Die Ära Mike Tomlin ist zu Ende. Sein Nachfolger ist Mike McCarthy – selbst jahrelanger Coach von Aaron Rodgers bei den Green Bay Packers. Das Erbe wird kein einfaches werden, denn Mike Tomlin hatte in keiner einzigen der 19 Saisonen als Steelers-Trainer einen negativen Record. Die folgende Saison wird vermutlich die letzte von Rodgers in der NFL – the last Dance.
Offense:
Mit einem neuen Head Coach kommt natürlich auch ein neuer Offense Coordinator. Brian Angelichio war die letzten vier Jahre Passing Game Coordinator bei den Vikings. In der Free Agency holte man RB Rico Dowdle und WR Michael Pittman. Im Draft zog man in der ersten Runde OT Max Iheanachor. Dafür verließen mit Valdes-Scantling, Gainwell und Austin III drei Rotations-Spieler die Steelers. Ende August folgten noch der bisherige Starting Left Tackle Jones und Backup-RB Johnson, die jeweils gegen Draft Picks getradet wurden.
Defense:
Auch auf der defensiven Seite gibt es einen neuen Coordinator. Patrick Graham war in den letzten vier Saisonen in der gleichen Rolle in Las Vegas aktiv. Pittsburgh war in der vergangenen Spielzeit nur auf Platz 26 in zugelassenen Yards, kaschierte dies aber mit den viertmeisten Turnovers aller Teams. Mit Jamel Dean und Jaquan Brisker wurde die Secondary verstärkt. Wenn die Old-Stars der Defense (Watt, Ramsey, Heyward) in diesem Jahr auch ihren last Dance fabrizieren, dann kann diese Defense sehr unangenehm werden.
Ausblick:
Es ist ein ganz schwieriger Ausblick, den man hier prognostizieren muss. Viele fragile Komponente spielen hier mit hinein: Einerseits ein neues Trainerteam, anderseits gibt es mit Rodgers und den Leistungsträgern in der Defense viele ältere Spieler, die ihren Zenit schon überschritten haben.
Der Spielplan verspricht viele enge Spiele, denn man spielt gegen etliche Teams, die auf demselben Leistungsniveau sind. Daher sage ich, dass Pittsburgh heuer zum ersten Mal seit über 20 Jahren eine negative Saison haben wird und der last Dance von Rodgers nicht so prickelnd wird.
Prognose: 8-9
Cleveland Browns
(2025: 5-12) by sportfan_1990
In einen der größten Aufreger der Offseason waren die Cleveland Browns involviert. Der Trade von Superstar Myles Garrett zu den Los Angeles Rams war wohl die Top-Nachricht im Sommer. Cleveland erhielt mit Jared Verse einen jungen guten Ersatzmann, dazu noch einen First-, einen Second- und einen Third-Round-Pick in den kommenden Drafts. Nach sechs Jahren wurde Kevin Stefanski entlassen und durch Todd Monken ersetzt.
Offense:
Im vergangenen Jahr wurde Shedeur Sanders zum Starting-Quarterback ernannt. Das neue Team machte einen Rückzieher und ernannte Mitte August Deshaun Watson zum abermaligen Starter. Die QB-Situation in Cleveland ist wohl die schlechteste in der ganzen NFL.
Dafür sehen die Skill-Positionen rosig aus. Mit KC Concepcion und Denzel Boston werden zwei Rookies auf Wide Receiver starten und auch RB Judkins sowie TE Fannin Jr. gehen erst in ihr zweites Jahr. Einzig die O-Line ist ein zusammengewürfelter Haufen. Sie wurde fast komplett ausgetauscht. Trotzdem wird sie ein Upgrade gegenüber letztem Jahr sein. Ebenfalls floss der Top-Pick in die Line: Left Tackle Spencer Fano wurde nämlich im diesjährigen Draft auf #9 gepickt.
Defense:
Der Abgang von Myles Garrett überschattet alles. Die Defense war in der vergangenen Saison in vielen Metriken unter den Top 10. Nun muss der Verlust von Garrett im Kollektiv aufgefangen werden. Angeführt von Jared Verse und dem aktuellen Defensive Rookie of the Year MLB Carson Schwesinger.
An der Front Seven wird es liegen, die Achilles-Ferse der Defense – das gegnerische Run Game zu stoppen – zu verbessern. Nur dann kann die Secondary – das Prunkstück der Defense – um Denzel Ward und Grant Delpit glänzen. Nicht unerwähnt muss bleiben, dass mit Mike Rutenberg ein neuer Defense Coordinator das Steuer übernimmt.
Ausblick:
Die AFC North ist kein Kindergeburtstag. Und da die QB-Situation so zerfahren ist, wollen die Browns im kommenden Draft sehr früh ihren neuen Quarterback der Zukunft auswählen. Daher prophezeie ich abermals eine Übergangs-Saison und einen Top-5-Pick im kommenden Draft.
Prognose: 4-13
Cincinnati Bengals
(2025: 6-11) by MatB
Gefühlt wie jedes Jahr standen auch die Vorzeichen vor der vergangenen Saison (2025) in Cincinnati: Super QB, super Receiver, insgesamt eine Offense, von der viele Teams träumen würden. Auf der andere Seite träumten aber fast alle Gegner davon, eine solche Defense wie jene der Bengals gegen sich zu haben. Doch wie gefühlt jede Saison schlug auch letztes Jahr der Verletzungsteufel früh zu und Star-QB Joe Burrow musste neun Spiele pausieren – Bilanz aus diesen neun Spielen: 1-8. Da war die Saison dann eigentlich gelaufen.
Head Coach Zac Taylor geht etwas überraschend in seine achte Saison. Wenn es heuer nix wird mit einem tiefen Playoff-Run, dann denke ich, könnte es seine letzte sein.
Offense:
Was soll man zu einem Gericht sagen mit den Bestandteilen QB Joe Burrow, WR Ja’Marr Chase, WR Tee Higgins, RB Chase Brown. Über die Verletzung von Burrow habe ich schon geschrieben - ich würde mir wieder eine verletzungsfreie Saison wünschen und eine O-Line, die ihn zu beschützen weiß. Im Durchschnitt geht Burrow fast drei Mal pro Spiel über eine Saison hinweg zu Boden.
Die O-Line soll auch die Löcher für das Laufspiel frei blocken. Wichtig wird, dass diese Formation einen Schritt nach vorne macht - in den letzten Saisonen war sie immer im unteren Mittelfeld der Liga zu finden. Running Back Chase Brown, einer der wenigen “weißen” Running Backs der Liga, zählt zu den Besseren und kommt von einer 1000-Yards-Saison zurück.
Über das WR-Duo Ja’Marr Chase und Tee Higgins brauchen wir nicht viel schreiben, die sind den meisten von euch mehr als bekannt. Ja’Marr Chase ist in den meisten Fantasy-Drafts ganz vorne, in den Top 3, zu finden. Kein Wunder, hat er doch seit seinem Draft 2021 keine Saison weniger als 1.046 Receiving-Yards bzw. sieben Touchdowns auf seiner Seite gehabt. Tee Higgins' Zahlen als #2-Receiver können sich ebenfalls sehen lassen: Seit seinem Draft 2020 hatte er nie weniger als 656 Receiving-Yards, das bei wohlgemerkt nur zwölf Spielen bzw. fünf Receiving-Touchdowns. Er kommt auf einen Schnitt von 64 Receiving-Yards pro Game, bei vielen Teams wäre er der unangefochtene #1-Receiver.
Defense:
Was die Offense zum Positiven ist, das ist die Defense zum Negativen - noch dazu, da mit Trey Hendrickson der Star-Defender der Bengals das Team wechselte. Besonders brisant, da er ausgerechnet zum Divison-Erzrivalen nach Baltimore ging. Mit Joseph Ossai verloren sie einen weiteren Defender, der mehr als die Hälfte der Snaps am Feld stand.
Im Gegenzug dafür konnten von den Vikings Jonathan Allen geholte werden, hinzu kam vom Super-Bowl-Sieger Boye Mafe. Im Draft gingen die ersten beiden Picks in Round 2 ebenfalls in die Defense: Mit DE Cashius Howell - er sollte gleich mal um viele Snaps kämpfen können - und CB Tacario Davis.
Die Secondary an sich wurde etwas neu aufgestellt. In der Free Agency kamen noch ein weiterer neuer Cornerback und zwei neue Safetys, darunter Kyle Dugger von den Steelers. Die Defense muss unter Defensvie Coordinator Al Golden einen Schritt nach vorne machen, erste Ansätze waren zum Ende der letzten Saison schon zu sehen. Grundsätzlich sollte es kein schwieriges Unterfangen sein, ließ man doch vergangene Saison 28,9 Punkte (#30 in der Liga) des Gegners pro Spiel zu und musste insgesamt 6.475 Yards (#31 in der Liga) schlucken. Ich denke, mehr muss ich dazu gar nicht mehr schreiben.
