Porsches Motorsport-Vizepräsident Thomas Laudenbach betonte die Bedeutung des Formel-E-Engagements für die künftige Ausrichtung des Unternehmens: "Motorsport muss relevant für die Serie sein. Das setzen wir hier konsequent um."
Erfreut zeigte er sich auch, dass es mit dem neuen Kundenteam Avalanche Andretti erstmals einen Entwicklungs- und Referenzpartner gibt. "Der Austausch funktioniert bisher ausgezeichnet", konnte auch FE-Projektleiter Florian Modlinger anfügen. Und dort setzt ja mit André Lotterer der bisherige Wehrlein-Partner die Elektro-Karriere fort – neben der Rückkehr auf die Langstrecke (WEC).
Mit dem Schiff Richtung Mexiko
Der erste Antrieb der Gen3 lief in Weissach schon 2021 auf dem Prüfstand. Nun wird es in der gemeinsamen Testwoche aller Teams in Valencia nicht nur für den 99X Electric Gen3 ernst. Danach gehen die Autos sehr bald aufs Schiff Richtung Mexiko, wo Mitte Jänner schon das Rennjahr beginnt - für alle unter gleichen Bedingungen bei null.
Wehrlein hat eine Vermutung: "Die, die ganz am Anfang vorn sind, werden das nicht bis Saisonende durchhalten." Er und da Costa werden wieder von der Schweizer Ersatzpilotin Simona de Silvestro (34) unterstützt, dazu soll als Reserve David Beckmann (22) kommen. Sollte es zu Termin-Überschneidungen der Stammfahrer mit anderen Engagements kommen, "hat die Formel E mit uns Priorität", wie Laudenbach bestätigte.
Beim Gen3-Auto wird die Leistung auf die Hinterachse auf 350 kW (476 PS) gesteigert (100 kW mehr als beim Gen2), der E-Motor auf der Vorderachse ist Einheitsteil und liefert 250 kW. Er ermöglicht Energierückgewinnung mit bis zu 600 kW Leistung, zum Gen2 mehr als eine Verdoppelung. Die Energieeffizienz liegt bei rund 95 Prozent, über 40 Prozent sollen aus der Rekuperation kommen. Die Batteriezellen bestehen laut Zulieferern aus nachhaltigen Materialien und sollen nach einer Rennsaison wiederverwendet oder recyclt werden.
"Gen3-Autos wie unser 99X Electric werden die Rennen noch spektakulärer und spannender machen", meinte Modlinger zuversichtlich und übereinstimmend mit einigen Kollegen anderer Teams. Ob es mit der Leistungssteigerung auf manchen Strecken Probleme geben wird, ist für alle offen. Und die Idee eines Boxenstopps zur Schnellladung mit 600 kW in rund 30 Sekunden dürfte vorerst nicht umgesetzt werden, könnte aber noch in dieser Saison doch kommen.