Spielberg: Windschatten-Streit bei Red Bull

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Das Rennwochenende beim Heim-GP in Spielberg läuft für Red Bull Racing bis dato gar nicht nach Wunsch.

Max Verstappen kam im Qualifying auf dem Red Bull Ring (nach der Strafe gegen Vettel) nicht über Rang vier hinaus, Daniel Ricciardo musste sich mit Platz sieben begnügen. Zudem herrschte nach dem Qualifying dicke Luft zwischen den Teamkollegen.

Der Grund: Ricciardo wollte Verstappen in Q3 keinen Windschatten geben und damit einen Vorteil verschaffen, obwohl das die Team-Regeln so vorsehen.

Rund fünf Minuten vor Ende des Qualifying war Verstappen gemäß Teamvorgabe hinter Ricciardo auf die Strecke gefahren, um von ihm Windschatten zu erhalten. Der Australier nahm aber plötzlich Tempo raus, wollte dass Verstappen nach vorne fährt.

"Was ist hier los?", fragte Verstappen daraufhin überrascht via Boxenfunk. Um keine Zeit zu vergeuden wies ihn sein Renningenieur daraufhin an, an Ricciardo vorbeizufahren. Verstappen weigerte sich: "Nein, es geht um die Disziplin!"

Horner: Regeln seit Jahren klar

Die beiden Red Bulls schlichen hintereinander um den Kurs, ehe Ricciardo das Tempo wieder verschärfte, weil die Zeit knapp wurde. Eine Szene, die für Aufregung bei allen Beteiligten sorgte.

"Es gibt bei uns eine ganz klare und einfache Regel, die seit sieben Jahren gilt: Wir wechseln von Rennen zu Rennen ab, wer als Erster mit seinem Auto aus der Garage fährt. Nur so können wir es fair halten. Diesmal war eben Daniel dran, vor Max aus der Box zu fahren. Er war dann der Ansicht, dass Max sehr und zu oft davon profitiert. Deswegen hat er wohl plötzlich langsam gemacht", erklärt Teamchef Christian Horner gegenüber "Sky Sports F1".

Ricciardo: "Ich hatte einen Nachteil"

Der Grund, warum sich Ricciardo benachteiligte fühlte, ist der kurzen Strecke in Spielberg geschuldet (Strecken-Kürze in Spielberg "problematisch"). Normalerweise reicht die Zeit in Q3 nur für zwei schnelle Runden, am Red Bull Ring gehen sich drei Runden aus.

"Wir hatten drei Runs und ich musste bei jedem den Windschatten geben, um ihm einen Vorteil zu verschaffen. Bei drei Runs würde ich es zwei Mal machen. Aber einen Run will ich schon haben, wo ich nicht Windschatten gebe und ihn selbst mal bekomme. Ich hatte einen Nachteil", erklärt der Australier etwas mürrisch bei RTL.

Dementsprechend "nicht glücklich" war er über die Qualifying-Taktik seines Teams. "Wir hätten fairer agieren können. Ich bin einfach nicht zufrieden."

Verstappen: "Es war sein Job"

Verstappen, der am Ende zwei Plätze vor seinem Teamkollegen landete, hatte nur zum Teil Verständnis für Ricciardos Verhalten.

"Jeder will den anderen schlagen und Vorteile haben, aber wenn es die Ansage gibt, dann sollte man sich daran halten. Letztes Mal in Le Castellet war ich dran, da hat Daniel profitiert. Deshalb war es dieses Mal eigentlich sein Job, vorzufahren. Es ist sehr simpel", so der Niederländer, der aber versichert: "Zwischen Daniel und mir ist alles okay."

Ricciardo ruderte nach seinen Aussagen aus der ersten Emotion heraus etwas zurück und meint, er hätte sich im umgekehrten Fall womöglich ähnlich verhalten: "Hätten wir das Thema vorab diskutiert, wäre es vielleicht anders gelaufen."

Neuer "Party Mode" bringt keinen Power-Schub

Er nimmt Verstappen dessen Aufregung auch nicht übel: "So ist es eben manchmal. Der Teamkollege ist dein erster Gegner und als Rennfahrer willst du keinen Zeitimenter herschenken. Im Qualifying kämpft ohnehin jeder für sich. Ich zog diesmal den Kürzeren."

Abseits von den internen Reibereien hat Red Bull in Spielberg mit Balanceproblemen zu kämpfen. Zudem ist die erhoffte deutliche Leistungssteigerung durch den von Renault versprochenen"Party-Modus" ausgeblieben.

"Das war etwas trügerisch", sagt Motorsportdirektor Helmut Marko, will das aber nicht als Ausrede für schwache Performance der "Bullen" gelten lassen. "Der Party Mode alleine war es nicht. Wir haben nicht die Abstimmung und die Balance gefunden, die wir normalerweise haben. Jetzt kann man nur hoffen, dass es im Rennen besser läuft."

Hoffnung macht in Hinblick auf Sonntag die dritte DRS-Zone am Red Bull Ring, die das Überholen einfacher machen könnte. Denn Ricciardo weiß: "Wir haben nicht die Geschwindigkeit, um ans Podium zu denken. Aber vielleicht haben wir Glück - und es kommt Regen."

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F1: Kürze der Strecke in Spielberg "wird problematisch"

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