Ausblick:
Copy&Paste könnte man hier einfügen von den letzten Jahren. Bleibt die Offense gesund, spielen die Bengals um den Dvisiontitel und die Playoffs mit. Verletzt sich nur ein Keyplayer in der Offesene, wird's vermutlich, wie die letzten Jahre auch, wieder nur Mittelmaß. Wer würde glauben, wenn man die Bengals in den Playoffs sucht, dass man hier bis 2022 zurückschauen muss? Es wird an der Defense liegen, ob es eine erfolgreiche Saison wird und man HC Zac Taylor und DC Al Golden 2027 in Cincinnati antrifft.
Prognose: 12-5 und Playoff-Football – dort ist dann alles möglich
Baltimore Ravens
(2025: 8-9) by MatB
Wer würde annehmen, dass einer der Topfavoriten letzte Saison, es nicht mal in die Playoffs schaffte. Beides trifft auf die Raben vergangene Saison zu.
Vor der Saison dachte man, die Defense verstärkt zu haben und mit DeAndre Hopkins einen #2-Receiver gefunden zu haben. Beides traf nicht zu. Die Offense ließ aus und auch in der Defense war Stagnation angesagt. Eine 8-9-Saison darf man sich mit so einem Team nicht leisten, genau das hat auch John Harbaugh zu spüren bekommen - einer der längstdienendsten Coaches musste das Feld räumen. Seit der Saison 2008 hieß der Head Coach in Baltimore John Harbaugh.
Interessant auch, mit Mike Tomlin von den Steelers verließ auch der längstdienendste Head Coach die AFC North bzw. die NFL, während John Harbaugh die Qual der Wahl für seinen nächsten Posten hatte und es schließlich das New York Giants Football Team wurde.
Dem nicht genug wurden auch alle Haupt-Assistant-Coaches ausgetauscht. Neuer Offensive Coordinator ist Declan Doyle, der Todd Monken ersetzte, der neue Defensive Coordinator hört auf den Namen Anthony Weaver und als neuer Special-Teams-Coach wurde Anthony Levine sr. vorgestellt.
Offense:
Neben den Bengals sicherlich eine der spannendesten Offenses in der NFL. Alleine die Namen - QB Lamar Jackson, RB Derrick Henry, TE Mark Andrews und WR Zay Flowers - lassen jeden Footballfan mit der Zunge schnalzen. #1-WR Zay Flowers durfte seinen Zahltag feiern mit 140 Mio Dollar für 4 Jahre.
Ein richtiger #2-Receiver hat sich noch nicht herauskristallisiert, vielleicht überrascht ja 3rd-Round-Pick WR Ja’Kobi Lane, der vielen Berichten nach mindestens Receiver-#3 sein soll. Die O-Line wurde mit John Simpson verstärkt, hinzu komm 1st-Round-Pick OG Vega Ioane. Eine alte Weisheit: Wer die Line dominiert, dominiert das Spiel und genau, das war in der letzten Saison das Problem der Ravens.
Defense:
Die Defense steht der Offense bei den Namen um nichts nach: LB Roquan Smith, S Kyle Hamilton, S, Malaki Starks, CB Marlon Humphrey, um nur einige zu nennen. Diese Defense wurde mit Trey Hendrickson vom Erzrivalen aus Cincinnati aufgemotzt. Aber auch hier ist die Devise, wer die Line dominiert, der dominiert das Spiel. An dem sollten die Raben heuer ansetzen - und Trey Hendrickson sollte hier seinen Beitrag leisten. Letzte Saison musste man 6.027 Yards des Gegners hinnehmen, was die #11 in der NFL widerspiegelt. Wenn eine Defense viele Punkte bzw. Yards zulässt, muss die Offense mit Big Plays antworten, was immer risikobehaftet ist.
Ausblick:
Die Ravens spielten letzte Saison weit unter ihren Möglichkeiten. Mit diesem Team sollten sie die Division von oben anführen und in die Playoffs einziehen. Für mich zählen die Raben auch heuer wieder zum engeren Favoritenkreis für eine Teilnahme in der Super Bowl und dort ist bekanntlich alles möglich. Es hängt mMn am neuen Coaching-Staff, ob sie die PS auf den Rasen bringen können und es dorthin schaffen - für mich das größte Fragezeichen in Baltimore.
Prognose: 13-4 Division Sieg und Playoffs Run
AFC East (by DM79 and MatB)
Miami Dolphins
Yet another rebuild (2025: 7-10) by DM79
Das Beste für einen Dolphins-Fan an der Saison 2026/27 ist, dass es zu keiner Enttäuschung kommen kann. In den letzten zwei Jahrzehnten war der Aufbau von Erwartungen, die Hoffnung im September/Oktober und die nachfolgende Enttäuschung die einzige Konstante für dieses Team.
Der letzte Anlauf mit Tua Tagovailoa, Jaylen Waddle, Tyreek Hill und einer starken Rushing Offense hat unter dem Regime von Chris Grier und der Anleitung von Mike McDaniel kurz wie eine Erfolgsformel ausgesehen, die am Ende aber gescheitert ist und sicher noch einige Zeit einen Schatten (Dead Cap) auf die Franchise werfen wird.
Der Neustart ist das einzig richtige und ich hoffe wirklich auf eine möglichst gute Saison für die vielen Neulinge im Kader, aber auch auf richtig schlechte Ergebnisse und damit idealerweise auf den #1-Overall-Pick im Draft 2027. Die ersten Anzeichen stimmen mich schon einmal positiv, denn man hat im 2026-Draft die bestehenden Schwachstellen erkannt - vor allem jene in der Offensive Line. Jetzt gilt es zu evaluieren, wo man bereits richtig liegt, wo man auf dem richtigen Weg ist und wo man noch (deutlich) nachbessern muss.
Das Coaching – Alles neu in Miami
Auch im Bereich des Coachings ist alles neu, alles anders und ich hoffe einiges besser. Mike McDaniel ist sicherlich einer der besten Offensive Coordinator der NFL, er war aber in einigen Situationen immer wieder mit der Head-Coaching-Position überfordert. Auch hat er eine sicherlich gute Stimmung im Kader verbreitet, aber scheinbar damit alle Kanten abgeschliffen und die Dolphins nach Aussage ehemaliger Spieler, aber auch einiger Preseason-Gegner der vergangenen Saison, zu einer "angenehm, soften" Mannschaft geformt.
Das funktioniert in einer der physischen Sportarten halt nur bedingt. Sein Mantra war "Speed wins" und das ging so lange gut, bis es jeder Gegner verstand, einen Plan B hatte er nicht. Jeff Hafley kommt aus der komplett anderen Richtung, er war Defensive Coordinator bei den Green Bay Packers und setzt deutlich mehr auf die Physis und den Wettbewerb innerhalb des Teams (darauf deuten zumindest der Draft und die bisherige Vorbereitung hin). Es ist sicher kein Fehler, dass sich General Manager Jon-Eric Sullivan, Hafley und Malik Willis aus der Packers-Organisation kennen.
Offensiv übernimmt Bobby Slowik, der in seinen bisherigen Stationen stark von den Shanahans geprägt wurde und dessen Konzepte sicherlich zum aktuellen Kader rund um Willis und Achane passen können. Es wird interessant zu sehen sein, wie sich die Neulinge auf ihren Positionen beweisen werden und wie lange sie Zeit bekommen, denn eine erfolgreiche Saison (wenn man den Record am Ende als Maßstab anlegt) wird es trotz aller Bemühungen nicht werden.
Die Offense – Es wird heuer viel gelaufen
Kein Spieler wird bei den Dolphins mit mehr Interesse verfolgt als Malik Willis, er bekommt für drei Jahre etwa 67,5 Mio. USD - ein Betrag, der durchaus den Glauben weckt, dass sich Willis beweisen darf und nicht einfach eine "Tanking"-Season anführen soll.
Seine Einsätze als Ersatz für den verletzten Jordan Love in Green Bay haben auf jeden Fall gezeigt, dass er Potenzial besitzt. Seine physische Stärke und Geschwindigkeit wird es den Defenses schwerer machen, sich beim Laufspiel auf Achane (und andere RBs) zu fokussieren und damit kommt eine Dimension des Angriffs hinzu.
Das wird aber auch notwendig sein, denn bei den Receivern hat man den größten Rückschritt im Kader gemacht und viel Qualität sowie Speed durch die Abgänge von Waddle und Hill verloren. Provokant gesagt, werden die Phins um ihr Leben laufen. Positiv muss man aber erwähnen, dass man endlich die Offensive Line angegangen ist und im Draft gezielt Rookies ergänzt hat. Der bereits angesprochene Devon Achane ist der einzige wirkliche Fixpunkt der Offense, wo man weiß, woran man ist und der ein Pfeiler der zukünftigen Ausrichtung sein wird.
