglichenen Kader. Hier hat man in der Offseason eher an der Feinjustierung gearbeitet, statt den Weg mit Blockbuster-Trades oder dergleichen zu gehen. So wurde zum Beispiel Pro-Bowl-Wide-Receiver George Pickens mit dem Franchise Tag versehen.
Mit CeeDee Lamb stellt man ein jedenfalls respektables WR-Duo, das für viel Kopfzerbrechen in den gegnerischen Defenses sorgen wird. Dak Prescott gehört für mich mittlerweile nicht mehr zu den Top-QBs der Liga, zwei Jahre hintereinander die Playoffs zu verpassen, würde dem einfach zu sehr widersprechen. Natürlich, er ist nach wie vor im vorderen Drittel zu finden, aber über eine gesamte Saison hinweg gibt es auf seiner Position konstantere Leader, die ihr Team dann eben auch entsprechend weit (= Super Bowl) tragen können.
Auch die Running-Back- und Tight-End-Units sehe ich prinzipiell schon auch sehr weit vorne, insbesondere bei den vermutlichen Startern Javonte Williams (RB) und Jake Ferguson (TE) kann heuer viel passieren. Ersterer wird hauptsächlich Yards erlaufen, die dann die WR zum TD finalisieren, da die Cowboys sehr wahrscheinlich über das Passspiel kommen werden. Diesbezüglich wird auch die stabile O-Line dafür sorgen, dass Prescott genügend Zeit bekommt, um seine Pässe anzubringen. Denn auch die O-Line muss man zu den stärkeren in der NFL zählen.
Defense:
Die letztjährige Saison war für die Defensive eine gebrauchte, könnte man meinen. Mit 30,1 erlaubten Punkten war man Schlusslicht in der Liga. Auch bei den Turnovers fand man sich im Tabellenkeller wieder. Ohne halbwegs funktionierender Offense wäre das vermutlich eine historisch schlechte Saison geworden. Folglich musste das Team groß umgekrempelt werden.
Wichtigster Baustein hierfür ist vermutlich DC Christian Parker, den man von Erzrivale Philadelphia in den Lone Star State lotste. Dieser konnte schon bei den Eagles beweisen, dass er eine Defense bilden oder auf ein höheres Level bringen kann. Aber auch junge Spieler, wie Caleb Downs und Jaishawn Barham, sollten der Defense Spritzigkeit und Schnelligkeit bringen, das hat die letzten Jahre ein wenig gefehlt.
Und auch die Verpflichtung von Von Miller – übrigens geboren in Dallas – könnte sich positiv auf das Gefüge auswirken. Nicht zu vergessen DT Quinnen Williams, der auf seiner Position zu den besseren seiner Zunft gehört und mittlerweile auch über genügend Erfahrung sorgen sollte, um der gesamten Defense mehr Stabilität zu geben.
Ausblick:
Dallas wird sich im Vergleich zur Vorsaison sicher steigern (müssen). Trotz des eher schwierigeren Spielplans wird ihnen das gelingen, sofern Schnittpartien zu Beginn der Saison gegen Baltimore (Week 3), Houston (Week 4) und Green Bay (Week 6) gewonnen werden. Wenn das gelingt, kann es eine gute Saison für die Cowboys werden. In der Division wird es nicht für Platz 1 reichen, der bleibt den Eagles vorbehalten, ein Wild-Card-Ticket sollte dennoch das Minimal-Ziel für America´s Team sein.
Prognose: 9-8 Playoff-Football
Washington Commanders
(2025: 5-12) by cruehead
Offense:
Quarterback Jayden Daniels hat schon bewiesen, dass er Potential für einen richtigen Star-QB hätte, ja richtig… hätte.
Verletzungen und eine überschaubar starke Offensive-Line können dich sehr schnell brutal schwach aussehen lassen. Und auch die restlichen Offensivkräfte und Receiving-Corps erachte ich als eher biederen NFL-Durchschnitt. Bei den Running Backs sticht niemand hervor, und bei den Wide Receivern könnte man mit Terry McLaurin und Stefon Diggs schon ganz brauchbare Leute haben – die müssen aber auch mal angeworfen werden von einem geschützten QB, siehe oben.
