Premierensiege in Sepang
Den ersten Sieg in Malaysia holte Eddie Irvine bei der Premiere 1999. Der Ire hatte dabei aber Unterstützung von Michael Schumacher.
Der damals zweifache Weltmeister meldete sich nach seinem Beinbruch in Silverstone mit einer grandiosen Pole Position zurück und distanzierte seinen Teamkollegen um beinahe eine Sekunde.
Irvine-Sieg und Disqualifikations-Wirrwarr
Im Rennen ließ der Deutsche aber Irvine den Vortritt. Dieser kämpfte noch um den Titel, sodass Schumacher das McLaren-Duo als Bremsklotz auf Distanz hielt. Weltmeister wurde im letzten Rennen dann aber dennoch Mika Häkkinen.
Nach dem Rennen wurden die beiden Ferraris wegen illegaler Windabweiser disqualifiziert, was Häkkinen vorzeitig zum Weltmeister gemacht hätte. Die Entscheidung wurde aber am Grünen Tisch wieder revidiert.
Michael Schumacher missed most of the 1999 season with a broken leg
— Formula 1 (@F1) September 30, 2026
When he returned in Sepang? He took pole position by almost a FULL SECOND 🤯#F1 #BahrainGP pic.twitter.com/ZcvRpZEeQZ
Vier Jahre später stand Kimi Räikkönen erstmals am obersten Treppchen. Nachdem Fernando Alonso tags zuvor seine Premieren-Pole geholt hatte, ging der "Iceman" mit deutlich mehr Sprit ins Qualifying und qualifizierte sich nur auf Rang sieben. Der "Gamble" sollte sich im Rennen jedoch bezahlt machen.
Räikkönen gewann mit knapp 40 Sekunden Vorsprung auf Rubens Barrichello, Alonso feierte als Dritter dennoch seinen ersten Podestplatz.
Alonso als Spielverderber und Vettels Ferrari-Premierentriumph
2012 schlüpfte der Spanier selbst in die Rolle des Spielverderbers: Alonso holte in Malaysia seinen ersten Saisonsieg und hielt den heranbrausenden Sergio Perez (Sauber) rundenlang hinter sich, ehe dieser einen Fehler machte.
Der Mexikaner verpasste die Sensation, fuhr auf Platz zwei aber zu seinem ersten Stockerlplatz.
Dafür durfte Sebastian Vettel über seine Premierensieg in Rot jubeln. Im zweiten Rennen der Saison 2015 verzichtete der Deutsche nach einer Safety-Car-Phase auf einen Stopp. Mit einem Boxenstopp weniger hielt er die favorisierten Mercedes von Lewis Hamilton und Nico Rosberg auf Distanz.
He knew what he was doing! 😮💨
— Formula 1 (@F1) September 30, 2026
Looking back to when Kimi Raikkonen won his first Grand Prix, in Sepang in 2003 🏆#F1 #BahrainGP pic.twitter.com/1nrH3AXvLs
Cool im Regenchaos: Kimis legendärer Eis-Moment
2009 wurde das Rennen für die europäischen Zuseher auf 17 Uhr Ortszeit angesetzt - ein folgenschwerer Fehler.
Nach einem trockenen Beginn öffnete der Himmel nach einem Drittel der Renndistanz seine Schleusen, sodass nach Runde 31 unterbrochen und nach langem Zuwarten sogar komplett abgebrochen werden musste.
Da zum Zeitpunkt des Abbruchs weniger als 75 Prozent der Renndistanz absolviert waren, bekamen die Fahrer halbe Punkte.
Für Kimi Räikkönen war das Rennen zu diesem Zeitpunkt bereits vorbei. Während der Rest des Feldes in den Autos noch auf den Restart wartete, holte sich der Ferrari-Pilot bereits umgezogen ein Eis - sein KERS-System hatte einen Defekt, Ferrari wusste intern bereits, dass er nicht mehr starten würde.
2009 Malaysian Grand Prix: Monsoon conditions hit the Sepang International Circuit, whilst Kimi Räikkönen enjoys an ice cream after the race was red-flagged. 😂 #F1 pic.twitter.com/w2g2Rt8PrZ
— Paul McGinnes (@McGF192) September 28, 2026
Petrovs Flugeinlage
Formel-1-Autos sind in der Regel nicht für Flugmanöver bekannt - Vitaly Petrov versuchte es 2011 dennoch.
Im Rennen kam der Russe mit seinem Lotus-Renault von der Strecke ab. Als er auf die Piste zurückkehren wollte, katapultierte es Petrov regelrecht in die Luft. Die Flugstunde endete mit einem derart harten Aufprall, dass sogar die Lenksäule brach und der Russe sein Lenkrad lose in den Händen hielt.