Die Defense – Alles auf die Jugend
Auch in der Defense ist so gut wie alles im Umbruch, mit Bradley Chubb und Minkah Fitzpatrick haben die Dolphins zwei prominente Veteranen verloren. Generell besitzt die Defense weniger fertige Stars, dafür aber einige junge Spieler, die 2026 deutlich größere Rollen übernehmen müssen.
Allen voran Chop Robinson, bei dem es nicht mehr reichen wird, gelegentlich als explosiver Pass Rusher aufzufallen. Miami braucht ihn dauerhaft als einen der wichtigsten Spieler der Front Seven. Interessant wird, wie sich Chris Johnson einfügen wird, er wurde am Ende der ersten Draftrunde gepickt, um die schon länger bestehenden Probleme auf der Cornerback-Position zu lösen oder zumindest zu verbessern. Dass dies nicht immer über einen Draft-Pick funktioniert, hat Cam Smith erst kürzlich bewiesen. Das Potenzial für einen zukünftigen CB1 ist aber durchaus vorhanden.
Es ist aber davon auszugehen, dass gegnerische QBs die Unerfahrenheit, vor allem in der Secondary, ausnutzen werden und es Zeit brauchen wird, hier Routine zu entwickeln. Eine Zeit, welche die doch noch junge und unerfahrene Defense der Phins von ihren Gegnern nicht bekommen wird.
Die Prognose – Eine Saison im Zeichen des Neustarts
Malik Willis hat eine komplette Saison, in welcher kaum Erwartungen zu erfüllen sind, um sich zu beweisen. Miami wird am Ende eine gute Draft-Position für 2027 haben und Willis wird entweder mit dem #1-Pick ersetzt oder er sorgt dafür, dass die Dolphins ihn als Option für die Zukunft sehen und andere Baustellen in den ersten Runden werden ausmerzen können.
Ich sehe die Dolphins aufgrund des extrem schweren Schedules (zweitschwerster Schedule der NFL mit 0.542) und den vielen Baustellen als Team, welches vielleicht gelegentlich überraschen kann, aber wenn alles schiefläuft, definitiv hoch im Kurs um den #1-Pick ist (wären da nicht die Jets und die Browns, dann würde ich sogar sagen, sie sind der Fixstarter für den #1-Pick).
Prognose: 2-15
New York Jets
Nimmt der Neuaufbau Formen an? (2025: 3-14) by DM79
Die Saison 2025 kann man aus Sicht der Jets durchaus als ein Desaster bezeichnen, was bei den Jets der letzten Jahre nichts besonders Erwähnenswertes ist. Der ständige Wechsel von Head Coaches und das Verschleißen von 1st-Round-Quarterback-Picks (siehe Sam Darnold als Beispiel, dass es nicht unbedingt am Spieler liegt ;) ), hat dazu geführt, dass man auch für 2026 nicht viel erwarten würde.
Allerdings haben die Jets in der Saison 2025 auch erkannt, dass der aktuelle Weg nirgendwo hinführt und durch einige Trades viel Draft-Kapital für einen Neustart gesammelt. Gerade die Defense ist eigentlich komplett neu und in der Offense ersetzt Geno Smith (der es in Las Vegas auch nicht leicht hatte) Justin Fields.
Gespannt darf man sicher sein, wie lange Aaron Glenn Zeit bekommt, um einen Turnaround zu schaffen oder zumindest die Hoffnung auf einen solchen zu wecken.
Das Coaching – Die zweite (und letzte Chance) für Aaron Glenn
Eigentlich habe ich nicht erwartet, dass Aaron Glenn nach Ende der abgelaufenen Saison noch an Bord sein wird. Er ist ein defensiv ausgerichteter Coach und unter ihm war sogar die Defense, welche für Jets-Verhältnisse meist noch am ansehnlichsten war, wirklich schlecht. Hatte man doch immerhin keine einzige (0) Interception zu verzeichnen.
Zwölf der 22 Coaches wurden ausgetauscht und wahrscheinlich am wichtigsten dabei ist zu erwähnen, dass Tanner Engstrand als Offensive Coordinator durch Frank Reich ersetzt wurde, also ein unerfahrener Coordinator durch einen sehr erfahrenen, was der Jets-Offense wirklich weiterhelfen sollte.
Damit kann Glenn auch deutlich mehr Verantwortung abgeben und sich mehr auf die Defense konzentrieren und mit Brian Duker in seiner Domäne zusammenarbeiten. Diese neue Zuteilung sollte dazu führen, dass Abläufe und damit die Jets im Allgemeinen besser funktionieren als 2025.
Die Offense – Kann Geno Smith die QB-Position stabilisieren
Die offensichtlichste Veränderung ist der Wechsel des Quarterbacks von Justin Fields zu Geno Smith. Beide hatten 2025 ein Jahr zum Vergessen, aber Geno Smith kann sicher besseres leisten als man von ihm in Las Vegas mit 17 Interceptions gesehen hat. Mit seinen 35 Jahren ist er sicherlich nicht der QB der Zukunft, aber eine solide Überbrückung und ein guter Mentor für den zukünftigen QB1 (wer auch immer das sein wird).
Mit Garrett Wilson, den WR-Zugängen von Adonai Mitchell (Trade) und Omar Cooper Jr. (Draft) sowie RB1 Breece Hall, einer doch besseren Offensive Line (auch wenn man Alijah Vera-Tucker an die Pats verloren hat) als in Las Vegas und der Erfahrung von Frank Reich könnte die eine oder andere Überraschung drin sein.
Die Defense – Fast ein kompletter Neuanfang
Defensiv ist der Umbau des Teams noch radikaler als in der Offensive und es wird eine Vielzahl neuer Starter geben, ein Neuanfang und keine Anpassung im üblichen Ausmaß. 2025 ist man noch mit Sauce Gardner und Quinnen Williams gestartet, welche zu den besten Spielern auf ihren Positionen gehört haben, dennoch hat, wie im Eingangsstatement erwähnt, die gesamte Unit nicht funktioniert.
Mit den Trades der beiden zu den Colts und den Cowboys wurde das Kapital für die kommenden Drafts und somit für den Neuanfang gelegt. Anstelle von viel Geld in wenige Stars zu investieren, setzt man nun auf die Jugend und das Volumen im Kader. Ein offensichtliches Risiko, welches aber belohnt werden kann und nach 2025 musste man auch etwas verändern.
Gespannt darf man sein, wie David Bailey als #2-Pick als Pass Rusher einschlagen wird und auch wie der Rest der neuen Bausteine (T’Vondre Sweat, David Onyemata, Kingsley Enagbare, Demario Davis, Mikah Fitzpatrick, …) für die Jets funktioniert und ob die Defense somit deutlich besser agiert als 2025. Die Latte von null Interceptions zu überbieten, sollte definitiv drinnen sein.
Die Prognose
Die Jets haben wahrscheinlich mehr Upside als man nach 2025 vermuten kann. Sicherlich sind sie in der AFC East deutlich hinter den Pats und den Bills, aber heuer auch vor den Phins. Das Team hat eine vernünftige Mischung aus Erfahrung und Entwicklungspotenzial.
Die Offense und die Defense werden einen Sprung nach vorne machen und besser sein als 2025, aber der komplette Turnaround wird Zeit brauchen. Ich denke, man wird gegen schwache Gegner eher mal gewinnen, aber dennoch (allein durch die vier Niederlagen gegen die Pats und die Bills) keinen großartigen Saison-Record haben.
Prognose: 6-11
New England Patriots
Vom Überraschungsteam zum Champion? (2025: 14-3, Super Bowl Niederlage) by DM79
So schnell kann es gehen, 2025 waren die Patriots eine Mannschaft, von der man Fortschritte erwartet hatte - geendet hat die Saison als Runner-Up in der Super Bowl. 2026 wird nun natürlich um nichts weniger erwartet, aber ist das realistisch?
Die 14-3 Saison, der Sieg in der AFC East und das Erreichen der Super Bowl gehörte zu den Überraschungen 2025 - das war zum einen verdient und hart erarbeitet, zum anderen wurden die Pats aber vielleicht auch falsch eingeschätzt und hatten einen, verhältnismäßig einfachen Schedule (2nd easiest mit .391). Letzteres ändert sich 2026 definitiv und mit .531 hat man den sechstschwersten "Strength of Schedule" der Liga.
Aber man hat sich auch an wichtigen Stellen verstärkt und gehört somit sicherlich zum Anwärterkreis in der AFC East und wenn alles gut läuft auch darüber hinaus.
