Horner: Liberty hat Formel 1 unterschätzt

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Die Regentschaft von Liberty Media an der Spitze der Formel 1 bröckelt. Nach Bekanntwerdung der Pläne, mindestens einen Teil der Rechte wieder zu veräußern, mehren sich die kritischen Stimmen an der zweieinhalb Jahre zurückliegenden Machtübernahme der US-Amerikaner.

Auch Red-Bull-Teamchef Christian Horner gibt nun seinen kritischen Kommentar über das Standing des Medienunternehmens ab: "Ich glaube, sie haben vielleicht gedacht, da hängen die Früchte niedrig, und nun hat es sich als viel schwieriger erwiesen, als sie vielleicht geglaubt haben."

Man könne einen Film promoten so viel man wolle, aber wenn Substanz und Spannung fehlen, werde sich das niemand anschauen, erklärt Horner.

Unbeholfene Spannungsmaßnahme

Der Red-Bull-Teamchef hebt aber auch positive Schritte Libertys hervor, wie E-Sport, Promotion und digitale Plattformen. Nun müsse aber ein klarer Plan vorgelegt werden, wie es nach 2020 weitergehen soll.

Ende des kommenden Jahres läuft das "Concorde Agreement" zwischen den Teams, dem Rechteinhaber und dem Weltverband aus.

Das US-Medienunternehmen, das 2017 die Kontrolle von Bernie Ecclestone übernommen hatte, wünscht sich ein ausgeglicheneres Feld und damit spannendere Rennen. Budget-Obergrenzen, gerechtere Einnahmenverteilung und technische Änderungen stoßen aber auf Ablehnung der großen und erfolgreichsten Teams, die Privilegien genießen.

Als Negativ-Beispiel nennt Horner die isolierte Maßnahme eines neuen Frontflügels für die Saison 2020. "Sie haben aus dem Konzept für 2021 etwas herausgepickt und für das aktuelle Auto durchgesetzt", sagt der 45-Jährige. "Aber das ist keine Wunderwaffe."

Nur den Frontflügel zu nehmen und zu sagen, dadurch wird Rennfahren besser, sei ein ziemlich naiver und letztlich teurer Zugang. Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko hatte die Kosten für die neue Aerodynamik-Entwicklung für das Team mit 15 Millionen Euro beziffert.

Formel 1 funktioniere als "Diktatur" besser

Horner sieht in der Art, wie Liberty die Formel 1 führt, ein Problem. "Sie versuchen das auf demokratische Weise zu machen."

Ecclestone hätte härtere Antworten gefunden. "Er hat das wirklich streng und hart geführt. Eine Diktatur. Wenn man das nicht wollte, hatte man im folgenden Jahr kein Rennen."

Auch die Mehrheit der Rennveranstalter hatte sich vergangene Woche in einem gemeinsamen Statement kritisch über diverse Liberty-Media-Pläne geäußert.

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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