Rapid-Legende Zlatko "Zizo" Kranjcar ist tot

Rapid-Legende Zlatko Foto: © getty
 

Die Fußball-Welt hat einen ganz Großen verloren. Der ehemalige Fußball-Profi und Trainer Zlatko "Zizo" Kranjcar ist tot.

Kroatiens Fußballverband bestätigt am Montag entsprechende Medienberichte, dass der ehemalige Teamchef in Zagreb nach kurzer, schwerer Krankheit im 65. Lebensjahr verstorben ist.

Kranjcar machte sich auch in Österreich einen Namen und wurde zwischen 1984 bis 1990 als Stürmer zur Rapid-Legende, mit den Hütteldorfern errang er zwei Meistertitel (1987, 1988), drei ÖFB-Cupsiege (1984, 1985, 1987) und erreichte das Europacupfinale 1985. Sturmpartner waren damals Hans Krankl und Peter Pacult, der Erfolgscoach hieß Otto Baric. Kranjcars Landsmann starb im vergangenen Dezember an den Folgen einer Coronainfektion.

Insgesamt erzielte er für Rapid 132 Pflichtspieltore in 269 Bewerbsspielen für die Grün-Weißen. Damit ist er bis heute der treffsicherste Legionär in Rapids Vereinshistorie, knapp vor Steffen Hofmann. Danach spielte Kranjcar in Österreich auch für den VSE St. Pölten und war als Spielertrainer bei Wienerfeld tätig.

Kranjcar lief im ersten Länderspiel von Kroatien als eigenständige Nation gegen die USA im Oktober 1990 als Kapitän der Auswahl ein. Kranjcar spielte zuvor bereits für Jugoslawien. Als Trainer startete er seine Laufbahn ebenfalls in Österreich bei Wienerfeld und bei Austria Klagenfurt, coachte später auch noch den FC Linz. Mit Kroatien nahm er als Teamchef an der WM-Endrunde 2006 teil. Zuletzt arbeitete Kranjcar von 2018 bis 2019 als Betreuer der iranischen U23-Auswahl.

Zweittorgefährlichster Legionär der Bundesliga-Geschichte

"Ruhe in Frieden, Zizo", heißt es in einem von Rapid veröffentlichten Nachruf, in dem der Klub der Trauerfamilie seine Anteilnahme aussprach. In Gedenken an Kranjcar wird Rapid das kommende Derby am Sonntag gegen die Wiener Austria mit Trauerflor bestreiten.

Klub-Präsident Martin Bruckner zeigt sich "schockiert" über das frühe Ableben es ehemaligen Stars. "Kranjcar war einer der besten Legionäre in unserer Vereinsgeschichte und ich bin sehr dankbar, dass ich ihn in den 1980er-Jahren in zahllosen Spielen live erleben durfte", sagt er.

Die Liga würdigt den ehemaligen Angreifer als zweit-torgefährlichsten Legionär der Bundesliga-Geschichte. Kranjcars 108 Tore wurden nur vom Spanier Jonatan Soriano mit 120 übertroffen, der diese Marke in 144 Partien für Salzburg aufstellte.

Wie die Tageszeitung "Jutarnji list" am Montag berichtet, wurde Kranjcar vor zehn Tagen in Zadar ins Krankenhaus eingeliefert, nachdem sich sein Gesundheitszustand verschlechtert hatte. Zwar wurde er rasch in die Hauptstadt überstellt, die Ärzte hätten sein Leben aber nicht mehr retten können.

Reaktionen des SK Rapid zum Tode von Zlatko Kranjcar:

Martin Bruckner (Präsident): "Die Nachricht vom viel zu frühen Ableben von Zlatko Kranjcar hat mich nicht nur überrascht, sondern auch schockiert. Kranjcar war einer der besten Legionäre in unserer Vereinsgeschichte und ich bin sehr dankbar, dass ich ihn in den 1980er-Jahren in zahllosen Spielen live erleben durfte. Im Namen des SK Rapid möchte ich allen Hinterbliebenen, besonders seiner Gattin Elvira, unsere aufrichtige Anteilnahme aussprechen."

Christoph Peschek (Geschäftsführer Wirtschaft): "Zlatko Kranjcar war ein ganz besonderer Spieler in der langen Geschichte unseres Vereins, wie die zahlreichen Titel und die Tatsache, dass er bis heute der treffsicherste Legionär unseres Vereins ist, belegen. Er hat auch sehr dazu beigetragen, dass der SK Rapid auch in Kroatien so bekannt ist. Er wird für immer als Rapid-Legende in Erinnerung bleiben und wir werden ihm immer ein würdiges Andenken bewahren, beim kommenden Wiener Derby selbstverständlich mit Trauerflor spielen und unser nächstes Heimspiel in Gedenken an ihn mit einer Trauerminute starten."

Zoran Barišić (Geschäftsführer Sport): "Zizo Kranjcar war eines der großen Idole in meiner Jugend und eine Inspiration für junge Kicker. Zudem war seine Laufbahn als Trainer von Erfolgen bei seinem Stammverein Dinamo Zagreb und mit dem kroatischen Nationalteam geprägt. Kranjcar ist nicht nur eine Legende beim SK Rapid, sondern darüber hinaus eine Fußball-Ikone in seiner Heimat Kroatien. Möge er in Frieden ruhen."

Gerry Willfurth (Präsidiumsmitglied und langjähriger Mannschaftkollege von Kranjcar): "Ich bin heute sehr traurig, denn Zizo war nicht nur ein herausragender Fußballer, sondern auch ein guter Freund. Es macht nachdenklich, dass kurz nach unserem gemeinsamen Trainer Otto Baric ein weiteres wichtiges Mitglied unserer super Mannschaft aus den 80er-Jahren von uns gegangen ist. Wir hatten auch nach dem Ende unserer aktiven Karrieren immer wieder Kontakt, ich bin in Gedanken bei seiner Familie."

Dietmar Hoscher (Vorsitzender des Kuratoriums und Präsident des Legendenklubs des SK Rapid): "Im Namen des Kuratoriums und persönlich möchte ich der Familie und allen Freunden von Zizo die tiefste Anteilnahme aussprechen. Schon als Fan war ich begeistert von Zizo, er gehört für mich ewig zur großen Familie des SCR. Als Präsident des Legendenclubs durfte ich ihn dann auch etwas näher persönlich kennenlernen. Ich bedauere diesen schrecklichen, so plötzlichen Verlust dieses großen Spielers und Menschen zutiefst!"

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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