Es muss schon ein außergewöhnlicher Flow entstehen, damit die Commanders mit ihrer Offense die schwache Defense vergessen lässt, um ein gewichtigeres Wörtchen mitzureden als allgemein prophezeit wird.
Defense:
Was uns auch schon zur Achillesferse der Franchise bringt. Schon letzte Saison eher überschaubar gefürchtet, versucht man nun die Altlasten Von Miller, Bobby Wagner und Marshon Lattimore durch jüngere Nachfolger zu ersetzen.
Edge Odafe Oweh, Safety Nick Cross können sicherlich eine Rolle spielen, ebenso #7-Overall-Pick-Linebacker Sonny Styles, dem durch hervorragende Physis und entsprechendem Speed auch eine große Zukunft vorausgesagt wird.
Dennoch bleibt unklar, wie die neu formierte Defense performen wird, die D-Line ist auch eher kein Hoffnungsträger, weshalb es schwer wird, Spiele mit der Defensive zu gewinnen, sollte die Offense – und das wird passieren – einmal auslassen.
Ausblick:
Auf die Commanders wartet voraussichtlich wieder ein sehr hartes Jahr. Die Conference-Finals von 2024 waren nichts mehr als die Ausnahme der Regel. Ein sehr junger, durchaus talentierter QB in einem der ältesten Kader der NFL klingt grundlegend nicht schlecht, der Spielplan lässt aber keine allzu große Hoffnung zu und wenn die zugegeben "okaye" Offense noch ein entsprechendes Pendant in der Defense hätte, könnte man bei viel Spielglück Richtung Playoffs schielen, realistisch betrachtet wird es aber die rote Laterne in der Division.
Prognose: 5-12
New York Giants
(2025: 4-13) by cruehead
Offense:
Die Rookie-Saison von Quarterback Jaxson Dart war jedenfalls vielversprechend, wenn sich Playbook und Talent weiterhin gemeinsam entwickeln, kann es eine Saison werden, in der sich der Jungstar nochmal ein Stück besser präsentiert und die Giants vielleicht auch mal wieder zu einer ernsthaften Franchise werden lässt.
Die stärkste Unit stellen vermutlich die Wide Receiver rund um Malik Nabers dar, auch nach seiner Kreuzbandverletzung. Auch Darius Slayton, und nicht zu vergessen Odell Beckham Jr., könnten bei Top-Performances eine wesentliche Rolle spielen.
Auch Tight End Isaiah Likely gehört zu den besseren seiner Zunft und aus den Training Camps hört man von einer tollen Chemie zwischen Dart und ihm. Ob diese wenigen Unterschiedsspieler das Team auch von Sieg zu Sieg tragen, wage ich zu bezweifeln, dafür ist die gesamte Offense einfach zu schwach.
Defense:
Dass die Defensive bzw. deren Verbesserung ein großes Vorhaben darstellt, hat man im Draft gemerkt. Zwei First-Round-Picks und mehrere Free Agents für die D-Line sprechen Bände. Diese war es auch in der Vergangenheit, die das Gesamtbild der Defense schlecht aussehen ließ. Hingegen ist man mit Edge Brian Burns und Corner Paulson Adebo sehr gut besetzt, generell wird sich die Defense aber finden müssen, insbesondere da – nicht nur in der Division selbst – einige Offensivkapazunder auf die NYG warten.
Ausblick:
Zweifelsfrei werden die Blue Men ihren Record steigern, bestenfalls verdoppeln sie ihre Siegesanzahl. Die Pause wurde genutzt, um Schwachstellen zu beheben, was angesichts des sehr harten Spielplans auch dringend notwendig war. Dennoch, ein Playoff-Platz ist eher im Reich der Fantasie anzusiedeln, ich denke aber, dass wissen die Verantwortlichen und ist auch noch nicht das heurige Ziel.
Prognose: 6-11
NFC South (by kloisg11)
Die NFC South bleibt auch 2026 die schwächste Division der Liga. 2025 lieferte sie ein Kuriosum: Kein einziges Team mit positiver Bilanz, drei Mannschaften bei 8-9 – und am Ende holten sich die Carolina Panthers über den Dreier-Tiebreaker ihren ersten Divisionstitel seit 2015.
