Ist Messis siebter Ballon d'Or ein Skandal?

Ist Messis siebter Ballon d'Or ein Skandal? Foto: © getty
 

Dass die Auszeichnung zum Ballon d'Or 2021 nur über Lionel Messi und Robert Lewandowski gehen kann, daran hegte kaum ein Experte Zweifel. Dass der Argentinier aber seinen insgesamt siebten Titel einheimst (Alle Infos >>>), kam doch etwas überraschend.

Mit 613 zu 580 Punkten setzte sich der ehemalige Barcelona-Star und nunmehrige PSG-Spieler vor dem Bayern-Stürmer durch. Vor einem Jahr, als dieser Award aufgrund der Corona-Pandemie nicht gegeben wurde, wäre das Ergebnis wohl deutlich zugunsten von Lewandowski ausgefallen.

Deswegen rechneten viele damit, dass insgeheim auch das letzte Jahr eine Rolle bei der Vergabe spielen könnte, wenngleich die Statistiken des Polen 2021 noch einen Deut überragender waren als 2020. Immerhin brach der Star-Angreifer unter anderem den Bundesliga-Torrekord des mittlerweile verstorbenen "Bomber der Nation" Gerd Müller.

Besonders echauffiert über das Ergebnis zeigte sich Lothar Matthäus, seines Zeichens Experte bei "Sky": "Ehrlich gesagt verstehe ich nach dieser Wahl die Welt nicht mehr. Bei allem Respekt für Messi und die anderen großartigen, nominierten Spieler. Keiner hätte es so verdient gehabt wie Lewandowski."

Auch der FC Bayern war nicht sonderlich begeistert, schrieb: "Für uns bist du trotzdem der Beste! Glückwunsch an Lionel Messi zum Ballon d'Or."

Lewandowski meldet sich selbst zu Wort

Der Pole meldete sich noch am Montagabend auf "Twitter" selbst zu Wort: "Gratulation an Leo Messi und Alexia Putellas (Gewinnerin des Ballon d'Or feminin, Anm.), Gratulation an alle nominierten Spieler." Mit leeren Händen ging auch der 33-Jährige nicht nach Hause, er sicherte sich zumindest den Titel "Stürmer des Jahres".

"Ich habe den Award für den Stürmer des Jahres gewonnen und kein Spieler kann einen individuellen Preis ohne ein starkes Team und loyale Fans hinter sich gewinnen", fügte er an: "Danke für eure Unterstützung."

Schon vor der Gala schien der Nationalstürmer allerdings eine gewisse Vorahnung gehabt zu haben. Gegnüber "TVP Sport" sagte er: "Ich bin hierher gekommen, um Spaß zu haben. Ich bin nicht überrascht, es gibt keine Überraschungen. Ich habe alles getan, was ich konnte. Auszeichnungen sind toll, aber die wichtigsten Trophäen sind die, die man mit der Mannschaft gewinnt."

Lionel Messi zollte dem Polen jedoch Respekt für seine Leistungen: "Es war eine große Ehre, mit dir um diesen Preis zu kämpfen. Jeder weiß, dass du letztes Jahr der Gewinner warst. Ich finde, France Football sollte dir den Preis für 2020 noch geben. Du hast ihn verdient und solltest ihn auch zuhause haben."

Kroos sieht weder Messi noch Lewandowski als Ballon d'Or-würdig

Eine gänzlich andere Meinung als die Experten und Kenner der Szene, vertritt Real-Mittelfeldspieler Toni Kroos. In seinen Augen haben weder Lionel Messi noch Robert Lewandowski den Titel verdient, sondern ein Teamkollege von ihm - Karim Benzema.

"Für mich wäre Benzema die eins gewesen, wenn man wirklich den besten Einzelspieler des letzten Jahres gesucht hat, weil ich auch aus nächster Nähe mit ansehen kann, was für ein überragender Fußballer er ist", meint Kroos in seinem Podcast "Einfach mal Luppen". Lionel Messi sieht Kroos dagegen nicht einmal unter den Top-3. geschweige denn Top-4.

Robert Lewandowski auf der zweiten Position und Chelsea-Taktgeber Jorginho auf Platz drei seien nachvollziehbar, so der 31-jährige Deutsche. Noch vor Messi, dessen Qualitäten er nicht infrage stellt - "Es steht in keinem Zweifel, dass Messi neben Ronaldo der Spieler dieser Dekade ist und Qualitäten hat, die andere nie haben werden" - findet Kroos.

"Wenn ich sehe, wie viele entscheidende Tore Cristiano auch in letzter Zeit noch gemacht hat - dass Manchester noch in der Champions League ist, ist allein ihm zu verdanken -, dann wäre auch Cristiano in meinen Augen noch vor Messi gekommen", sagt der Mittelfeld-Mann.

Aber das, was an dieser Wahl nicht stimme, "ist vor allem der erste Platz", so Kroos.


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