Goldener Haberl: Rapid muss "einfach ins Tor schießen"
Aigner/Haberl jubeln über ihre zweite Goldmedaille bei diesen Paralympics. Speziell für Guide Haberl gibt es noch einen Grund zu Freude.
von Vincent Öfner
Für Johannes Aigner und seinen Guide Nico Haberl geht die Erfolgsgeschichte bei diesen Paralympics weiter. Im zweiten Bewerb gibt es das zweite Mal Gold für das Duo.
In einem spannenden Super-G setzten sich die beiden Österreicher mit nur 16 Hundertstel Vorsprung vor den Italienern Giacomo Bertagnolli/Andrea Ravelli durch.
"Kein perfekter Lauf"
Trotz der zweiten Goldmedaille zeigten sich die beiden nach ihrer Fahrt etwas unzufrieden. "Es war kein perfekter Lauf. Uns hat es hier und da einfach runtergedrückt. Im Ziel war es so ein bisschen: 'Puh, ob sich das ausgeht?'", sagt Aigner nach dem Rennen.
Bei strahlendem Sonnenschein und sehr warmen Temperaturen hatten alle Fahrer mit den schlechten Pistenverhältnissen zu kämpfen.
"Die anderen hatten genauso Probleme. Es war ein schwieriger Lauf, es sind schwierige Bedingungen, weil der Schnee jetzt schon ein bisschen aufgegangen ist. Und somit, glaube ich, haben wir aus einer schwierigen Situation das Beste gemacht", ergänzt Aigner.
Nico Haberl à la Hans Knauß
Nach ihrem Lauf mussten Aigner/Haberl noch kurz zittern, denn die Italiener starteten erst nach ihnen. Da Aigner den Lauf aufgrund seiner Sehbehinderung nicht sehen konnte, musste Haberl auch hier als Guide aushelfen.
"Ich habe meine Hans-Knauß-Künste ausgepackt", sagt Haberl über seine Kommentatoren-Fähigkeiten.
Aigner: "Er hat lauthals geschrien"
Da die beiden schon in der Abfahrt Gold holten, waren sie vor dem Start ziemlich locker. Für Nico Haberl gab es noch einen zusätzlichen Grund zur Erleichterung. Als Rapid-Fan durfte er sich über den Meistergruppen-Einzug seines Teams freuen.
"Es hat mir auf jeden Fall geholfen, dass sie in den Top sechs sind. Ich freue mich total für die Jungs und hoffentlich geht es jetzt auch so weiter", freut sich der Niederösterreicher.
Auf die Frage, ob Haberl das Spiel verfolgt hat, sagt Aigner, der selbst kein großer Fußballfan ist: "Ja, er hat lauthals geschrien."
Der Guide hat als nun zweifacher Goldmedaillen-Gewinner auch einen Tipp an sein Team: "Einfach den Ball ins Tor schießen. Den Rest machen sie eh selber."