Am Kräfteverhältnis hat sich wenig geändert, an den Vorzeichen dafür umso mehr: In New Orleans geht Head Coach Kellen Moore mit QB Tyler Shough in Jahr zwei und hat die Offense kräftig aufgerüstet, in Tampa endete mit WR Mike Evans und LB Lavonte David gleich eine doppelte Ära, und Atlanta hat mit Kevin Stefanski zwar einen neuen Head Coach, aber immer noch keinen Quarterback. Die Buchmacher sehen Tampa knapp vorn, dahinter New Orleans und Carolina. Entscheiden dürfte diesmal aber etwas anderes: Der Spielplan.
New Orleans Saints
(2025: 6-11) by kloisg11
Offense:
Nach dem 1-7-Start übernahm Rookie Tyler Shough in Woche neun, die Saints beendeten die Saison mit 5-4 und gewannen vier der letzten fünf Spiele. Genug, um GM Mickey Loomis und Kellen Moore zu überzeugen: Shough ist gesetzt, und um ihn herum wurde investiert wie in keinem anderen Team der Division.
Running Back Travis Etienne Jr. kam für vier Jahre und 48 Millionen und bildet mit Alvin Kamara ein Duo, das Moores Up-Tempo-Scheme entgegenkommt. Mit WR Jordyn Tyson (Nr. 8 im Draft) steht neben dem verlängerten Chris Olave ein zweiter echter Außenreceiver bereit – wobei Tyson wegen einer Oberschenkelverletzung zum Start fehlen dürfte - dazu Tight End Noah Fant als zweite Option in der Mitte und mit Left Tackle Kelvin Banks Jr., Center Erik McCoy, Right Guard Cesar Ruiz und Right Tackle Taliese Fuaga eine der jüngsten und besten O-Lines der Liga.
Defense:
Brandon Staley hat in Jahr eins mehr aus der Unit geholt, als ihr zugetraut wurde. EDGE Chase Young zog nach seiner Rückkehr in die Startformation mit zehn Sacks die Pressure-Rate des Teams um fast zehn Prozentpunkte nach oben – und Defensive End Cameron Jordan drehte mit 36 Jahren die Uhr zurück: 10,5 Sacks (Teambestwert), alle 17 Spiele von Beginn an, die Franchise-rekordverdächtige siebte Double-Digit-Saison seiner Karriere und damit vorbei an Rickey Jackson.
2026 fehlt allerdings die Stimme: LB Demario Davis unterschrieb bei den Jets, CB Alontae Taylor ist ebenfalls weg. Als Ersatz und Staleys erklärtes Lieblingsspielzeug kehrt LB Kaden Elliss aus Atlanta zurück, ein Chess Piece, das der Coordinator überall einsetzen kann. Dahinter wächst mit CB Kool-Aid McKinstry und S Jonas Sanker eine junge, athletische Secondary heran.
Ausblick:
Interessant ist, wer alles weg ist: Mit Davis und Taysom Hill haben zwei weitere Altgediente die Saints verlassen. Wenn man so will, sind von der Ära vor Moore nur noch Cameron Jordan und Alvin Kamara übrig – beide für ein weiteres Jahr zu reduzierten Konditionen zurückgeholt. Für die beiden dürfte es das letzte Jahr in NOLA sein, und die spannendste Frage der Saison lautet, ob Jordan mit 37 tatsächlich einen dritten Frühling erlebt oder ob 2025 der letzte große Ausschlag war.
Dazu kommt der mit Abstand freundlichste Spielplan: Die Gegner der Saints kamen 2025 zusammen auf eine Siegquote von .434 - nur fünf davon waren in den Playoffs. Das ist ligaweit der zweitleichteste Kalender.
Prognose: 10-7 – Divisionsieg
Tampa Bay Buccaneers
(2025: 8-9) by kloisg11
Offense:
Nach 6-2 sah Tampa wie ein Contender aus, danach kamen Schulterprobleme bei Baker Mayfield und sieben Niederlagen aus neun Spielen. Wenn Mayfield fit ist, ist diese Mannschaft gut – das ist die ganze Gleichung.
