Österreicher-Duell um 2. Formel-E-Cockpit bei BMW?

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Die anhaltende Ungewissheit über die Zukunft der DTM blockiert auch den Fahrermarkt.

Denn solange nicht geklärt ist, ob und wie es mit der Tourenwagenserie (mit anderen Autos und Privatteams) weitergehen wird, werden weder Werkfahrer „gesetzt“ noch können Piloten frühzeitige Entscheidungen treffen.

BMW-Chef Marquardt bestätigte zwischen dem Doppel auf dem Nürburgring: „Zuerst brauchen wir Klarheit über die DTM-Zukunft, dann entscheiden wir, wer von uns wo eingesetzt wird.“

Unter Insidern wurde zuletzt über den Salzburger BMW-Werkfahrer Philipp Eng spekuliert, er könne nach Alex Sims‘ Abgang zu Mahindra in das BMW-Andretti-Team der Formel E wechseln.

Damit hätte die Mannschaft mit dem deutsch-österreichischen Doppelbürger Max Günther, Sponsor Magna Steyr (Graz) und Eng einen ziemlich deutlichen österreichischen Anteil.

"Es funktioniert mit zwei Österreichern"

Der 30-jährige Salzburger ist seit 2016 BMW-Werkfahrer, „und wir sprechen schon über die Verlängerung des heuer auslaufenden Vertrages. Ich erwarte da keine Probleme“, sagt der Walser. Das sieht auch sein Chef Marquardt, so: „Bevor du mich fragst: Ja, es funktioniert in der DTM mit zwei Österreichern im Team, und wir sind mit beiden sehr zufrieden“, erklärte er schmunzelnd über Eng und seinen neuen Markenkollegen Lucas Auer. Die beiden bilden sogar in den 24 Stunden auf dem Nürburgring Ende September ein M6-Team mit Marco Wittmann und Tom Blomqvist – und Eng (zwei Mal Sieger der 24 Stunden von Spa mit BMW) ist sogar auf einem zweiten M6 genannt.

Der Salzburger macht auf Nachfrage kein Geheimnis um sein Liebäugeln mit der aufstrebenden Elektrorennserie: „Mich fasziniert die Technologie, ich mag die Autos und das stets enge Racing. Ich würde mich zu hundert Prozent über ein Engagement freuen.“ Unter großer Geheimhaltung hatte Eng vor einigen Wochen bereits einen FE-Test unternommen. „Aber die Entscheidung liegt bei BMW.“

Auch der Tiroler Auer sammelte bereits beim Rookie-Test nach dem Rennen in Marrakesch Anfang März Erfahrung im FE-Boliden der Münchner (Achter unter 24 Piloten): „Obwohl ich bei den Berliner Rennen als Ersatzfahrer anwesend war, gibt es noch keine Gespräche über einen Wechsel in die FE“, erklärte Auer, der in der Vorwoche den 26. Geburtstag feierte.

Während Auer im Vorjahr für eine Saison wieder einen Monoposto fuhr (in der japanischen Super Formula), datiert Engs letzte Formel-Saison aus 2010 (der damaligen Formel 2). Allerdings: Der 30-Jährige hatte als Sieger des BMW-Weltfinales 2007 Ende 2008 einen F1-Test für die Münchner in Mexiko absolviert.

Klarstellung am Wochenende?

Faktum ist, dass Auer (Zweijahresvertrag mit BMW bis Ende 2021) und Eng (Vertrag wird demnächst wohl verlängert) genauso auf die Entscheidung warten müssen wie alle BMW- und Audi-Fahrer, wie es mit der DTM nach dieser Saison weitergehen wird - und hoffen auf eine Klarstellung von Serienchef Gerhard Berger am kommenden Wochenende (19./20. 9.).

Die Saison-Zwischenbilanz des Österreicher-Trios in der DTM fällt durchwachsen aus: Alle drei hatten sich wohl deutlich mehr erhofft. Bei Eng fiel auf, dass er öfters eine starke Rennhälfte und eine mit Rückschlägen hinnehmen musste. „Diese Saison ist extrem schwer zu verstehen, das gilt besonders für die Reifen. Ich mache als Fahrer nichts anders, doch gibt es immer wieder große Unterschiede in der Performance.“

Auer, der einen Überraschungssieg in der Lausitz landen konnte, gesteht: „Wenn die Qualifikation gut geht, schaut auch das Rennen meistens gut aus, dann sind einige Punkte möglich. Aber leider spielt es das nicht immer.“ Vorerst freut sich der Berger-Neffe schon auf den Nürburgring: Nicht nur das zweite DTM-Wochenende, sondern vor allem auf die 24 Stunden Ende September: „Mein erstes großes Rennen auf der Nordschleife nach Einsätzen in der Langstreckenserie. Das wird megageil.“

Geduld ist auch bei Ferdinand Habsburg gefragt, der für das private belgische Audi-Team WRT unterwegs ist – mit viel Pech und Pannen bisher: „Es passieren uns so viele Fehler im Detail. Das muss sich in Zukunft ändern.“

In der Tat blitzten Habsburgs Talente immer wieder auf, sowohl in der Qualifikation als auch im Rennen, doch Spitzenresultate wurden nicht daraus. Ein krasses Beispiel passierte am Samstag auf dem Nürburgring: „Meine Rückkamera, also der Spiegel, zeigte ein seitenverkehrtes Bild an. Deshalb kam es zwei Mal zur Kollision mit Duval, weil ich ausweichen wollte, stattdessen in ihn hineinfuhr. Das kostete mich den sechsten Startplatz, ich wurde fünf Plätze zurückversetzt.“ Zur Zukunft meinte der 23-Jährige: „Ich lasse einmal diese Saison vorübergehen, dann denke ich über die Zukunft nach.“

Textquelle: © LAOLA1.at

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