skills.lab - Training in Playstation-Situation

 

Es wäre vermessen zu behaupten, dass der österreichische Fußball im Laufe seiner Geschichte stets für Innovationen stand.

Mit dem "skills.lab" in Wundschuh ist jedoch eine Entwicklung gelungen, die Vertreter von internationalen Spitzenvereinen in die südlich von Graz gelegene Gemeinde pilgern lässt.

Als "Die Zukunft des Trainings" bezeichnet man den ganzheitlichen Fußball-Trainings-Simulator selbstbewusst. Und es dürfte tatsächlich gelungen sein, den Zeitgeist der jungen Generation getroffen zu haben.

LAOLA1 war mit dabei, als sich Augsburg-Legionär Michael Gregoritsch (LAOLA1-Interview) gemeinsam mit drei Kumpels eine beinharte Challenge lieferte.

"Hier wird Training mit sehr viel Spaß verbunden, weil es ein bisschen etwas von einer Playstation-Situation hat, die man im realen Leben durchspielt", lobt der ÖFB-Teamspieler, der den Simulator für "sehr realitätsnah" hält.

Um einen ersten Eindruck zu gewinnen, sagen im konkreten Fall bewegte Bilder mehr als geschriebene Worte - im folgenden Video stellen wir euch das skills.lab gemeinsam mit Gregoritsch und Roland Goriupp vor:

Realitätsnähe

Der frühere Profi-Torhüter Goriupp fungiert als Head of Sports des skills.lab und freut sich natürlich, dass die im Laufe der vergangenen vier Jahre entwickelte Maschine von einem Profi aus der deutschen Bundesliga als realitätsnah wahrgenommen wird.

"Das war auch das Hauptziel bei der Entwicklung, dass der Transfer von den Anforderungen, die auf dem echten Spielfeld an den Spieler gestellt werden, gelingt, wir das hier trainieren und messen, und danach das Erlernte auch wieder auf den Platz bekommen", verdeutlicht der 47-Jährige.

Etwas vereinfacht ausgedrückt heißt dies beispielsweise bei einer Variante des Torschuss-Trainings: Nicht jede Flanke der computergesteuerten Ballmaschine kommt gleich gut, im Prinzip kommt jede Flanke sogar anders - genau wie man auf dem Spielfeld nicht stets mit der perfekten Flanke rechnen kann.

"Unsere Kooperationsvereine, an erster Stelle Sturm Graz, aber auch die GAK Juniors, helfen uns immer wieder in der Trainingsentwicklung, diese Spielnähe so ganzheitlich wie möglich zu simulieren", meint Goriupp.

In der deutschen Bundesliga gefragt

Entwickelt wurde das skills.lab von der Anton Paar GmbH. "Die Eigentümer sind sehr fußballaffin, sind in Vorleistung gegangen und haben sich gesagt: Es muss doch möglich sein, die Kernkompetenz der Firma, nämlich die Messtechnologie, mit der im Unternehmen vorherrschenden Fußballbegeisterung zu verbinden. Man hat wirklich sehr viel Innovations- und Forschungsdrang an den Tag gelegt und etwas geschaffen, was auch für den internationalen Markt sehr interessant ist", sagt Goriupp, der das Produkt als "sehr gefragt" einstuft:

"Gerade deutsche Vereine kommen zu uns und interessieren sich für den Kauf der Anlage. Die Planung für den Bau solch einer Halle mit Implementierung des Systems dauert dann natürlich eine Zeit lang, aber ich traue mich zu sagen, dass schon mehr als die Hälfte der deutschen Bundesliga-Vereine in Wundschuh zu Besuch war und sich die Anlage mit großem Interesse angeschaut hat."

Auf einer Autogrammwand hat sich tatsächlich schon vieles, was im deutschsprachigen Fußball-Raum Rang und Namen hat, verewigt. An die allzu große Glocke will und darf man laut Goriupp zumindest die Gäste von Vereinen nicht hängen:

"In der Projektentwicklungsphase sind diese Vereine genauso wie wir darauf bedacht, den Ball sehr flach zu halten, um nicht zu große Aufmerksamkeit zu erregen. Wenn die Anlagen irgendwo stehen, wird es ohnehin nicht mehr zu verheimlichen sein."

Für Profis, aber auch für Hobby-Kicker

Dem Torhüter, der einst beim GAK, Sturm, DSV Leoben und FC Kärnten spielte und 2002 beim 2:6 in Deutschland auch ein Mal im ÖFB-Nationalteam aufgelaufen ist, wäre solch ein Trainingshilfsmittel in der aktiven Karriere sehr recht gewesen:

"Es wäre eine Möglichkeit gewesen, gerade was meine eingeschränkten fußballtechnischen Fähigkeiten anbelangt. Wenn ich als Jugendlicher in dieser Intensität und unter diesen Voraussetzungen diese Basics hätte trainieren können, wäre vielleicht auch noch der Sprung ins Ausland möglich gewesen."

Man muss jedoch nicht zwingend auf Profi-Level agieren, um sich den Pass-, Torschuss- oder Dribbling-Übungen zu stellen. Das skills.lab wurde genauso für Aktive aus dem Amateurbereich, Nachwuchs- oder Hobby-Kicker kreiert.

Goriupp: "Für unsere Maschine ist es ein Leichtes, das Leistungslevel dem Niveau entsprechend anzupassen."

Klarer Sieg für Gregoritsch

Für Gregoritsch und Co. gab es natürlich ein Profi-Training, das der Augsburg-Legionär auch souverän für sich entschied - und genau diese Möglichkeit, jeden einzelnen Pass oder jeden einzelnen Schuss je nach Qualität in mehr oder weniger hohe Punkte umzurechnen, ist definitiv ein Trumpf. Stichwort: Playstation-Charakter.

Denn neben dem Spaß, den Gregoritsch mit seinen Kumpels Robert Kurzmann, Alexander Rother und Paul Pajduch hatte, kam der Ehrgeiz, möglichst viele Punkte zu sammeln und die Kollegen abzuhängen, definitiv nicht zu kurz. Entsprechend konzentriert wurde trainiert.

Und falls es in der an sich überragenden Darbietung von Gregoritsch eine Schwachstelle, in der ihn sogar Goalie Pajduch überflügelte, gegeben haben sollte, hüllen wir darüber natürlich den Mantel des Schweigens.

Keineswegs geschwiegen wird in den folgenden Videos. Gregoritsch erläutert seine großen Karriere-Ziele und stellt seinen Spenden-Verein "Tor.Chance" vor:

Textquelle: © LAOLA1.at

Sturm: Deutliche Kritik von Ex-Keeper Lück an Franco Foda

Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

COMMENT_COUNT Kommentare