Nur will ihn offenbar niemand dafür bezahlen: Mayfield hatte den Trainingscamp-Start als Deadline für eine Verlängerung gesetzt, die Bucs ließen sie verstreichen und boten lediglich zwei Jahre deutlich unter den 50 Millionen pro Saison, die er anpeilte. Der QB nannte das öffentlich "disrespectful" und "undervalued", stellte die Gespräche bis Saisonende ein und geht damit im letzten Vertragsjahr in eine Saison, in der er sich selbst beweisen soll, was ihm die Franchise nicht schriftlich geben will.
UPDATE: Nur zwei Spieler besser bezahlt - Baker Mayfield unterschreibt neuen Deal >>>
Sportlich arbeitet er mit dem dritten Coordinator in drei Jahren: OC Zac Robinson kommt ausgerechnet aus Atlanta und bringt denselben McVay-Stammbaum mit wie Liam Coen, unter dem Mayfield 2024 aufblühte.
Apropos Ende einer Ära: Mike Evans hat die Bucs nach zwölf Jahren, sechs Pro Bowls und sämtlichen Franchise-Rekorden verlassen und in San Francisco für drei Jahre unterschrieben. WR Emeka Egbuka erbt die Rolle als Nummer eins, dahinter Chris Godwin, Jalen McMillan und TE Cade Otton, im Backfield ersetzt RB Kenneth Gainwell den abgewanderten Rachaad White. Nummer-1-Running-Back bleibt Bucky Irving.
Defense:
Auch hier ein Abschied: Lavonte David beendete im März nach 14 Jahren seine Karriere. Tampa reagierte mit dem Draft – EDGE Rueben Bain Jr. an Position 15 und LB Josiah Trotter in Runde zwei – sowie in Free Agency mit LB Alex Anzalone, LB Christian Rozeboom und DL A’Shawn Robinson.
Nötig war das: Vor der Bye-Woche war Tampas Defense nach EPA pro Play die sechstbeste der Liga, danach nur noch die 28. Pikant im Vergleich zur Causa Mayfield: DT Vita Vea forderte im Juli einen Trade, blieb dem Camp fern – und bekam am 19. August eine Einjahres-Verlängerung über 30 Millionen. Wer in Tampa bezahlt wird und wer nicht, sagt einiges über die interne Hierarchie.
Ausblick:
Spannend ist, dass Todd Bowles nach dem Einbruch überhaupt weitermachen durfte. Der Sitz ist warm bis heiß: Verpasst Tampa die Playoffs erneut, ist er vermutlich weg, und mit ihm die defensive Identität, die die Franchise seit 2020 prägt. Damit spielen im selben Team zwei Männer um ihre Zukunft – der eine um den Job, der andere um seinen Marktwert. Das kann Energie freisetzen oder in der ersten Krise auseinanderfallen. Der Kalender hilft immerhin (Rang 21 in der Schwierigkeit), zum Auftakt kommen die Bengals.
Prognose: 9-8 – ganz knapp am Titel vorbei, aber Wildcard-Kandidat
Carolina Panthers
(2025: 8-9, NFC South Champion, Wild Card Round) by kloisg11
Offense:
Bryce Young lieferte mit 3.011 Yards, 23 Touchdowns und elf Interceptions seine mit Abstand beste Saison ab, WR Tetairoa McMillan wurde Offensive Rookie of the Year. Trotzdem zog Carolina nur die Fifth-Year-Option (25,9 Millionen garantiert) und wartet mit der Verlängerung ab – dieses Jahr soll den Beweis liefern.
Gebaut wurde weiter um ihn herum: WR Jalen Coker verlängerte für drei Jahre, dazu kamen WR John Metchie III, LT Rasheed Walker, C Luke Fortner und mit RT Monroe Freeling ein Erstrunden-Tackle. Bitter: LT Ikem Ekwonu, immerhin ein Top-10-Pick, startet auf der Reserve/PUP-Liste und fehlt mindestens die ersten vier Spiele. Im Backfield teilen sich Chuba Hubbard, Jonathon Brooks und A.J. Dillon die Snaps.
