Hintergrund

Die kuriosesten Formel-1-Momente dieses Jahrtausends

Selbst in einem millionenschweren Sport läuft nicht immer alles nach Plan. Das machte die "Königsklasse" in diesen 20 Momenten deutlich.

Die kuriosesten Formel-1-Momente dieses Jahrtausends Foto: © IMAGO / Roger Parker

Im Millionenzirkus des Motorsports bleibt kein Raum für Dinge, die nicht nach Plan laufen.

Oder doch?

Manchmal schleichen sich solche Momente eben ein. Ob für einen Schmunzler oder eine ernste Miene, diese Momente sind aus den letzten Jahren aus ganz eigenen Gründen im Gedächtnis geblieben.

Der Formel-1-Grand-Prix von Bahrain in Malaysia: Sonntag, ab 9 Uhr im LIVE-Ticker >>>

2000: Der Mercedes-Protest von Hockenheim

Aus Protest gegen seinen verlorenen Job bei Mercedes griff beim Grand Prix von Deutschland in Hockenheim der damals 47-jährige Franzose Robert Sehli zu einem drastischen Protestmittel und machte seinem Anliegen auf einer der langen Waldgeraden Luft.

Keine lustige, sondern gefährliche Aktion, die allerdings ihren Zweck erfüllte. Einer geringen Geldstrafe von 600 Pfund stand später eine Entschädigung von 91.000 Francs für den verlorenen Arbeitsplatz gegenüber.

Nicht nur Geld verlor Mercedes: Auch auf das Rennen nahm Sehli durch eine Safety-Car-Phase Einfluss. Anstelle eines ungefährdeten McLaren-Mercedes-Sieges gab es die Siegpremiere von Rubens Barrichello im Ferrari.

2001: Oh, dear!

Tierische Begegnungen auf dem Asphalt gibt es immer wieder - und nicht immer gehen sie gut aus, wenn man an Alex Albons Murmeltier-Drama in Kanada denkt.

Die Episode zwischen Juan Pablo Montoya und einem Reh in Spielberg 2001 blieb aber nur erheiternd in Erinnerung. "Like a horse with horns", funkte die Box dem ungläubigen Kolumbianer zurück.

"Oh, dear", feixte der sonst nicht immer zu Späßen aufgelegte Williams-Fahrer>>>.

2001: Fisichella auf Irrwegen

Dass sich Heinz-Harald Frentzens Jordan auf der Aufwärmrunde von Malaysia verabschiedete, sorgte bei Giancarlo Fisichella für reichlich Verwirrung.

Der Italiener reihte sich angesichts der entstandenen Lücke falsch ein - und machte beim Versuch, den Fehler zu korrigieren, alles nur noch schlimmer. Dass sein Benetton nun quer zur Fahrbahn stand, machte einen Abbruch notwendig.

Er lernte aber nicht aus diesem Fehler...

2003: Fisi macht's schon wieder!

...denn zwei Jahre später, diesmal selbst im Jordan, geschah ihm dasselbe Missgeschick an Ort und Stelle erneut!

Zumindest schaffte er es beim zweiten Mal, das Malheur selbst zu beheben.

2002: Heidfeld mit der Tür ins Haus

Weil die Sache mit einem Blechschaden glimpflich endete, war es nur ein Zwischenfall zum Kopfschütteln: Als sich das Medical Car in Brasilien neben dem verunfallten Enrique Bernoldi einparkte, rauschte Nick Heidfeld im Sauber heran.

Der Deutsche hatte laut eigenen Angaben keine gelben Flaggen gesehen und konnte nur bedingt ausweichen, schrottete die eben aufgerissene Fahrertür. Ein Glück, dass dabei niemand verletzt wurde.

2003: Der irre Ire von Silverstone

Im Gegensatz zu Robert Sehli 2000 ging es dem irischen Priester Neil Horan bei seinem Abstecher auf die Strecke in Silverstone 2003 nicht um irdische Angelegenheiten.

"Lies die Bibel", "die Bibel hat immer recht" waren die Botschaften, die er kundtun wollte. Und das im Gegensatz zu Sehli nicht nur auf dem Grün neben der Strecke, sondern direkt auf der Fahrbahn.

