Selbstbewusste ÖFB-U21: "Finale möglich!"

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Innerhalb von sieben Tagen kann alles schon wieder vorbei sein.

Vor zwei Jahren hat der U21-Zyklus, der nun mit der EURO 2019 in Italien und San Marino abgeschlossen wird, begonnen. Zwölf Nationen haben sich qualifiziert, darunter erstmals auch das ÖFB-Team.

Bei der Endrunde geht es dann aber Schlag auf Schlag. Denn für acht oder sechs Teams ist nach der Gruppenphase schon wieder Endstation. Die drei Gruppensieger und der beste Gruppenzweite steigen ins Semifinale auf.

England und die Olympia-Chance

Sollte es England unter die Top 4 schaffen, spielen die beiden anderen Gruppenzweiten noch ein Olympia-Playoff. Ein Platz im Semifinale berechtigt nämlich zu einer Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 in Tokio. Da die Engländer bei Olympia aber als Teil eines großbritannischen Teams antreten, können sie mit ihrer U21-Fußballmannschaft kein Olympia-Ticket lösen.

Die ÖFB-Talente kämpfen jedenfalls gegen Serbien (17.6.), Dänemark (20.6.) und Deutschland (23.6.) um den Aufstieg aus Gruppe B. Die Buchmacher sehen die Österreicher als krassen Außenseiter.

Der Underdog

"Unser Vorteil kann sein, dass in dieser Gruppe jeder fix mit drei Punkten gegen Österreich rechnet"

Werner Gregoritsch

Teamchef Werner Gregoritsch fühlt sich in der Rolle des Underdogs wohl: „Unser Vorteil kann sein, dass in dieser Gruppe jeder fix mit drei Punkten gegen Österreich rechnet. Ein Unentschieden gegen uns wird niemandem reichen, um aufzusteigen. Das ist unsere große Chance.“

Die erstmalige EM-Teilnahme vergleicht der Steirer mit der Erstbesteigung des Mount Everest: „Es ist alles sehr spektakulär und abenteuerlich, da kann alles passieren. Du kannst beim ersten Basislager abbrechen, weil du es einfach nicht packst, du kannst es aber auch nach oben schaffen, wenn es ein Flow wird. Wir wollen schon etwas erreichen.“

So sieht es auch Sasa Kalajdzic: „Die Gruppengegner sind vom Namen her über uns zu stellen, wir gehen als Underdog in dieses Turnier, nehmen diese Rolle aber gerne an. Wir wollen die anderen ärgern, wollen ihnen zeigen, was Österreich kann.“

Sascha Horvath ergänzt: „Wir sind klarer Außenseiter. Wir sind Österreich, für die anderen sind wir niemand. Wir haben nichts zu verlieren, keiner verlangt etwas von uns, das ist positiv.“

Schlechte und gute Erinnerungen

Stürmer Adrian Grbic erinnert sich an vergangene Duelle mit den Gruppengegnern: „Mich freut es, dass wir die Serben nochmal bekommen haben, wir haben mit ihnen aus der Quali noch eine Rechnung offen. Gegen die Dänen haben wir in einem Testspiel 0:5 verloren, auch da gibt es noch eine offene Rechnung. Und gegen Deutschland ist es immer ein geiles Spiel. Für die sind wir immer die ‚Ösis‘, die ‚Ski-Nation‘ – wir wollen ihnen zeigen, dass das nicht so ist. Wir haben in der U19-Quali schon einmal 5:1 gegen sie gewonnen, damals waren Leroy Sane und Timo Werner dabei.“

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Gegen Serbien ging das Heimspiel in der EM-Quali mit 1:3 verloren, auswärts wurde ein 0:0 erreicht. Das Endergebnis aus dem Testspiel gegen Dänemark im März 2018 ist nicht überzubewerten. Damals verlor die Gregoritsch-Elf zwar mit 0:5, experimentierte allerdings mit einer ungewohnten Dreierkette und vielen Auswechselspielern. Gegen Deutschland feierte der Jahrgang 1996 im Oktober 2014 in der EM-Quali einen 5:1-Triumph.

Alles ist möglich

Hannes Wolf geht jedenfalls mit viel Selbstvertrauen ins Turnier: „Wir haben damals mit Salzburg die Youth League gewonnen, ich weiß also, was auch als Team aus Österreich möglich ist. Wir dürfen nicht sagen: ‚Wir schauen mal…‘ Wir müssen so antreten, dass wir etwas reißen wollen. Ich habe aber keine große Sorge, dass nicht alle so denken würden.“

„Wir brauchen uns nicht zu verstecken. Es wäre der falsche Ansatz, wenn wir sagen würden, wir schauen mal, was geht, wir haben eine so starke Gruppe – das machen Verlierer. An guten Tagen ist für uns etwas drinnen“, so Wolf weiter.

Mathias Honsak geht sogar so weit, vom ganz großen Triumph zu sprechen: „Das größte Ziel ist, die EM zu gewinnen. Aber wir müssen zuerst unsere Unterziele erreichen.“ Ähnlich selbstbewusst gibt sich Grbic: „Ich will nicht groß reden, aber ich denke, das Halbfinale oder sogar das Finale ist möglich!“

Und dann wäre da eben noch der große Traum von einer Teilnahme an den Olympischen Spielen. „Jeder will zu den Olympischen Spielen, das hat jeder im Hinterkopf. Man kann sich gar nicht vorstellen, was dort abgeht. Was ich so gehört habe, ist das eine andere Welt“, strahlt Horvath.

Spätestens nach dem Sieg gegen Frankreich bei der Generalprobe geht die Mannschaft mit breiter Brust in das Turnier. Ein ganz wichtiger Umstand, wie Teamchef Gregoritsch betont: „Der Glaube an sich selbst ist für diese Mannschaft entscheidend.“

Denn es soll nach sieben Tagen eben noch nicht schon wieder vorbei sein.

Textquelle: © LAOLA1.at

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