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ÖFB erarbeitet großen Zukunftsplan bis 2032

Mit externer Unterstützung erarbeitet der ÖFB erstmals einen umfassenden Zukunftsplan für fünf Jahre - und will seine Position bei der UEFA stärken.

ÖFB erarbeitet großen Zukunftsplan bis 2032 Foto: © GEPA

Der ÖFB hat bei seiner Aufsichtsratssitzung am Freitag die Aufsetzung eines Strategieprozesses beschlossen.

Innerhalb eines Jahres soll eine ab 2027 fünf Jahre gültige Gesamtstrategie für den heimischen Fußball erarbeitet werden.

Als Unterstützung wird die Unternehmensberatung Ernst & Young beauftragt, gab Aufsichtsratschef Josef Pröll am Abend in Wien vor Journalisten bekannt. Die Kosten für die externe Beratung sollen sich demnach auf höchstens 140.000 Euro belaufen.

Im Mittelpunkt der externen Beratung stehe laut Pröll die Prozessführung. "Den inhaltlichen Input müssen wir selbst liefern." Sowohl die Landesverbände als auch die Bundesliga seien involviert.

Den Auftakt bildet eine Führungskräfteklausur am 18./19. September, die es davor laut Pröll in dieser Form beim Fußballbund lange Zeit nicht gegeben habe. "Das ist das, was wir brauchen, wenn wir den Blick in die Zukunft schärfen", meinte der frühere Vizekanzler und Finanzminister, der den Verband seit 18. Mai und damit etwas mehr als 100 Tagen führt.

ÖFB-Geschäftsstelle übersiedelt im Oktober

Bereits vor Beginn seiner Amtszeit - der Titel Aufsichtsratsvorsitzender hat jenen des ÖFB-Präsidenten abgelöst - wurde das bisher größte Infrastrukturprojekt des Verbandes auf den Weg gebracht. Der ÖFB-Campus, das neue Zentrum in Wien-Aspern, ist vom Totalunternehmer STRABAG bereits an den Eigentümer übergeben.

"Er ist fertig, wir stehen kurz vor dem Bezug", sagte Pröll. Die Inneneinrichtung und viele andere Dinge seien noch zu erledigen, die ÖFB-Geschäftsstelle soll aber Mitte Oktober aus dem Ernst-Happel-Stadion in ihre neue Heimat übersiedeln.

Pröll sprach von einer "wichtigen Weichenstellung", die noch ohne ihn getroffen worden war. Ihm sei wichtig, dass die Businessplanung eingehalten werde. "Wir sind, das kann ich sagen, zeitlich und finanziell voll im Plan", versicherte der frühere ÖVP-Politiker.

Der Auftragswert für die STRABAG belief sich laut Angaben des börsennotierten Bauunternehmens auf 49 Millionen Euro, die Gesamtkosten des Projektes betragen noch einmal rund 50 Prozent mehr. Jeweils 23,14 Mio. Euro schossen Bund und Stadt Wien zu, den Rest trägt der ÖFB.

Entstanden sind im Wiener Stadtentwicklungsgebiet ein Trainingszentrum mit einem Kunst- und vier Naturrasenplätzen, einem Kleinstadion mit knapp 1.000 Zuschauern Fassungsvermögen, Büro- und Lagerräumlichkeiten sowie ein Quartier für Spielerinnen und Spieler. Die offizielle Eröffnung werde laut Pröll im Frühjahr erfolgen. Dann wird frühestens auch das Männer-Nationalteam auf der Anlage trainieren. Den Auftakt macht diesen Herbst das männliche U15-Nationalteam.

Position bei UEFA soll gestärkt werden

Der ÖFB hat zudem eine Studie in Auftrag gegeben, die den Wirtschaftsfaktor Fußball beleuchten soll. Dabei seien laut Pröll die mehr als 2.000 Vereine angeschrieben und ein "durchaus akzeptabler Rücklauf" erzielt worden. In einer zweiten Runde der Umfrage sollen noch einmal mehr Daten zusammengetragen werden.

"Das wird ein wichtiger Fingerzeig, wenn die wirtschaftliche Situation die Sponsorenzuschüsse stresst und der öffentliche Haushalt unter Druck ist, zu zeigen, was der Fußball in Österreich leistet", erklärte Pröll.

Diese Woche war Pröll mit ÖFB-Generalsekretär Thomas Hollerer erstmals bei der UEFA und deren Präsident Aleksander Ceferin. Der ÖFB-Chef deponierte seinen Wunsch, dass Österreich im Kontinentalverband wieder eine stärkere Rolle spiele und sich in wesentlichen Ausschüssen einbringen wolle. Auch das Thema Austragung von UEFA-Bewerben - realistisch scheint derzeit mangels einer großen Multifunktionsarena nur der Nachwuchsbereich - sei am Tisch gewesen. "Das kann auch im Breitensport Impulse liefern, wenn man es richtig macht", meinte Pröll.

Hollerer und Neuhold: Keine Personalentscheidungen zu erwarten

Pröll lobte die Vernetzung von Hollerer bei FIFA und UEFA. Obwohl dessen Verhältnis zu ÖFB-Geschäftsführer Bernhard Neuhold als belastet gilt, sind aktuell keine Personalentscheidungen zu erwarten. Er fühle sich als Aufsichtsratschef von allen Organisationseinheiten "ausgezeichnet serviciert", betonte Pröll.

Die Frage, ob es zwei oder auch noch einen dritten Geschäftsführer benötige, wolle man auch im Strategieprozess gemeinsam diskutieren. "Eines ist klar: Wenn wir eine Strategiedebatte führen, qualitativ und finanzströmend, dann wird auch die Struktur der Strategie zu folgen haben."

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