Neue Infos im RLO-Wettskandal

Neue Infos im RLO-Wettskandal Foto: © GEPA
 

Der Wettskandal in der Regionalliga Ost zieht immer weitere Kreise. Immer mehr Details kommen ans Tageslicht.

Nach den ersten Gerüchten (RLO droht Wettskandal >>>) sowie einer Stellungnahme des SC Neusiedl (Neusiedl: Infos statt Gerüchte >>>) aufgrund zwei in U-Haft sitzender Spieler weitet sich der Verdachtskreis immer weiter aus.

Demnach sollen zumindest zehn Spiele der Regionalliga Ost unter Manipulationsverdacht stehen, insgesamt handelt es sich um bereits sieben Spieler vom SC Neusiedl, dem FC Marchfeld und dem Wiener Sportclub, die verhört oder inhaftiert worden sein sollen. Auch der ASV Draßburg soll involviert sein. Dem Vernehmen nach soll es sich laut Polizeikreisen um ein äußerst ausgeklügeltes Wettsystem gehandelt haben.

Die Schadenssumme wird vorläufig in einem hohen fünfstelligen Bereich gehandelt. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

Laut "Krone" gilt als Drahtzieher der Vater eines Neusiedl-Spielers. Beim WSC wurde laut eigenen Angaben ein Spieler verhört. Wie bekannt wurde, soll auch ein Spieler des FC Marchfeld verhaftet worden sein, wie die "BVZ" erstmals berichtete.

Ein Schlag ins Gesicht für die Niederösterreicher, die erst durch die Medien von den Vorwürfen erfahren haben. "Betrügerisches Handeln hat im Sport nichts verloren und gehört hart bestraft. Wir sind um rasche und vollständige Aufklärung bemüht. Der FC Marchfeld-Donauauen distanziert sich von derartigen Betrügereien", heißt es in einem offiziellen Statements des Klubs.

Marchfelds Ernst Baumeister tobt: "Wegen ein paar Idioten in Verruf"

Der namhafte Sportdirektor der Marchfelder, Ernst Baumeister, lässt in der "NÖN" deutliche Worte folgen: "Ein Wahnsinn für die Vereine, die können ja nichts dafür. Was willst du da machen? Wenn du bei jedem Fehler nachdenken müsstest, ob ein Spieler das absichtlich macht. Das wäre ja absurd."

Der Ex-Teamspieler spricht Klartext: "Wenn da was dran ist, dann musst du die Spieler für immer sperren. Die dürfen nie wieder wo unterkommen." Nachsatz in der "Krone": "Wir haben eine gute Liga mit guten Spielern und guten Klubs - und plötzlich gerät sie wegen ein paar Idioten in Verruf."

Auch Herbert Wesely, der beim NÖFV aktuell für die Durchführung der Regionalliga Ost zuständig ist, hält fest: "Sollte es eine Minderheit darauf abzielen, Fair Play in den Dreck zu ziehen, werden diese entsprechend zur Rechenschaft gezogen."

Ex-Admira-Kapitän Daniel Toth: "Zum Weinen und Erbrechen!"

Der SC Neusiedl erhofft sich, wie von LAOLA1 berichtet, am Montag bei einem Termin beim Bundeskriminalamt (BKA) konkrete Informationen.

Ex-Bundesliga-Kicker Daniel Toth, langjähriger Kapitän bei der Admira und nun zum Karriere-Ausklang Spielgestalter im Burgenland, war in der "Krone" trotzdem fassungslos über die aufkeimenden Gerüchte und die Verhaftung zweier Teamkollegen. "Mir ist zum Weinen und Erbrechen!", so der Mittelfeldspieler.

"Unfassbar traurig, ein Verbrechen an Spielern und Fans. Mir tun auch die betroffenen Vereine leid, die unschuldig in ein schiefes Licht geraten. Ich hoffe, dass alles lückenlos aufgeklärt wird und die Strafen rigoros ausfallen werden."

Laut "Kurier" soll zusätzlich zu den drei bekannten Vereinen auch der ASV Draßburg betroffen sein, auch wenn Obmann Ernst Wild in der BVZ überrascht wirkt. "Ich habe die Causa natürlich mitbekommen, bin aber bisland von niemandem diesbezüglich kontaktiert worden, dass Spieler von uns hier betroffen wären."

Mauerwerk sortierte drei auffällige Spieler schon im Oktober aus

Spannend ist auch die Tatsache, dass sich der FC Mauerwerk zu Wort meldet, obwohl es bei den Wienern offiziell keine Auffälligkeiten gab.

In der "Krone" merkt Klub-Boss Mustafa Elnimr jedoch an: "Ich hatte anscheinend drei Spieler dabei, die in unsaubere Praktiken involviert waren und habe sie schon im Oktober aussortiert, nachdem wir nach Führungen extrem oft verloren haben!"

Die Sache kommt erst so richtig ins Rollen und noch ist das Ausmaß nicht gänzlich abschätzbar. Die getätigten Schritte der Behörden wurden möglich aufgrund der intensiven Kooperation von Bundeskriminalamt, Experten von Sportradar und Play-Fair-Code sowie ÖFB.

Auch hier sei noch einmal an das Statement von Neo-ÖFB-Präsident Gerhard Milletich erinnert: "Es gibt hier volle Unterstützung unsererseits, um diese Causa im Sinne der Fairness im Sport lückenlos aufzuklären."

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

KOMMENTARE..