Wettüberwachungssystem schlägt heftig Alarm

Wettüberwachungssystem schlägt heftig Alarm Foto: © GEPA
 

Der Wett-Sumpf ist höllisch tief, der Fall so deutlich wie selten zuvor und was aktuell bekannt geworden ist, soll laut Insidern lediglich die Spitze des Eisberges sein.

"Auf einer Skala von 1 bis 10 ist der aktuelle Wettskandal eine 10", ist von Personen zu hören, die Einblick in die Szene haben. Die Wettmafia am Balkan im ehemaligen Jugoslawien dürfte ganze Arbeit geleistet haben und nicht nur in Östetrreich viele "willige Opfer" gefunden haben.

In Österreich sind die Ermittlungen wegen eines möglichen Wettbetrugs in der Regionalliga Ost voll im Gange. Die Behörden im Bundeskriminalamt in Wien führten am Montag zahlreiche Gespräche.

Diverse Whats-App-Gruppen, unzählige SMS und weitere eindeutige Informationen zeichnen für das BKA - ähnlich der Chats und SMS-Affäre zuletzt in der heimischen Politik - ein sehr klares Bild, wo der Wett-Sumpf am tiefsten ist, welche mafiösen Strukturen dahinter liegen und wer bei den umfangreichen Ermittlungen immer mehr in den Mittelpunkt rückt.

Es ist selbstredend, dass aktuell zum genauen Umfang und dem Gegenstand der Ermittlungen keine weiteren Auskünfte erteilt werden.

Admiral-Geschäftsführer Irsigler: "Drahtzieher machen ihr Geld im Ausland"

Admiral-Geschäftsführer Jürgen Irsigler

Jürgen Irsigler, Geschäftsführer bei Admiral Sportwetten GmbH, ist die ganze Thematik natürlich längst bekannt und die Branche hat sich darauf auch eingestellt: "Man kann bei uns auf unterklassige Ligen keine relevanten Beträge setzen. In der Regionalliga sind Begegnungen mit einem Limit von rund 100 Euro gedeckelt. Es ist davon auszugehen, dass die Drahtzieher das Geld im Ausland machen."

Philip Newald, Vorsitzender des Vorstandes der Österreichischen Sportwetten Gesellschaft m.b.H. und tipp3-CEO, meint zum aktuellen Entwicklungen in der Regionalliga: "Der nicht professionelle Fußball ist sensibel, daher bieten wir meistens Kombi-Wetten an."

Weitere Erkenntnisse der beiden langjährigen Geschäftsführer sind, dass sich die Wettmafia immer wieder auf einzelne, aus ihrer Sicht anfällige Akteure, wendet. Und dass, wer einmal mitmacht, nur noch ganz schwer aus dem Teufelskreis rauskommt.

In der Regionalliga - das berichtet ein Trainer gegenüber LAOLA1 - hat es sich wohl so verhalten, dass anfälligen Spielern mehr oder weniger viel Geld geborgt worden ist und ihnen nur Wochen später schmackhaft gemacht wurde, dass "sie das nicht zurückzahlen müssen, wenn sie ein Tor eben nicht erzielen, den Elfmeter verschießen, einen schweren Abwehrfehler begehen oder als Tormann umfallen wie eine Bahnschranke."

Sportradar Integrity Services meldet mehr als 500 verdächtige Fußballpartien

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Unbestritten ist, dass Spielmanipulationen und Wettbetrug aktuell europaweit im Vormarsch sind. Das zeigen auch neueste Daten, die Sportradar Integrity Services zuletzt veröffentlicht hat. Der in St. Gallen in der Schweiz beheimatete Sportdaten-Dienstleister habe nach eigenen Angaben seit Beginn der Pandemie über 1.700 manipulationsverdächtige Spiele identifiziert - verteilt auf zwölf verschiedene Sportarten in über 70 Ländern. Dabei habe sich herausgestellt, dass Fußball mit mehr als 700 verdächtigen Spielbewegungen die mit Abstand gefährdetste Sportart sei.

Ein weiteres klares Bild zeigt, dass sich die Betrüger immer mehr auf unterklassige Ligen konzentrieren. Beinahe die Hälfte aller Aktivitäten seien in diesem Bereich festgestellt worden.

Hinter Fußball folgten mit großem Abstand Tennis (37 Partien), Basketball (19), Tischtennis (11) und Hockey (9) als Sportarten mit verdächtigen Spielbewegungen.

Zurück zur Ostliga: Seit dem 1. Oktober 2021 überwacht Sportradar im Auftrag des ÖFB alle Spiele der Regionalliga. Der Sportdaten-Dienstleister hat aber schon vorher manipulationsverdächtige Begegnungen identifiziert.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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