"Man muss blind sein": Vettel tobt nach Strafe

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Da ist der so sehnlich erwartete erste Saisonsieg zum Greifen nahe und dann das!

Sebastian Vettel wird auf dem Weg zum Sieg beim Grand Prix von Kanada nach einem Ausritt und einer folgenden Beinahe-Kollision mit Lewis Hamilton mit einer Fünf-Sekunden-Strafe belegt.

Noch via Funk tobt Vettel über die Strafe: "Nein, nein, nein, Jungs, nicht so. Nicht so. Ehrlich. Sie stehlen uns das Rennen!" Ferrari plant indes bereits einen Protest gegen die Strafe.

Was ist genau passiert?

Vettel kommt nach einem Fahrfehler in Kurve 3 von der Strecke ab und fährt über das Gras zurück auf die Strecke, wo Hamilton bereits auf gleicher Höhe ist. Der Mercedes-Pilot reagiert blitzschnell, steckt zurück und kann so einen Crash verhindern. Die Szene im Video!

"Auto #5 hat die Strecke in Kurve 3 verlassen und ist in Kurve 4 unsicher auf die Strecke zurückgekehrt. Dabei hat es Auto #44 von der Strecke gezwungen. Auto #44 musste ausweichende Maßnahmen einleiten, um eine Kollision zu vermeiden", lautet die offizielle Erklärung der Rennkommissare für die Strafe.

Vettel: "Man muss absolut blind sein"

Eine Entscheidung, die Vettel ganz und gar nicht nachvollziehen kann. "Man muss schon absolut blind sein um zu denken, dass man durch das Gras fahren und das Auto danach kontrollieren kann. Wir hatten Glück, nicht in die Wand zu krachen. Wo zur Hölle soll ich denn hin? Das ist falsch. Es ist nicht fair. Ich weiß nicht, wofür ich bestraft worden bin. Ich kann nicht ruhig bleiben. Ich bin wütend. Ich habe jedes Recht, wütend zu sein", schimpft der Deutsche.

Und er legt gleich noch gegen die Stewards nach: "So macht man unseren Sport kaputt", meint Vettel. "Die Leute wollen doch sehen, dass wir Rennen fahren. Und ich halte das für Racing. Hoffentlich kommen die Zuschauer noch mal wieder, denn nur darum geht es doch."

Dass Vettel den zweiten Platz nicht akzeptieren will zeigt auch seine Geste nach Rennende. Er stellt sein Auto zunächst nicht im Parc Ferme ab und verzichtet auf die obligatorischen Interviews der Top 3. Als er dann im Parc Ferme ankommt, entfernt er das Schild mit der Nummer 1 vor Hamiltons Auto und stellt es an die Stelle, wo eigentlich sein Ferrari stehen sollte:

Hamilton holt Vettel aufs oberste Podest

Bei der anschließenden Siegerehrung bekommt Vettel dann auch zumindest symbolisch seinen ersten Platz: Hamilton holt seinen Konkurrenten zu sich auf das oberste Treppchen.

Von den Ferrari-Fans gibt es für den offiziellen Sieger Hamilton dennoch Pfiffe. Vettel verteidigt ihn jedoch: "Die Leute sollten Lewis nicht ausbuhen. Er hat gesehen, was passiert ist. Es war nicht meine Intention, in seinem Weg herumzustehen. Ich hatte Probleme, auf der Strecke zu bleiben. Aber die Leute sollten nicht gegen Lewis buhen, sondern eher gegen diese lustigen Entscheidungen."

Hamilton meint zu der Szene: "Ich treffe die Entscheidungen nicht. Ich habe Sebastian in einen Fehler gezwungen und er kam von der Strecke ab. Wir wären beinahe kollidiert, sowas passiert eben manchmal. So will ich natürlich auf keinen Fall gewinnen."

Zufrieden ist am Ende also niemand.

Textquelle: © LAOLA1.at

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