Coaching – Wohin kann Vrabel die Pats führen
Mike Vrabel hat aus New England eine schwer zu bespielende Mannschaft gemacht, die sich über Physis und Disziplin definiert. Seine Philosophie ist es, in jeder Phase körperlich stark und schwer auszurechnen zu sein. Vrabel und A.J. Brown kennen sich bereits aus der Zeit bei den Tennessee Titans und er wird sehr gut ins System passen.
Mit Josh McDaniels wurde der Offensive Coordinator gehalten, was gerade für einen immer noch jungen QB wie Drake Maye wichtig ist und auch defensiv sehe ich die Veränderung nicht als gravierend. Zwar hat Zak Kuhr offiziell übernommen, praktisch hat der die Position aber auch schon zum Teil 2025 ausgeführt, als Terrell Williams aufgrund von gesundheitlichen Problemen zurücktreten musste.
Die Offense – A.J. Brown wird einschlagen
Ich habe es schon im Coaching-Abschnitt erwähnt und ich bin davon überzeugt, dass A.J. Brown einschlagen wird. Mike Vrabel kennt ihn und weiß, was man an ihm hat. In einer Saison, die in Philadelphia für die Offense alles andere als rosig war, hat er dennoch mehr als 1000 Receiving Yards zu verzeichnen gehabt. Aus meiner Sicht sind seine und die Verpflichtung von Romeo Doubs klare Verbesserungen im Receiver-Corps und die beiden werden mit Drake Maye sehr gut harmonieren.
TreVeyon Henderson bleibt das wichtigste Element des Laufspiels, seine Geschwindigkeit aber auch seine Qualitäten als Receiver ergänzen das Konzept der Offense perfekt und mit Hunter Henry hat man auch einen sehr starken und verlässlichen Tight End.
Drake Maye selbst hat sich schon 2025 in der Riege der besten QBs der NFL etabliert und durch die angesprochenen Verpflichtungen - und vor allem auch der Verstärkung der OL durch Alijah Vera-Tucker - geht man nun auch eines der Hauptprobleme von 2025 an, denn 21 Sacks in vier Playoff-Spielen ist zu viel, um am Ende ganz oben zu stehen.
Die Defense – Gezielte Verstärkungen einer bereits sehr starken Defense
Die Defense muss definitiv nicht neu erfunden werden, gehörte sie doch schon 2025 zu den Besten der NFL und war ganz klar ein entscheidender Faktor, warum man in die Super Bowl einziehen konnte. Sie beendeten die Regular Season als Nummer vier bei erlaubten Punkten und als Nummer acht bei erlaubten Yards.
Für 2026 hat man versucht, gezielt an den Schwächen zu arbeiten und Abgänge wie jenen von K‘Lavon Chaisson zu kompensieren. Zum einen holten sie Dre‘Mont Jones und zum anderen tradeten sie nach oben, um in Runde zwei Gabe Jacas zu draften. Nicht unerwähnt bleiben soll auch die Secondary, welche angeführt von Christian Gonzalez (mit Carton Davis III, Marcus Jones und Craig Woodson) eine große Stärke der Pats darstellt und definitiv seines gleichen sucht. Sie gehört mit zu den besten Bereichen im Kader der Pats.
Die Tiefe der Defense kann im Laufe einer langen Saison ein entscheidender Faktor sein und dass Defense Championships holt, weiß man nicht erst seit der vergangenen Saison.
Ausblick:
Die Patriots werden 2026 nicht mehr unterschätzt werden und haben auch eine weit schwierigere Ausgangslage des Schedules als 2025. Aber sie wissen auch, was sie können und wo sie stehen. In einer so starken Liga wie der NFL und den möglichen Auswirkungen von Verletzungen ist es schwer aufgrund einer 14-3-Saison und eines vielleicht noch besseren Kaders automatisch auch einen besseren oder gleich guten Record vorauszusagen.
Auch kann es sein, dass man 2-3 Spiele knapp verliert, die man 2025 noch knapp gewinnen konnte. Es wird ein hauchdünnes Rennen in der AFC East mit den Bills und am Ende wird auch Glück und Tagesverfassung entscheiden. Ich bin aber trotzdem der Meinung, dass sie aufgrund des Coachings und der Defense am Ende knapp vorne liegen werden.
Prognose: 13-4 Divison Champ und Playoff-Football
Buffalo Bills
(2025: 12-5, Niederlage Divisional Playoffs) by MatB
Das Kryptonit mit dem Namen Kansas City Chiefs und Patrick Mahomes blieb den Buffalo Bills in den Playoffs 2025 erspart - nur um dann gegen den "Einbeinigen" Bo Nix und den von HC Sean Payton angeführten Denver Broncos zu verlieren.
Zugegeben, die Saison der Bills war jetzt nicht unbedingt die konstanteste der letzten Jahre. Siege wie jenen gegen die Chiefs oder Bucs folgten Niederlagen wie gegen die Dolphins oder Texans. Diese Saison kostete HC Sean McDermott den Job. Nach langem Hin und Her wurde der bisherige Offensive Coordinator Joe Brady sein Nachfolger. Neuer OC wurde Pete Carmichael, der von den Denver Broncos abgeworben werden konnte.
Auch der Defensive Coordinator hat sich geändert, neu in Buffalo ist nun Jim Leonhard, der ebenfalls von den Denver Broncos kam und Bobby Babich ersetzte. Auch der Special-Teams-Coach wurde ausgetauscht, Jeff Rodgers erstetzte auf dieser Position Chris Tabor. Er wurde von den Arizona Cardinals losgeeist. Insgesamt wurden 13 Coaches der 26 für die neue Saison ausgetauscht, was 50% macht.
Die Offense hatte meiner Meinung nach etwas an ihrer Explosivität eingebüßt und doch waren sie die #4 nach Yards. Der #1-Receiver bzw. eine vernünftige #1-Anspielstation konnte immer noch nicht gefunden werden, was einiges an Last auf den Schultern von Josh Allen lastet. Das große Problem war jedoch, wie von mir in den letzten Previews schon geahnt, die Secondary sowie die Run Defense, die schon die letzten Jahre nie die Beste war.
Offense:
Wie schon in der Einleitung geschrieben: Die Offense war im Passspiel gegenüber der Saison 2024 nicht mehr so explosiv, doch es waren wieder 17 Passempfänger und elf Receiver mit Touchdowns. So richtig stach keiner heraus. Khalil Shakir war wieder der Spieler mit den meisten Yards, dahinter dann schon Dalton Kincaid, der vergangene Saison einen "kleinen" Sprung nach vorne gemacht. Beide sind jedoch weit weg von der magischen 1000-Yards-Marke.
Weder Curtis Samuel noch Elijah Moore oder Josh Palmer waren die Antwort auf die Frage, wer kann #1-Receiver sein. Für die neue Saison wurde nun DJ Moore von Chicago losgeeist für einen 2nd-Rounder. Im Gegenzug erhielten die Bills noch einen 5th-Rounder. Ob er auf seine Carolina-Saisonen und seine erst Saison in Chicago anschließen kann, wird sich weisen.
Die Offense wurde jedoch im Vorjahr vom Run-Game getragen. Angeführt von James Cook, der mit 2.714 Yards die #1 in der gesamten NFL war. Ein solches dominantes Run-Game funktioniert nur mit einer sehr gut funktionierenden O-Line. Hinter einer solchen Offense sollte das Run-Game die nötigen Lücken für das Pass-Game schaffen. Die Offense sollte meine Meinung nach wieder besser sein.
Defense:
Ein Footballspiel hat drei Ebenen: Offense, Defense und Special Teams. Wenn nur zwei davon funktionieren, wird's schwierig, wenn nur eines davon funktioniert, na ja, ihr wisst das selbst….
Bei den Bills war's vorige Saison schwierig, dass alle drei Ebenen funktioniert haben - vor allem Defense und teilweise die Special Teams konnten da nicht mithalten.
Die Defense wurde im Vorjahr mit Joe Bosa aufgemotzt. Er sollte den Druck auf den QB bringen, doch das war nicht nötig, da die Defense die #5 im negativen Sinn gegen den Lauf war - ganze 2.315 Yards wurden zugelassen. Bei den zugelassenen Touchdowns nach Run waren die Bills sogar Letzter mit 24 Stück.
Die Front-7 wurde hier ausgetauscht. Joey Bosa, Matthew Judon, Shaq Lawson, DaQuan Jones und E.J. Espenesa mussten die Bills und das neue Highmark Stadion verlassen. Im Gegenzug kam Bradley Chubb, er soll nun die Löcher gegen den Lauf stopfen. Im Draft kam auch noch T.J. Parker in Runde zwei hinzu, der sofort einen Impact haben sollte.