Dementsprechend gab es auch eine zweimonatige Haftstrafe, die ihn nicht von einer ähnlich fragwürdigen Aktion beim Olympia-Marathon 2004 abhielt.

2004: Juan findet's nicht so lustig

"As the wonder kid, the rising number one, Juan, one wonders should Juan only win one in one year, would Juan want to have won that one in round one, Juan?"

Eine offensichtliche Scherzfrage an Juan Pablo Montoya - kein Wunder, war es doch ein australischer Comedian, der sich in Melbourne in die Pressekonferenz schlich, um sie zu stellen.

Blöd für ihn, dass der Kolumbianer nicht für seinen Humor bekannt war. Als dann ein Kollege des Witzbolds anfing, lautstark zu telefonieren, wähnte sich Montoya endgültig im falschen Film und rauschte ab.

2004: Ein teurer PR-Stunt geht schief

2004: Ein teurer PR-Stunt geht schief
Foto: ©GEPA

Glanz, Glamour und Blingbling - es gibt keinen besseren Ort als Monaco für diese Idee: An Christian Kliens Jaguar wurde ein Diamant in die Nase integriert, um den Filmstart von "Ocean's Twelve" zu bewerben.

Nun braucht es nicht viel Fantasie, um zu verstehen, wie schnell so eine Nase an den Leitplanken des Fürstentums demoliert wird. So kam es auch, und der Diamant war weg.

Allerdings ist bis heute nicht klar, ob die 300.000 US-Dollar Schaden wirklich eintraten - oder das Ganze doch nur Kalkül mit einem Fake war...

2005: Das unrühmliche US-Rennen

2005: Das unrühmliche US-Rennen
Foto: ©GEPA

Die Story ist bekannt: Aus Sicherheitsgründen mussten alle Michelin-Teams ihren Start abblasen, zurück blieben nur zwei Ferraris, zwei Jordans und Minardis.

Diese sechs Autos bestritten dann den wohl unrühmlichsten Grand Prix der letzten 30 Jahre.

Mittlerweile hat sich die Beziehung der Königsklasse zu den USA von diesem traurigen Schauspiel wieder erholt.

2008: Crashgate

2008: Crashgate
Foto: ©GEPA

Es war einer der größten Skandale der Formel-1-Geschichte: Nelson Piquet Jr. setzte seinen Renault beim Singapur-GP in die Wand. Vorsätzlich, wie sich später herausstellte, um seinem Teamkollegen Fernando Alonso einen Vorteil zu verschaffen.

Wenn von einem Fahrer solche Dinge verlangt werden, sollte man ihn nicht einige Rennen später vor die Tür setzen. So geschah es, und der Brasilianer packte aus.

Die Folge: Eine WM-Disqualifikation für Renault auf Bewährung und vorläufiges Arbeitsverbot für Flavio Briatore und Pat Symonds, das vor Gericht aber nicht lange standhielt. Anno 2026 finden sich beide in höheren Aufgaben bei F1-Teams...

2009: Detektiv Fernando

In Ungarn streikte die Zeitnehmung ausgerechnet während der finalen Momente um die Pole Position. So wusste nach Ende des Qualifyings niemand, wer denn gerade die Nase vorn hatte.

Fernando Alonso machte sich auf und fragte bei allen Beteiligten direkt nach ihrer Rundenzeit. Die Auflösung wies den Spanier dann selbst als Polesetter aus.

Ein peinliches Debakel für die Formel 1, die zum Glück ohne schwere sportliche Folgen blieb...

2010: Buemis Bobfahrt

Dass eine Radaufhängung nachgibt, ist Pech. Dass es zwei auf einmal tun, schon unglaublich. Und für ein komisches Bild verantwortlich.

Eine Bodenwelle verursachte den schrägen Unfall und Sebastien Buemis zwischenzeitliche Umschulung zum Bobfahrer. Sie war zu viel für einen fehlerhaften Radträger rechts, der nachgab. Mit dieser zusätzlichen Belastung konnte auch die linke Seite Tausendstelsekunden später nicht umgehen.

2013: Safety Car wider Willen

Südkorea und die Formel 1 wurden keine Liebesbeziehung, der dortige Grand Prix wurde letztlich nur von 2010 bis 2013 ausgetragen. Das lag auch an organisatorischen Gründen.

