1970 bekam auch die kleine Salzburger Mannschaft den 917. Strasser sagte mir dazu: "Wir haben den Wagen rennfertig übernommen. Wir konnten die Fahrer selbst aussuchen. Es war mühevoll, Hans Herrmann zu bekommen, wir spannten ihn mit Richard Attwood zusammen. Da ging es um Schnelligkeit und Zuverlässigkeit."
Der Höhepunkt Le Mans
Die erste große Stunde der Salzburger schlug am 31. Mai auf dem Nürburgring, als es einen Doppelsieg für die 908 von Elford/Ahrens und Herrmann/Attwood gab. Dann kam der Höhepunkt Le Mans. "Unsere Mannschaft bestand aus fünf Personen, die die zwei Autos betreuten. Die 917 waren brillant vorbereitet."
Das gesamte Budget für die Renneinsätze habe Porsche Salzburg selbst aufbringen müssen: "Wir haben uns alles selbst organisiert. Der Sieg war nie gefährdet. Ich hatte das Wetter genau beobachtet und wusste, dass Regen kommen würde. Da hatten wir schon zuvor Regenreifen aufgezogen und sparten uns nachher einen Boxenstopp. Piech mischte sich nicht ein, es gab also keine Stallorder. Zum Ende der Saison gab es eine ordentliche WM-Feier in Stuttgart", erzählte Strasser.
Doch damit waren die glorreichen Zeiten zumindest bei den Prototypen vorbei: 1971 nahm Porsche Salzburg nicht mehr an der Marken-WM teil und konzentrierte sich auf die Rallyeeinsätze der Salzburger Käfer. "Janger, Wurz, Grünsteidl, Wittmann, Warmbold, Fall, Gernot und Georg Fischer, das waren unsere Hauptdarsteller", sagte Strasser rückblickend. 1973 beendete die erste Benzinkrise auch dieses Engagement, unter Nachfolger Peter Supp stand später Ralleycross im Mittelpunkt.
Gerhard Strasser wechselte 1974 den Arbeitgeber und wurde Yamaha-Importeur, 1979 ging er zu BMW Austria, wo er 2000 in den Ruhestand trat.
Danach fand er ein eher ungewöhnliches Hobby: Er wurde begeisterter Modelleisenbahnbauer. Seine Reminiszenzen zur Motorsporthochblüte von Porsche Salzburg schilderte Zeitzeuge Strasser zuletzt im kürzlich veröffentlichten Dokumentarfilm 2The Sound of Porsche" anlässlich des 75-Jahr-Jubiläums der Marke.