Ausblick:
Die Bills spielen heuer im neuen Highmark Stadium, Kostenpunkt 2,2 Mrd. - ja richtig gelesen, Milliarden. Ebenfalls wieder ein Stadion ohne Dach, damit der Heimvorteil im Norden der USA, Nähe der Niagara Fälle, wie gehabt gegeben ist. An der Offense soll es in dieser Saison nicht liegen - wenn die Defense einen Schritt nach vorne macht, sollte alles möglich sein.
Wie schon öfters geschrieben: Solange Josh Allen gesund bleibt und im Staate New York under Center spielt, ist alles möglich. Mit der Fan-Brille würde ich den Bills und ihren Fans - eine der besten Fan-Bases der NFL, der Bills Mafia - den so ersehnten 1. Super-Bowl-Ring gönnen.
Der Spielplan ist jedoch nicht einer der einfachsten, vor allem zu Beginn: Texans, Lions, Chargers, Patriots und Rams in den ersten fünf Wochen.
Prognose: 12-5 und Playoff-Football und dort ist alles möglich
AFC South (by patrick__R, austrianviking and MatB)
Houston Texans
(2025: 12-5, Niederlage in der Divisional Round) by patrick__R
Von 2020 bis 2022 waren die Texans noch ein fast geschenkter Sieg, eine Franchise, die maximal Football-ähnliche Veranstaltungen organisierte und sich als NFL-Team titulieren durfte - seit 2023 schafft man es aber wieder, guten Football zu spielen.
Letzte Saison reichte es für einen 12-5-Record, ebenso wurde man Zweiter in der AFC South. Die letzten neun Spiele der Regular Season konnte man am Stück gewinnen. In der Divisional Round war dann schlussendlich gegen die späteren AFC-Champions aus New England Schluss. Die Erwartungen an diese Saison sind dementsprechend hoch. Viele Gründe, wieso der Erfolg von letzter Saison nicht wiederholt werden sollte, sehe ich nicht.
Offense:
C.J. Stroud bleibt unverändert auf der Quarterback-Position. Sollte man in Houston jedoch in den nächsten Jahren mit einer Super Bowl liebäugeln, muss der 24-jährige QB noch etwas drauflegen. Dabei helfen könnte ihm diese Saison eine verbesserte O-Line. Unter anderem kommen Ex-Pro-Bowler Wyatt Teller, welcher seinen Zenit bereits erreicht hat, jedoch immer noch eine solide Option darstellt, 1st-Round-Pick Keylan Rutledge und der neue Starter auf Center, Evan Brown.
Auf Tight End bleibt Dalton Schultz erhalten. Dieser konnte letztes Jahr in seiner achten NFL-Saison, gemessen an Yards, seine zweitbeste Saison ever hinlegen. Abgerundet wird die Offense für 2026 mit bekannten Namen wie Nico Collins (2025: 1.117 Receiving Yards, 6 TDs) und David Montgomery (2025: 716 Rushing Yards, 8 TDs).
Defense:
Die Texans werden auch im kommenden Jahr wieder primär ein defensives Team sein. Man konnte großteils die Starter von letzter Saison halten und Abgänge konnte man zumindest mit gleichwertigen Spielern kompensieren. Reed Blankenship kommt auf der Safety-Position von den Philadelphia Eagles und wird auch in dieser starken Defensive wohl direkt als Starter in Week 1 beginnen.
Mit Danielle Hunter und Will Anderson Jr. hat man ebenso eine der besten Defensive-End-Paarungen in der Liga. Gemeinsam kamen sie letzte Saison auf insgesamt auf 27 Sacks und waren beide in den Top 10 ligaweit. Mit Jadeveon Clowney hat man dann auch noch einen namhaften Backup, sollte es zu einer Verletzung kommen. Ansonsten bleibt mir nicht viel zur Defense der Texans zu sagen, außer dass sich die Gegner gefasst machen sollten!
Ausblick:
Für die Texans wird es insgesamt nicht für den großen Sprung nach vorne reichen, jedoch hat man sich auch nicht verschlechtert. Mit Blick auf den Schedule, erwarte ich eine erneute 12-5-Season.
Prognose: 12-5 Playoff-Football
Jacksonville Jaguars
(2025: 13-4, Divisional Sieg, Niederlage Wildcard Games) by patrick__R
Ähnlich wie die Division-Rivalen aus Houston konnten die Jaguars gegen Ende der Regular Season den Turbo einlegen. Nach der Bye Week in Woche acht konnte man neun der zehn verbleibenden Spiele gewinnen (mit durchschnittlich 32 erzielten Punkten pro Spiel!) und sicherte sich somit den Sieg in der AFC South.
Ein 13-4-Record stand am Ende zu Buche. Schlussendlich verlor man in der Wildcard gegen die Buffalo Bills. Die Playoffs werden dieses Jahr definitiv wieder das Ziel sein.
Offense:
Die Offense bleibt großteils bestehen von letzter Saison. Trevor Lawrence hatte letztes Jahr sein bestes Jahr bis jetzt. Große Veränderungen sind daher nicht nötig. Eine Sache wird jedoch schmerzen: Man hat Running Back Travis Etienne in der Free Agency zu den New Orleans Saints verloren. Daher muss man nun ohne seinen "Einser-RB" von letzter Saison auskommen. Gleichwertigen Ersatz hat man zumindest nicht geholt.
Bayshul Tuten und Chris Rodriguez Jr. werden auf der Position des Running Backs um die Snaps kämpfen und sich beweisen müssen. Was für einen Impact der Verlust von Etienne ausmacht, wird sich noch zeigen müssen. Ein weiterer Grund für das bis dato beste Jahr von Lawrence in 2025 war sicherlich die solide Pass Protection von den Tackles. In der Interior Line gab es und wird es in der kommenden Saison weiterhin etwas Probleme geben. 2026-3rd-Round-Pick Emmanuel Pregnon soll jedenfalls auf Guard Abhilfe bringen.
Defense:
Die Defense sollte ebenso eine der besseren in der NFL bleiben. Der größte Verlust in der Offseason ist wohl Linebacker Devin Lloyd, welcher nun für die Panthers aufläuft. Mit Ventrell Miller, Oluokun und Tavai hat man hier jedoch weiterhin solide Optionen. Durch den Verlust von Greg Newsome zu den Giants wird man nun Dual-Threat Travis Hunter, welcher als Wide Receiver und Cornerback einsetzbar ist, primär als Cornerback spielen lassen.
In einer Liga wie der NFL ist es einfach kaum möglich, dass man zwei so unterschiedliche Position gleichzeitig auf Top-Niveau spielt. Daher macht es nur Sinn, dass man Hunter nun auf seine bessere Position konzentrieren lässt, wenn man auf genau dieser Abhilfe braucht. Ansonsten ist die Defense overall solide aufgestellt. Ein "Player to watch" ist definitiv 2023-5th-Round-Pick Antonio Johnson, welcher letzte Saison gemäß PFF-Grading der beste Safety der Liga war.
Ausblick:
Die Jaguars bringen keine großen Veränderungen. Es schaut so aus, als würde man noch nicht nach den Sternen (Super Bowl) greifen, für die Playoffs könnte es allemal wieder reichen. Man wird jedenfalls wieder um den Division-Titel kämpfen.
Prognose: 11-6 Playoff-Football
Indianapolis Colts
(2025: 8-9) by austrianviking
Die Indianapolis Colts bleiben das Paradebeispiel einer Franchise, die im ewigen Mittelfeld steckt.
2025 brachte einen furiosen Start mit Daniel Jones, den Sauce-Gardner-Trade, Jones‘ Verletzungs-Implosion, das Philip-Rivers-Intermezzo und den totalen Kollaps – am Ende wieder 8-9. Aufregender als zuvor, sportlich nicht besser.
Carlie Irsay-Gordon hört weiter den Funk ab und ließ GM Chris Ballard sowie Head Coach Shane Steichen überleben. Ballard bleibt Meister des Joberhalts und des "stuck in the middle"-Kaderbaus. Steichen ist der gefinkelte Offensiv-Playcaller mit "grab bag"-Ansatz, der höhere Aufgaben verdient hätte.
Offense:
Daniel Jones ist ein durchschnittlicher Starter, der Hot-Streaks in fette Verträge verwandelt. Sein 2025er-Start war Produkt starker Infrastruktur und lachhaftem Schedule – nicht replizierbar. Die Verletzungshistorie schon. Trotzdem gab es die 88-Mio-Verlängerung (bis 100 Mio. möglich), weil ohne Draft-Picks die Hände gebunden waren und Anthony Richardson als beschädigte Ware nur Backup bleibt. Jones soll Week 1 fit sein, hat aber in sieben Jahren genau einmal alle Spiele bestritten.
Die O-Line um Bernhard Raimann und Quenton Nelson bleibt nahe Top-5. Jonathan Taylor liefert Elite-Zahlen. Im Passspiel fehlt Michael Pittman. Alec Pierce und Josh Downs sollen es richten, Tyler Warren ist das Schweizer Taschenmesser im zweiten Jahr. Keenan Allen ergänzt als dritter Receiver. Die Offense kann unter Steichen historisch produktiv sein – wenn Jones gesund bleibt. Ohne Top-QB-Level bleibt sie limitiert.