Der peinlichste Zwischenfall geschah im letzten Jahr: Nachdem Mark Webbers Red Bull Feuer fing, hatten es einige Marshalls in einem SUV zu eilig und fuhren ohne Anweisung auf die Strecke.

Hinter ihnen eilten aber die Boliden im Renntrimm heran - da wurde sofort das tatsächliche Safety Car fällig.

Die größten Flop-GPs der Formel 1

2015: Fernando wird zum Meme

Die Kombination von McLaren und Honda sorgte bei Fernando Alonso für puren Frust, aber zumindest für einen legendären Moment.

Als ihn das Auto im Qualifying von Brasilien wieder mal im Stich ließ, fühlte sich der zweifache Weltmeister nicht bemüßigt, schnell an die Box zurückzukehren.

Stattdessen fand er einen Campingsessel, von dem aus er sich die restliche Session bequem gab. Ein Bild, das zur Meme-Vorlage wurde.

2017: Stroll strollt herum

Eine üble Kollision - und das nach dem eigentlichen Ende eines Rennens? Das hat Seltenheitswert.

Sebastian Vettel musste 2017 in Malaysia lernen, dass man auch nach der Zieleinfahrt noch gut auf seine Kontrahenten achten muss. Lance Stroll fühlte sich nicht bemüßigt, dem Ferrari genügend Raum zu lassen, und erwischte dessen Hinterrad.

Der Schaden war erheblich, die Folgen überschaubar: Die Rennkommissare sahen ein "Racing Incident", und das ganz ohne Racing...

2017: Mit Schirm, ohne Charme oder Melone

Es war zwar ein sonniger Tag in Abu Dhabi, dennoch hatte niemand einen Sonnenschirm auf der Strecke bestellt.

Dennoch fand das Utensil irgendwie seinen Weg dorthin. Zumindest hatte das keine gröberen Folgen, war er doch schnell entfernt und die Session ohnehin nur ein freies Training.

Die Fahrer hatten aber wieder einen Anlass für Scherze.

2019: lebensmüde Marshalls

Wieder geht es um Gegenstände auf der Strecke, diesmal allerdings weniger lustig: Weil sie nach einer Kollision von Kleinteilen geräumt werden musste, stürmten zwei Marshalls etwas übermotiviert zwecks Einsammlung drauflos.

Dumm nur, dass genau in diesem Moment Sergio Perez aus der Boxengasse schoss. Ohne den schnellen Satz zur Seite wäre das übel ausgegangen - wie es in der Vergangenheit der Formel 1 leider auch schon der Fall war.

2019: Keiner will

Windschatten macht in Monza viel aus. Dementsprechend wollte im Qualifying auch niemand voraus fahren, als es im Q3 um die Pole Position ging.

So warteten alle zehn Fahrer bis zur letzten Sekunde, um auf die Strecke zu gehen - und auch danach wurde getrödelt und um die Positionen gestritten.

Dumm nur: Dadurch verpassten fast alle die Deadline und kamen zu spät zu Start und Ziel. Ein bizarres Bild.

2021: Lights out and away goes Lewis

2021: Lights out and away goes Lewis
Foto: ©imago images / PanoramiC

Unterbrechung, Aufwärmrunde, stehender Start - soweit kein ungewöhnliches Prozedere.

Dumm nur, wenn das Feld noch auf Intermediates herumfährt, während die Strecke schon weitestgehend trocken ist. In Ungarn wagte nur Lewis Hamilton den Gamble, auf seinen Reifen zu bleiben, und wurde damit zum einzigen Teilnehmer des stehenden Starts. Ein Bild, das es so vorher noch nie gab!

Allerdings entpuppte sich die Entscheidung als falsch, die Führung war der Brite bald wieder los.

2023: Verloren in Vegas

Wenn aus vermeintlich episch unfreiwillig komisch wird! Für die Premiere des Grand Prix in Las Vegas lud die Formel 1 Announcer-Legende Bruce Buffer ein, die Auftritte der Fahrer eindrucksvoll zu inszenieren.

Dass Sergio Perez allerdings nicht gebrieft wurde, wo er nach seinem Aufruf hingehen sollte, schrieb ihm die Ratlosigkeit ins Gesicht.

"What am I supposed to do?" - ja, wenn du es nicht weißt, Checo...

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