Not the kind of flying lap Vitaly Petrov was looking for in Sepang 15 years ago 🥴#F1 #BahrainGP pic.twitter.com/9pkQJ8arjf
— Formula 1 (@F1) October 1, 2026
"Multi 21, Seb. Yeah, Multi 21"
Zwei Jahre vor seinem ersten Ferrari-Sieg stand Vettel bereits im Rampenlicht in Malaysia. Mark Webbers legendäre Aussage im Cool-Down-Room nach dem Rennen 2013 ging dabei in die Geschichte ein.
Der damals dreifache Champion Vettel startete von der Pole Position, sein Teamkollege dagegen nur von Rang fünf aus.
30 Minuten vor dem Start begann es stark zu regnen. Vettel behauptete auf Intermediates Platz eins, Alonso beschädigte dabei seinen Frontflügel. Webber war nach einem Blitzstart bereits nach Runde zwei Zweiter.
Der Deutsche wechselte in Runde fünf bereits auf frische Mediums und blieb hinter einigen Autos hängen. Webber kam dagegen erst in der achten Runde zum Boxenstopp und blieb so vor seinem Teamkollegen.
Vettel widersetzte sich der Teamorder
Auch nach dem vierten Stopp blieb der Australier haarscharf vor Vettel, hielt diesen auf gebrauchten harten Reifen aber auf. Red Bull ließ seinen Weltmeister mit der berühmten Teamorder "Multi-Map 21" wissen, dass die Positionen gehalten werden sollen.
Nach rundenlangem Duell und mehreren Funksprüchen, er solle die Anweisungen einhalten, setzte sich Vettel schließlich durch und fuhr seinen ersten Saisonsieg ein.
Sein australischer Rivale fuhr bei der Zieleinfahrt demonstrativ nicht an der Boxenwand, sondern auf der anderen Seite der Geraden über die Ziellinie, schnitt Vettel und zeigte ihm den Mittelfinger.
Im Cool-Down-Room erinnerte Webber den Deutschen mit den Worten "Multi 21, Seb. Yeah, Multi 21" an die Abmachung. Die Anspannung am Podium war für jeden ersichtlich.
Red Bull's Multi-21 debacle caused the ultimate team mate tension in Sepang 😬#F1 #BahrainGP pic.twitter.com/YjlmEa75iV
— Formula 1 (@F1) September 29, 2026
Hamiltons Boxen-Fauxpas bei erstem Mercedes-Podium
Mit am Podest in demselben Rennen stand Lewis Hamilton - sein erster von über 150 für Mercedes nach seinem McLaren-Abschied.
Der Brite sorgte gleich in seinem zweiten Einsatz für einen Fauxpas: Bei seinem ersten Boxenstopp bog Hamilton bei McLaren ab und wurde von seinem verdutzten Ex-Team durchgewunken.
Wie auch bei Red Bull kam es bei Mercedes zu rundenlangen Duellen - ein Vorgeschmack auf das, was in den nächsten Jahren noch kommen sollte. Im Gegensatz zum Brause-Team hielt sich Rosberg jedoch am Ende an die Anweisungen des Teams, die Positionen zu halten.
Remembering Malaysia 2013, when Lewis Hamilton momentarily forgot he had left McLaren for Mercedes and attempted to make a pit stop with the wrong teampic.twitter.com/FXBzArnj3l
— Holiness (@F1BigData) April 21, 2026
Hamiltons Titelträume lösten sich in Rauch auf
Drei Jahre später ging Hamilton mit zwei Weltmeistertiteln für Mercedes im Gepäck und acht Punkten Rückstand auf Teamkollege Rosberg in den 16. von 21 Saisonläufen.
Der Brite holte sich eine dominante Pole vor Rosberg und behielt die Führung, Rosberg kollidierte dagegen mit Vettel und fiel ans Ende des Feldes zurück.
Während Hamilton einem fast schon sicher geglaubten Sieg entgegenfuhr, lösten sich dessen Titelträume in Runde 41 mit einem Motorschaden in Rauch auf.
Rosberg kam hinter Daniel Ricciardo und Max Verstappen ins Ziel - statt mit fünf Punkten Vorsprung ging Hamilton mit 23 Zählern Rückstand in die letzten fünf Rennen. Trotz eines dritten Platzes und danach vier Siegen in Folge sollte sich Rosberg den Titel nicht mehr nehmen lassen.
The 2016 title battle certainly heated up at Sepang in 2016... 🤯
— Formula 1 (@F1) September 30, 2026
Lap 1 contact for Rosberg and a DNF for Lewis Hamilton saw the Drivers' Championship gap extend from eight to 23 points 👀#F1 #BahrainGP pic.twitter.com/A5pzL1xkSu