Defense:
Eine "bend but don’t break"-Unit, die massiv umgebaut wurde (rund sieben Starter weg). Fixpunkte: DeForest Buckner vorne und das Corner-Duo Sauce Gardner/Charvarius Ward hinten – wenn beide fit sind, ist es eines der besten Manndecker-Duos der Liga. Gardner spielte 2025 nur vier Spiele.
X-Faktor: Laiatu Latu, der seine Pressure-Rate auf 14 % steigerte und sich als Tier-2-Passrusher etablieren könnte. Lou Anarumo hat Werkzeuge, die Unit bleibt nach dem Umbau aber eine Unbekannte.
Ausblick:
Ein gutes Team mit mittelmäßigem, verletzungsanfälligem Quarterback und einem Front Office, das sich nicht zwischen Angriff und Neustart entscheiden kann. Alles hängt an Jones. Der Schedule startet brutal, der Rest ist milder (PFF Expected Wins um 7,7–8,5). Zwei Teams in der AFC South sind besser aufgestellt. 2025 hat gezeigt, dass es funktionieren kann. Darauf wetten sollte man nicht.
Prognose: 8-9
Tennessee Titans
(2025: 3-14) by MatB
Nach dem #1-Seed im Draft 2025 war es in der vergangenen Saison nicht viel besser in der Music City. Genau wie die New York Jets, Las Vegas Raiders und Arizona Cardinals hatten sie lediglich drei Siege zu Buche stehen.
Vor allem den Sieg in Week 16 gegen die Kansas City Chiefs hatten die wenigsten erwartet. Dies kostete ihnen den #1-Pick im Draft 2026, so war es lediglich Pick-#4 - wobei Cam Ward schon einige Ansätze eines NFL-Quarterbacks gezeigt hat. In der Offense war man #31 nach Yards und genauso #31 nach erzielten Touchdowns.
Die Defense hingegen war überall schon im Mittelfeld zu finden. Nun hat Robert Saleh das Sagen in Nashville, nachdem Brian Callahan nach einem 1-5-Start letzte Saison seinen Hut nehmen musste. Saleh hat nun seine zweite Chance als Head Coach, wie sein erster Head-Coach-Versuch ausging, werden noch viele von euch wissen. Stichwort Jets. Mit Brian Daboll, dem ehemaligen New-York-Giants-Head-Coach, konnte ein neuer Offensive Coordinator engagiert werden, der die selbe Funktion in Buffalo schon mal sehr erfolgreich ausgeübt hat.
Offense:
Die Tennessee Titans zählen zu den jüngsten Teams in der Liga. Mit Cam Ward haben sie auch einen der jüngeren QBs der NFL. Doch mit Lloyd Cushenberry haben sie ihren Center verloren. Im Draft wurde jedoch ein #1-Receiver für Cam Ward gesucht und an #4 mit Carnell Tate gefunden. Neben WR Ridley und RB Pollard könnte das schon ein Fortschritt diese Saison sein.
Hinzu kam noch WR Wan’Dale Robinson, ein Receiver, der von den Giants nach einer 1000-Yards-Saison kam. Doch die O-Line muss einen gewaltigen Schritt nach vorne mache, ganze 55 Mal musste Cam Ward vergangene Saison zu Boden gehen, gemeinsam mit Geno Smith die "beschämende" #1 der Liga.
Defense:
Die Denfese war, wie schon geschrieben, im Mittelfeld der Liga zu finden. Im Draft konnte, nach einem Trade mit den Bills, an #31 DE Keldric Faulk geholt werden. Sowie in Round zwei LB Anthony Hill jr. Mit Alontae Taylor konnte auch die Secondary verstärkt werden, Taylor spielte letzte Saison ganz 96,2 % der Snaps in New Orleans. Die Edge-Gruppe wurde starkt durchgetauscht. Von den Commanders kam Jacob Martin, von den Jets Jermaine Johnson II und von den Broncos John Franklin-Myers.
Ausblick:
Es kann nur besser sein als die vergangenen beiden Jahre. In der Music City hat sich einiges getan. Zweifelsfrei ist Talent vorhanden, jetzt muss man es nur auf den Rasen bringen. Robert Saleh hat seine vermutlich letzte Chance als Head Coach, es gibt leichtere Aufgaben. Für die Offense hat er einen der besten seiner Zunft gewinnen können - kein geringer als der, der Josh Allen geformt hat. Wenn er es auch mit Cam Ward schafft, sollte ein Platz im unteren Mittelfeld der Liga möglich sein.
Prognose: 6-11
AFC West (by DM79)
Las Vegas Raiders
Jetzt aber richtig…wahrscheinlich (2025: 3-14)
Las Vegas startet nach einer Seuchensaison einen Neustart und ich denke, man hat mit der Verpflichtung von Fernando Mendoza als #1-Overall-Pick, aber auch von Kirk Cousins, viel richtig gemacht. Mendoza muss nicht sofort liefern und kann von der Erfahrung von Cousins langfristig profitieren.
Das Ziel muss es sein Klint Kubiak als neuen Head Coach ein Fundament für zukünftigen Erfolg zu legen. Dabei ist es sicherlich auch kein Fehler, dass Maxx Crosby als einer der Leitwölfe des Teams noch immer (oder quasi wieder) mit an Bord ist. Holen werden sie in einer starken AFC West heuer wahrscheinlich nur Platz vier, aber sie haben nun einen nachvollziehbaren Plan, den es zu exekutieren gilt.
Coaching – Change for good:
Der Wechsel von Pete Carroll zu Klint Kubiak ist ein kompletter Neustart und natürlich auch ein Risiko, übernimmt letzterer doch zum ersten Mal die Head-Coaching-Position. Nach einer 3-14-Saison kann man aber schon mal etwas riskieren, denn viel mehr zu verlieren hat man nicht (siehe die Jets). Es muss ihm gelingen, eine Kultur zu etablieren, in der alle an einem Strang ziehen, er muss den Coaching Staff leiten, die Spieler entwickeln und die langfristige Ausrichtung der Mannschaft bestimmen.
In der Offensive hat er mit Mendoza, Jeanty und Bowers drei junge offensive Spieler zur Verfügung, die langfristig die Franchise prägen können. Mit Andrew Janocko hat er als Offensive Coordinator einen Vertrauten an seiner Seite, mit dem er sicherlich harmonieren wird, war dieser doch 2025 der Quarterback-Coach der Hawks. Mit Rob Leonard steht auf der anderen Seite als Defensive Coordinator jemand, der die Vegas-Franchise schon seit 2023 begleitet.
Offense – Die richtige Mischung
Die Zukunft der Raiders-Franchise hängt an niemanden mehr als an der Entwicklung von Fernando Mendoza. Es ist mit Sicherheit kein Fehler, wenn zu Beginn der Saison Kirk Cousins startet, aber ich bin überzeugt, dass spätestens Mitte der Saison (vielleicht auch früher) Mendoza übernehmen wird. Er gewann die Heisman Trophy, führte Indiana zur National Championship. Er komplettierte ungefähr 72 Prozent seiner Pässe und warf 41 Touchdowns bei nur sechs Interceptions. Klingt erstmal sehr vielversprechend, aber nicht jeder Heisman-Trophy-Gewinner war dann auch ein Glücksgriff in der NFL (looking at you Tim Tebow).
Ich denke auch, dass Ashton Jeanty vom System von Kubiak profitieren kann. Er ist der klare RB1 und seine Bedeutung wird für die Offense enorm sein, denn wenn das Run Game funktioniert, haben es die neuen QBs auch leichter, sich einzufinden. Abgerundet wird das Ganze durch Brock Bowers, vermutlich der aktuell beste offensive Spieler der Raiders.
Die die größten Schwächen sehe ich bei den Wide Receivern und der O-Line. Bei den Wide Receivern wird sich zeigen, ob die Verpflichtung von Jalen Nailor die gewünschte Aufwertung bringt. Mit Tyler Linderbaum hat man ebenfalls eine wichtige Position gestärkt und als Center verbessert er nicht nur eine Position, sondern die Hoffnung ruht darauf, dass er die Kommunikation der gesamten Line verbessert. Die OL wird nicht "Elite" sein, sollte aber besser funktionieren als 2025.
Defense – Maxx Crosby bleibt der Fixpunkt der Defense
Mit Crosby besitzt Las Vegas einen Elite-Spieler, um den herum Rob Leonard den Rest der Defense strukturieren kann. Er erlaubt es jüngeren Spielern, günstigere Matchups zu bekommen und das ist für ein Team im Umbruch extrem wertvoll. Daneben kam Kwity Paye, wenn dieser seine Rolle wie gedacht erfüllt, dann kann der Pass Rush zu einer echten Stärke werden.
