Elektro-Erfahrung neue Basis für Auer und Preining

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Die Formel E bekam in Marrakesch noch etwas mehr Österreich-Bezug. Zu den Sportchefs Fritz Enzinger (Porsche) und Toto Wolff (Mercedes, beide anwesend), den Sponsoren voestalpine und Magna sowie dem Halb-Österreicher Maximilian Günther kamen bei den Rookie-Testfahrten in Marrakesch auch Lucas Auer und Thomas Preining.

Beide sind bei ihren Arbeitgebern in anderen Serien engagiert, sammelten aber – nach vielen Stunden Simulator-Arbeit – erste Strecken-Erfahrungen in den FE-Boliden von BMW bzw. Porsche.

"Klar ist mein Fokus auf die Rückkehr in die DTM als BMW-Neuling gerichtet. Doch die Chance, in der Formel E Erfahrung zu sammeln und mich zu präsentieren, ist natürlich super", sagte Auer – dem der gegenüber Elektro-Mobilität skeptische Onkel und DTM-Boss Gerhard Berger den "Seitensprung" wohl verzeihen wird.

"Na, so schlimm wird das nicht sein", meint der Kufsteiner verschmitzt lächelnd.

Damit bekommt der 25-Jährige nach dem vergangenen Jahr in der japanischen Super Formula wieder eine Perspektive im Monoposto-Sport.

Auch Preining drehte seine Runden

Ähnlich ist die Lage für Preining: Der Linzer ist bei Porsche als "Young Professional" mit Einsätzen in der Langstrecken-WM, der Intercontinental GT Challenge und anderen Rennen ausgelastet, ist aber auch als Testfahrer in die FE-Mannschaft integriert: "Eine große Chance, die ich nutzen will", erklärt der 21-Jährige.

Ratschläge und Unterstützung bekamen beide von ihren Teamkollegen und Stammfahrern: Auer von Max Günther und Alex Sims, Preining von André Lotterer und Neel Jani.

"Klar helfen wir Thomas so viel wie möglich, schließlich sind die Daten, die wir durch seinen Test gewinnen, enorm wichtig für uns", meinten der Deutsche und der Schweizer unisono.

Denn Porsche holte im fünften FE-Rennen Samstag in Marrakesch nur einen achten Rang durch Lotterer, Jani fiel mit Bremsproblemen weit zurück. Aus dem von Chef Enzinger erhofften ersten FE-Sieg Porsches wurde nichts, obwohl Lotterer in der ersten Rennhälfte in den Top drei fuhr.

Besser sieht es beim starken BMW-Andretti-Team aus: Max Günther, Sohn einer Vorarlbergerin und eines Allgäuers und deutsch-österreichischer Doppelbürger, matchte sich lang mit seinem Vorgänger bei BMW, dem Ex-Red-Bull-Junior Antonio Felix da Costa, um den Sieg, kämpfte dann gegen dessen DS Techeetah-Teamkollegen und Titelverteidiger Jean-Éric Vergne um Platz zwei und entschied diesen in der Schlussrunde für sich: "Ein tolles Rennen, mit Platz zwei bin ich hoch zufrieden", sagte der Sieger von Santiago.

Der Portugiese Da Costa feierte seinen dritten Sieg in der Formel E, den ersten für das Weltmeister-Team – und er ist der fünfte Gewinner im fünften Rennen und neuer Gesamtleader.

Chance auf Renneinsätze steht in den Sternen

Auer im BMW-Cockpit

Wie gut die Perspektive für Auer und Preining ist, ist offen. Erfahrung sammeln sei das Hauptziel gewesen, sagen auch die Chefs Jörg Marquardt (BMW) und Enzinger.

Renneinsätze sind nicht absehbar, wiewohl bei Porsche der Platz des glücklosen Jani zu wackeln beginnt – doch da soll gerüchteweise der aus der Formel 1 ausgeschiedene Nico Hülkenberg bereit sein, und der hat ja beste Beziehungen zu Porsche: Als Überraschungssieger in Le Mans 2015.

Bei BMW wiederum sind Günther – noch immer mit 22 der Jüngste im Feld – und Sims Siegfahrer, haben ihre Cockpits also ziemlich sicher.

Rom oder doch Berlin?

Habsburg (oben) als Kommentator

Mit dem nächsten Rennen am 4. April sollte in Rom die Europasaison beginnen und damit die Europawertung der voestalpine (Titelverteidiger wie in der Gesamt-WM der Dritte von Marrakesch, Jean-Éric Vergne) – doch das Chaos durch das Corona-Virus vor allem in Italien dürfte zur Verlegung des ePrix von Rom nach Berlin (oder sogar nochmals Marrakesch) führen.

Eine Sprecherin sagte in Marokko: "Wir wissen im Moment nicht, wo das nächste Rennen gefahren wird."

Neben Auer und Preining feierte ein dritter Österreicher in Marrakesch eine Premiere in der ABB Formel E und – als Journalist: Ferdinand Habsburg debütierte als TV-Kommentator für Eurosport an der Seite von Oli Sittler. Der Grundwehrdiener hofft noch immer auf einen Platz in der DTM auch nach dem Rückzug seines bisherigen Teams R-Motorsport.

Textquelle: © LAOLA1.at

"Signale stehen auf Grün": Formel-1-Auftakt findet wohl statt

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