Gradmesser zweier WM-Favoriten

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Deutschland gegen Frankreich: Das Testspiel zweier Mitfavoriten auf den WM-Titel verspricht sportliche Brisanz, weckt aber auch dunkle Erinnerungen.

Vor genau zwei Jahren erschütterten die Terroranschläge von Paris, während eines Testspiels der beiden Teams mit drei Explosionen rund um das Stade de France, die Welt.

"Die Erinnerung kehrt immer mal wieder zurück. Das war ein einschneidendes Erlebnis, das möchte man nicht noch einmal erleben", erklärt DFB-Coach Jogi Löw bei der Pressekonferenz vor dem Schlager. Doch der Bundestrainer hat Vertrauen in die Security: "Es wird stark kontrolliert, die Sicherheitsstufe ist ganz, ganz hoch angesiedelt. Ich fühle mich sicher."

Frankreichs Nationaltrainer Didier Dechamps möchte "an all die Personen erinnern, die vor zwei Jahren vom Attentat betroffen waren." Er werde "nie vergessen, wie es im Stadion war. Wir hatten Angst, es gab Tränen."

"Es ist keine Revanche"

Der Weltmeister möchte, wie schon im Spiel gegen England, einiges ausprobieren. "Ergebnisse sind nicht das Wichtigste. Ich möchte ein bisschen Fehlerkultur zulassen. Fehler passieren, damit man daraus lernen kann", meint Löw. Viel wichtiger sei es "aufmerksam zu sein, konzentriert zu sein, ein hohes Tempo und eine hohe Emotionalität" an den Tag zu legen.

Das Tor wird diesmal wohl Frankreich-Legionär Kevin Trapp hüten. Sami Khedira und Toni Kroos, die beim 0:0 in England geschont wurden, sollen als Mittelfeld-Zentrale zurückkehren.

Als Revanche für das 0:2 im EM-Halbfinale will Löw das Spiel nicht verstehen, die "gibt es zu dem Zeitpunkt nicht. Wir haben verloren, das kann man nicht mehr zurückholen."

Auch PSG-Star Julian Draxler sieht das ähnlich und freut sich auf die Partie: "Wir haben uns sehr geärgert, dass wir da ausgeschieden sind. Es wird aber nicht die große Revanchelust freigesetzt. Aber ich denke, generell ist das ein Superspiel."

 

Gegenseitiger Respekt

Die Deutschen zeigen großen Respekt vor der "Equipe Tricolore". Hummels sieht in Frankreich "eine sensationelle Mannschaft und ein Topfavorit für das Turnier". 

Dechamps freut sich sehr über das Lob: "Es schmeichelt uns, dass man uns als Favorit einstuft. Aber viele Menschen, die Ahnung haben, sehen es so. Und ich glaube auch, dass wir bei der WM zu den Besten gehören werden."

Er weiß aber gleichzeitig auch um die Stärke des Gegners: "Deutschland ist superstark, hat viel Erfahrung gesammelt, die Mannschaft trotzdem verjüngt und sie spielen stabil. Die gute Jugendarbeit trägt jetzt Früchte. Viele junge Spieler haben schon in der Bundesliga gespielt. Löw hat die Talente gut integriert und beim Confed-Cup schon gezeigt, was sie können."

Stadion schlecht besucht

Am Dienstagabend um 20:45 Uhr startet der Testspiel-Kracher im Kölner Rhein-Energie-Stadion. Bislang sind, trotz der hochkarätigen Ansetzung, gerade einmal 30.000 Tickets verkauft.

DFB-Boss Grindel streitet die seit Jahren schwache Stadionauslastung bei Länderspielen ab und sieht das Problem in der "kurzen Vorverkaufsphase, das ist ein spezielles Problem."

Teammanager Oliver Bierhoff hingegen erkennt: "Man darf Länderspiele nicht als Selbstläufer sehen. Wir müssen uns die Gunst der Fans erspielen und erarbeiten."


Textquelle: © LAOLA1.at

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