Die Linebacker haben ebenfalls ein Upgrade erfahren und Nakobe Dean sowie Quay Walker wurden mit langfristigen Verträgen ausgestattet und sollen mit ihrer Athletik den Unterschied machen. Die Secondary ist besser als letzte Saison, aber sicher nicht großartig. Die Rookies werden ihre Geschwindigkeit einbringen, aber eben auch Coverage-Fehler machen und in einer Division mit Quarterbacks wie Mahomes, Herbert und Nix wird das sicher nicht einfach.
Last but not least ist auch Rob Leonard ein Fragezeichen, denn obgleich er sich die Chance verdient haben mag, ist es sein erstes Mal als Defensive Coordinator.
Ausblick – Die Richtung stimmt
Ich meine, dass die Raiders die richtigen Schritte gesetzt haben und nach aller Wahrscheinlichkeit deutlich besser abschneiden werden als 2025. Aber in der AFC West wird besser leider nicht ausreichen, um im ersten Antritt gleich gut zu sein und auch nicht, um ein Wörtchen um die Division mitsprechen zu können.
Las Vegas ist, in einer schwer zu prognostizierenden AFC West, heuer meine einzige Konstante auf dem letzten Platz (sofern kein Wunder passiert), aber wenn man eine positive Entwicklung erkennt, dranbleibt und kontinuierlich arbeitet, dann ist 2027 sicherlich einiges möglich.
Prognose: 6-11
Kansas City Chiefs
Quo Vadis Chiefs Dynastie (2025: 6-11)
Die Chiefs sind für mich am schwierigsten zu prognostizieren. Es war die erste wirklich schwere Verletzung von Patrick Mahomes mit seinem Kreuzbandriss in der Saison 2025 und es gibt daher wenig Anhaltspunkte, wie gut er zurückkommen wird. Nach heutigem Stand deutet alles darauf hin, dass er gleich in Woche eins starten wird.
Da braucht man auch gar nicht spekulieren, ob Justin Fields ein besserer Backup ist als Gardner Minshew, wenn Mahomes nicht an die alte Form anschließen kann, dann geht es nicht weit für die Chiefs. Ich bin aber zuversichtlich - und auch Andy Reid hat keine zwei negativen Saisonen nacheinander aufzuweisen. Die Rückkehr von Eric Bieniemy lässt auch darauf hoffen, dass es einen Rebound geben wird.
Coaching – Die wichtige Rückkehr
Der Abschlusssatz der Einleitung wird gleich zur Überleitung, denn ich denke wirklich, die Rückkehr von Eric Bieniemy ist ein großer Faktor, dass die Offense wieder besser läuft. Er ersetzt Matt Nagy, unter welchem es von 2023 – 2025 einen stetigen Abwärtstrend gab. War man 2023 noch auf Platz neun in erreichten Yards und Platz 15 in erzielten Punkten, so war man 2025 nur noch auf Position 20 bzw. 21.
Das ist sicher nicht der Anspruch einer solchen Offense. Mit Andy Reid und Steve Spagnuolo bleibt der restliche Core erhalten. Ich meine, dass dies in Bezug auf die Offense der absolut richtige Schritt für beide Seiten war und sicher eine Aufwertung für die Chiefs ist.
Offense – Wie gut kommt Mahomes zurück
Jeder Starting QB ist wichtig für sein Team, aber gerade ein Patrick Mahomes ist für die Chiefs (aktuell) nicht zu ersetzen. Als Mahomes Ende Juli vollständig für das Training Camp freigegeben wurde, hat dies den Ausblick für die Offense, die Chiefs und die AFC West relevant verändert. Aber es gibt keine Garantie, dass und wie das Knie 17 Saisonspiele mitmachen wird.
Ebenfalls ein großer Faktor wird Kenneth Walker III werden. Er erhielt einen 3-Jahresvertrag um 45 Mio. USD und soll die notwendige Explosivität in das Running Game der Chiefs bringen. Ich fand schon bei den Seahawks nicht nur den Fakt beeindruckend, wie viele Yards er erzielt hatte, sondern auch dass er dabei kaum Fumbles hatte (1x in der gesamten Saison und den nicht als Runner). Dieses Vertrauen in einen Running Back ist extrem wichtig und wird Mahomes das Leben leichter machen.
Das kann man von den Wide Receivern nicht mit Sicherheit behaupten. Mit Rashee Rice und Xavier Worthy, sowie Tyquan Thornton und dem Rookie Cyrus Allen, geht man nicht gerade mit dem stärksten Receiver-Corps in die Saison. Gespannt bin ich persönlich, wie Travis Kelce in seiner (wahrscheinlich) letzten Saison performen wird.
Defense – Die Secondary im Umbau
Trent McDuffie, Jaylen Watson, Bryan Cook, Joshua Williams…alle weg und damit ein erheblicher Teil der 2025 Secondary. Dabei war der Abgang von McDuffie sicherlich der bedeutendste, war er doch ein mehrfacher All-Pro. Aber man entschied sich, ihn zu traden und das Kapital in einen Neuaufbau zu stecken.
Daher muss nun aber auch Mansoor Delane liefern, für den man extra nach oben tradete, da man sich viel von ihm erwartet. Gelingt es, wäre der Trade voll aufgegangen und man hätte einen starken Corner auf einem Rookie-Vertrag. Zusätzlich kehrt L’Jarius Sneed nach Kansas City zurück, sein Vertrag ist mit max. 5 Mio. USD relativ günstig und er kennt das Konzept von Coordinator Spagnuolo bereits. Bleibt zu hoffen, dass er sein Verletzungspech auf Tennessee ablegen kann.
Auch im Pass Rush wurde auf Jugend gesetzt und mit Peter Woods an Position 29 und R Mason Thomas an Position 40 zweimal hoch gedraftet. Beide werden wahrscheinlich nicht gleich starten, sollen aber die Line, angeführt von Chris Jones und Karlaftis, ergänzen bzw. später durch ihren Speed (vor allem Thomas) auch optimieren. Es wird sich zeigen, ob das Risiko an vielen Stellen von teurer Erfahrung auf talentierte, aber unerfahrene Rookies zu setzen, aufgehen wird.
Ausblick – Es wird knapp
Lässt man 2025 mal bei Seite, wirkt es fast unwirklich das zu schreiben, aber ich denke in der stark umkämpften AFC West wird sich für die Chiefs nur der dritte Platz ausgehen. Ich sehe die Chargers und die Broncos heuer einfach vorne. Vielleicht holt mich dieser Tipp nochmals ein, aber es gibt für mich einfach zu viele Unbekannte und man hat den fünftschwersten Schedule mit 0.536 und daher sage ich, dass es ein dritter Platz wird, vielleicht reicht der sogar für eine Wildcard-Round-Teilnahme. Aber wer weiß, mit Patrick Mahomes ist alles möglich.
Prognose: 9-8
Los Angeles Chargers
Zeit sich zu beweisen (2025: 11-6, Niederlage in den Wildcard Games)
Die Los Angeles Chargers sind vielleicht eines der interessantesten Teams 2026. Man könnte sagen, dass 2025 gar nicht schlecht war, hatte man doch mit 11-6 eine gute Bilanz und hatte zum zweiten Mal in der Ära von Jim Harbaugh elf Siege. In den Playoffs kam dann aber wie so oft das jähe Ende und man musste sich den Patriots 3-16 geschlagen geben.
Mit einem QB wie Justin Herbert ist das sicher nicht der Anspruch. Man hat daher reagiert und mit Mike McDaniel einen der kreativsten Offensive Coordinator der NFL geholt. Damit ist das Offensive Ceiling höher als in allen bisherigen Saisonen unter Harbaugh und der Anspruch sollte zumindest der Titel in der AFC West sein.
Coaching – Der Faktor McDaniels
Jim Harbaugh ist die Konstante, alles andere ist im Wandel. So kann man das Coaching kurz und knapp zusammenfassen und ich meine, das ist zumindest im offensiven Bereich auch gut so. Wie bereits eingangs geschrieben, halte ich Mike McDaniel für einen kreativen und extrem talentierten Offensive Coordinator. Er wird der Offense und Justin Herbert extrem guttun und mehr variable Komponenten einbauen, die es erlauben werden, dass sich Defenses nicht fast ausschließlich auf Herbert konzentrieren können.
Defensiv übernimmt Chris O’Leary für Jesse Minter. Letzterer hat sich über seine Leistungen in LA für die Head-Coach-Position in Baltimore empfohlen und hinterlässt eine sehr starke Defense. O’Leary arbeitete bereits unter Minter als Safeties-Coach 2024 und so bleibt für Chargers-Fans zu hoffen, dass er die Arbeit eher fortsetzt als etwas funktionierendes radikal zu ändern, denn der Spruch "Chargers doing Chargers things…" kommt nicht von ungefähr.