Defense:
Hier liegt der eigentliche Fortschritt. Mit EDGE Jaelan Phillips kam ein echter Pass-Rusher, mit LB Devin Lloyd ein Spieler, der die größte Lücke der letzten Jahre schließt, dazu in Runde zwei DT Lee Hunter neben Derrick Brown. CB Jaycee Horn und CB Mike Jackson sind eines der besten Cornerback-Duos der Liga. Wermutstropfen: EDGE Nic Scourton startet auf Injured Reserve, DT Tershawn Wharton auf der PUP-Liste, und Derrick Brown hat im Camp mehrfach wegen Knieproblemen ausgesetzt.
Ausblick:
Auf dem Papier sind die Panthers mit Tampa und New Orleans auf Augenhöhe. Nur müssen sie als Titelverteidiger einen First-Place-Schedule spielen: Ihre Gegner kamen 2025 auf .521 - Rang zehn ligaweit und mit Abstand der schwerste Kalender der Division. Tampa liegt auf 21, Atlanta auf 28, New Orleans auf 31.
In einer Division, die zuletzt über einen einzigen Tiebreaker entschieden wurde, ist genau das der Unterschied. Zum Auftakt gibt es gleich das Duell der Erstrundenpicks gegen Caleb Williams und die Bears.
Prognose: 8-9 – besseres Team als 2025, aber der falsche Spielplan
Atlanta Falcons
(2025: 8-9) by kloisg11
Offense:
Die Waffen sind nach wie vor fast einzigartig in der NFL. Running Back Bijan Robinson wurde First-Team All-Pro, Tight End Kyle Pitts mit 88 Catches (Karrierebestwert) Second-Team, dazu Wide Receiver Drake London – alle drei wurden im Sommer langfristig verlängert (London vier Jahre/141 Millionen, Robinson drei Jahre/66,75 Millionen, Pitts drei Jahre/54 Millionen).
Kevin Stefanskis 12-Personnel-Offense ist für dieses Trio wie gemacht. Nur weiß niemand so recht, wer Quarterback spielen soll, muss oder möchte: Tua Tagovailoa kam für ein Jahr und 1,3 Millionen, startete das Camp mit Rückenproblemen und wirkte in der Preseason streckenweise abwesend und nicht integriert. Michael Penix Jr. wurde nach seinem Kreuzbandriss erst Ende August für 11-on-11 freigegeben und hat kein Preseason-Snap gespielt.
Eine Woche vor dem Auftakt in Pittsburgh gab es keinen benannten Starter – und vier Quarterbacks im 53er-Kader. Erst diese Woche wurde Tua als Starting QB genannt. Die nette Story dabei: Jack Strand, undrafted aus Minnesota-State–Moorhead (Division II), hat mit zwei Touchdowns gegen Indianapolis von allen Quarterbacks am besten ausgesehen.
Und dann ist da noch die bittere Pointe: Kirk Cousins wurde im März entlassen, zwei Jahre nach dem 180-Millionen-Vertrag. Atlanta zahlt ihm 2026 trotzdem noch 8,7 Millionen und trägt insgesamt 35 Millionen Dead Cap, gestreckt über zwei Jahre. In Las Vegas hat er sich derweil gegen Erstrundenpick Fernando Mendoza durchgesetzt und startet am ersten Spieltag.
Nach Penix’ Kreuzbandriss hatte Cousins 2025 immerhin acht Spiele gestartet und dabei 5-3 abgeliefert – mehr Verlässlichkeit, als Atlanta diesen Sommer von irgendjemandem gesehen hat. Man zahlt in Atlanta also weiter für einen Quarterback, den man nicht hat.
Defense:
Bitter ist, dass beide Erstrunden-Edge-Rusher des 2025er-Drafts zum Saisonstart fehlen. Jalon Walker zog sich am 6. August im Training einen Kreuzbandriss zu und fällt die komplette Saison aus. James Pearce Jr. wurde für die ersten acht Spiele gesperrt – wegen eines Verstoßes gegen die Personal Conduct Policy nach einer Festnahme im Februar - er darf erst in Woche neun gegen Cincinnati in Madrid zurückkehren.
Die beiden kamen in den letzten zehn Wochen ihrer Rookie-Saison zusammen auf 14,5 Sacks und trugen einen Franchise-Rekord mit. Defensive Coordinator Jeff Ulbrich muss das nun mit EDGE Samson Ebukam, EDGE Azeez Ojulari und Rookie-LB Harold Perkins Jr. auffangen.
