Marquez setzte sich eingangs der Münzer-Schikane neben seinen Landsmann, drückte sich mit einem knallharten Manöver an ihm vorbei - und Martin dabei weit von der Ideallinie.
Martin behauptet: "Ich konnte nichts daran ändern. Ich habe mich wirklich sehr bemüht, die Position zu halten. Es war wichtig, nicht zu weit nach außen zu geraten."
Doch beim folgenden Richtungswechsel wäre er beinahe gestürzt. "Dadurch habe ich einige Positionen verloren", so Martin, der plötzlich nur mehr Achter war.
Nie aufgegeben
Der Weltmeister von 2024 wusste vor dem Sprint-Start, dass er gewinnen konnte. Doch nach dieser ersten Runde sah er keine Chance mehr auf Platz eins.
Martin bewies allerdings Kämpferherz. Runde für Runde hat sich der 28-Jährige nach vorne gearbeitet, einen Konkurrenten nach dem anderen in Kurve eins passiert.
Ich habe nie aufgegeben und die Reifen unfassbar gut gemanagt. Der Speed war unglaublich.
Mit Fortdauer ist der Glaube an den Sprint-Erfolg wieder gewachsen. Er betont: "Ich habe nie aufgegeben und die Reifen unfassbar gut gemanagt. Der Speed war unglaublich."
Erfolgreich Rache genommen
Sieben Runden vor Schluss war der Madrilene wieder hinter Marquez angelangt und ließ dem achtfachen Weltmeister beim Überholmanöver in seiner Lieblingskurve eins erst gar keine Chance, erneut zurückzuschlagen.
"Das Ding bei Marc ist: Wenn du ihn wie jeden anderen Fahrer überholst, wird er sofort kontern. Man muss das Bike deshalb besser abstoppen und versuchen, einen guten Kurvenausgang zu haben", erklärt Martin.
Er ließ Marquez keine andere Wahl, als durch die Auslaufzone fahren zu müssen. Der Ducati-Star sagt selbst dazu: "Ich habe gesehen, dass Jorge sehr schnell kam. Und bei sieben verbleibenden Runden wäre es nicht klug gewesen, hart zu verteidigen."
Sprint-Sieg nur dank Acostas Lapsus
Der Sprint-Sieg war trotzdem nicht in Reichweite, bis Acosta zu Sturz kam. Martin weiß: "Pedro war richtig stark. Er ist gestürzt - nur deshalb habe ich gewonnen."
Von Platz acht zurückzukommen, Marquez zu überholen und den Sieg einzufahren, hätte sich "toll angefühlt". "Ich hatte diesen Hunger, um schnell zu sein. Ich habe heute mein ganzes Können gezeigt", strahlt der Spanier.
Armpump-Probleme überwunden?
Neben dem Sprint-Sieg sowie der zurückgewonnenen WM-Führung konnte Martin noch einen dritten Triumph verbuchen.
Morgen treffe ich eine Entscheidung - doch es sieht danach aus, als könnte ich eine Operation umgehen.
In den letzten Wochen hatte er mit Armpump-Problemen zu kämpfen, nach dem vergangenen Wochenende in Misano war eine Operation nicht ausgeschlossen. Auch wenn Martin seine WM-Chancen dadurch stark gefährdet sah.
Doch er stellt erfreut fest: "Meinem Arm geht es wesentlich besser als vergangenen Samstag in Misano. Morgen treffe ich eine Entscheidung - doch es sieht danach aus, als könnte ich eine Operation umgehen."
Martin vermutet: Acosta geht all in
Am Sonntag erwartet der "Martinator" einen ähnlich harten Kampf wie im Sprint - mit denselben Protagonisten. Besonders Acosta hat Martin hoch auf seiner Rechnung: "Er wird all in gehen, um sein erstes Rennen zu gewinnen."
Er hoffe, selbst etwas klüger vorzugehen und seine Überholmanöver cleverer zu setzen, als zu Beginn des Sprints. Martin: "Wenn ich die erste Runde sauberer hinbekomme, kann ich noch etwas stärker sein."