Offense – Die Herbert Frage
Mike McDaniel bekommt Justin Herbert und umgekehrt. Herbert ist das klare Fundament der Offense und das war so offensichtlich, dass Gegner wie die Patriots sich ausrechnen konnten, wer die Last trägt und ihn in der Wild Card Runde gleich sechs Mal gesackt haben. Daher konnten die Chargers auch nur drei Punkte anschreiben. McDaniel muss also das variable Element stärken und ich bin überzeugt, dass er dies auch tun wird.
Er wird versuchen, den Defenses Entscheidungen aufzuzwingen und durch bspw. Pre-Snap-Motions auch deren Coverage preiszugeben. Er wird versuchen, Herberts Armstärke auszunutzen, ihm aber auch einfache Completions zu ermöglichen und damit von den vielen "3rd and long"-Situationen wegzukommen.
Mit Omarion Hampton und Keaton Mitchell hat man eine interessante Running-Back-Kombination, Hampton ist der RB1 und die Mischung aus seiner physischen Stärke und Mitchells explosiver Geschwindigkeit passen perfekt zusammen. Ladd McConkey bleibt der wichtigste Receiver und Faktor, um die Wurfstärke von Herbert auszunutzen.
Anhand der Offensive Line sieht man, dass man zwar einen Plan haben kann, diesen auch umsetzt und Verletzungen alles ändern können. Holte man Tyler Biadasz von den Commanders, um Stabilität auf der Center Position zu bekommen, so konnte man ihn auch gleich wieder auf die IR-Liste (Injured Reserve) setzen und ob ihn Rookie Jake Slaughter ersetzen kann, ist mehr als fraglich. Damit bleibt weiter ein großes Fragezeichen in der Offensive Line.
Defense – Wird eine gute Arbeit fortgesetzt?
Die Defense der Chargers war gut und sicher nicht der Grund, warum man hinter den eigenen Erwartungen geblieben ist. Es gibt keinen Grund, das Rad hier neu zu erfinden. Die Bolts holten O’Leary auch deshalb, weil er bereits 2024 unter Minter arbeitete, damals sehr gute Arbeit mit den Safeties geleistet hatte und fortsetzen soll, was aufgebaut wurde.
Khalil Mack wurde für 18 Mio. USD für ein weiteres Jahr verlängert, weil seine Erfahrung mit 35 sehr wertvoll für den Rest sein wird und auch Akheem Mesidor Zeit gibt, nicht sofort perfekt sein zu müssen. Die Secondary bleibt stabil und Derwin James Jr. das Zentrum davon. Diese Stabilität wird wichtig sein unter der neuen Regie.
Wenn sich O’Leary gut macht, die Arbeit kontinuierlich fortsetzt und die Rookies, allen voran Mesidor, funktionieren, dann wird die Defense der Bolts den Gegnern auch weiterhin Kopfzerbrechen bereiten, dennoch bleibt zu befürchten, dass die Umstellung sich negativ auswirken könnte.
Ausblick – Von Platz 1-3 ist alles drinnen, aber es sind die Chargers…
Eine 11-6-Saison ist stark, zwei hintereinander sind noch stärker, aber heuer soll es noch mehr sein. Das Ziel kann daher nicht einfach nur sein, dass man die Playoffs erreicht, es muss das Ziel sein, die Broncos zu entthronen und sich an die Spitze der AFC West zu setzen. McDaniel soll die Offense so formen, dass sie die Defenses zwingt, das gesamte Feld zu verteidigen und Justin Herbert richtig einzusetzen. Der Kampf mit Denver und den Chiefs wird brutal werden, aber ich sehe die Broncos am Ende doch vorne.
Prognose: 11-6
Denver Broncos
Geht es 2026 noch weiter als 2025 (2025: 14-3, Divison Champ, Niederlage im Conference Championship Game)
Denver kommt von einer 14-3-Saison und war das #1-Team in der AFC. Sie standen im AFC Championship Game und haben denkbar knapp gegen die New England Patriots den Kürzeren gezogen. Das geschah vor allem, weil sich Bo Nix beim "Abknien" gegen die Buffalo Bills den Knöchel gebrochen hat. Daher war es klar, dass man in der Offseason einen der komplettesten Kader zusammengehalten hat und gezielt verbessert hat.
Wenn sie die Form von 2025 halten können, dann muss das Ziel heuer ganz klar eine Super-Bowl-Teilnahme sein und wenn man (unglückliche) Verletzungen vermeiden kann, dann ist dies auch realistisch. Wahrscheinlich eine der komplettesten Mannschaften, welche wenig offensichtliche Schwächen hat.
Coaching – Sean Payton bleibt, gibt aber das Play Calling ab
Sean Payton leitet weiter die Geschicke der Broncos und ob man ihn mag oder nicht, aber der Turnaround unter ihm ist beachtlich. Er hat die komplette 180-Grad-Wende vollzogen seit er die Broncos 2023 übernommen hat und ein Team nach seinen Vorstellungen geformt. Nun gibt er das Offensive-Play-Calling vollständig an Davis Webb ab.
Der erst 31-jährige wurde vom Passing-Game-Coordinator und Quarterback-Coach zum Offensive Coordinator ernannt. Was es aber speziell macht, ist, dass ihn Sean Payton zum primären Playcaller macht, und das hat es in seiner Laufbahn selten gegeben. Es zeigt das Vertrauen, welches Payton in Webb hat. Die Defensive dirigiert weiterhin Vance Joseph, aber da gab es nach 2025 auch keinen Grund für eine Veränderung.
Offense – Jaylen Waddle bringt den Speed nach Denver
Box Nix ist der klare Starter und man hat gesehen, dass er zwar nicht der spektakulärste Quarterback ist, er aber dennoch für Denver den Unterschied ausmacht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es mit ihm in die Super Bowl gegangen wäre. Jetzt ist er aber zurück, hat die komplette Vorbereitung absolviert und laut eigener Aussage keine Schmerzen am verletzten Knöchel.
Die Offensive Line blieb stabil und ist aus meiner Sicht eine Stärke im direkten Vergleich mit den Chargers und den Chiefs. Verstärkt hat man die Wide Receiver, zum einen ist Courtland Sutton weiter an Bord, zum anderen kommt mit Jaylen Waddle eine pfeilschnelle Unterstützung aus Miami. Eine Kombination, die das Passspiel der Broncos nochmal eine Stufe gefährlicher macht.
Im Backfield wird auf Kontinuität gesetzt, bleiben doch J.K. Dobbins und R.J Harvey erhalten. 2025 war man auf Platz zehn in erreichten Yards und Platz 14 in erzielten Punkten, das Potenzial ist vorhanden, hier 2026 noch nachzulegen.
Defense – Never change a running system
Nach dem Motto, dass man nichts, was funktioniert, verändern muss, galt der Fokus 2026 darauf, die Defensive zu halten. Man produzierte 2025 68 Sacks, was nur vier Sacks unter dem Rekord der Chicago Bears von 1984 lag (ok, damals waren es auch nur 16 Regular-Season-Games).
Pressure wird in dieser Defense von unterschiedlichen Akteuren erzeugt und das macht es so schwer, zu verteidigen. Sie hat eine große Tiefe und Qualität, wie man an Zach Allen, Nik Bonitto, Jonathon Cooper, um nur einige zu nennen, leicht erkennen kann. Der Pass Rush und die Secondary gelten als Top Units in der NFL.
Hier sollte man 2025 vor allem Nik Bonitto (Platz 4 als AP Defensive Player of the Year 2025) mit 14 Sacks, sowie Riley Moss und Pat Surtain II mit 19 (geteilter erster Platz über alle Cornerbacks und Safeties) bzw. 12 Passes defended erwähnen. Da kann Vance Joseph aus dem Vollen schöpfen. Wenn es der Defense gelingt, 2026 eine gleichwertige Performance abzurufen, dann kann es sehr weit gehen.
Ausblick – Wird es der große Wurf
Ich halte die Broncos für das stärkste Team in einer gesamt starken AFC West. Ich schätze sie stärker als die Chiefs und konstanter als die Chargers ein. Man hat das Gefühl, Sean Payton kam 2023 mit einem Plan nach Denver und der wird Jahr für Jahr durchgezogen. Vance Joseph als Defensive Coordinator, wie auch den Core der Defense zu halten, war auch ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum ganz großen Erfolg. Trotzdem erwarte ich heuer, dass das eine oder andere knappe Spiel vielleicht auch mal zu Ungunsten der Broncos ausfallen wird, hatten sie doch 2025 sechs Siege mit drei oder weniger Punkten Unterschied.
Prognose: 12-5 Division Champ und Playoff-Football