Eine unnötige Ablenkung

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Es geht um die Optik und um das Vertrauen

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David Alaba hat sich also nach dem 2:3 Österreichs in Serbien im Belgrader Nachtleben erwischen lassen.

Na und?

So zumindest die weitläufige Meinung, wenn man sich ein bisschen durch die Reaktionen unserer User liest. Ganz so einfach stellt sich der Fall leider nicht da, dies gilt es differenzierter zu betrachten.

Denn in erster Linie geht es um die Optik, in zweiter Linie um Vertrauen.

Worum es nicht geht: Päpstlicher als der Papst zu sein. Auch Sportler haben ein Privatleben. Gerade Alaba scheint nicht der Typus Mensch zu sein, der seine Freizeit ausschließlich auf der Couch im eigenen Wohnzimmer verbringt.

Ob es nach einer Niederlage oder einem Sieg war, ist mir persönlich auch komplett wurscht, aber wohl – und dies ist zu respektieren - nicht jedem, was uns gleich nahtlos zum Thema Optik führt.

Lieber David, die ist leider schief.

Im Social-Media-Zeitalter, in dem jeder mit einem Smartphone bewaffnete Mensch (also fast jeder) zu einem Fotoreporter avancieren kann, ist es gerade für Prominente immer schwieriger, Freiräume zu finden. Das weiß auch jeder Prominente und muss einen Weg finden, damit umzugehen.

Denn jedes Selfie kann ein Theater auslösen. Alaba erlebt dies gerade am eigenen Leib.

Nach derzeitigem Informationsstand wurde es in einer Diskothek aufgenommen. Was wissen wir sonst? Dass er gemeinsam mit dem serbischen Nachwuchskicker Nemanja Radonjic vom FK Cukaricki unterwegs war.

"Wir kennen weder die Uhrzeit, noch wissen wir, ob Alkohol im Spiel war oder nicht. Wer sagt, dass Alaba in Wahrheit nicht lediglich Mineralwasser getrunken hat und eh wesentlich früher im Bett war als jene Kollegen, die um cirka 2:30 Uhr in Wien-Schwechat gelandet sind?"

Und sonst? Wir kennen weder die Uhrzeit, noch wissen wir, ob Alkohol im Spiel war oder nicht. Wer sagt, dass Alaba in Wahrheit nicht lediglich Mineralwasser getrunken hat und eh wesentlich früher im Bett war als jene Kollegen, die um cirka 2:30 Uhr in Wien-Schwechat gelandet sind?

Aber welche Bilder entstehen beim Betrachter im Kopf, wenn er das Foto der drei bestens gelaunten Feierlustigen sieht? Was war wohl der erste Gedanke von den meisten von uns?

Richtig.

Das ist weder Alabas Schuld, noch ist er – sofern in Wahrheit eh alles halb so schlimm gewesen ist – das erste mediale „Opfer“. In seiner Hand liegt es, entweder mit der Gefahr zu leben, erwischt zu werden, oder es gar nicht so weit kommen zu lassen und dem Nachtleben fern zu bleiben. Oder zumindest das Timing für einen nächtlichen Ausflug besser zu wählen.

Und hier sind wir beim Punkt, der mich an dieser denkbar unnötigen Ablenkung wesentlich mehr stört – und ja, es ist eine Ablenkung. Denn Wetten, dass diese Causa zumindest teamintern beim nächsten Lehrgang Thema sein wird, nehme ich durchaus an. Ich bin sehr wohl der Meinung, dass es ÖFB-intern dabei derzeit andere und wesentlich wichtigere Dinge zu besprechen gebe als diese Episode…

Was uns zum Thema Vertrauen bringt.

Es hat ja durchaus einen Sinn und einen Hintergedanken, wenn einzelne Spieler nicht mit der Mannschaft zurück nach Österreich fliegen müssen.

Der ÖFB hat es in seiner Aussendung erklärt: Das Ziel ist erstens die schnellst- und bestmögliche Rückreise zu den Vereinen und zweitens die optimale Regeneration.

In einer Zeit, in der die meisten Teamspieler quer über Europa verstreut kicken, ist es ja auch tatsächlich nicht zwingend notwendig, unmittelbar nach dem Spiel noch einen nächtlichen Zwischenstopp in Schwechat einzulegen, wenn man am nächsten Morgen aus Belgrad gemütlicher an seinen Wohnort fliegen kann.

Neben Alaba sind somit auch Marko Arnautovic, Julian Baumgartlinger, Aleksandar Dragovic, Lukas Hinterseer, Alessandro Schöpf, Markus Suttner, Kevin Wimmer und Zlatko Junuzovic in der serbischen Hauptstadt geblieben – Arnautovic und Dragovic mit der Genehmigung ihrer Vereine, um ihre serbischen Verwandten zu besuchen.

Sicher nicht der Hintergedanke ist es, den Spielern bei ihrer Freizeitgestaltung unter die Arme zu greifen.

Der ÖFB und allen voran Teamchef Marcel Koller müssen sich logischerweise darauf verlassen können, dass die Spieler dieses Privileg nicht ausnutzen und sich dementsprechend professionell verhalten.

Darüber, ob Alaba dieses Vertrauen gerechtfertigt hat, wird jeder seine eigene Meinung haben. Ich finde, es ist ihm nicht gelungen.

Wer Koller ein wenig kennt, weiß nämlich wie seine Stellungnahme („Nach der Entlassung aus dem Kader muss ein Spieler für die Gestaltung seiner Freizeit selbst die Verantwortung übernehmen“) zu interpretieren ist. Der Teamchef ist not amused.

Und das kann man ihm nicht wirklich verübeln.



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