Elektronik-Problem zwingt Vettel in die Knie

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Der zweite Block der F1-Testfahrten in Barcelona nimmt für Sebastian Vettel und seinen Rennstall Ferrari ein ungeplant frühes Ende.

Vettel muss seinen Boliden am Schlusstag der Testfahrten am Circuit de Catalunya nach 110 Runden aufgrund eines Elektronik-Problems kurz nach der Start-Ziel-Gerade abstellen. Ferrari teilt daraufhin mit, dass das Reparieren des Schadens zu lange dauern würde, als dass Vettel noch einmal testen könne. Zum Zeitpunkt des Defekts befand sich Vettel in einer Rennsimulation.

Für den Deutschen ist es damit nach seinem Crash am Mittwoch bereits das zweite verfrühte Test-Ende. Auch Red Bull bleibt am Freitag nicht von einem Defekt verschont. Max Verstappen konnte aufgrund eines Getriebeproblems am RB15 bislang erst 29 Runden drehen.

Die schnellste Zeit des Abschluss-Tages setzt Vettel dennoch. Er kommt auf eine Zeit von 1:16,221 und verweist damit Vorjahres-Champion Lewis Hamilton um drei Taussendstel auf Platz zwei.

Neues Aerodynamik-Paket bringt Mercedes nach vorne

Vor der abschließenden Session hatte der Brite, als er nach dem Abstand zwischen Ferrari und den "Silberpfeilen" gefragt wurde, noch gemeint: "Uns fehlt rund eine halbe Sekunde." Deshalb stellt sich Hamilton, der auf seinen bereits sechsten WM-Titel losgeht, auf den "bisher härtesten Kampf" im WM-Duell mit Vettel und Ferrari ein. "Schon letztes Jahres haben sie bei den Testfahrten ein gutes Auto gehabt, aber heuer sind sie noch besser."

Mercedes hatte am letzten der insgesamt acht Testtage erstmals die weichste Reifenmischung aufgezogen und damit angedeutet, was mit dem W10-Boliden möglich ist. "Wir nehmen die Herausforderung an und müssen jetzt noch härter arbeiten. Ich bin aber weder besorgt noch enttäuscht", betonte Hamilton, der sich schon aufgrund der jüngsten Testerkenntnisse "eine zusätzliche Zehntel" erhofft.

Gleichzeitig wies der Engländer darauf hin, dass man die Testresultate auch nicht überbewerten dürfe. "Wir wissen ja nicht, mit welcher Motoreneinstellung und mit wie viel Sprit die anderen unterwegs waren", erklärte Hamilton. Erst beim Saisonauftakt Mitte März in Australien werde man einen ersten Eindruck über das wahre Kräfteverhältnis erhalten. "Nach den ersten vier Rennen werden wir dann wirklich wissen, wo wir stehen."

Ferrari-Teamchef Binotto will Ball flachhalten

Ferraris Teamchef Mattia Binotto sieht das ähnlich. "Es wäre komplett falsch zu denken, dass wir schneller sind als sie (Mercedes, Anm.). Wir fahren möglicherweise mit unterschiedlichen Spritmengen und absolvieren unterschiedliche Testprogramme", gab der 49-Jährige zu Protokoll.

Und als er nach der Konkurrenzfähigkeit der "Silberpfeile" gefragt wurde, lautete seine Antwort: "Ich glaube, dass Mercedes sehr stark sein wird in Australien. Ich erwarte nicht, dass sie hinter uns sein werden - und falls doch, dann werden sie sehr, sehr nah an uns dran sein." Durch Hamiltons Zeit am Freitagnachmittag sah sich Binotto darin bestätigt.

Ferrari wartet seit dem Jahr 2007, als der Finne Kimi Räikkönen Weltmeister wurde, auf einen Fahrertitel in der Motorsport-Königsklasse und steht deshalb besonders unter Druck. Die jüngsten fünf Fahrer- und Konstrukteurstitel gingen allesamt an Mercedes.

Seit der Einführung der V6-Turbo-Hybrid-Motoren im Jahr 2014 ist Hamilton der dominierende Pilot. Von 100 Rennen gewann der Mercedes-Superstar insgesamt 51 und wurde viermal Weltmeister (2014, 2015, 2017 und 2018). Nur 2016 musste er sich seinem deutschen Teamkollegen Nico Rosberg in der Endwertung knapp geschlagen geben.

Verstappens Zeit nicht ganz aussagekräftig

Hinter den beiden Toptitelkandidaten folgte Hamiltons finnischer Teamkollege Valtteri Bottas mit 0,340 Sekunden Rückstand auf Vettel auf dem dritten Platz. Dem Deutschen Nico Hülkenberg (0,622) im Renault und dem Russen Daniil Kwjat (0,677) im Toro Rosso fehlten bereits mehr als sechs Zehntel auf die Schnellsten.

Red-Bull-Hoffnungsträger Max Verstappen (1,488) beendete den letzten Testtag als Elfter. Der Niederländer war aber im Gegensatz zur Konkurrenz auf den langsameren Medium-Reifen unterwegs.


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