WM-Aus: Italiens Stunde null

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"Diese Niederlage wird natürlich Auswirkungen haben", sagte Tormann-Legende Gianluigi Buffon mit Tränen in den Augen, nachdem das erstmalige Verpassen einer WM seit 60 Jahren für Italien traurige Realität wurde.

Mit dem bitteren 0:0 gegen Schweden verabschiedet sich der 39-Jährige nach 175 Partien und fünf WM-Teilnahmen aus der "Squadra Azzurra". Doch der Juve-Keeper, dem es damit verwehrt bleibt, als erster Spieler an sechs WM-Endrunden teilzunehmen, ist nicht der einzige Routinier, der nach dem "Drama von Mailand" seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt.

Chiellini, Barzagli und de Rossi sagen "arrivederci"

So sagen auch Buffons Juve-Kumpels Giorgio Chiellini und Andrea Barzagli sowie AS-Roma-Urgestein Daniele de Rossi "arrivederci".

"Wir sind am Boden zerstört, es ist der bitterste Moment meines Lebens. Jetzt benötigen wir die ganze Liebe des Landes, um wieder aufzustehen" meinte der 34-jährige Chiellini, der für Italien 96 Einsätze absolvierte und acht Tore erzielte.

Der Innenverteidiger bezeichnete das Scheitern "als Italiens Stunde null. Aber wir haben viele junge Leute, die wieder etwas aufbauen können. Aber natürlich benötigt es nach dieser riesigen Enttäuschung eine gewisse Zeit. Es wartet viel Arbeit."

"Schlimmste Art und Weise aufzuhören"

Barzagli gestand nach seinem 73. und letzten Einsatz im Nationalteam: "Das ist die schlimmste Art und Weise aufzuhören. Es ist eine große Enttäuschung für mich und alle Menschen in Italien.  Das Nationalteam vereint alle. Daher ist die Enttäuschung so groß, denn wir haben diese Menschen enttäuscht. Das war ein großer Rückschlag, aber wir werden mit jungen und neuen Spielern zurückkommen.“

Mit De Rossi wird nach Buffon und Barzagli ein dritter Weltmeister von 2006 nie wieder im blauen Trikot zu bewundern sein.

"Ich bin über ein Jahrzehnt lang in diesem Trikot um die ganze Welt gereist. Heute habe ich es zum letzten Mal ausgezogen. Es ist ein komisches Gefühl", so der 117-fache Internationale.

Der 34-Jährige berichtete von einer "Stimmung wie bei einer Beerdigung" in der Kabine. „Es ist ein dunkler Moment für Italien, ein noch dunklerer für uns Spieler." Doch auch er glaubt an „die junge Generation. Sie sind bereit.“

De Rossi verweigert Einwechslung

Für Aufsehen sorgte der Römer während der Partie, als er von Teamchef Gianpiero Ventura eine halbe Stunde vor Schluss zu Aufwärmen geschickt wurde.

"Warum zur Hölle soll ich rein?! Wir brauchen kein Unentschieden, sondern einen Sieg“, soll der defensive Mittelfeldspieler einem Staffmitglied gesagt haben und zeigte dabei auf Napoli-Stürmer Lorenzo Insigne, der 90 Minuten lang auf der Bank schmorte.

Nach dem Match meinte De Rossi dazu: "Ich sagte nur, dass das Spiel nicht mehr lange dauern wird und er die Stürmer zum Aufwärmen schicken soll. Ich kann natürlich keine taktischen Entscheidungen treffen, es tut mir leid, falls ich jemanden beleidigt habe. Ich dachte einfach, dass es besser gewesen wäre, wenn Insigne reingekommen wäre."

Teamchef Ventura will weitermachen

Ventura selbst will nach Italiens "schmerzhaftesten Demütigung seiner Geschichte, eine Beschämung, eine sportliche Schande, die keinen Vergleich kennt" – wie es "Corriere dello Sport" titelte, noch keine Konsequenzen ziehen.

"Ich trete nicht zurück, weil ich noch nicht mit dem Präsidenten gesprochen habe. Es gibt zahlreiche Überlegungen. Ich fühle mich danach, mich bei den Italienern zu entschuldigen, für das Ergebnis, nicht für unsere Anstrengungen“, erklärt der 69-Jährige, dessen Vertag noch bis 2020 läuft.

Der Präsident des italienischen Fußballverbandes FIGC, Carlo Tavecchio, wollte sich nach dem Spiel 48 Stunden Bedenkzeit nehmen und erst dann über die Zukunft sprechen.

Textquelle: © LAOLA1.at

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