Corona verschärft Krise
Was vor 20 Jahren als Liebhaberprojekt startete, blieb ein Nischenmedium, beim "ballesterer" sind Gehälter und Honorare niedrig, und mussten öfter unbezahlt bleiben. In der aktuellen Ausgabe ist von Selbstausbeutung die Rede.
"Wir wollten von der Kommerzialisierung des Fußballs nie profitieren, sondern kritisch über sie berichten. Im Millionengeschäft Fußball war es uns immer wichtiger, unabhängig schreiben zu können, als eine Anzeige mehr im Heft zu haben." Und: "Diese Unabhängigkeit hat ihren Preis."
Der Balanceakt in einer Krise des Printjournalismus mit einem schwankenden Anzeigenmarkt gelang zuletzt nicht mehr nach Wunsch. Die Macher selbst wollen "Fehler gemacht und die wirtschaftlichen Strukturen vernachlässigt" haben.
Die aktuelle Coronakrise könnte die Situation verschärfen. "Wir merken bereits, dass erste Inserenten ihre Buchungen stornieren, die Verschiebung der EM wird für uns finanzielle Einbußen bringen, die Ausgangsbeschränkungen werden sich im Einzelverkauf deutlich zeigen." Zumindest zwei weitere Ausgaben soll es geben, dann wird abgerechnet. Der "ballesterer" brennt, noch kann der Brand gelöscht werden.