Ausblick:
Die Falcons sind die Wildcard dieser Division – wie eigentlich immer. Nach zwei 8-9-Saisonen mussten Head Coach Raheem Morris und GM Terry Fontenot gehen, Franchise-Legende Matt Ryan kam als neu geschaffener President of Football mit letzter Entscheidungsgewalt und suchte Stefanski und GM Ian Cunningham selbst aus.
Der Spielplan ist der viertleichteste der Liga, das Talent an den Skill-Positionen ist Playoff-tauglich, und Stefanski ist zweifacher Coach of the Year. Klärt sich die Quarterback-Frage schnell und bleibt Penix gesund, sind acht oder neun Siege drin. Klärt sie sich nicht, wird auch ein weicher Kalender nichts retten.
Prognose: 7-10 – die größten Waffen, die größten Fragezeichen
NFC West (by Ralph and sportfan_1990)
Seattle Seahawks
(2025: 14:3, SB-Champ) by Ralph
Was für ein Jahr für die Seahawks, mit dem wohl die wenigsten von uns so gerechnet hätten. Mit einer bärenstarken Defense, einer super Offense und einem QB Sam Darnold, der nahtlos an seine Leistungen bei den Vikings während der Regular Season 2024 anknüpfte und seine Nerven auch in den Playoffs im Griff hatte, gelang der ganz große Wurf: Der Triumph in der Super Bowl.
Es wird spannend zu sehen sein, wie die Seahawks in die Saison starten. So manch ein Champ musste sich zu Beginn einer neuen Saison erst wieder finden und den Hunger nach neuen Erfolgen neu entdecken. Wenn es für das Team von HC Mike Macdonald Verbesserungsbedarf gibt, dann beim Turnover-Battle. Denn hier stand am Saisonende eine Bilanz von -3 zu Buche.
Offense:
In der vergangenen Saison war die Offense in allen Kategorien Top 10. Allerdings kam es in der Off-Season zu gravierenden Veränderungen. Dazu zählt der Abgang von Erfolgs-OC Kubiak, der die Hawks in Richtung Las Vergas, verließ. Zum neuen OC wurde Brian Fleury.
In den vergangenen Jahren war er bei den 49ers als Run-Game- und Tight-End-Coordinator tätig. Wie die Offense unter der neuen Führung aussehen wird, wird sich weisen. Ein weiterer prominenter Abgang war der des amtierenden Super-Bowl-MVP-Running-Backs Kenneth Walker III. Nachdem RB Charbonnet noch nicht fit ist und von einem Ausfall bis zu Woche 5 ausgegangen wird, stellt sich die große Frage, wie das Laufspiel funktionieren wird.
Running Backs wie Price (Rookie), Holani und Wilson müssen sich erst beweisen. Bei den Wide Receivern sieht es dagegen ganz anders aus, hier sind die Seahawks bestens aufgestellt. Mit dem "Offensive Player of the Year 2025" Jaxon Smith-Njigba wurde der Vertrag um vier Jahre verlängert. JSN wurde damit zum bestbezahlten Wide Receiver der NFL gemacht.
Defense:
Mit nur 292 Punkten ließ die Defense ligaweit die wenigsten Punkte zu. Gegen den Lauf waren sie das drittbeste Team und gegen das Pass-Spiel (nach Yards per Game) die Nummer zehn der Liga. Mit weiteren Saison wie der letzten könnten sie die „Legion of Boom“ vergessen machen.
Nachdem im Draft kein Edge-Rusher gepickt wurde, holten sich die Seahawks mit Defensive End Dante Fowler eine neuen Mann an Board, wie auch mit der Verpflichtung von Cornerback Trevon Diggs, der in seiner Karriere bisher auf 20 Interceptions kommt. Wie eingangs erwähnt gilt es, das Turnover-Battle zu gewinnen. Da es in der Offense doch zu einigen Veränderungen kam, wird die Defense einspringen und noch mehr Turnovers generieren müssen.
Ausblick:
Die Konkurrenz schläft nicht. Vor allem nicht in der NFC West, wo mit den LA Rams der wohl härteste Herausforderer der NFC wartet - ein Division-Gegner, der in der Off-Season den Kader weiter verstärkt hat. Je nach Ausgang der direkten Begegnungen wird sich zeigen, wo sich die Seahawks in den Playoffs befinden werden. In den Wildcards oder gar als Number-1-Seed. Ich sehe sie in den Wildcards. Im NFC Championship Game werden sie dann das Nachsehen gegen die Rams haben.
Prognose: 12-5 Playoff-Football
Arizona Cardinals
(2025: 3:14) by Ralph
Glaubte man sich bei dem Team aus Arizona nach der 2024er Saison und der Playoff-Teilnahme auf dem richtigen Weg, wurde man 2025 auf dramatische Weise eines Besseren belehrt, mit nur drei Siegen.
Weder die Offense noch die Defense wusste zu überzeugen. So konnte und durfte kein Stein auf dem anderen bleiben. Folgerichtig wurde der Coaching Staff ausgewechselt, neu das Sagen hat nun Head Coach Mike LaFleur, ebenso gibt es u.a. einen neuen Offensive Coordinator, Special-Team-Coordinator und Quarterback-Coach. Eine weitere wichtige Personal-Entscheidung war die Trennung vom langjährigen QB Kyler Murray.
Offense:
Die Offense wird ein ganz neues Gesicht bekommen. Unter HC LaFleur sollte die Offense nicht mehr so leicht ausrechenbar wie in der Vergangenheit sein. Wahrscheinlich werden die Cardinals mit QB Brissett in die Saison gehen. Backups sind Veteran Minshew und Rookie-QB Beck.
Wichtig wird es sein, das Rushing-Game zu etablieren. 2025 hatte kein Running Back über 340 Yards! So war es kein Wunder, dass der erste von fünf für die Offense gezogenen Spieler 3rd-Overall-Pick-RB Jeremiyah Love war. Das Laufspiel beleben sollte auch der neu verpflichtete Running Back Allgeier. Neben dem schwachen Rushing-Game war auch die QB-Protection mit 59 zugelassenen Sacks verbesserungsfähig.
Daher kam es neben Draft-Picks zu einigen Verstärkungen für die Offensive-Line-Positionen. Wenn sich neben den beiden stärksten Receivern - TE McBride und WR Wilson - noch weitere Anspielstationen für den Starting-QB ergeben, allen voran hier Harrison zu nennen, könnte die Saison 2026 offensiv erfolgreicher gestaltet werden.
Defense:
Die Defense ist die noch viel größere Baustelle bei den Cardinals. In fast allen Kategorien befinden sie sich am unteren Ende der Tabelle. Zugelassene Punkte, Sacks, Yards per Game. Vor allem das schwache Abschneiden gegen das gegnerische Pass-Spiel muss schnell verbessert werden.
Um diese Schwachstellen auszubessern, wurden einige Veteranen (darunter u.a. Cornerbacks und Safetys) verpflichtet, für praktische alle Mannschaftsteile. Es gilt, mehr Druck auf den gegnerischen Quarterback auszuüben und die schlechte Statistik von nur 30 erzielten Sacks deutlich nach oben zu korrigieren. Ob dies in der ersten vollen Off-Season von LaFleur gelingt?
Ausblick:
Für Cardinals-Fans bitter, aber am Ende der Saison wird man in der eigenen Divison wieder nur den letzten Platz einnehmen. Zu stark ist die Konkurrenz. Dennoch sollten im ersten Jahr unter dem neuen HC schon Verbesserungen zu erkennen sein – und mehr als nur drei Siege eingefahren werden können.
Prognose: 5-12
Los Angeles Rams
(2025: 12:5, Niederlage NFC Championshipgame) by sportfan_1990
In der vergangenen Saison haben die Rams im NFC Championship Game gegen die Seahawks noch knapp den Kürzeren gezogen. Nun kann man getrost sagen: Die Rams sind All-In.
Man erwarb mit Myles Garrett und Trent McDuffie zwei Defense-Stars per Trade. Dazu gesellte sich auch noch Ende August – nach zweijähriger Absenz – Aaron Donald dazu. Somit gehen die Rams wohl mit der besten D-Line der Liga an den Start.
Das Prunkstück der Mannschaft – die Offensive um Quarterback Matthew Stafford – blieb unverändert. Einzig der Pick in Runde 1 des diesjährigen Drafts passte nicht in die All-In Strategie. Hier zog man Ty Simpson an Position 13, er ist derzeit im Depth Chart nur die Nummer drei bei den Quarterbacks.
Offense:
Die Rams hatten in der vergangenen Saison die meisten Offense-Touchdowns und die zweitmeisten erzielten Yards. Stafford spielt in seinem x-ten Frühling. Nacua und Adams machen ihm das Leben einfach. Die Verzahnung mit dem Run Game funktioniert auch prächtig. Die O-Line ist solide. Wenn alle Schlüsselspieler fit bleiben, dann wird es sicher nicht an der Offense liegen, dass die Rams nicht in die Super Bowl einziehen werden.
Defense:
In die Defense wurde ordentlich investiert. Ein komplett neues Cornerback-Duo mit McDuffie und Watson – beide kamen aus Kansas City, einer per Trade und einer per Free Agency. Dazu kommen noch der wohl beste Defense-Spieler der letzten Jahre mit Myles Garrett und aus der verfrühten Rente der zurückgeholte Aaron Donald. Diese beiden Spieler haben in den letzten neun Saisonen zusammen fünf Mal den besten Defensiv-Spieler der NFL gestellt. Einzig nennenswerter Abgang ist Jared Verse, der im Trade mit Garrett involviert war.
Ausblick:
Die Los Angeles Rams sind der klare Favorit auf die Super Bowl. Jene findet im Februar übrigens im SoFi Stadium – ihrer Heimstätte – statt. Womöglich ist auch das ein gutes Omen, denn als 2022 das letzte Mal eine Superbowl dort stattfand, gewannen auch die Rams den Titel.
Einziger Spielverderber könnten Verletzungen der Stars sein, da die Dichte im Kader wohl nicht so gegeben ist. Bleiben alle fit, sind sie der nächste Superbowl-Sieger.
Prognose: 14-3 Divisional Sieg und Superbowl-Sieg!
San Francisco 49ers
(2025: 12:5, Niederlage in den Divisional Rounds) by sportfan_1990
In der letzten Saison schlug abermals der Verletzungsteufel in San Francisco wieder zu. Zahlreiche Leistungsträger erlitten schwere Verletzungen (Bosa, Warner, Williams, Kittle).
Auch Brock Purdy war lange Zeit nicht komplett fit und verpasste Spiele. Trotzdem konnte man sich für die Playoffs qualifizieren. Nach einem Auswärtssieg in Philadelphia verlor man in der Division-Round beim späteren Champion Seattle.
Offense:
In der Offense verlor man mit Jauan Jennings nur einen Playmaker. Dafür holte man sich mit Mike Evans und der Rückholaktion von Deebo Samuel zwei Altmeister. Dazu zogen sie mit ihrem ersten Pick im Draft De´Zhaun Stribling. Schon bevor die Saison startet, müssen die Niners einen Ausfall für die ganze Saison hinnehmen. Ricky Pearsall ist mit einem Kreuzbandriss out. Trotzdem wird die Offensive aufgrund der Klasse der Spieler und Mastermind Kyle Shanahan wieder funktionieren.
Defense:
Der größte Rückschlag passierte außerhalb des Feldes. Defensive Coordinator Robert Saleh wechselte zu den Titans. Am Feld kommen die Stars um Warner und Bosa nach den Verletzungen wieder zurück.
Ebenfalls zurück ist Dre Greenlaw. Er kann mit Warner wieder das kongeniale Duo auf der Linebacker-Position bilden. Außerdem holte man mit Osa Odighizuwa per Trade einen guten Inside-D-Liner, der vor allem gegen den Run mehr Stabilität bringen soll.
Ausblick:
San Francisco spielt in einer schweren Division und trotzdem ist so viel Qualität vorhanden, dass man davon ausgehen kann, dass sie auch heuer wieder im Playoff vertreten sind. Aber wie in jedem Jahr der Niners werden Verletzungen ein Thema sein. Bleiben die Stars in diesem Jahr verschont, dann ist viel möglich, auch wenn beide direkten Konkurrenten in der eigenen Division die Nase vorne haben.
Prognose: 10-7 Playoff-Football